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title: "Nordrhein-Westfalen - Chancen und Risiken für die Exportindustrie"
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updated: 2026-09-28
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# Nordrhein-Westfalen - Chancen und Risiken für die Exportindustrie

NORDRHEIN-WESTFALEN CHANCEN UND RISIKEN FÜR DIE EXPORTINDUSTRIE Volkswirtschaft / Research November 2018 NORDRHEIN-WESTFALEN: CHANCEN U N D R ISIKEN FÜR DIE EXPORTINDUSTRIE 2 HELABA VOLKSWIRTSCHAFT/RESEARCH · NOVEMBER 2018 · © H E LA B A Herausgeber: Helaba Landesbank Hessen-Thüringen Girozentrale Volkswirtschaft/Research Dr. Gertrud R. Traud, Chefvolkswirtin/Bereichsleitung Research Redaktion: Dr. Stefan Mitropoulos MAIN TOWER Neue Mainzer Straße 52-58, 60311 Frankfurt am Main Telefon: 0 69/91 32-01 Die Publikation ist mit größter Sorgfalt bearbeitet worden. Sie enthält jedoch lediglich unverbindliche Analysen und Prognosen zu den gegenwärtigen und zukünftigen Markt- verhältnissen. Die Angaben beruhen auf Quellen, die wir für zuverlässig halten, für deren Richtigkeit, Vollständigkeit oder Aktualität wir aber keine Gewähr übernehmen können. Sämtliche in dieser Publikation getroffenen Angaben dienen der Information. Sie dürfen nicht als Angebot oder Empfehlung für Anlageentscheidungen verstanden werden. NORDRHEIN-WESTFALEN: CHANCEN U ND RISIKEN FÜR DIE E XPORTINDUSTRIE HELABA VOLKSWIRTSCHAFT/RESEARCH · NOVEMB ER 2018 · © HELABA 3 Editorial Editorial Sehr geehrte Leserinnen und Leser, Häfen stehen ganz allgemein für den überregionalen Warenverkehr. Dies gilt natürlich auch für Binnenhäfen. Letztere liegen allerdings im Landesinneren, sodass sie zumeist weniger in den internationalen Güteraustausch eingebunden sind. Dies ist beim Duisburger Hafen anders: Er ist der zentrale europäische Hub für den Seehafenhin- terlandverkehr. Deshalb werden etwa 60 % der ausländischen Waren, die per Binnenschiff in Deutschland angeliefert werden, in Nordrhein-Westfalen entladen. Fast genauso so hoch ist der Anteil bei der Verschiffung von Gütern ins Ausland durch deutsche Binnenhäfen. Der Duisburger Hafen ist somit der größte Binnenhafen Europas und gilt in seiner Gesamtheit mit Lagerflächen, Verpackungslogistik und Umladeanlagen für den intermodalen Transport sogar als der größte Binnenhafen weltweit. Dies war nicht immer so. Die Hafenanlagen waren ursprünglich eng mit der Montanindustrie ver- bunden und dienten gemessen am Frachtaufkommen überwiegend dem Verladen von Kohle und Erz. Inzwischen macht der Containerverkehr 54 % des Frachtaufkommens aus. Die bestehenden Hafenanlagen wurden in den letzten Jahrzehnten an die neuen Bedürfnisse angepasst und sogar weitere Areale hinzugewonnen. Nur durch dieses beherzte Vorgehen konnte der Duisburger Hafen den Strukturwandel bewältigen sowie die Chancen der Globalisierung und des Welthandels nut- zen. Er brachte damit nicht nur dem unmittelbaren Umland Vorteile, sondern der ganzen Region. Von diesem Konzept war schon der berühmte schottische Nationalökonom Adam Smith überzeugt: Je größer der Markt, desto größer der Wohlstand für alle. (Adam Smith) Mit dem Brexit-Votum Großbritanniens und dem Trumpschen Handelskonzept scheinen sich die Rahmenbedingungen für den Welthandel jedoch zu verändern. Zölle und Handelsschranken wer- den nicht weiter abgebaut, vielmehr werden neue errichtet. Auch in Deutschland, das stark vom Welthandel abhängig ist, werden Stimmen gegen den Freihandel lauter. Offensichtlich sind sich NORDRHEIN-WESTFALEN: CHANCEN U N D R ISIKEN FÜR DIE EXPORTINDUSTRIE 4 HELABA VOLKSWIRTSCHAFT/RESEARCH · NOVEMBER 2018 · © H E LA B A manche Unternehmen und Verbraucher hierzulande nicht bewusst, dass gerade dank des Frei- handels viele internationale Güter zeitnah und günstig bezogen werden können. Der Import von Waren und Dienstleistungen, die das Ausland effizienter herstellt, setzt bei uns Ressourcen frei für die Produktion von Gütern, bei der Deutschland einen Vorteil hat. Die Einfuhr von günstigen Vor- leistungen trägt dazu bei, dass hiesige Unternehmen mit den Wettbewerbern in Übersee konkurrie- ren können, obwohl die Lohnkosten in Deutschland zum Teil deutlich höher sind. Der Freihandel unterminiert zudem nationale Monopole. Durch den Wettbewerb mit ausländischen Anbietern werden die Unternehmen gezwungen, kundenorientiert zu agieren, Produktivitätsreser- ven zu heben und sich durch Investitionen in Forschung und Entwicklung sowie in moderne Pro- duktionsanlagen am Weltmarkt zu behaupten. Sie können sich nicht hinter Zollmauern und nicht- tarifären Handelshemmnissen verschanzen. Ebenso bedeutend ist der grenzüberschreitende Austausch von Ideen, der durch den freien Han- del gefördert wird. Je mehr sich eine Wirtschaft gegenüber dem Weltmarkt abschottet, desto weni- ger ist sie mit dem globalen Informationsfluss verbunden, der in Zeiten technologischer Umwäl- zungen aber einen wesentlichen Erfolgsfaktor darstellt. Umso wichtiger ist es, dass alle diejenigen, die unmittelbar oder mittelbar in überdurchschnittlichem Umfang vom Freihandel profitieren, sich auch für ihn stark machen – bevor es zu spät ist und man sich hinterher fragt, wie es soweit kom- men konnte. Ihre Dr. Gertrud R. Traud Chefvolkswirtin/Bereichsleitung Research NORDRHEIN-WESTFALEN: CHANCEN U ND RISIKEN FÜR DIE E XPORTINDUSTRIE HELABA VOLKSWIRTSCHAFT/RESEARCH · NOVEMB ER 2018 · © HELABA 5 Inhalt Editorial…………………………………………………………………………………..……….……...…..3 1 Exportmärkte wichtig für deutsche Industrie ......................................................................... 6 Außenhandel als Wohlstandsfaktor ............................................................................................. 6 Steigende Exportquoten in NRW ................................................................................................. 6 NRW-Branchen unterschiedlich stark exportorientiert ................................................................. 6 Exportregionen fast zu 75 % in Europa ....................................................................................... 7 US-Handelskonflikte stellen Produktionsstandorte in Frage ........................................................ 8 Geregelter Ablauf beim Brexit? ................................................................................................... 8 2 Güterproduktion – ein sterbender Wirtschaftszweig? ........................................................... 9 3 Etwas nachlassende Dynamik 2018 und 2019 ...................................................................... 10 4 Kreditvergabe der NRW-Sparkassen expansiv ..................................................................... 12 Redaktionsschluss: 2. November 2018 NORDRHEIN-WESTFALEN: CHANCEN U N D R ISIKEN FÜR DIE EXPORTINDUSTRIE 6 HELABA VOLKSWIRTSCHAFT/RESEARCH · NOVEMBER 2018 · © H E LA B A 1 Exportmärkte wichtig für deutsche Industrie Das Thema Außenhandel ist seit dem Brexit-Entscheid der britischen Bevölkerung und dem Pro- tektionismus der Trump-Regierung in aller Munde. Die deutschen Unternehmen müssen sich nach Jahren des weltweiten Abbaus von Handelshemmnissen Gedanken machen, wie sie mit der ver- änderten Situation umgehen. Wie stark ist die nordrhein-westfälische Wirtschaft betroffen oder kann sie gar profitieren? Außenhandel als Wohlstandsfaktor Die Absatzmärkte für die hierzulande produzierten Güter waren selten auf die heimischen Regio- nen begrenzt. Zwar ist Deutschland mit seinen 83 Mio. Einwohnern seit der Wiedervereinigung der mit Abstand bevölkerungsreichste Staat in Europa. Wenn Unternehmen jedoch ihre Kosten durch Erhöhung der Stückzahlen senken möchten, müssen sie über den Heimatmarkt hinaus denken. Dann ist es gut, wenn die hiesigen Produkte auch in Ländern wie China mit 1,4 Mrd. Einwohnern, Indien mit 1,3 Mrd. Einwohnern oder den USA mit 326 Mio. Einwohnern nachgefragt werden. Der Handel über Grenzen hinweg erlaubt es den Konsumenten, aber auch den Unternehmen, ein deutlich größeres Spektrum an Waren und Dienstleistungen entweder zu konsumieren oder als Vorprodukte einzusetzen. Dies erhöht nicht nur die Vielfalt des Angebots weltweit, sondern auch den Nutzen für die Bürger und den Wohlstand eines Landes. Diese Erkenntnis bildet die Grundla- ge für Handelsabkommen, so auch für die Europäische Union mit ihren 512 Mio. Einwohnern. Die 25 bevölkerungsreichsten Länder der Welt Bevölkerung in Mrd. Einwohner, 2017 Quellen: Weltbank, Helaba Volkswirtschaft/Research Steigende Exportquoten in NRW In den letzten zwanzig Jahren nahm die Exportquote der deutschen Industrie stetig zu – ein Zei- chen für ihr erfolgreiches Agieren im Europäischen Binnenmarkt und im globalen Wettbewerb. Inzwischen wird die Hälfte des Umsatzes im Ausland erwirtschaftet. In Nordrhein-Westfalen (NRW) erreicht das Verarbeitende Gewerbe mit einer Ausfuhrquote von 46 % nicht ganz den Bundes- durchschnitt. Allerdings nahm die Exportquote hier während der vergangenen zwanzig Jahre um 15 Prozentpunkte zu. Zuletzt war die Tendenz weiterhin steigend, wenn auch nicht mehr ganz so steil. Mit Fug und Recht lässt sich also sagen, dass die Produktion und der Absatz deutscher und nordrhein-westfälischer Güter von den Nachfragern im Ausland abhängig sind. NRW-Branchen unterschiedlich stark exportorientiert Die größten Industriebranchen NRWs weisen recht unterschiedlich starke Exportaktivitäten auf: Von der Produktion von elektrischen/optischen Geräten, chemischen Erzeugnissen, dem Maschi- nen- und dem Kraftfahrzeugbau wird deutlich mehr als Hälfte im Ausland abgesetzt. Bei der Er- zeugung und Bearbeitung von Metallen sowie bei Nahrungsmitteln gehen weniger als 40 % ins Ausland, wobei auch dies für die Ertragslage der Unternehmen nicht unerheblich sein dürfte. 1,386 1,339 0,512 0,341 0,326 0,264 0,209 0,197 0,191 0,165 0,144 0,129 0,127 0,105 0,105 0,098 0,096 0,083 0,081 0,081 0,081 0,069 0,067 0,066 0,061 0,057 0,057 Autorin: Barbara Bahadori Telefon 0 69/91 32-24 46 research@helaba.de NRW-Ausfuhrquote 46 % NORDRHEIN-WESTFALEN: CHANCEN U ND RISIKEN FÜR DIE E XPORTINDUSTRIE HELABA VOLKSWIRTSCHAFT/RESEARCH · NOVEMB ER 2018 · © HELABA 7 Exportquoten der Industriebranchen differieren stark Exportstruktur von fünf Warengruppen geprägt NRW: Anteil des Auslandsumsatzes am Umsatz in %, Januar bis August 2018 NRW: Anteil an den Exporten in %, Januar bis August 2018 Quellen: IT.NRW, Helaba Volkswirtschaft/Research Quellen: Statistisches Bundesamt, Helaba Volkswirtschaft/Research Die nordrhein-westfälische Exportstatistik zeigt dann folgende Struktur: 17 % der Exporte sind chemische Erzeugnisse, 16 % Maschinen, 10 % elektrische/optische Geräte, 10 % Metalle und 9 % Kraftwagen/-teile. Damit verteilen sich 62 % der Ausfuhren auf nur fünf Warengruppen. Mit Anteilen zwischen 4 % und 5 % sind Nahrungsmittel, Metallerzeugnisse, Pharma sowie Gummi- /Kunststoffwaren vertreten. Die Exportstruktur spiegelt damit die typischen industriellen Schwer- punkte NRWs wider. Bundesweit verhält es sich etwas anders. Dort stehen Automobile (18 %) ganz oben auf der Einkaufsliste der Nachfrager im Ausland – gefolgt von elektrischen/optischen Geräten (16 %) und Maschinen (14 %). Chemische Erzeugnisse spielen mit einem Exportanteil von 9 % eine deutliche geringere Rolle, ebenso wie Metalle (4 %). Exportregionen fast zu 75 % in Europa Die vier europäischen Hauptdestinationen für die NRW-Warenausfuhren sind mit den Niederlan- den (10 %), Frankreich (8 %) und Belgien (6 %) die Nachbarländer Deutschlands im Westen sowie Großbritannien (6 %). Dann werden die Entfernungen schon deutlich größer. So folgen die USA und China mit 7 % bzw. 6 %. Hauptexportländer NRWs ähneln … … der deutschen Exportstruktur nach Ländern NRW: Anteil an den Exporten in %, Januar bis August 2018 Deutschland: Anteil an den Exporten in %, Januar bis August 2018 Quellen: Statistisches Bundesamt, Helaba Volkswirtschaft/Research Quellen: Statistisches Bundesamt, Helaba Volkswirtschaft/Research Im Vergleich zu Deutschland ist die Zielregion Eurozone für NRW wichtiger. Im gemeinsamen Währungsraum werden 44 % der Exporte abgesetzt, wohingegen auf gesamtdeutscher Ebene nur 38 % der Exporte dorthin gehen. Die EU ist Ziel für zwei Drittel der NRW-Ausfuhren und Europa als Ganzes für 74 %. Dies ist vergleichbar mit dem Anteil der USA an den Exporten Mexikos und Kanadas. So ist es verständlich, dass Donald Trump bei den Neuverhandlungen des NAFTA- Abkommens eine starke Verhandlungsmacht besaß. 65% 62% 58% 53% 38% 22% Kraftfahrzeuge/Kfz-Teile Maschinenbau Chemische Erzeugnisse Elektr./opt. Geräte Metalle Nahrungsmittel Chemie 17% Maschinen 16% Elektr./opt. Geräte 10% Metalle 10% Kraftwagen/ -teile 9% Nahrungsmittel 5% Metall- erzeugnisse 5% Pharma 5% Gummi-/ Kunststoff- waren 4% Sonstige Waren 19% 10 8 7 6 6 6 5 5 5 3 3 3 2 2 2 2 2 1 1 1 Niederlande Frankreich USA Großbrit. China Belgien Italien Polen Österreich Spanien Tsch. Rep. Schweiz Türkei Ungarn Schweden Russland Dänemark Rumänien Indien Japan 9 8 7 7 6 5 5 5 4 3 3 3 2 2 2 2 2 2 1 1 USA Frankreich China Niederlande Großbrita. Italien Österreich Polen Schweiz Belgien Spanien Tsch. Rep. Ungarn Schweden Russland Türkei Dänemark Japan Südkorea Rumänien Eurozone als Exportdestination wichtig für NRW Exportstruktur spiegelt Wirtschaftsstruktur wider NORDRHEIN-WESTFALEN: CHANCEN U N D R ISIKEN FÜR DIE EXPORTINDUSTRIE 8 HELABA VOLKSWIRTSCHAFT/RESEARCH · NOVEMBER 2018 · © H E LA B A US-Handelskonflikte stellen Produktionsstandorte in Frage Zusammen kommen Großbritannien und die USA in NRW auf einen Exportanteil von 13 %, der verglichen mit dem deutschen Mittelwert von 15 % nur etwas unterdurchschnittlich ist. Insofern dürfte die Betroffenheit von schon eingeführten oder drohenden Handelsrestriktionen in NRW kaum geringer sein. Einzelne Branchen könnten aber die Abschottung der USA deutlicher spüren. So stammen 38 % der aus Deutschland in die USA exportierten Metalle aus NRW, sodass die höheren US-Zölle auf Stahl und Aluminium sich hier negativ auswirken dürften. Allerdings machen diese Exporte nur 12 % der Ausfuhren NRWs in die USA aus. Investitionsgüter dominieren bei NRW-Exporten in die USA Deutsche Metall- und Chemie-Exporte in die USA stammen zu 38 % bzw. 29 % aus NRW NRW: Anteil an den Exporten in die USA, Januar bis August 2018 Anteil der NRW-Exporte an den deutschen Exporten in die USA, Jan. bis Aug. 2018 Quellen: Statistisches Bundesamt, Helaba Volkswirtschaft/Research Quellen: Statistisches Bundesamt, Helaba Volkswirtschaft/Research Bei den chemischen Erzeugnissen sind bisher keine Einschränkungen von US-Seite absehbar. Dies ist erfreulich, da ihr Anteil an den NRW-Exporten in die USA immerhin 16 % beträgt und fast 30 % der deutschen Ausfuhren chemischer Erzeugnisse in die USA ausmachen. Hauptexportgut aus NRW in die USA sind Maschinen mit einem Anteil von gut einem Viertel. Auch hier sind bislang keine Veränderungen der Handelsbedingungen angekündigt. Die angedrohten Strafzölle auf Kraftfahrzeuge sind für NRW weniger relevant, da nur 4 % der aus Deutschland in die USA exportierten Kraftfahrzeuge in NRW hergestellt werden. Aus den von den USA provozierten Handelskonflikten werden auch deutsche Unternehmen ihre Konsequenzen ziehen müssen. Sollten bestehende internationale Lieferketten durch US-Auflagen unrentabel werden, müssen neue Produktionsstandorte gesucht werden. Je nach Zuliefer- bzw. Absatzstruktur könnte dies zu einer verstärkten Ansiedlung oder zu einem Abzug von Produktions- stätten in den USA führen. Die genauen Auswirkungen auf NRW sind derzeit nicht absehbar. Hohe Kosten der Neuausrich- tung und verminderte Absatzchancen wären sicher ein Belastungsfaktor für Unternehmen in NRW. Wenn internationale Konzerne nun aber neue Produktionsstandorte suchen, dann sollte das Bun- desland rechtzeitig seine Fühler ausstrecken und mit seiner umfangreichen Erfahrung in der Her- stellung unterschiedlichster Industriegüter um Neuansiedlungen werben. Geregelter Ablauf beim Brexit? Die Verhandlungen für den britischen EU-Austritt sind in der entscheidenden Phase. Eigentlich sollte auf dem EU-Gipfel Mitte Oktober ein Austrittsabkommen beschlossen werden. Die Verhand- lungen gestalten sich aber als sehr schwierig. Es bestehen jedoch noch gute Chancen, dass eine Lösung gefunden wird. Die Sorge vor dem No-Deal-Szenario dürfte nämlich die Kompromissbe- reitschaft auf beiden Seiten entscheidend fördern. Bei einem ungeregelten Ausscheiden aus der EU würden im Außenhandel mit Großbritannien Zölle auf WTO-Niveau eingeführt. Diese Verteue- rung und letztlich auch die Kosten für die Zollerhebung müssten von den Produzenten oder den Maschinen 26% Chemie 16% Metalle 12% Elektr./opt. Geräte 11% Kraftwagen/ -teile 9% Pharma 7% Metall- erzeugnisse 6% Sonstige Waren 13% 17 29 38 9 4 6 23 12 Maschinen Chemie Metalle Elektr./opt. Geräte Kraftwagen/-teile Pharma Metallerzeugnisse Insgesamt Maschinen wichtigstes NRW-Exportgut für die USA Sorge vor No-Deal fördert Kompromissbereitschaft NORDRHEIN-WESTFALEN: CHANCEN U ND RISIKEN FÜR DIE E XPORTINDUSTRIE HELABA VOLKSWIRTSCHAFT/RESEARCH · NOVEMB ER 2018 · © HELABA 9 Konsumenten getragen werden. Zudem gäbe es erhebliche rechtliche Unsicherheiten bei Stan- dards bzw. Zulassungen u.a. für den Flugverkehr, Medikamente und chemische Produkte. Von derartig abrupten Änderungen würde ein Großteil der Exporte nach Großbritannien betroffen sein – haben doch die folgenden Warengruppen an den NRW-Ausfuhren nach Großbritannien Anteile von 7 % bis 15 %: Chemische Erzeugnisse, pharmazeutische Erzeugnisse, Metalle, Maschinen, Kraftwagen/Kfz-Teile sowie sonstige Fahrzeuge. Diversifizierte Exportstruktur bei NRW-Ausfuhren nach Großbritannien Viele deutsche Exporte nach Großbritannien stammen aus NRW NRW: Anteil an den Exporten nach Großbritannien, Januar bis August 2018 Anteil der NRW-Exporte an den deutschen Exporten nach GB, Jan. bis Aug. 2018 Quellen: Statistisches Bundesamt, Helaba Volkswirtschaft/Research Quellen: Statistisches Bundesamt, Helaba Volkswirtschaft/Research Grundsätzlich sind aber Briten und Europäer bei den Verhandlungen nicht so weit auseinander. Der im März veröffentlichte Entwurf über das „Scheidungsabkommen“ zeigt, dass bei gut 80 % der Textpassagen Übereinstimmung herrscht. So bleibt zu hoffen, dass es letztendlich zu einem Kom- promiss kommen wird, bei dem keine Zölle auf Waren eingeführt werden, jedoch die Briten den EU-Pass für Dienstleistungen verlieren. Dies wäre eine gute Nachricht für Deutschland und NRW, um den Trend zuletzt sinkender Exporte nach Großbritannien zu stoppen. 2 Güterproduktion – ein sterbender Wirtschaftszweig? Könnte man noch fragen: Wozu die ganze Aufregung um die industrielle Produktion in Deutsch- land? Ist sie nicht sowieso ein Auslaufmodell in der Palette der Wirtschaftssektoren? Bundesweit hat sich der Industrieanteil seit Mitte der 90er Jahre nicht mehr verändert. Derzeit liegt er bei 23 %, nachdem er 1991 noch 27 % betragen hatte. Im Gegenzug ist die Bedeutung der Dienstleister gestiegen – darunter am stärksten der Bereich „Finanzierung, Versicherung, Grundstücks-/Woh- nungswesen, Unternehmensdienstleister“. Industrieanteil hat sich bei 20 % stabilisiert Industrie noch nicht auf Vorkrisenniveau von 2008 NRW: Anteil an der nominalen Bruttowertschöpfung in % BIP/Bruttowertschöpfung: 2008 = 100, real \*Verarbeitendes Gewerbe Quellen: Arbeitskreis VGR der Länder, Helaba Volkswirtschaft/Research \*Verarbeitendes Gewerbe Quellen: Arbeitskreis VGR der Länder, Helaba Volkswirtschaft/Research Kraftwagen/- teile 15% Chemie 13% Pharma 7% Sonstige Fahrzeuge 8% Maschinen 10% Metalle 10% Elektr./opt. Geräte 6% Nahrungsmittel 6% Metall- erzeugnisse 5% Sonstige Waren 20% 8 28 20 21 13 30 9 21 26 15 Kraftwagen/-teile Chemie Pharma Sonstige Fahrzeuge Maschinen Metalle Elektr./opt. Geräte Nahrungsmittel Metallerzeugnisse Insgesamt 18 20 22 24 26 28 30 18 20 22 24 26 28 30 1991 1995 2000 2005 2010 2015 Industrie\* Handel, Gastgewerbe, Verkehr, Inform./ Kommunikation Öffentliche u. sonstige Dienstleister Finanzierung, Versicherung, Grundstücks-/Wohnungswesen, Unternehmensdienstleister 106 98 108 111 109 75 80 85 90 95 100 105 110 115 75 80 85 90 95 100 105 110 115 08091011121314151617 08091011121314151617 08091011121314151617 BIP Industrie\* Dienstleister 115 Deutschland Briten als Teil einer Freihandelszone? NORDRHEIN-WESTFALEN: CHANCEN U N D R ISIKEN FÜR DIE EXPORTINDUSTRIE 10 HELABA VOLKSWIRTSCHAFT/RESEARCH · NOVEMBER 2018 · © H E LA B A In Nordrhein-Westfalen (NRW) war der Industrieanteil 1991 mit 29 % höher gewesen und der An- passungsprozess zunächst mit der Jahrtausendwende bei 22 % beendet. Danach konnte auch NRW von dem industriegetragenen Aufschwung profitieren, allerdings mit geringeren Zuwachsra- ten. Nach der Wirtschafts- und Finanzkrise 2008/2009 erholte sich die NRW-Industrie deutlich langsamer als in vielen anderen Bundesländern. Selbst im Jahr 2017 wurde in preisbereinigter Rechnung noch nicht wieder das Outputniveau von 2008 im Verarbeitenden Gewerbe erreicht. In Deutschland dagegen wurden sogar 15 % mehr Waren als vor der Krise produziert. Der Anteil der Güterproduktion am nordrhein-westfälischen Output ist deshalb mit 20 % etwas unterdurchschnitt- lich. Trotz des Strukturwandels zur Dienstleistungsgesellschaft spielt die Herstellung von Waren immer noch eine bedeutende Rolle – das gilt auch für NRW. So ist die Industrie ein intensiver Nachfrager von Dienstleistungen: An der Entwicklung, der Herstellung und dem Verkauf eines Industrieproduk- tes ist häufig eine Vielzahl von externen Dienstleistern beteiligt. Anlagenbauer und Ingenieurbüros planen und konstruieren Produktionsstätten, Maschinen und das Erzeugnis selbst. Der Einkauf lässt sich bei der Qualitätsprüfung der Vorleistungen von Spezialisten unterstützen. Weitere spezi- alisierte Anbieter sind an der Wartung und dem Betrieb von Gebäuden, Informationstechnologie und Produktionsanlagen beteiligt. Logistikunternehmen werden für den Transport der Güter zum Kunden eingebunden. Werbeagenturen sowie Groß- und Einzelhandel sorgen für Aufmerksamkeit und für den Verkauf an den Endkunden. Eingedenk der umfangreichen Outsourcing-Aktivitäten der Industriebetriebe in den letzten Jahrzehnten hat sich die Bedeutung der Dienstleistungsunterneh- men mit engem Bezug zur Güterproduktion sogar noch verstärkt. Somit sichert die Güterprodukti- on den Bestand von vielen Firmen im tertiären Sektor. 3 Etwas nachlassende Dynamik 2018 und 2019 Wie ist nun der aktuelle Stand in Sachen Außenhandel und Wirtschaftswachstum – weltweit und in NRW? Was lässt sich über das kommende Jahr sagen? Außenhandel lässt 2018 etwas nach Wirtschaftswachstum in NRW unterdurchschnittlich NRW: Ex-/Importe in €, Veränderung gg. Vorjahr in % BIP, real, Veränderung gg. Vorjahr in % \*Januar bis August 2018 Quellen: IT.NRW, Statistisches Bundesamt, Helaba Volkswirtschaft/Research \*Helaba-Prognose Quellen: Arbeitskreis VGR der Länder, Helaba Volkswirtschaft/Research Der Welthandel hat 2018 weiterhin Zuwächse zu verzeichnen, allerdings werden diese kleiner. Dies zeigt sich inzwischen auch in Deutschland und NRW. Sowohl bei den Exporten als auch den Importen nimmt der Wert der aus- bzw. eingeführten Waren etwas weniger dynamisch zu. Ursa- chen sind zum einen die Weltwirtschaft, die ihren Wachstumszenit überschritten hat und zum an- deren die nachlassenden Impulse aus der Globalisierung, da die Einbeziehung kostengünstiger Produktionsstandorte in die internationalen Lieferketten weit fortgeschritten ist. Daran wird sich im kommenden Jahr nicht viel ändern. Allerdings dürfte sich im Verlauf vom 2019 die Wachstumsdy- namik in der Eurozone wieder verbessern, während in den USA eine wirtschaftliche Abschwä- chung einsetzen dürfte. Insgesamt sind damit die Aussichten für die NRW-Ex-/Importeure be- grenzt, zumal die gegenwärtige Handelspolitik den Horizont einengen könnte. Insofern dürfte sich 94 96 98 00 02 04 06 08 10 12 14 16 18 -25 -20 -15 -10 -5 0 5 10 15 20 25 -25 -20 -15 -10 -5 0 5 10 15 20 25 Importe Exporte \* -6 -4 -2 0 2 4 6 -6 -4 -2 0 2 4 6 99 00 01 02 03 04 05 06 07 08 09 10 11 12 13 14 15 16 17 1819 Deutschland NRW \*\* NRW–Industrieanteil 20 % Güterproduzenten als wesentliche Kunden der Dienstleister Welthandel wächst, aber etwas langsamer NORDRHEIN-WESTFALEN: CHANCEN U ND RISIKEN FÜR DIE E XPORTINDUSTRIE HELABA VOLKSWIRTSCHAFT/RESEARCH · NOVEMB ER 2018 · © HELABA 11 das Wachstum des Welthandelsvolumen 2019 weiter geringfügig abschwächen, aber deutlich über dem (Nachkrisen-)Trend von rund 3 % liegen. Das Wirtschaftswachstum in NRW war seit der Finanzkrise unterdurchschnittlich, dürfte sich aber in diesem Jahr dem gesamtdeutschen Wert aufgrund der vergleichbaren Entwicklung in der Indust- rie angenähert haben. Die konjunkturelle Abschwächung 2018 macht allerdings vor NRW keinen Halt, sodass sich die Wachstumsrate leicht auf 1,6 % reduzieren dürfte. Da im Laufe des Jahres 2019 wieder ein zyklischer Aufwind zu erwarten ist, sinkt der Jahresdurchschnitt 2019 nur auf 1,3 %. Unterstützung erfährt das Wachstum von der Fiskalpolitik, die im kommenden Jahr für ei- nen spürbaren Anstieg der verfügbaren Einkommen der privaten Haushalte führen sollte und damit den Konsum als wichtigste Komponente des BIP stärkt. Beschäftigungszuwachs lässt etwas nach Arbeitslosigkeit sinkt seit Mitte 2017 in NRW spürbar Sozialversicherungspflichtig Beschäftigte, Veränderung gg. Vorjahr in % Arbeitslosenquote in % aller Erwerbspersonen Quellen: Bundesagentur für Arbeit, Helaba Volkswirtschaft/Research Quellen: Arbeitskreis VGR der Länder, Helaba Volkswirtschaft/Research Seit Beendigung der Wachstumsschwäche in den Jahren 2012/2013 hat sich die Beschäftigungs- entwicklung in NRW deutlich beschleunigt und liegt seit 2015 zumeist über 2 %. Am aktuellen Rand lässt die Zunahme der Arbeitnehmerzahl etwas nach. Hier macht sich die konjunkturelle Eintrübung bemerkbar. Mit einem Einbruch auf dem Arbeitsmarkt ist aber nicht zu rechnen. So hält der positive Beschäftigungstrend seit 2006 nur mit einer Unterbrechung von vier Quartalen wäh- rend der Finanzkrise 2009/2010 an. Dabei unterscheidet sich die Expansion in NRW kaum von der bundesweiten und zeigte sich zuletzt sogar etwas stabiler. Die Arbeitslosenquote entwickelte sich zunächst nicht spiegelbildlich, sondern verharrte in NRW länger auf einem höheren Niveau, sodass sich der Abstand zum gesamtdeutschen Durchschnitt ausweitete. Ursache ist der Strukturwandel, der zu einem Mismatch zwischen angebotenen und nachgefragten Qualifikationen führt. Inzwischen hat wieder ein Prozess der Annäherung begon- nen. So lag die Arbeitslosenquote in NRW im Oktober 2018 mit 6,4 % zwar über dem bundesdeut- schen Durchschnitt von 4,9 %, jedoch engte sich die Differenz von in der Spitze fast zwei Prozent- punkten auf anderthalb ein. Dabei stellt sich die Situation in den NRW-Regionen sehr unterschiedlich dar. Definiert man Voll- beschäftigung bei einer Arbeitslosenquote unterhalb von etwa 3 % bis 5 %, dann herrscht sie der- zeit schon in 20 von 53 nordrhein-westfälischen Kreisen und kreisfreien Städten. 2019 sollte sich der positive Trend auf dem Arbeitsmarkt fortsetzen, wenn auch die Verbesserun- gen aufgrund des etwas geringeren Wirtschaftswachstums niedriger ausfallen dürften. Angesichts der demografischen Entwicklung nimmt aber die Zahl der wieder zu besetzenden Stellen zu, was allein schon für eine gewisse Nachfrage nach Arbeitskräften sorgt und die Arbeitslosenquote güns- tig beeinflusst. 0,5 1,0 1,5 2,0 2,5 3,0 0,5 1,0 1,5 2,0 2,5 3,0 12 13 14 15 16 17 18 Deutschland NRW Quartalswerte Monatswerte 4 5 6 7 8 9 4 5 6 7 8 9 12 13 14 15 16 17 18 Deutschland Westdeutschland NRW NRW-Wachstum 2019 bei 1,3 % NRW-Beschäftigungstrend entspricht bundesdeutschem Trend Vollbeschäftigung in etlichen NRW-Regionen NORDRHEIN-WESTFALEN: CHANCEN U N D R ISIKEN FÜR DIE EXPORTINDUSTRIE 12 HELABA VOLKSWIRTSCHAFT/RESEARCH · NOVEMBER 2018 · © H E LA B A 4 Kreditvergabe der NRW-Sparkassen expansiv Das weitgehend stabile Wirtschaftswachstum der vergangenen fünf Jahre wirkte sich auch positiv auf die Zahl der Insolvenzen aus. NRW konnte sich in diesem Zeitraum von der hohen Zunahme der Konkurse im Umfeld der Finanzkrise wieder erholen. Inzwischen hat sich die Insolvenzhäufig- keit bezogen auf den Unternehmensbestand spürbar dem gesamtdeutschen Wert angenähert. Starke Abnahme der Insolvenzen in NRW Kreditvergabe an Unternehmen mit hohen Zuwächsen Unternehmensinsolvenzen, Veränderung gg. Vorjahr in % NRW: Kredite an Unternehmen und Selbständige, in Mrd. € \*Januar bis Juli 2018 Quellen: Bundesbank, Helaba Volkswirtschaft/Research \*inkl. Organisationen ohne Erwerbszweck \*\*Statistische Umgruppierung im Unternehmenssektor, Sept. 2013 Quellen: Bundesbank, Helaba Volkswirtschaft/Research Die gute Entwicklung auf dem Arbeitsmarkt sowie die rückläufigen Unternehmensinsolvenzen bilden ein solides Fundament für die Aufstockung der Kreditvergabe an Privatpersonen und Firmen durch die Banken. Selbst bei gestiegenen Immobilienpreisen sind die niedrigen Hypothekenzinsen häufig ein überzeugendes Kaufargument für Privatkunden. So nehmen die Kredite an Privatperso- nen in NRW seit längerem um 2 % bis 3 % gegenüber dem Vorjahr zu. Bei Firmenkunden besteht ebenfalls Finanzierungsbedarf, dem die Banken mit einer zuletzt deutlich höheren Kreditvergabe entgegenkommen. Öffentliche Haushalte spielen bei der Kreditnachfrage in NRW eine geringere Rolle. Hier machen sich zum einen die höheren Einnahmen auf Landes- und Gemeindeebene bemerkbar und zum anderen erschließen sich Kommunen zunehmend den Kapitalmarkt, um ihre Finanzierungsstruktur zu diversifizieren. Sparkassen in NRW: Marktführer bei Firmenkrediten NRW: Kredite an Unternehmen u. Selbständige Juni 2018, Marktanteil in % Text Quellen: Bundesbank, Helaba Volkswirtschaft/Research Die NRW-Sparkassen sind unangefochten der Marktführer bei der Kreditvergabe an Unterneh- men/Selbständige sowie an Privatpersonen. Bei beiden Kundengruppen beträgt ihr Marktanteil 37 %. Dies ist ein ungewöhnlich hoher Wert – liegt er doch bundesweit mit 28 % deutlich niedriger. Die Zuwachsraten der NRW-Sparkassen bei Firmenkundenkrediten liegen seit zwei Jahren zwi- schen 2 % bis 4,5 % und bei Privatkundenkrediten bei gut 1 %. In Anbetracht des schon erreichten Kreditbestandes agieren die Sparkassen bei den Finanzierungsvorhaben ihrer Kunden immer noch expansiv. -20 -15 -10 -5 0 5 10 15 08 09 10 11 12 13 14 15 16 17 18 08 09 10 11 12 13 14 15 16 17 18 -20 -15 -10 -5 0 5 10 15 Deutschland Nordrhein-Westfalen \*\* 50 100 150 200 250 300 50 100 150 200 250 300 02 03 04 05 06 07 08 09 10 11 12 1314 15 16 17 18 Öffentliche Haushalte Unternehmen und Selbständige Privatpersonen\* \*\* Spar- kassen 37% Kreditbanken 28% Kredit- genossen- schaften 20% Sonstige Banken 14% Firmen- und Privatkunden mit spürbaren Kreditzuwächsen Überdurchschnittlicher Marktanteil der NRW- Sparkassen NORDRHEIN-WESTFALEN: CHANCEN U ND RISIKEN FÜR DIE E XPORTINDUSTRIE HELABA VOLKSWIRTSCHAFT/RESEARCH · NOVEMB ER 2018 · © HELABA 13 Regional verankerte Banken – wie Sparkassen – leisten also einen zentralen Beitrag für die Ent- wicklung der Menschen und Unternehmen vor Ort. Und sollten deren Aktivitäten über die Region hinausgehen, dann bieten Sparkassen mit dem Management von Währungs- und Adressrisiken entsprechende Lösungen. Hier treten sie entweder selbst oder in Zusammenarbeit mit anderen Kreditinstituten wie Landesbanken auf. Im Ergebnis erhalten die Akteure die benötigten Dienstleis- tungen an ihrem Lebensmittelpunkt bzw. Stammsitz. Dies mindert den Zuwanderungsdruck in die Wirtschaftszentren und legt die vitale Basis für einen gelebten Föderalismus in Deutschland.  Starke Regionen Basis für Föderalismus NORDRHEIN-WESTFALEN: CHANCEN U N D R ISIKEN FÜR DIE EXPORTINDUSTRIE 14 HELABA VOLKSWIRTSCHAFT/RESEARCH · NOVEMBER 2018 · © H E LA B A Adressen der Landesbank Hessen-Thüringen Hauptsitze Frankfurt am Main MAIN TOWER Neue Mainzer Straße 52–58 60311 Frankfurt am Main Telefon 0 69/91 32-01 Erfurt Bonifaciusstraße 16 99084 Erfurt Telefon 03 61/2 17-71 00 Bausparkasse Landesbausparkasse Hessen-Thüringen Offenbach am Main Strahlenbergerstraße 13 63067 Offenbach am Main Telefon 0 69/91 32-02 Erfurt Bonifaciusstraße 19 99084 Erfurt Telefon 03 61/2 17-70 07 Förderbank Wirtschafts- und Infrastrukturbank Hessen Strahlenbergerstraße 11 63067 Offenbach Telefon 0 69/91 32-03 Niederlassungen Düsseldorf Uerdinger Straße 88 40474 Düsseldorf Telefon 02 11/3 01 74-0 Kassel Ständeplatz 17 34117 Kassel Telefon 05 61/7 06-60 London 3rd Floor 95 Queen Victoria Street London EC4V 4HN Großbritannien Telefon +44 20/73 34-45 00 New York 420, Fifth Avenue New York, N.Y. 10018 USA Telefon +1 212/7 03-52 00 Paris 4-8 rue Daru 75008 Paris Frankreich Telefon +33 1/40 67-77 22 Stockholm Kungsgatan 3, 2nd Floor 111 43 Stockholm Schweden Telefon +46/86 11 01 16 Repräsentanzen Madrid (für Spanien und Portugal) General Castaños, 4 Bajo Dcha. 28004 Madrid Spanien Telefon +34 91/39 11-0 04 Moskau Novinsky Boulevard 8 Business Centre Lotte, 20th Floor 121099 Moskau Russland Telefon +7 495/2 87-03-17 São Paulo Av. das Nações Unidas, 12399 Cjs. 105/106 B Brooklin Novo São Paulo – SP CEP: 04578-000 Telefon + 55 11 / 2924-9756 Shanghai Unit 012, 18th Floor Hang Seng Bank Tower 1000 Lujiazui Ring Road Shanghai, 200120 China Telefon +86 21/68 77 77 08 Singapur One Temasek Avenue #05 – 04 Millenia Tower Sin- gapore, 039192 Telefon + 65 / 62 38 04 00 NORDRHEIN-WESTFALEN: CHANCEN U ND RISIKEN FÜR DIE E XPORTINDUSTRIE HELABA VOLKSWIRTSCHAFT/RESEARCH · NOVEMB ER 2018 · © HELABA 15 NORDRHEIN-WESTFALEN: CHANCEN U N D R ISIKEN FÜR DIE EXPORTINDUSTRIE 16 HELABA VOLKSWIRTSCHAFT/RESEARCH · NOVEMBER 2018 · © H E LA B A Helaba Landesbank Hessen-Thüringen MAIN TOWER Neue Mainzer Straße 52-58 60311 Frankfurt am Main Telefon 0 69/91 32-01 Telefax 0 69/29 15 17 Bonifaciusstraße 16 99084 Erfurt Telefon 03 61/2 17-71 00 Telefax 03 61/2 17-71 01 www.helaba.de

Export wichtig für NRW-Industrie. Handelskonflikte stellen Produktionsstandorte in Frage. Welthandel und Wachstum schwächen sich ab. NRW-Sparkassen begleiten internationale Firmen.
