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title: "Regionales Wachstum erholt sich langsam"
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language: de
updated: 2026-09-28
keywords: Corona, Länder & Regionen, Bundesländer
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# Regionales Wachstum erholt sich langsam

Im Fokus: Bundesländer 11. April 2022 © Helaba | Research &amp; Advisory | 11. April 2022 1 von 3 Research &amp; Advisory Regionales Wachstum erholt sich langsam Ende März wurden die Daten zum Wirtschaftswachstum der Bundesländer 2021 von den Statistischen Landesämtern bekanntgegeben. Diese Angaben aus der Volkswirtschaftlichen Gesamtrechnung werden auf regionaler Ebene nicht saison- und kalenderbereinigt. Das gesamtdeutsche Bruttoinlandsprodukt (BIP) wuchs 2021 real um 2,9 % und erholte sich nach dem Einbruch von 4,6 % im Jahr zuvor. Damit wiesen wieder alle Bundesländer positive Zuwächse auf. Lässt man den Sonderfall Rheinland-Pfalz außen vor, verringerte sich dabei die Spannweite der Bundesländer um den Mittelwert auf 2,5 Prozentpunkte (2020: 3,7 Prozentpunkte). Rheinland-Pfalz erreichte die höchsten Wachstumsra- ten mit 9,6 %. Dieser Ausnahmewert ist mit Biontech zum Großteil auf die pharmazeutische Industrie sowie Forschung und Entwicklung zurückzuführen, die über eine Verdoppelung der Umsätze bzw. eine Vervielfa- chung der Einnahmen aus Impfstofflizenzen einen er- heblichen Wachstumsbeitrag leisteten. Relativ eng um das Durchschnittswachstum (+/- 0,5 %-Punkte) bewegten sich Baden-Württemberg (3,4 %), Berlin (3,3 %), Hessen (3,1 %), Bayern (3,0 %) und Sachsen (2,5 %). Abgesehen von Saarland (1,4 %) und Bran- denburg (0,9%) gelangen den übrigen Bundesländern immerhin Zuwächse zwischen 1,7 % und 2,2 %. Revidierte Vorjahre: Korrektur der Erinnerung Viele wichtige Informationen stehen erst mit zeitlicher Verzögerung zur Verfügung, sodass die statistischen Ämter die zuvor veröffentlichten Daten korrigieren müssen. Für das Jahr 2020 kam es in den Kernregionen der Helaba nur in Hessen zu einer nennenswerten Änderung: Die Schrumpfung verringerte sich um fast einen Prozentpunkt auf 4,7 % und war damit kaum noch überdurchschnitt- lich (Deutschland: -4,6 %). Allerdings was es auch im Bundesdurchschnitt zu einer graduellen Verbesserung von 0,3 Prozentpunkten gekommen, die in Thüringen genauso hoch ausfiel, während sich die Revision in Nordrhein-Westfalen (NRW) und Brandenburg für 2020 kaum auswirkte. Prognose 2022: Wachstum weiterhin positiv, aber deutlich verhaltener Für 2022 erwarten wir ein bundesweites Wachstum von 2,1 %. Die Nachholeffekte, die mit dem Abklingen der Corona-Maßnahmen zu erwarten waren, werden durch den Krieg in der Ukraine spürbar abgebremst. Neben dem unfassbaren menschlichen Leid kommt es Barbara Bahadori Regionalanalyse, Medienkonzeption T 069/91 32-24 46 Wirtschaftswachstum in allen Bundesländern Reales BIP 2021, % gg. Vj. Quellen: Arbeitskreis VGR der Länder, Helaba Research &amp; Advisory 9,6 3,4 3,3 3,1 3,0 3,0 2,9 2,7 2,5 2,3 2,2 2,2 2,1 2,0 2,0 1,7 1,7 1,4 0,9 Rheinl.-Pfalz Bad.-Württ. Berlin Hessen Westdtl. Bayern Deutschland Bremen Sachsen Ostdtl. NRW Schle.-Hol. Sachs.-Anh. Hamburg Thüringen Niedersachs. MV Saarland Brandenb. Erholung schwächt sich 2022 ab Reales BIP, % gg. Vj. Quellen: Arbeitskreis VGR der Länder, Helaba Research &amp; Advisory -8 -6 -4 -2 0 2 4 6 -8 -6 -4 -2 0 2 4 6 00 02 04 06 08 10 12 14 16 18 20 22 Deutschland Hessen Thüringen Brandenburg NRW Im Fokus: Bundesländer – Regionales Wachstum erholt sich langsam © Helaba | Research &amp; Advisory | 11. April 2022 2 von 3 wirtschaftlich zu Lieferengpässen für Vorprodukte, die dringend von der deutschen Industrie benötigt werden. Zudem belastet die Null-Covid-Politik Chinas die internationalen Lieferketten. Insgesamt wird dies die Produktion von Gütern drosseln. Wie sehen in diesem Umfeld die Prognosen für die Kernregionen der Helaba aus? . Hessen sollte mit 2,6 % auch 2022 überdurchschnittlich wachsen, da sich der Luftverkehr mit dem Wegfall der Reisebeschränkungen weiter normalisiert. . In Brandenburg dürften die zunehmende Auslastung des Flughafens sowie das Anlaufen der Produktion von Elektroautos für erhebliche Dynamik sorgen; eine Wachstumsrate von mindestens 3 % ist möglich. . NRW mit 1,7 % und Thüringen mit 1,9 % bleiben wahrscheinlich unter unserer Prognose für Deutschland (2,1 %), da hier keine zusätzlichen positiven Impulse zu erwarten sind. In Thüringen begrenzt die demografi- sche Entwicklung in vielen Dienstleistungsbranchen erheblich und in NRW blieb auch in den vergangenen Jah- ren der Schwung in der Industrie aus. Ranking beim 5-Jahreswachstum angeführt von Berlin Neben kurzfristigen Betrachtungen ist es wichtig, das Wirtschaftswachstum über einen längeren Zeitraum zu ana- lysieren. Den Spitzenplatz nahm in den letzten fünf Jahren Berlin mit einer durchschnittlichen jährlichen Rate von 2,1 % ein. Am Ende des Rankings befanden sich das Saarland (-1,1 %) und Bremen (-0,3 %), die sogar schrumpf- ten. Hessen (0,5%), Brandenburg und Sachsen (0,6 %) sowie Baden-Württemberg (0,7 %) lagen nahe am Durchschnitt von 0,6 %. Raten zwischen 0,9 % und 1,5 % erreichten Bayern, Mecklenburg-Vorpom- mern, Schleswig-Holstein und Rheinland-Pfalz. Die übrigen Bundesländer, darunter Thüringen und NRW, stagnierten nahezu. Wieder Vollbeschäftigungsniveau In vielen Bundesländern herrscht inzwischen wieder Vollbeschäftigung – definiert durch eine Arbeitslosen- quote von maximal 5 %. Dazu gehören Hessen mit 4,6 % und Thüringen mit 5,1 % im März 2022. Auch Brandenburg (5,5 %) ist nicht weit davon entfernt. NRW befindet sich mit einer Arbeitslosenquote von 6,7 % im hinteren Drittel. Doch ist hier die Verbesserung um 1,2 Prozentpunkte gegenüber dem Maximalwert in der Corona-Krise genauso hoch wie im Bundesdurchschnitt. Die Beschäftigung hat sich ebenfalls positiv entwi- ckelt. So lag die Zahl der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten im Januar 2022 in allen Bundesländern deutlich im Plus. Allerdings war die Dynamik auf dem Thüringer Arbeitsmarkt spürbar geringer. So wurde dort gerade das Vor-Corona-Niveau erreicht, während im gesamtdeutschen Durchschnitt die Beschäftigung 1,7 % höher war als vor zwei Jahren. Für 2022 dürften dem Arbeitsmarkt enge Grenzen ge- setzt sein. Die (temporären) Risse in den internationa- len Lieferketten könnten wieder zu einem Anstieg der Kurzarbeit führen. Der demografisch bedingte Fach- kräftemangel sollte aber in puncto Entlassungen zu ei- ner besonnenen Personalpolitik führen. Arbeitslosenquoten vielerorts sehr niedrig Arbeitslose in % aller zivilen Erwerbspersonen, März 2022 Quellen: Bundesagentur für Arbeit, Helaba Research &amp; Advisory 3,0 3,4 4,5 4,6 4,8 5,1 5,1 5,1 5,1 5,5 5,5 6,1 6,6 6,7 6,7 7,0 7,3 8,8 10,0 Bayern Baden-Württ. Rheinl.-Pfalz Hessen Westdtl. Thüringen Schlesw.-Hol. Niedersachs. Dtl. Sachsen Brandenburg Saarland Ostdtl. Hamburg NRW Sachsen-Anh. Meckl.-Vorp. Berlin Bremen Beschäftigung steigt seit 2. Quartal 2021 Sozialversicherungspflichtig Beschäftigte, % gg. Vj. Quellen: Bundesagentur für Arbeit, Helaba Research &amp; Advisory -2,0 -1,0 0,0 1,0 2,0 3,0 -2,0 -1,0 0,0 1,0 2,0 3,0 14 15 16 17 18 19 20 21 22 Thüringen Hessen NRW Brandenburg Deutschland Im Fokus: Bundesländer – Regionales Wachstum erholt sich langsam © Helaba | Research &amp; Advisory | 11. April 2022 3 von 3 Herausgeber und Redaktion Helaba Research &amp; Advisory Redaktion: Dr. Stefan Mitropoulos Verantwortlich: Dr. Gertrud R. Traud Chefvolkswirtin/ Head of Research &amp; Advisory Neue Mainzer Str. 52-58 60311 Frankfurt am Main T +49 69 / 91 32 - 20 Internet: www.helaba.com Disclaimer Die Publikation ist mit größter Sorgfalt be- arbeitet worden. Sie enthält jedoch lediglich unverbindliche Analysen und Prognosen zu den gegenwärtigen und zukünftigen Markt- verhältnissen. Die Angaben beruhen auf Quellen, die wir für zuverlässig halten, für deren Richtigkeit, Vollständigkeit oder Ak- tualität wir aber keine Gewähr übernehmen können. Sämtliche in dieser Publikation ge- troffenen Angaben dienen der Information. Sie dürfen nicht als Angebot oder Empfeh- lung für Anlageentscheidungen verstanden werden. Hier können Sie sich für unsere Newsletter anmelden: https://news.helaba.de/research/

Unterschiedliche Krisenbewältigung. Wachstumsprognosen 2022 für die Helaba Kernregionen. Ranking beim 5-Jahreswachstum. Regionale Entwicklung der Arbeitsmärkte.
