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title: "Im Fokus: Das Bundesland Thüringen - Zahlen und Fakten"
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updated: 2026-10-09
keywords: Corona, Länder & Regionen, Bundesländer
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# Im Fokus: Das Bundesland Thüringen - Zahlen und Fakten

Im Fokus: Bundesländer 8. Mai 2025 © Helaba | Research &amp; Advisory | 8. Mai 2025 1 von 6 Research &amp; Advisory Zahlen &amp; Fakten: Thüringen Das Produzierende Gewerbe ist hier stark ausgeprägt, weshalb die aktuellen Strukturprobleme besonders belastend wirken. Für das laufende Jahr erwarten wir einen leichten BIP-Rückgang. Thüringen belegt mit einer Fläche von 16.202 km² Platz 11 der deutschen Bundesländer. Während es 4,5 % des Gebiets der Bundesrepublik umfasst, beheimatet das Bundesland in Mittel- deutschland lediglich 2,5 % der Ein- wohner Deutschlands (2,12 Mio., Stand Ende 2024). Im Vergleich zum Bundesdurchschnitt ist das Bundes- land also relativ dünn besiedelt. Dem- nach hat die Region einen eher ländli- chen Charakter. In Thüringen wurden 2024 knapp 2 % des deutschen Brutto- inlandsprodukts erwirtschaftet. Das BIP-pro-Kopf lag mit 36.942 Euro deutlich unter dem deutschen Durchschnitt (50.819 Euro). Damit gehört Thüringen zu den wirtschaftlich weniger starken Bundesländern. Dies hängt auch mit der DDR-Historie zusammen. Seit der Wiedervereinigung befin- den sich die neuen Bundesländer, darunter auch Thüringen, in einem wirtschaftlichen Aufholprozess. Die Produktivität (BIP pro Erwerbstätigen) befand sich 2024 mit 76.787 Euro noch unter dem deutschen Durchschnitt (93.426 Euro). Doch über die letzten Jahrzehnte verbesserte sich die Pro- duktivität Thüringens kontinuierlich im Vergleich zu Deutschland. Während das BIP pro Erwerbstätigen im Jahr 2000 noch bei knapp 69 % des deutschen Niveaus lag, waren es 2024 gut 82 %. In den fünf kreisfreien Städten Erfurt, Gera, Jena, Suhl und Weimar werden knapp 32 % des Bruttoinlandsprodukts Thüringens erwirtschaftet, die restlichen 68 % verteilen sich auf die 17 Landkreise. Im europäischen Vergleich lässt sich das 2024 von Thüringen erwirtschaftete Bruttoinlandsprodukt zwischen den Ländern Litauen und Slowenien einordnen, mit etwas höherem BIP folgen die Länder Kroatien und Bulgarien (vgl. Chart S. 2). Das BIP pro Einwohner Thüringens liegt deutlich über dem den genannten osteuropäischen Nationen, doch noch etwa 8 % un- ter dem EU-Durchschnitt bzw. 15 % unter dem Durchschnitt der Euro- zone. Simon Azarbayjani Konjunktur Deutschland &amp; Eurozone T 069/91 32-79 76 Zentral gelegenes Bundesland Einwohnerzahl je Bundesland, 31.12.2023 Quellen: Statistisches Bundesamt, Helaba Research &amp; Advisory Helaba Research &amp; Advisory Hessen 6,4 Mio. Thüringen 2,1 Mio. Schleswig- Holstein 3,0 Mio. Mecklenburg- Vorpommern 1,6 Mio. Hamburg 1,9 Mio. Nieder- sachsen 8,2 Mio. Bremen 0,7 Mio. Brandenburg 2,6 Mio. Berlin 3,8 Mio. Sachsen- Anhalt 2,2 Mio. Sachsen 4,1 Mio. Bayern 13,4 Mio. Baden- Württemberg 11,3 Mio. Nordrhein- Westfalen 18,2 Mio. Rheinland- Pfalz 4,2 Mio. Saarland 1,0 Mio. Ausgewählte Kennzahlen Deutschland Thüringen Fläche km² 357.600 16.202 Einwohner 2024 Mio. 84,72 2,12 BIP nominal 2024 Mrd. Euro 4.305 78 BIP pro Einwohner 2024 Euro 50.819 36.942 BIP pro Erwerbstätigen 2024 Euro 93.426 76.787 Arbeitslosenquote, JD 2024 % 6,0 6,3 Quellen: VGR der Länder, Bundesagentur für Arbeit, Helaba Research &amp; Advisory Im Fokus: Thüringen © Helaba | Research &amp; Advisory | 8. Mai 2025 2 von 6 Die sektorale Struktur Thüringens unterscheidet sich markant von der in Deutschland. Sowohl das Verarbeitende Gewerbe als auch das Baugewerbe sind in Thüringen deutlicher ausgeprägt als im Bundesdurchschnitt, wodurch das Bundesland stärker unter der Energie- und Baukrise der letzten Jahre gelitten hat und auch weiterhin unter den im internationalen Wettbewerb höheren Energiekosten leidet. Nennenswert ist auch, dass der Primärsektor „Land- und Forstwirtschaft“ zwar nur 1,8 % der Bruttowertschöpfung in Thüringen ausmacht, damit jedoch mehr als doppelt so groß wie im gesamtdeutschen Durchschnitt ist. Das mitteldeutsche Bundesland ist also überdurch- schnittlich von der Landwirtschaft geprägt. Dagegen trägt der Dienstleistungssektor weniger zur Wertschöpfung bei als in Gesamtdeutschland. Insbesondere die Bereiche „Finanzierung, Vermietung, Unternehmensdienstleister“ und „Handel, Verkehr, Gastgewerbe, Information/Kommunikation“ sind auf Bundesebene stärker vertreten. Der dritte Dienstleistungsbereich „öffentliche und sons- tige Dienstleister“ hingegen hat in Thüringen, gemes- sen an der Bruttowertschöpfung, einen größeren Stel- lenwert. Nach der Wiedervereinigung Ost- und Westdeutsch- lands kam es zu enormen Veränderungen für Thürin- gen. Als Teil der ehemaligen DDR erlebte das Bundes- land einen abrupten Übergang von einer staatlich ge- lenkten Wirtschaft zu einer mit marktwirtschaftlicher Prägung. Die Folge davon waren einige Jahre mit kräf- tigem Wirtschaftswachstum – bis einschließlich 1994 war das Wachstum sogar zweistellig. Sowohl das Pro- duzierende Gewerbe als auch die Dienstleistungsbe- reiche profitierten. Nach der Wende war die Arbeitslosigkeit in Thüringen sowie in ganz Ostdeutschland sehr hoch und blieb auch bis etwa zum Jahr 2005 erhöht (vgl. Chart S. 3). Anfang der 2000er lag allerdings auch in der gesamten Bundesrepub- lik die Arbeitslosenquote deutlich über dem Niveau der vergangenen 15 Jahre. Erst nach den Arbeitsmarktrefor- men im Rahmen der Agenda 2010 sank die Arbeitslosenquote in ganz Deutschland. Insbesondere in Thüringen nahm die Arbeitslosigkeit deutlich ab. Inzwischen sind die Arbeitslosenquoten von Thüringen und Deutschland sogar identisch, während sie im Jahr 2000 in Thüringen noch fünf Prozentpunkte höher lag. Auch in den übrigen neuen Bundesländern nahm die Rate der Arbeitslosigkeit stark ab, doch im ostdeutschen Durchschnitt liegt die Arbeitslosenquote aktuell noch rund 1,5 Prozentpunkte über dem Bundeswert. Allerdings war die Zahl sozialversi- cherungspflichtig Beschäftigter in den letzten drei Jahren in Folge der Energiekrise rückläufig. Im März 2022 wa- ren 806 Tausend Personen sozialversicherungspflichtig beschäftigt – im Februar dieses Jahres waren es nur noch 789 Tausend. Thüringens BIP größer als das von Slowenien Ausgeprägtes Prod. Gewerbe in Thüringen Jeweilige Preise, Mrd. Euro Euro Anteil an der Bruttowertschöpfung 2023, % Stand 2024 Quellen: VGR der Länder, Macrobond, Helaba Research &amp; Advisory Quellen: VGR der Länder, Helaba Research &amp; Advisory 0 5000 10000 15000 20000 25000 30000 35000 40000 0 20 40 60 80 100 120 Bulgarien Kroatien Litauen Thüringen Slowenien BIP pro Einwohner BIP Starkes Wachstum nach der Wiedervereinigung Bruttowertschöpfung nach Sektor, % gg. Vj. Quellen: Thüringer Landesamt für Statistik, Helaba Research &amp; Advisory -15 -12 -9 -6 -3 0 3 6 9 12 15 18 -15 -12 -9 -6 -3 0 3 6 9 12 15 18 92 94 96 98 00 02 04 06 08 10 12 14 16 18 20 22 24 Produzierendes Gewerbe Dienstleistungs- bereiche Im Fokus: Thüringen © Helaba | Research &amp; Advisory | 8. Mai 2025 3 von 6 Die Exportquote Thüringens liegt aktuell bei knapp 24 % und damit 12 Prozentpunkte unter dem deutschen Wert. In den vergangenen zwei Jahrzehnten, als die exportorientierte deutsche Wirtschaft stark vom wachsenden Welt- handel und der zunehmenden Globalisierung profitierte, war dies ein Nachteil für Thüringen, denn das Bundes- land hat unterdurchschnittlich an diesem Trend partizipiert. Aktuell könnte sich die geringere Ausfuhrquote dage- gen zu einem Vorteil entwickeln. Denn durch die Erhöhung der Importzölle von Donald Trump gegenüber der EU dürfte der deutsche Außenhandel leiden. Dazu kommen negative indirekte Effekte durch den Handelskrieg zwi- schen den USA und China. Ob und wann es im Handelskonflikt zwischen den USA und der EU sowie mit China durch Verhandlungen zu einer Entspannung kommen wird, ist unklar und schwer vorhersehbar. Doch gewiss ist, dass in der Zwischenzeit weniger deutsche Güter in den USA nachgefragt werden. Thüringen dürfte hiervon relativ zu Ge- samtdeutschland weniger betroffen sein. Die Verschuldungsquote Thüringens – also die Summe der Schulden im Verhältnis zum Bruttoinlandsprodukt – war mit einem Wert von 21,5 % im letzten Jahr durchschnittlich im Vergleich mit anderen Bundesländern. Die Ver- schuldung1 pro Einwohner lag zuletzt nur in vier Bundesländern unter der in Thüringen. Die niedrigste Verschul- dung pro Einwohner hat Sachsen, danach folgen Bayern, Baden-Württemberg und Mecklenburg-Vorpommern. Thüringen folgt mit einer Verschuldung von fast 8.000 Euro pro Einwohner für Land und Kommunen. Zum Ver- gleich: Der bundesweite Durchschnitt betrug 7.300 Euro pro Einwohner. 1 Mehr zum Thema Verschuldung finden Sie ab S. 4 im Teil „Öffentliche Finanzen“ Im Vergleich der Bundesländer nur leicht überdurchschnittliche Verschuldung Verschuldung der Bundesländer\* pro Einwohner in Euro, Dezember 2024 \*ohne Berlin, Bremen und Hamburg Quellen: Statistisches Bundesamt, Helaba Research &amp; Advisory 0 3000 6000 9000 12000 15000 18000 0 3000 6000 9000 12000 15000 18000 Durchschnittliche Arbeitslosigkeit in Thüringen Thüringen weniger abhängig vom Außenhandel % aller zivilen Erwerbspersonen Exportquote\*, % Quellen: Macrobond, Helaba Research &amp; Advisory \*Ausfuhren / Bruttoinlandsprodukt Quellen: Thüringer Landesamt für Statistik, VGR der Länder, Statistisches Bundes- amt, Helaba Research &amp; Advisory 0 5 10 15 20 25 30 35 40 45 0 5 10 15 20 25 30 35 40 45 1991 1993 1995 1997 1999 2001 2003 2005 2007 2009 2011 2013 2015 2017 2019 2021 2023 Deutschland Thüringen Im Fokus: Thüringen © Helaba | Research &amp; Advisory | 8. Mai 2025 4 von 6 Die Zahlen zum Bruttoinlandsprodukt auf Länder- ebene für 2024 wurden bereits veröffentlicht. Danach schrumpfte das BIP in Thüringen um preisbereinigt 1,3 %, während es in Deutschland um 0,2 % zurück- ging. Vor allem die Sektoren, die in Thüringen überre- präsentiert sind, entwickelten sich schlecht. Die Land- und Forstwirtschaft nahm um 5,8 % ab, das Verarbei- tende Gewerbe verzeichnete einen Rückgang der Wertschöpfung von 2,9 % und das Baugewerbe von 5,3 %. Der Dienstleistungsbereich, der in Thüringen weiniger dominant ist als in Deutschland, war eben- falls rückläufig – wenn auch nur geringfügig mit 0,2 %. Dadurch erklärt sich, dass das Sozialprodukt in Thürin- gen stärker abnahm als im Bundesdurchschnitt. Für das laufende Jahr erwarten wir weder für Deutsch- land noch für Thüringen Wirtschaftswachstum. Wäh- rend die Inlandsnachfrage von mehr privatem Konsum stimuliert werden dürfte, nimmt die Auslandsnachfrage zumindest temporär aufgrund der höheren US-Zölle ab. Das Verarbeitende Gewerbe dürfte sich 2025 erneut schwach entwickeln. Für Deutschland prognostizieren wir für 2025 eine Stagnation und damit das dritte Jahr in Folge ohne Wachstum. Faktoren, die für Thüringen belastend wirken, sind die sektorale Struktur des Bundeslands – also vor allem der hohe Anteil der Industrie an der Bruttowertschöpfung – und die negative Dynamik aus dem Vorjahr. Deshalb erwarten wir 2025 für Thüringen einen BIP-Rückgang von 0,5 %. Öffentliche Finanzen: zwiespältige Aussichten Das Land schreibt rote, die Kommunen noch schwarze Zahlen. Für die Thüringer Finanzen dürfte dieses Jahr ähnlich herausfordernd werden wie das vorherige. Hoffnung liegt daher auf 2026. Die komplexe Regierungsbildung nach der Landtagswahl im September 2024 machte sich auch bei der Haushaltsaufstellung bemerkbar. Der ursprüngliche Entwurf für den Landes- haushalt 2025 konnte erst nach vielen Änderungen im April – und damit nach vier Monaten vorläufiger Haushaltsführung – eine Mehrheit finden. Mit knapp 14 Mrd. Euro Haushaltsvo- lumen fällt der diesjährige Landeshaushalt um rund 4,5 % größer aus als 2024. Dabei war das vergangene Jahr für den Landeshaushalt von einem Finanzierungsdefizit geprägt. Unterm Strich stand ein Minus von 192,9 Mio. Euro. Zwar fielen die Einnahmen mit 13,2 Mrd. Euro um 2,4 % höher aus als 2023, doch konnte dies die Ausgaben nicht kom- pensieren, die lediglich um 1,7 % auf 13,4 Mrd. Euro zulegten. Trotz schwacher Konjunktur wuchsen die Steuereinnahmen immerhin um 3,7 %. Mit 8,7 Mrd. Euro macht dies den größ- ten Einnahmeblock im Haushalt aus, gefolgt von den Zuweisungen von anderen öffentlichen Haushalten. Zu nen- nen ist hier insbesondere der bundesstaatliche Finanzausgleich – besser bekannt als Länderfinanzausgleich – aus dem Thüringen über 2 Mrd. Euro erhielt.2 Demgegenüber stiegen die Personalausgaben mit 5,2 % stärker auf nun 4,3 Mrd. Euro. Dies ist der zweitgrößte Ausgabenposten im Haushalt nach den laufenden Zuweisungen an andere öffentliche Haushalte, was vor allem die Erstattung von Sozialausgaben sowie die Finanzausstattung der Kommu- nen beinhaltet. Hier gab es mit 5,6 % ebenfalls eine Zunahme auf jetzt etwas über 5 Mrd. Euro. 2 Siehe hierzu Länderfinanzausgleich 2024 folgt bekannten Mustern vom 24. Februar 2025. Thüringen: Schwaches Jahr 2024 Reales Bruttoinlandsprodukt, % gg. Vj. \*Prognose für 2025 Quellen: VGR der Länder, Helaba Research &amp; Advisory -6 -4 -2 0 2 4 6 8 10 12 14 -6 -4 -2 0 2 4 6 8 10 12 14 93 95 97 99 01 03 05 07 09 11 13 15 17 19 21 23 25\* Deutschland Thüringen Dr. Stephan Brand Nachhaltigkeit &amp; Öffentliche Finanzen T 069/91 32-46 59 Im Fokus: Thüringen © Helaba | Research &amp; Advisory | 8. Mai 2025 5 von 6 Auch bei den Finanzierungsvor- gängen zeigte sich mehr Dyna- mik als zuvor. Der Schuldenauf- nahme von 750 Mio. Euro stand eine Tilgung von 1,6 Mrd. Euro gegenüber. Somit konnte das Land seine Verschuldung wei- ter reduzieren, die nun bei rund 15 Mrd. Euro liegt. Dies ent- spricht etwas über 7.000 Euro je Einwohner und liegt damit knapp unter dem Durchschnitt aller Bundesländer. Doch der Rückgang der Landesschulden dürfte sich kaum fortsetzen, denn der Haushalt 2025 sieht eine zusätzliche Verschuldung von rund 314 Mio. Euro vor, was durch die Änderung der Schuldenbremse möglich wurde. Auch für die nächsten Jahre besteht Druck, Haushaltslöcher über Kredite zu schließen. Der derzeit in Planung befindliche Doppelhaushalt 2026/2027 weist noch ein strukturelles Defizit von etwa 2 Mrd. Euro auf. Eine Haushaltsstrukturkommission soll darum Einsparpotenziale identifizieren. Unter den thüringischen Kommunen wächst die Sorge, dass sie unter den Sparanstrengungen des Landes leiden könnten. Denn während die Kommunen 2024 bundesweit das bis dato größte Finanzierungsdefizit3 verkraften mussten, erwirtschafteten die Städte, Gemeinden und Landkreise in Thüringen einen Überschuss von 276,9 Mio. Euro. Doch dieser positive Saldo könnte schnell abschmelzen, wenn sich die finanzielle Entwicklung fortsetzt. Die Ein- nahmen sind um 5,5 % auf 9,1 Mrd. Euro gestiegen. Jedoch war dies vor allem durch die um 9 % höheren Zuwei- sungen bedingt. Am wichtigsten darunter sind die Landeszuweisungen von rund 4,5 Mrd. Euro, die immerhin je- den zweiten von den Kommunen eingenommenen Euro ausmachen. Dem gegenüber schwächelten die Steuerein- nahmen, die sogar um 3 % auf 2,2 Mrd. Euro zurückgingen. Angesichts der verhaltenden Konjunkturprognosen kann hierbei nicht so schnell mit einer Trendwende gerechnet werden. Demgegenüber dürften die Ausgaben weiter steigen. Bereits 2024 war mit der Summe von 8,8 Mrd. Euro ein An- stieg um 8,9 % verbunden. Nahezu alle kommunalen Ausgabenposten wie Personal, Sachaufwand oder Soziales wuchsen in diesen Größenordnungen. Lediglich die Sachinvestitionen nahmen nur um 4,3 % auf 1,1 Mrd. Euro zu. 3 Siehe hierzu Chartbook Kommunalfinanzen Quartals-Update IV/2024 vom 2. April 2025. Öffentliche Verschuldung in Thüringen sinkt Verschuldungsinstrumente unterscheiden sich Gesamtverschuldung\* zum 31.12., Mrd. Euro Schuldenarten\* zum 31.12.2024, Mrd. Euro \*nach vierteljährlicher Schuldenstatistik für Kern- und Extrahaushalte Quellen: Statistisches Bundesamt, Helaba Research &amp; Advisory \*nach vierteljährlicher Schuldenstatistik für Kern- und Extrahaushalte Quellen: Statistisches Bundesamt, Helaba Research &amp; Advisory 0 1 2 3 4 5 6 7 8 9 0 2 4 6 8 10 12 14 16 18 2016 2017 2018 2019 2020 2021 2022 2023 2024 Landesschulden (linke Achse) Kommunalschulden (rechte Achse) 0 1 2 3 4 5 6 7 8 9 10 0 1 2 3 4 5 6 7 8 9 10 Land Kommunen Wert- papier- schulden Investitions- kredite Kassen- kredite Finanzierungssaldo\* des Landes defizitär, der Kommunen noch positiv Mrd. Euro \*nach vierteljährlicher Kassenstatistik für Kern- und Extrahaushalte Quellen: Statistisches Bundesamt, Helaba Research &amp; Advisory -0,8 -0,6 -0,4 -0,2 0,0 0,2 0,4 0,6 0,8 1,0 1,2 -0,8 -0,6 -0,4 -0,2 0,0 0,2 0,4 0,6 0,8 1,0 1,2 2016 2017 2018 2019 2020 2021 2022 2023 2024 Land Kommunen Im Fokus: Thüringen © Helaba | Research &amp; Advisory | 8. Mai 2025 6 von 6 Im Kommunalmonitor der Thüringer Aufbaubank wird allerdings ein Investitionsbedarf von jährlich 1,6 Mrd. Euro angenommen. Demnach müssten die Kommunen ihre Investitionen eigentlich um rund 45 % ausdehnen. Gut möglich ist daher, dass die Kommunalverschuldung, zumindest bei Investitionskrediten, in den nächsten Jahren steigen wird. Derzeit hat sich die Verschuldung der Kommunen aber weiter reduziert und beträgt 1,8 Mrd. Euro bei investiven Kommunalkrediten sowie 35 Mio. Euro bei Kassenkrediten. Anders als das Land weisen die thüringischen Kommunen keine Wertpapierschulden aus. Mit einer Gesamtverschuldung von 863 Euro je Einwoh- ner liegen die Kommunen in Thüringen deutlich unter dem bundesweiten Schnitt von rund 2.000 Euro pro Kopf. Eine Trendwende dürfte für Land und Kommunen leichter werden, wenn sich die konjunkturellen Rahmenbedin- gungen verbessern. Für 2025 rechnen wir derzeit deutschlandweit mit einer Stagnation, die wohl erst 2026 über- wunden wird.4 Hierbei helfen auch die zusätzlichen Mittel aus dem im März beschlossenen Finanzpaket, von dem auch das Land und die Kommunen in Thüringen profitieren werden. Herausgeber und Redaktion Helaba Research &amp; Advisory Redaktion: Dr. Stefan Mitropoulos Verantwortlich: Dr. Gertrud R. Traud Chefvolkswirtin/ Head of Research &amp; Advisory Neue Mainzer Str. 52-58 60311 Frankfurt am Main T +49 69 / 91 32 – 20 24 Internet: www.helaba.com Disclaimer Die Publikation ist mit größter Sorgfalt be- arbeitet worden. Sie enthält jedoch lediglich unverbindliche Analysen und Prognosen zu den gegenwärtigen und zukünftigen Markt- verhältnissen. Die Angaben beruhen auf Quellen, die wir für zuverlässig halten, für deren Richtigkeit, Vollständigkeit oder Ak- tualität wir aber keine Gewähr übernehmen können. Sämtliche in dieser Publikation ge- troffenen Angaben dienen der Information. Sie dürfen nicht als Angebot oder Empfeh- lung für Anlageentscheidungen verstanden werden. 4 Siehe hierzu unseren Wochenausblick vom 4. April 2025. Hier können Sie sich für unsere Newsletter anmelden: https://news.helaba.de/research/

Produktivität Thüringens verbesserte sich im Bundesländervergleich kontinuierlich. Prognostizierter BIP-Rückgang von 0,5 % für 2025 in Thüringen. Angespannte Wirtschaftslage belastet Haushalte von Land und Kommunen.
