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title: "Bautätigkeit bleibt hoch"
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language: de
updated: 2026-09-28
keywords: Branchen
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# Bautätigkeit bleibt hoch

Helaba Volkswirtschaft/Research BRANCHENFOKUS HELABA VOLKSWIRTSCHAFT/RESEARCH · 11. APRIL 2018 · © H EL AB A 1 11. April 2018 Die Publikation ist mit größter Sorgfalt bearbeitet worden. Sie enthält jedoch lediglich unverbindliche Analysen und Prognosen zu den gegen- wärtigen und zukünftigen Marktverhältnissen. Die An- gaben beruhen auf Quellen, die wir für zuverlässig halten, für deren Richtigkeit, Voll- ständigkeit oder Aktualität wir aber keine Gewähr überneh- men können. Sämtliche in dieser Publikation getroffe- nen Angaben dienen der In- formation. Sie dürfen nicht als Angebot oder Empfeh- lung für Anlageentscheidun- gen verstanden werden. AUTOR Dr. Stefan Mütze Tel.: 0 69/91 32-38 50 research@helaba.de REDAKTION Dr. Stefan Mitropoulos HERAUSGEBER Dr. Gertrud R. Traud Chefvolkswirt/ Leitung Research Helaba Landesbank Hessen-Thüringen MAIN TOWER Neue Mainzer Str. 52-58 60311 Frankfurt am Main Telefon: 0 69/91 32-20 24 Telefax: 0 69/91 32-22 44 Bautätigkeit bleibt hoch Nach dem starken Wachstum der letzten beiden Jahre dürften die deutschen Bauinvestitionen 2018 nur leicht an Fahrt verlieren. Das Wachstum wird nicht mehr nur vom Wohnungsbau ge- tragen. Auch der gewerbliche und der öffentliche Bau sind wichtige Impulsgeber. Allerdings steigen die Baukosten mittlerweile deutlich. Die Kapazitäten sind mit rund 80 % extrem stark ausgelastet. Die Bauinvestitionen in Deutschland sind 2017 zum zweiten Mal in Folge um 2,7 % angestiegen. Im Gegensatz zu den Vorjahren expandierte der öffentliche Bau mit 3,4 % am stärksten. Der Woh- nungsbau schnitt nur noch leicht überdurchschnittlich ab. Auch der gewerbliche Bau hat nach zwei schwachen Jahren nun Fahrt aufgenommen. 2018 dürfte sich der Aufschwung etwas weniger lebhaft fortsetzen. Die gesamten Bauinvestitionen sollten um 2,3 % zulegen. Damit wäre das Plus allerdings immer noch höher als beim gesamten Bruttoinlandsprodukt, das um schätzungsweise 2 % höher ausfällt. 2019 dürfte sich die Bautätigkeit weiter normalisieren, aber mit rund 2 % auch dann noch stärker expandieren als die gesamtwirtschaftliche Leistung (1,7 %). Normalisierung der deutschen Bauinvestitionen Quellen: Statistisches Bundesamt, p=Prognosen: Helaba Volkswirtschaft/Research Wohnungsbau bleibt tragende Säule Seit 2011 entwickelten sich die Wohnungsbauinvestitionen nicht nur deutlich besser als die Nicht- wohnungssparten Wirtschafts- und öffentlicher Bau. Auch im Vergleich zum gesamtwirtschaftlichen Wachstum lag dieser Bereich vorne. Die gesamte Bautätigkeit hingegen expandierte nur unter- durchschnittlich (vgl. Grafik S. 2). Die Genehmigungen sind allerdings 2017 um 7,3 % gesunken. 348.000 Wohnungen inklusive der Baumaßnahmen an bestehenden Gebäuden wurden geneh- migt. Obwohl eine gewisse Beruhigung nicht zu verkennen ist, spielten Sondereffekte hier eine große Rolle. Zum 1. Januar 2016 war die Energiesparverordnung (EnEV) verschärft worden. Um die hieraus folgenden Kostensteigerungen zu vermeiden, haben viele Bauherren noch Ende 2015 eine Genehmigung beantragt. Diese „Vorratsgenehmigungen“ wurden daraufhin bis in den Som- mer 2016 erteilt. Noch 2017 waren dementsprechend weniger Einreichungen der Bauherren not- wendig. Nach dem deutlichen Rückgang der Flüchtlingsmigration in den letzten beiden Jahren müssen zudem weniger Wohnheime gebaut werden. 2017 ist die Genehmigungszahl hier um 41 % gesunken. Die Zahl der Fertigstellungen wird regelmäßig erst sehr spät veröffentlicht. Aufgrund der hohen Auftragsbestände in diesem Bereich dürften 2017 rund 300.000 nach 278.000 Wohnungen erstellt worden sein. 2016 2017 2018p 2019p in Mrd. € Anteil in % nominal Wohnungsbau 196,3 60,8 4,0 2,8 2,5 2,0 Nichtw ohnungsbau 126,3 39,2 0,8 2,5 1,9 1,9 darunter: Staat 37,9 11,7 2,4 3,4 2,5 2,5 darunter: Wirtschaftsbau 88,5 27,4 0,1 2,1 1,7 1,7 Bauinvestitionen 322,7 100,0 2,7 2,7 2,3 2,0 2017 % gg. Vj BRANCHENFOKUS HELABA VOLKSWIRTSCHAFT/RESEARCH · 11. APRIL 2018 · © H EL AB A 2 Gesamte Bautätigkeit wächst unterdurchschnittlich Geschäftsklima zuletzt etwas weniger optimistisch Index: Q1 2011 = 100, real Index: 2010 = 100 Bauwirtschaft, Saldo Quellen: Macrobond, Helaba Volkswirtschaft/Research Quellen: Macrobond, Helaba Volkswirtschaft/Research Der Geschossbau hat sich in den letzten Jahren günstiger entwickelt als das Segment der Ein- und Zweifamilienhäuser. 2017 waren die Genehmigungen im Mehrfamilienhausbau zumindest stabil, während sie im Ein- und Zweifamilienhausbau zurückgingen. Vor allem in den großen Städten und deren Umland besteht eine große Nachfragelücke. Die Bautätigkeit in ländlichen Regionen, wo die Errichtung von Ein- und Zweifamilienhäusern im Vordergrund steht, bleibt zurückhaltend. Moderatere Entwicklung der Genehmigungen Nur vorübergehende Genehmigungsdelle Wohnungsbaugenehmigungen in Tausend, saisonbereinigt, geglättet Wohnungen in Tausend, inkl. Baumaßnahmen Quellen: Feri, Helaba Volkswirtschaft/Research Quellen: Feri, Helaba Volkswirtschaft/Research Die wirtschaftliche Entwicklung der privaten Haushalte ist auch 2018 günstig. Die real verfügbaren Einkommen dürften mit knapp 2 % nur wenig langsamer zunehmen als im Jahr zuvor. Die Be- schäftigung steigt anhaltend und die bestehenden Arbeitsplätze sind sicherer geworden. Die Dy- namik am Arbeitsmarkt war bis zuletzt hoch. Die entsprechenden Frühindikatoren signalisieren bislang noch keine Abschwächung. Die Arbeitslosigkeit dürfte 2018 trotz der Flüchtlingsintegration im Jahresdurchschnitt auf 5,2 % zurückgehen und 2019 unter die 5-Prozentmarke sinken. Niedrige Finanzierungskosten für Wohneigentum Immobilienpreise steigen stärker als Einkommen Wohnungsbaukredite an private Haushalte, Effektivsätze, % % gg. Vj. Quellen: Statistisches Bundesamt, Helaba Volkswirtschaft/Research \*Verband deutscher Pfandbriefbanken Quellen: Macrobond, Helaba Volkswirtschaft/Research 0 2 4 6 8 10 12 14 16 18 0 2 4 6 8 10 12 14 16 18 2009 2010 2011 2012 2013 2014 Jan'15 2016 2017 Ein- und Zweifamilienhausbau Geschossbau Baumaßnahmen Wohnheime 0 100 200 300 400 500 600 700 800 0 100 200 300 400 500 600 700 800 Genehmigungen Fertigstellungen 2017 1 2 3 4 5 6 1 2 3 4 5 6 03 04 05 06 07 08 09 10 11 12 13 14 15 16 17 18 5 bis 10 Jahre 1 bis 5 Jahre Hypothekenzinsen auf historisch niedrigem Niveau BRANCHENFOKUS HELABA VOLKSWIRTSCHAFT/RESEARCH · 11. APRIL 2018 · © H EL AB A 3 Trotz dieser positiven Rahmenbedingungen verschlechtert sich mittlerweile die Erschwinglichkeit von Wohneigentum. Bereits seit 2011 steigen die Immobilienpreise in diesem Bereich stärker als die verfügbaren Einkommen. Die Hypothekenzinsen sind zwar mit rund 1,7 % bei Laufzeiten zwi- schen 5 und 10 Jahren weiterhin sehr niedrig. Allerdings muss tendenziell mit einem leichten An- stieg gerechnet werden. Die hohe Wohnungsnachfrage resultiert aus der zunehmenden Haushaltszahl und der Binnen- wanderung hin zu den prosperierenden Ballungsräumen. Der Bedarf an Wohnraum hat in den letzten Jahren vor allem durch die starke Zuwanderung nach Deutschland zugenommen. 2015 war die Bevölkerung um nahezu 1 Million Menschen, und damit noch stärker als Anfang der neunziger Jahre, angestiegen. Danach ist die Zuwanderung deutlich gesunken. 2016 hat die Gesamtbevölke- rung nur noch um 346.000 auf 82,5 Millionen Personen zugenommen. Im vergangenen Jahr dürfte es zu ähnlichen Zuwächsen gekommen sein. Diese Entwicklung hat den Bedarf an bezahlbarem Wohnraum weiter erhöht. Nachdem jahrelang mit unter 200.000 Wohnungen in Deutschland viel zu wenig gebaut worden war, ist zudem ein hoher Nachholbedarf entstanden. Nach Schätzungen müssten über mehrere Jahre jährlich etwa 400.000 Wohnungen erstellt werden, eine Zahl, die auch 2018 bei weitem noch nicht erreicht wird. Zuwanderung deutlich schwächer, aber positiv Bestandsbau verliert an Bedeutung Mio.\* Bauvolumen im Wohnungsbau, Mrd. € \*ab 2017 Schätzungen Quellen: Statistisches Bundesamt, Helaba Volkswirtschaft/Research Quellen: DIW, Helaba Volkswirtschaft/Research Zudem ist der deutsche Baubestand gealtert. Fast drei Viertel der 41,7 Millionen Wohnungen sind vor 1979 erstellt worden. In vielen dieser Gebäude ist eine Sanierung, insbesondere im energeti- schen Bereich, erforderlich. Dabei dürften in nicht wenigen Fällen sogar der Abriss und der Neu- bau die günstigere Variante sein. Insofern stimuliert der alternde Gebäudebestand neben dem Ausbau auch den Neubau. Weitere Impulse gehen vom steigenden Bedarf an alters- und behin- dertengerechten Wohnraum aus. In den letzten Jahren hat die Bedeutung der Bautätigkeit am Bestand allerdings abgenommen. Während sich das Neubauvolumen vom Tiefpunkt 2009 bis 2017 um nominal mehr als 130 % erhöhte, stiegen die Ausgaben für den Bestand nur um rund 27 %. Dementsprechend sank deren Anteil am gesamten Wohnungsbauvolumen um fast 12 Pro- zentpunkte auf immer noch rund zwei Drittel. Durch den starken Rohölpreisverfall bis Anfang 2016 hatten Maßnahmen zur energetischen Sanierung an Dringlichkeit verloren. Mittlerweile sind die Ölnotierungen wieder angestiegen. Die Kosten für das Heizen mit Gas verliefen deutlich stabiler. Für mehr Investitionen in diesem Bereich könnte die im Koalitionsvertrag der neuen Bundesregie- rung vorgesehene steuerliche Förderung der energetischen Gebäudesanierung sorgen. Zudem wird das Ausbaugewerbe weiterhin von der Bestandserhaltung und dem Wunsch, den Wohnkom- fort zu erhöhen profitieren. Die Dynamik wird gleichwohl moderater bleiben als im Neubau. Die Wohnungsbauaufträge haben sich 2017 – ähnlich wie die Genehmigungen – schwach entwi- ckelt. Gegen Jahresende war allerdings ein deutlicher Schub nach oben festzustellen, so dass insgesamt noch ein Plus von rund 5 % zu Buche stand. Auch die hohen Auftragsbestände spre- chen dafür, dass die Wohnungsbautätigkeit 2018 lebhaft bleibt. Diese positiven Vorgaben sollten -400 -200 0 200 400 600 800 1.000 1.200 -400 -200 0 200 400 600 800 1.000 1.200 91 93 95 97 99 01 03 05 07 09 11 13 15 17 19 Wanderungssaldo Geburtendefizit Bevölkerungs- veränderung 0 20 40 60 80 100 120 140 160 180 200 220 0 20 40 60 80 100 120 140 160 180 200 220 2001 2003 2005 2007 2009 2011 2013 2015 Wohnungsbauvolumen insgesamt Bauleistungen an bestehenden Gebäuden Neubauvolumen Bestandsbau mit nur moderater Dynamik Zuwanderung stimuliert Wohnungsbau BRANCHENFOKUS HELABA VOLKSWIRTSCHAFT/RESEARCH · 11. APRIL 2018 · © H EL AB A 4 2017 zu steigenden Wohnungsbauinvestitionen beitragen. Mit einem Plus von 2,5 % dürfte die Dynamik hier kaum schwächer ausfallen als im Vorjahr (2,8 %). Auftragseingänge ziehen zuletzt deutlich an Hohe Auftragsbestände im Wohnungsbau Nominale Auftragseingänge, Index: Januar 2014 = 100 Auftragsbestände, Index: 2010 = 100, saisonbereinigt Quellen: Feri, Helaba Volkswirtschaft/Research Quellen: Macrobond, Helaba Volkswirtschaft/Research Wirtschaftsbau: Die Unternehmen investieren mehr Auch für den gewerblichen Bau sind die Rahmenbedingungen positiv. So dürften die deutschen Ausrüstungsinvestitionen 2018 mit 5,5 % nochmals stärker zulegen als im Vorjahr (4,0 %). Die hohe Kapazitätsauslastung im Produzierenden Gewerbe und die positive Nachfrageentwicklung sowohl in der Industrie als auch im Dienstleistungsbereich lassen die Unternehmen mehr in Erwei- terungen investieren. Durch den zunehmenden Fachkräftemangel stehen zudem Rationalisierun- gen auf der Tagesordnung. Die positive Ertragslage und die günstigen Finanzierungsbedingungen erleichtern den Realkapitalaufbau. Zu einer Gefahr ist allerdings der um sich greifende Protektio- nismus geworden, der zu Verunsicherungen der Investoren führen kann. Sollten diese Tendenzen nicht gestoppt werden können, könnte dies zu einer verlangsamten Investitionstätigkeit der Unter- nehmen führen. Hohe Auslastungen führt zu mehr Investitionen Nichtwohnungsbau im Aufwind % der Vollauslastung % gg. Vj. Monatliche Genehmigungen, saisonbereinigt, gleitende Durchschnitte, Mrd. € Quellen: Macrobond, Helaba Volkswirtschaft/Research Quellen: Macrobond, Helaba Volkswirtschaft/Research Die Investitionen im Wirtschaftsbau gewannen mit einem Plus von gut 2 % bereits 2017 an Fahrt. Auch die gewerblichen Baugenehmigungen haben im vergangenen Jahr – ausgehend von sehr hohem Niveau – nochmals um knapp 3 % zugelegt. Weiterhin überdurchschnittlich entwickelten sich Büro- und Verwaltungsgebäude. Die in den letzten Jahren kontinuierlich gestiegene Beschäf- tigung führt hier zu einem Schub. Auch sind die Leerstände in führenden deutschen Bürozentren auf den tiefsten Stand der letzten 15 Jahre gesunken. Sowohl die Fabrik- und Werkstattgebäude als auch die Handels- und Lagergebäude konnten jedoch ihr hohes Vorjahresniveau nicht halten. Sehr erfreulich verläuft seit Jahren die kleine Sparte der Hotel- und Gaststättenbauten. Die positive Entwicklung des privaten Tourismus sowie die Geschäftsreisetätigkeit machen sich hier bemerk- bar. 80 100 120 140 160 180 80 100 120 140 160 180 2014 2015 2016 2017 2018 Wirtschaftsbau Wohnungsbau Öffentlicher Bau Investitionsneigung der Unternehmen verbessert - Gefahr Protektionismus BRANCHENFOKUS HELABA VOLKSWIRTSCHAFT/RESEARCH · 11. APRIL 2018 · © H EL AB A 5 Impulse für den gewerblichen Tiefbau gehen von den Bauaktivitäten der Deutschen Bahn aus, die im Wirtschaftsbau verbucht werden. Auch der politisch gewollte und in dieser Legislaturperiode geförderte Breitbandausbau wird sich positiv auswirken, obgleich die Dynamik aufgrund der bereits hohen Kapazitätsauslastung kurzfristig nur wenig gesteigert werden dürfte. Bis 2025 soll ein flä- chendeckender Ausbau mit Gigabit-Netzen erreicht sein. Die Auftragseingänge im Gewerbebau haben Ende 2017 Fahrt aufgenommen (vgl. Grafik S. 4). Im Gesamtjahr sind sie um gut 7 % ange- stiegen. Handels- und Lagergebäude 2017 im Rückwärtsgang Wirtschaftsbau langfristig wachstumsschwach Monatliche Genehmigungen, saisonbereinigt, gleitende Durchschnitte, Mio. € Reale Investitionen, Index: 2003 = 100 Quellen: Macrobond, Helaba Volkswirtschaft/Research Quellen: Statistisches Bundesamt, Helaba Volkswirtschaft/Research 2018 dürften die Wirtschaftsbauinvestitionen mit 1,7 % schwächer zulegen als die Ausrüstungen, eine Tendenz, die sich auch auf mittlere Sicht fortsetzen wird. Denn nicht jede Ausrüstung benötigt neue Wirtschaftsbauten, da sie in vielen Fällen in bestehende Gebäude integriert werden kann. Zum Teil müssen allerdings Gebäude verändert werden, was zumindest zu Nachfrage im Ausbau führt. Zudem gehören zu den Ausrüstungen Fahrzeuge. Als Konsequenz hieraus haben sich die Wirtschaftsbauinvestitionen bereits in den vergangenen Jahren wesentlich schwächer entwickelt als die Ausrüstungen. Gemeinden: Wichtiger Investor, aber bislang … … nur unterdurchschnittlich dynamisch Nominale Bauinvestitionen, Mrd. € Nominale Bauinvestitionen, Index: 2008 = 100 Quellen: Statistisches Bundesamt, Helaba Volkswirtschaft/Research Quellen: Statistisches Bundesamt, Helaba Volkswirtschaft/Research Öffentlicher Bau: Großer Bedarf und bessere Finanzierungsmöglichkeiten Der öffentliche Bau hat 2017 mit einem Investitionsplus von 3,4 % Fahrt aufgenommen und war damit die dynamischste Sparte. Durch das späte Verabschieden des Bundeshaushalts dürfte es zu überschaubaren Verzögerungen bei Neubauprojekten kommen. Gleichwohl bleibt das Wachstum auch im öffentlichen Bau in diesem Jahr lebhaft. Die Nachfrage ist weiterhin hoch. Im Koalitions- vertrag der neuen Bundesregierung wurde verabredet, dass die Investitionen in die Verkehrsinfra- struktur zumindest auf dem jetzt erreichten Niveau fortgeführt werden sollen. Die Mittel für das Gemeindeverkehrsfinanzierungsgesetz werden bis 2021 auf jährlich eine Milliarde Euro angeho- ben. Die Finanzierung erhöhter Infrastrukturinvestitionen sollte nicht am Geld scheitern. Die Steu- 80 90 100 110 120 130 140 150 80 90 100 110 120 130 140 150 2003 2005 2007 2009 2011 2013 2015 2017 Ausrüstungen Wirtschaftsbauten 0 2 4 6 8 10 12 14 16 18 20 0 2 4 6 8 10 12 14 16 18 20 2008 2009 2010 2011 2012 2013 2014 2015 2016 Bund Länder Gemeinden 90 100 110 120 130 90 100 110 120 130 2008 2009 2010 2011 2012 2013 2014 2015 2016 Gemeinden Länder Bund Erholung im öffentlichen Bau Mittelfristig nur wenig Wachstum im Wirtschaftsbau BRANCHENFOKUS HELABA VOLKSWIRTSCHAFT/RESEARCH · 11. APRIL 2018 · © H EL AB A 6 ereinnahmen dürften nach der Einschätzung des „Arbeitskreises Steuerschätzungen“ 2018 um gut 4 % zunehmen, genauso viel wie im Vorjahr. Dies gilt annähernd auch für die Kommunen, die für die öffentliche Bautätigkeit von besonderer Bedeutung sind. Immerhin haben sie 2016 mit mehr als 19 Mrd. € rund 54 % der gesamten öffentlichen Bauleistungen in Auftrag gegeben. Nach der Prog- nose werden die Steuereinnahmen der öffentlichen Gebietskörperschaften bis 2020 um jahres- durchschnittlich knapp 4 % weiter ansteigen. Damit verbessern sich die Finanzierungsmöglichkei- ten für öffentliche Investitionen. Mehr Steuereinnahmen auch für die Gemeinden Länder und Gemeinden deutlich im Plus Mrd. € Mrd. € Finanzierungssaldo der öffentlichen Haushalte, Mrd. € Quellen: Arbeitskreis „Steuerschätzungen“, Helaba Volkswirtschaft/Research Quellen: Statistisches Bundesamt, Helaba Volkswirtschaft/Research Gerade für die Gemeinden erscheint dies auch dringend erforderlich. Ihre Nettoanlageinvestitionen sind bereits seit 2002 negativ, d.h. die Abschreibungen waren jeweils größer als die Bruttoanlage- investitionen, im Wesentlichen im Baubereich. Hierdurch ist in diesem Zeitraum ein Verschleiß der bestehenden Infrastruktur in Höhe von fast 70 Mrd. € zusammengekommen. Das KfW- Kommunalpanel 2017 errechnet mit Hilfe von Umfragen bei Kämmereien sogar einen kommunalen Investitionsstau von 126 Mrd. €. Der größte Bedarf ist danach erneut in der „Straßen und Ver- kehrsinfrastruktur“ sowie im Bereich „Schulen, Erwachsenenbildung“ entstanden. Auch bei Verwal- tungsgebäuden, bei Sportstätten und Bädern sowie in der Wasserver- und -entsorgung sind hohe Investitionen notwendig. Negative Nettoinvestitionen vor allem der Gemeinden Nettoanlageinvestitionen des Staates, Mrd. € Text Quellen: Statistisches Bundesamt, Helaba Volkswirtschaft/Research Die öffentliche Investitionswende ist eingeleitet. So sind die Auftragseingänge in diesem Bereich 2017 um gut 7 % angestiegen. Einer zügigen Umsetzung steht allerdings nicht selten ein Mangel an Planungskapazitäten vor allem auf kommunaler Ebene im Wege. Zeitlich befristete Investitions- förderprogramme von Bund und Ländern erbringen deswegen keine hinreichende Planungssicher- heit. Sinnvoller ist, für eine dauerhaft auskömmliche Finanzausstattung zu sorgen. Dann lässt sich mittelfristig das notwendige Fachpersonal und damit das Know-how wieder aufbauen. 0 20 40 60 80 100 120 140 0 100 200 300 400 500 600 700 800 900 1000 2008 2010 2012 2014 2016 2018 2020 2022 insgesamt (l. Sk.) Gemeinden (rechte Skala) -100 -80 -60 -40 -20 0 20 -100 -80 -60 -40 -20 0 20 04 05 06 07 08 09 10 11 12 13 14 15 16 17 Bund Gemeinden Länder -10 -5 0 5 10 15 20 -10 -5 0 5 10 15 20 1991 1993 1995 1997 1999 2001 2003 2005 2007 2009 2011 2013 2015 Staat insgesamt Bund Gemeinden Mehr Planungs- kapazitäten erforderlich BRANCHENFOKUS HELABA VOLKSWIRTSCHAFT/RESEARCH · 11. APRIL 2018 · © H EL AB A 7 Steigende Baukosten bei sehr hoher Kapazitätsauslastung Die Auslastung im deutschen Hoch- und Tiefbau hat zuletzt Rekordwerte von zeitweise über 80 % erreicht. Damit wird es für die Unternehmen leichter, Kostensteigerungen zu überwälzen. So ha- ben die Herstellungspreise zuletzt im Wohnungsbau mit 4 % und im Straßenbau mit 5,3 % gegen- über Vorjahr deutlich angezogen. Die günstige Konjunkturlage dürfte den Preisdruck weiter erhö- hen. Die Branche ist zudem tendenziell mit einem Kostenproblem konfrontiert, da kaum Produktivi- tätsgewinne erarbeitet werden. Die steigenden Arbeitnehmerentgelte führen damit zu höheren Lohnstückkosten, die tendenziell überwälzt werden. Hinzu kommen die wieder anziehenden Roh- ölpreise. Zudem wirkt die staatliche Regulierung bei der energetischen Sanierung kostentreibend. Kostensteigerungen nehmen zu Keine Produktivitätsgewinne % der Gesamtauslastung % gg. Vj. Bauwirtschaft, Personenkonzept, Index: 1991 = 100 Quellen: Macrobond, Helaba Volkswirtschaft/Research Quellen: Statistisches Bundesamt, Helaba Volkswirtschaft/Research Die Perspektiven für die deutsche Bauwirtschaft bleiben positiv, auch wenn das Wachstum 2018 mit insgesamt 2,3 % etwas schwächer ausfällt als im Vorjahr. Die Sonderkonjunktur im Woh- nungsbau wird sich fortsetzen, da die Wohnungsmärkte in Deutschland noch lange angespannt bleiben. Die Investitionen im Wirtschaftsbau erholen sich und die Investitionsanstrengungen der öffentlichen Hand verstetigen sich.  60 80 100 120 140 160 180 60 80 100 120 140 160 180 91 93 95 97 99 01 03 05 07 09 11 13 15 17 Arbeitsproduktivität Erwerbstätige Arbeitnehmerentgelt Lohnstückkosten Staatliche Auflagen verteuern Wohnungsbau

Nach dem starken Wachstum der letzten beiden Jahre dürften die deutschen Bauinvestitionen 2018 nur leicht an Fahrt verlieren. Das Wachstum wird nicht mehr nur vom Wohnungsbau getragen. Auch der gewerbliche und der öffentliche Bau sind wichtige Impulsgeber. Allerdings steigen die Baukosten mittlerweile deutlich. Die Kapazitäten sind mit rund 80 % extrem stark ausgelastet.
