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title: "Elektroindustrie: Hoffnung auf mehr Dynamik"
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updated: 2026-09-28
keywords: Branchen
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# Elektroindustrie: Hoffnung auf mehr Dynamik

Helaba Volkswirtschaft/Research BRANCHENFOKUS HELABA VOLKSWIRTSCHAFT/RESEARCH · 25. FEBRUAR 2020 · © HE L A B A 1 25. Februar 2020 Die Publikation ist mit größter Sorgfalt bearbeitet worden. Sie enthält jedoch lediglich unverbindliche Analysen und Prognosen zu den gegen- wärtigen und zukünftigen Marktverhältnissen. Die An- gaben beruhen auf Quellen, die wir für zuverlässig halten, für deren Richtigkeit, Voll- ständigkeit oder Aktualität wir aber keine Gewähr überneh- men können. Sämtliche in dieser Publikation getroffe- nen Angaben dienen der In- formation. Sie dürfen nicht als Angebot oder Empfeh- lung für Anlageentscheidun- gen verstanden werden. AUTOR Dr. Stefan Mütze Tel.: 0 69/91 32-38 50 research@helaba.de REDAKTION Dr. Stefan Mitropoulos HERAUSGEBER Dr. Gertrud R. Traud Chefvolkswirt/ Leitung Research Helaba Landesbank Hessen-Thüringen MAIN TOWER Neue Mainzer Str. 52-58 60311 Frankfurt am Main Telefon: 0 69/91 32-20 24 Telefax: 0 69/91 32-22 44 Elektroindustrie: Hoffnung auf mehr Dynamik In der deutschen Elektroindustrie wird sich 2020 nur ein zögerlicher Aufschwung einstellen. Die Ertragslage der Branche hat sich zuletzt verschlechtert. Eine rege Innovationstätigkeit garantiert der Elektroindustrie aber den Status der „Wachstumsbranche“. Auch an der deutschen Elektroindustrie ist die jüngste Rezession des Verarbeitenden Gewerbes nicht vorübergegangen. So nahm die Produktion 2019 um 4,2 % ab, kaum weniger als die Indust- rieproduktion mit 4,5 %.1 Seit dem Tiefpunkt im Sommer 2019 haben sich die Auftragseingänge zumindest stabilisiert. Das Geschäftsklima hat zwar eine Trendwende vollzogen, das Niveau ist allerdings noch niedrig (vgl. Grafik S. 2). Die Branche hat zu fast 79 % Industriegüter beispielswei- se aus den Bereichen Automation und Energietechnik im Programm. 12 % sind Vorleistungsgüter wie Halbleiter und nur 10 % des Produktportfolios besteht nach Berechnungen des Branchenver- bands ZVEI aus Konsumgütern wie Elektrohausgeräten, Unterhaltungselektronik oder Produkten der Lichtsparte. Damit ist die deutsche Elektroindustrie besonders den zyklischen Schwankungen der weltweiten Industriekonjunktur ausgesetzt. Stabilisierung der Auftragseingänge Produktion von Ausrüstungen noch rückläufig Elektroindustrie (WZ26+27), Index: Januar 2015 = 100, saisonbereinigt, real Index: Januar 2015 = 100, saisonbereinigt, real Quellen: Feri, Helaba Volkswirtschaft/Research Quellen: Feri, Helaba Volkswirtschaft/Research Viele Abnehmerbranchen sind trotz erster Stabilisierungsansätze weiter in der Rezession. Der Einkaufsmanagerindex für das Verarbeitende Gewerbe in Deutschland hat sich mit 47,8 im Febru- ar allerdings der Marke von 50 Prozentpunkten weiter angenähert, bei der sich Optimisten und Pessimisten die Waage halten. Das Pendant für die Eurozone erreicht mittlerweile 49,1. Die über das rein Zyklische hinausgehenden strukturellen Herausforderungen, denen die Automobilindustrie gegenübersteht, belasten die deutsche Entwicklung überdurchschnittlich. Das „Phase-1- Abkommen“ zur Beilegung der Handelsstreitigkeiten zwischen den USA und China sowie die ver- mutete gütliche Einigung in den Verhandlungen zwischen der EU und Großbritannien haben die Verunsicherung der Unternehmen zwar etwas verringert. Zu einer Belastung ist nun allerdings das 1 Die amtliche Statistik erfasst die Elektroindustrie nicht einheitlich in einem Wirtschaftszweig (WZ). In WZ 26 wird die „Herstellung von Datenverarbeitungsgeräten, elektronischen und optischen Erzeugnissen“ nachgewie- sen und WZ 27 enthält die elektrischen Ausrüstungen. Der Zentralverband Elektrotechnik- und Elektronikin- dustrie (ZVEI) geht darüber hinaus und berücksichtigt zusätzlich beispielsweise die Elektrotechnik im Schie- nenfahrzeug- bzw. Kraftfahrzeugbau. 95 100 105 110 115 120 95 100 105 110 115 120 2015 2016 2017 2018 2019 Auftragseingänge Produktion 90 95 100 105 110 115 120 125 130 90 95 100 105 110 115 120 125 130 2015 2016 2017 2018 2019 Produktion (DV-Geräte, el./opt. Geräte) Aufträge (DV-Geräte, el./opt. Geräte) Aufträge (el. Ausrüstungen) Produktion (el. Ausrüstungen) BRANCHENFOKUS HELABA VOLKSWIRTSCHAFT/RESEARCH · 25. FEBRUAR 2020 · © HE L A B A 2 von China sich ausgebreitende Corona-Virus geworden. Für die deutsche Elektroindustrie hat sich das Reich der Mitte nicht nur zum größten Abnehmer, sondern auch zum wichtigsten Lieferanten entwickelt. Auch ist Chinas Anteil am Handel im Branchenvergleich der höchste. Unter der An- nahme, dass die Epidemie bald eingedämmt werden kann, sind länger andauernde negative Effek- te nicht zu erwarten. Spätestens im Frühjahr sollten sich die Austauschbeziehungen normalisieren und der sich ankündigende Aufschwung in den industriellen Abnehmerbranchen an Fahrt gewin- nen. Da allerdings das Ausgangsniveau zu Jahresbeginn insbesondere bei elektrischen Ausrüs- tungen sehr niedrig ist, fällt die Jahresdurchschnittsrate der Produktion 2020 mit 0,3 % voraus- sichtlich noch gering aus. Einem deutlichen Plus bei Datenverarbeitungsgeräten inklusive elektro- nischer und optischer Geräte von 2 % steht ein Minus bei den elektrischen Ausrüstungen von 0,5 % gegenüber (vgl. Tabelle S. 6). Enge Verflechtung der deutschen Elektrotechnik mit China Deutscher Handel mit China, Anteil an den gesamten Ex- und Importen ausgewählter Branchen in %, 2019 Quellen: Statistisches Bundesamt, Helaba Volkswirtschaft/Research Die deutsche Elektroindustrie erreichte nach Berechnungen des ZVEI 2019 einen Umsatz von 191 Mrd. Euro und war damit nach dem Fahrzeug- und dem Maschinenbau sowie der Chemieindustrie inklusive Pharma die viertgrößte deutsche Industriebranche. Mit rund 885 Tausend Beschäftigten lag sie Ende 2019 sogar auf Platz 2 nach dem Maschinenbau. Das Volumen des Welt- Elektromarktes erreichte 2018 4,4 Billionen Euro. Deutschland hatte mit 129 Mrd. Euro hieran allerdings nur einen Anteil von rund 3 % und belegte damit hinter China (40 %), den USA (14 %), Japan (7 %) und Südkorea (4 %) den fünften Platz. Trendwende beim Geschäftsklima … … und den Einkaufsmanagern der Industrie Saldo Saldo Einkaufsmanagerindizes Verarbeitendes Gewerbe, Diffusionsindex\* \*inklusive elektronische/optische Geräte Quellen: Macrobond, Helaba Volkswirtschaft/Research \*Eurozone, China: PMI; USA: ISM Quellen: Macrobond, Helaba Volkswirtschaft/Research Schwache Industriekonjunktur belastet Mit einem Umsatz von knapp 52 Mrd. Euro dominierte 2019 der Bereich Automation. Hierunter fallen neben den elektrischen Antrieben auch Schaltgeräte und -anlagen, Industriesteuerungen und die Messtechnik, deren Produktion im vergangenen Jahr deutlich gefallen ist. Die Sparte spür- te die Investitionszurückhaltung der Unternehmen, auch bei der Vernetzung der Produktion im 11,9 11,3 9,9 8,5 7,2 6,7 28,6 27,3 24,1 21,6 17,1 17,0 10,9 9,9 3,7 Exporte Importe Automatisierung in der Industrie verlangsamt BRANCHENFOKUS HELABA VOLKSWIRTSCHAFT/RESEARCH · 25. FEBRUAR 2020 · © HE L A B A 3 Rahmen von „Industrie 4.0“. Von diesem Trend dürfte die Automation nach Überwindung der kon- junkturellen Schwäche im Verlauf dieses Jahres allerdings wieder profitieren. Batterieproduktion in Deutschland legt zu Automation dominiert Nettoproduktion, Index: Januar 2012 = 100, saisonbereinigt Umsätze nach ausgewählten Sparten 2019, Mrd. € \*inklusive Elektrizitätsverteilungs- und -schalteinrichtungen Quellen: Feri, Helaba Volkswirtschaft/Research \*Elektrische Antriebe, Schaltgeräte und -anlagen, Industriesteuerungen, Messtechnik \*\*elektrotechnischer Anteil Quellen: ZVEI, Helaba Volkswirtschaft/Research Mit aktuell rund 24 Mrd. Euro sind Bauelemente der zweitwichtigste Umsatzbringer für die deut- sche Elektroindustrie. Der weltweite Halbleitermarkt ist 2019 um rund 12 % eingebrochen. Die Branche litt unter einem geringeren Absatz von Smartphones, Tablets und PCs. In diesem Jahr soll sich der globale Umsatz mit Halbleitern nach Einschätzung des ZVEI erholen und um 4 % zulegen. Positiv wirkt sich die Durchsetzung des neuen Mobilfunkstandards 5G und die damit verbundene Hoffnung auf einen höheren Smartphone-Absatz aus. Der Umsatz der deutschen Bauelementeindustrie sank nach Berechnungen des Statistischen Bundesamtes mit nominal 1,8 % im Vergleich zur globalen Entwicklung nur moderat. In realer Rechnung wurden sogar gut 5 % höhere Umsätze erzielt. Die deutsche Branche konzentriert sich auf Bauelemente für die Automo- bilindustrie. Obwohl die Automobilkonjunktur noch schwach ist, profitieren die hiesigen Hersteller vom dynamischen Wachstum bei Elektrofahrzeugen, die einen höheren Bauelementeanteil auf- weisen als Verbrenner. Zudem gewinnen Assistenzsystem und autonomes Fahren an Bedeutung. Diese Trends werden sich in den nächsten Jahren verstärken. Zudem dürfte sich die Automobil- konjunktur allmählich erholen. Stabiles Umsatzwachstum in der Medizintechnik Großbritannien mit deutlichem Rückgang Reale Umsätze, Index: Januar 2012 = 100 Deutsche. Elektroexporte 2019, Mrd. € sowie % gg. Vj. \*WZ 26.6 \*\*32.5 enthält auch nicht elektrotechnische Gesundheitsgüter Quellen: Feri, Helaba Volkswirtschaft/Research Quellen: ZVEI, Helaba Volkswirtschaft/Research Die realen Umsätze mit elektromedizinischen Geräten sind zwar 2019 um über 11 % gestiegen. Dieses hohe Plus ist aber zu relativieren, da damit der ähnlich große Einbruch von 2018 kompen- siert wurde. Zudem war die Entwicklung Ende des Jahres wieder schwächer. Im längeren Zeitraum seit 2016 ist kein Aufwärtstrend festzustellen. Offensichtlich führen die finanziellen Restriktionen der Abnehmer wie Krankenhäuser zu einer zurückhaltenden Bestellpolitik. In den letzten beiden Jahren sind zudem die Importe stärker gestiegen als die Exporte. 2020 sollte die Sparte moderat zulegen können. Mittelfristig profitiert die Medizintechnik von der älter werdenden Bevölkerung in 80 100 120 140 160 180 80 100 120 140 160 180 2012 2013 2014 2015 2016 2017 2018 2019 Elektromotoren, Generatoren\* Messtechnik Kabel/ elektr. Installationsmaterial Batterien, Akkumulatoren 0 10 20 30 40 50 60 Kabel/Drähte Licht Kommunikationstechnik Elektroinstallationssysteme Schienenfahrzeuge\*\* Elektrohausgeräte Fahrzeugelektrik Medizintechnik Energietechnik Bauelemente Automation\* 90 100 110 120 130 140 150 90 100 110 120 130 140 150 2012 2013 2014 2015 2016 2017 2018 2019 Elektromedizinische Geräte\* Medizinische/zahnmedizinische Apparaturen und Materialien\*\* 0 5 10 15 20 25 0 5 10 15 20 25 4,3 7,7 3,0 -2,5 3,0 2,4 3,9 -10,4 1,5 4,4 Elektrofahrzeuge benöti- gen mehr Bauelemente BRANCHENFOKUS HELABA VOLKSWIRTSCHAFT/RESEARCH · 25. FEBRUAR 2020 · © HE L A B A 4 vielen Ländern, was zu einer zunehmenden Zahl an Operationen führt. Innovative neue Produkte helfen, die klinischen Abläufe zu optimieren und die Behandlung der Patienten zu verbessern. Zudem dürfte die Digitalisierung mit Hilfe elektronischer Gesundheitsakten, Krankendaten- Übertragungssystemen und Patientenüberwachung noch weiter voranschreiten. In der Vernetzung des Gesundheitswesens liegt ein enormes Kosten-Einsparpotenzial. Die Auftragslage und die Produktion von elektrischen Haushaltsgeräten haben sich zuletzt erholt. Trotzdem bleibt diese Sparte einem hohen Importdruck ausgesetzt. Die Erzeugung in Deutschland stagniert seit 2010. Nur hochwertige Produkte können aufgrund des Lohnniveaus hierzulande noch produziert werden. Die Unternehmen profitieren zwar vom Trend zur Vernetzung von Haushaltsge- räten. Eine nachhaltige Trendwende ist allerdings nicht zu erwarten. Außenhandel: Gefahr Protektionismus Exporte und Importe zeigten im Verlauf von 2019 keine große Dynamik. Im Vorjahresvergleich legten sie in der Abgrenzung des ZVEI um 2,7 % bzw. 2,5 % zu. Die wichtigste Exportdestination war 2019 mit rund 22 Mrd. Euro wieder China (vgl. Grafik S. 3). Zugleich wurden aus diesem Land deutlich mehr Waren in der Höhe von 52 Mrd. Euro importiert. Trotz der Handelsstreitigkeiten stie- gen die Verkäufe in die USA um 7,7 %. Mit 19,2 Mrd. Euro liegen die Ausfuhren über den Einfuh- ren (12,6 Mrd. Euro). Die Dynamik war mit 9,7 % auch bei den Importen sehr hoch. Im Handel mit Großbritannien sind die deutschen Unternehmen vom schwachen Pfund und der Brexit-bedingten schwachen Investitionstätigkeit belastet worden. Die deutschen Ausfuhren sanken 2019 um gut ein Zehntel. Ein Risiko besteht weiterhin in der protektionistischen Handelspolitik, die vor allem von den USA ausgeht. Nicht nur kann hierdurch der Warenaustausch zwischen beiden Ländern direkt gestört werden. Zusätzlich werden durch hohe Zölle bestehende Wertschöpfungsketten behindert. Negati- ve Auswirkungen auf die Investitionen sind schon eingetreten. In diesem schwierigen Umfeld ist die EU-Handelspolitik insoweit zu begrüßen, als sie mit Freihandelsabkommen den wohlstandsför- dernden Außenhandel beleben will. Zuletzt hat das Europäische Parlament für das Freihandelsab- kommen mit Vietnam gestimmt. Hiermit ist geplant, innerhalb von zehn Jahren fast alle Zölle im bilateralen Handel abzuschaffen. Von früheren Freihandelsabkommen konnte zumeist auch die deutsche Elektroindustrie profitieren.2 Eingetrübte Ertragslage Die Ertragslage der deutschen Elektroindustrie hat sich nach einer Schwächephase während der Euro-Schuldenkrise 2012 in den letzten Jahren positiv entwickelt. Der erwirtschaftete Überschuss liegt zumeist über dem des gesamten Verarbeitenden Gewerbes. Ab 2018 hat sich die Situation allerdings verschlechtert, da die Lohnstückkosten auch durch die schwächere Konjunktur deutlich gestiegen sind. Der Preisdruck in der Branche hat zugenommen. Die Erzeugerpreise sind 2019 um 1,3 % gesunken (vgl. Grafiken S. 5) 2 Vgl. hierzu: ZVEI/Helaba: Freihandelsabkommen – Wichtige Triebfeder für die deutsche Elektroindustrie, November 2014, Dynamischer Handel mit den USA BRANCHENFOKUS HELABA VOLKSWIRTSCHAFT/RESEARCH · 25. FEBRUAR 2020 · © HE L A B A 5 Überdurchschnittliche Ertragslage Hoher Kostendruck – sinkende Preise Überschuss in % des Bruttoproduktionswertes % gg. Vj., Lohnstückkosten saisonbereinigt WZ 26/27, Quellen: Statistisches Bundesamt, Helaba Volkswirtschaft/Research WZ 26/27, Quellen: Feri, Helaba Volkswirtschaft/Research Elektrotechnik nimmt überdurchschnittliches Wachstumstempo wieder auf Die deutsche Elektroproduktion ist seit der deutschen Wiedervereinigung um jahresdurchschnittlich 2,3 % und damit etwa doppelt so stark wie das Verarbeitende Gewerbe gewachsen. Nach der Überwindung der Rezession dürfte die Branche an dieses Tempo wieder anschließen können. Die für den digitalen Wandel notwendigen Schlüsseltechnologien kommen wesentlich aus der Elektro- industrie. Dies gilt beispielsweise für industrielle Anwendungen, also Sensoren und Maschinen- steuerungen, sowie Halbleiter, Leistungselektronik, Mikro- und Nanoelektronik, Bildgebung sowie Kommunikationstechnologien. In vielen dieser Bereiche ist die deutsche Elektroindustrie sehr wettbewerbsfähig. Die hohen Ausgaben für Forschung und Entwicklung von zuletzt knapp 19 Mrd. Euro oder fast 10 % des Umsatzes tragen hierzu bei. Die Branche wird in den nächsten Jahren in den Leitmärkten Energie, Gebäude, Mobilität, Ge- sundheit sowie Fabrik- und Prozessautomatisierung neue Wachstumsfelder finden. Dabei bieten sich Chancen, die Energieeffizienz in vielen Bereichen weiter zu erhöhen. Ein Standbein hierfür ist die Gebäudetechnik. Für die Energiewende müssen Stromnetze und erneuerbare Energien aus- gebaut werden. Zu einem Megathema entwickelt sich die Elektromobilität, von der die Branche profitiert. Hierzu gehören die notwendige Ladeinfrastruktur, die Fahrzeugelektronik und die Herstel- lung leistungsfähiger Batterien. Zuletzt angekündigte Investitionen z.B. von VW, dem deutsch- französischen Batterie-Konsortium oder Tesla helfen dem deutschen Standort. Die Produktion von Batterien und Akkumulatoren ist bereits in den vergangenen Jahren von niedrigem Niveau gestie- gen (vgl. Grafik S. 3). Ein weiteres wichtiges Wachstumsfeld bleibt in den nächsten Jahren „Industrie 4.0“. Die vierte industrielle Revolution soll zu einer kompletten Vernetzung der Fertigung mit intelligenten, selbst entscheidenden Maschinen führen. Das Ziel ist eine vollautomatische Produktion, in der Material, Bauteile, Maschinen und Produkte miteinander kommunizieren. In der sogenannten „Smart facto- ry“ werden durch Automatisierungstechnik Verfahren der Selbstoptimierung und Selbstdiagnose eingesetzt. Kundenwünsche und Nachfrageänderungen lassen sich damit einfacher und kosten- günstiger umsetzen. Die hohe Wettbewerbsfähigkeit der deutschen Elektroindustrie dürfte ihr ge- rade in diesem Bereich gute Wachstumsmöglichkeiten erschließen. Die Wirtschaftspolitik sollte die Rahmenbedingungen hierfür hinsichtlich schnellen Internets, qualifizierter Zuwanderung und ent- sprechender Bildungsangebote verbessern. 0 1 2 3 4 5 6 0 1 2 3 4 5 6 7 2008 2009 2010 2011 2012 2013 2014 2015 2016 2017 Elektroindustrie\* Verarbeitendes Gewerbe -5 0 5 10 -5 0 5 10 2015 2016 2017 2018 2019 Jan'20 Lohnstückkosten Erzeugerpreise Elektroindustrie wächst doppelt so schnell wie Industrie Großes Wachstumspoten- zial erfordert positive Rahmenbedingungen BRANCHENFOKUS HELABA VOLKSWIRTSCHAFT/RESEARCH · 25. FEBRUAR 2020 · © HE L A B A 6 Branchenprognosen Deutschland \*kalenderbereinigt Quellen: Feri, Macrobond, Prognosen: Helaba Volkswirtschaft/Research  2018 2019 2020p 2021p Produzierendes Gewerbe 0,9 -3,5 0,8 2,0 Verarbeitendes Gewerbe 1,1 -4,5 0,7 2,0 Ernährungsgewerbe -0,2 0,0 0,4 0,9 Nahrungs- u. Futtermittel -1,0 0,7 0,5 1,0 Getränke 3,9 -0,1 0,0 0,5 Chemieindustrie (insgesamt) 3,7 -7,6 1,3 2,0 Chemieindustrie (ohne Pharma) -2,1 -3,1 1,0 2,0 Pharmaindustrie 17,1 -16,3 2,0 2,0 Stahlindustrie -2,5 -5,1 0,5 1,0 Elektroindustrie 1,8 -4,2 0,3 2,5 DV-Geräte, elektr./opt. Geräte 2,0 1,6 2,0 2,5 Elektr. Ausrüstungen 1,6 -9,0 -1,0 2,5 Maschinenbau 2,3 -3,4 1,0 2,5 Automobilindustrie -1,7 -11,5 -1,0 3,0 Einzelhandel (realer Umsatz\*) 1,6 2,9 2,0 1,5 Nettoproduktion\*, % gg. Vj.

Zögerliche Umsatzentwicklung, Chancen durch Innovationen.
