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title: "Branchen-Update Juni 2026"
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type: dd_research
language: de
updated: 2026-09-28
keywords: Branchen
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# Branchen-Update Juni 2026

Adrian Keppler | Helaba Research Juni 2026 (Datenstand: April 2026) Branchen-Update Underdog Chemie glänzt im April Branchen-Update | 09.06.2026 2 April-Daten 2026: Überblick • Die Industrieproduktion wächst im April um 0,4 % gegenüber März, was vor allem einem Plus im Baugewerbe von 2,4 % zu verdanken ist. Die Produktion des Verarbeitenden Gewerbes stagniert. • Die Auftragseingänge der Industrie geben um 3,8 % gegenüber dem Vormonat nach. Das ist zum Teil die Gegenbewegung zum starken März (+4,5 %), zum Teil aber auch eine konjunkturelle Abkühlung durch den Irankrieg. • Überraschender Outperformer ist die chemische Industrie. Die Sorgenbranche kann den vierten Monat in Folge ihre Produktion ausweiten. Das liegt wohl unter anderem daran, dass sie derzeit als alternativer Lieferant für durch den Irankrieg ausfallende Produzenten einspringt. • Weiterhin stark präsentiert sich trotz rückläufiger Auftragszahlen die Elektroindustrie, während die Automobilindustrie das Gesamtbild verschlechtert. • Insgesamt ist der April ein verhaltener Monat; die Industrie legt aber keine Vollbremsung hin. Positiv hervorzuheben ist die Auslandsnachfrage: Aktuell kann von einer industrieweiten fehlenden Wettbewerbsfähigkeit keine Rede sein. Sorgen bereitet dafür die seit geraumer Zeit schwache Inlandsnachfrage, vor allem im wichtigen Investitionsgüterbereich. Branchen-Update | 09.06.2026 3 Produktionsupdate: Energieintensives Lebenszeichen Produktionsindex Juni 2026, saisonbereinigt, % gg. Vormonat (blau) bzw. Vorjahr (grau) \*WZ 24+25, \*\*WZ 26+27 Quellen: Macrobond, Helaba Research 2,1 3,0 0,8 -4,7 1,7 0,8 0,0 -1,5 4,6 -3,1 -9,1 -0,3 2,1 -1,8 Chemie Pharma Maschinenbau Auto Metall\* Elektro\*\* Verarbeitendes Gewerbe gg. Vm. gg. Vj. Branchen-Update | 09.06.2026 4 Auftragsupdate: April, April – Rebound Auftragseingänge April 2026, saisonbereinigt, % gg. Vormonat (blau) bzw. Vorjahr (grau) \*WZ 24+25, \*\*WZ 26+27, gewichtet mit Umsatzanteilen Quellen: Macrobond, Helaba Research 0,0 -2,6 -7,4 -5,3 0,3 -7,3 -3,8 5,5 6,4 2,1 -1,1 2,1 8,8 1,5 Chemie Pharma Maschinenbau Auto Metall\* Elektro\*\* Verarbeitendes Gewerbe gg. Vm. gg. Vj. Branchen-Update | 09.06.2026 5 Der nächste exogene Schock bremst die Erholungsfahrt aus – aber noch kein Stillstand Verarbeitenden Gewerbe, saisonbereinigt, 2021 = 100 Quellen: Macrobond, Helaba Research Branchen-Update | 09.06.2026 6 Wettbewerbsfähigkeit? Zuletzt wohl kein Problem Auftragseingänge, saisonbereinigt, 3M-geglättet, 2021 = 100 Quellen: Macrobond, Helaba Research Branchen-Update | 09.06.2026 7 Chemie: Lebenszeichen Produktion\*, Auftragseingänge\*, Jan. 2022 = 100, sb, geglättet • In der chemischen Industrie legt die Produktion im April um 2,1 % gegenüber März zu (-1,5 % gg. Vj.). Das ist der vierte Produktionszuwachs in Folge. • Die Auftragseingänge stagnieren hingegen, befinden sich aber dank der starken Vormonate 5,5 % über dem Vorjahreswert. • Die Sorgenbranche ist damit zuletzt Outperformer. Durch kriegsbedingte Lieferkettenprobleme wird die Branche derzeit als alternativer, sicherer Lieferant nachgefragt. Hierfür sprechen auch sinkende Lager- bestände, die durch die Auftragsflaute der letzten Jahre aufgebaut wurden. • Zu Krisenzeiten zeigt sich damit einmal mehr, dass preisliche Wettbewerbsfähigkeit nicht alles ist. Auch Geopolitik und Geografie sind Standortfaktoren. Das ändert jedoch nichts daran, dass die Branche lang- fristig vor den altbekannten Problemen steht. Branchen-Update | 09.06.2026 8 Pharma: Hin und Her Produktion\*, Auftragseingänge\*, Jan. 2022 = 100, sb, geglättet • Die Pharmaindustrie weitet ihre Produktion im April um 3,0 % gg. Vm. aus (+4,6 % gg. Vj.). • Die Auftragseingänge sinken um 2,6 % gg. Vm., während sie im Vorjahresvergleich um 6,4 % zulegen. • Die in dieser Branche sehr volatilen Zahlen lassen derzeit noch keine Aussagen über eine Trend- richtung zu. • Mit Blick auf den Irankrieg lässt sich nur festhalten, dass die vom ifo Institut befragten Unternehmen im zweiten Quartal zwar zunehmende Materialengpässe beklagten. Mit 16,2 % der befragten Unternehmen kann man aber noch nicht von ernsthaften Ver- sorgungsengpässen sprechen. Branchen-Update | 09.06.2026 9 Metall: Positive Signale halten sich nur von Zwölf bis Mittag Produktion\*, Auftragseingänge\*, Jan. 2022 = 100, sb, geglättet • Im Metallgewerbe liegt die Produktion im April 1,7 % über dem Vormonat (-0,3 % gg. Vj.). • Die Auftragseingänge wachsen minimal gegenüber dem Vormonat (+0,3 %) und liegen 2,1 % über dem Vorjahr. • Der Produktionszuwachs kam sowohl von den Metallerzeugnissen (+1,6 %) als auch von der energieintensiven Metallerzeugung/-bearbeitung. • Das Aprilplus sollte nicht für zu viel Euphorie sorgen. Der Abwärtstrend der Produktion im Metallgewerbe ist damit nicht gestoppt. Langfristig bleibt die Lage der Branche schwierig. Branchen-Update | 09.06.2026 10 Elektro: Ein schlechter Monatswert. So what? Produktion\*, Auftragseingänge\*, Jan. 2022 = 100, sb, geglättet • Die Produktion der Elektroindustrie wächst im April um 0,8 % gg. März (+2,1 % gg. Vj.). • Die Auftragseingänge büßen 7,3 % gegenüber dem Vormonat ein. Nach einem bombastischen März (+19,1 % gg. Vm.) ist das aber wenig verwunderlich, was auch der deutlich positive Vorjahreswert (+ 8,8 %) unterstreicht. • Den schlechten Aprilaufträgen zum Trotz zeigt der Dreimonatstrend der Auftragseingänge in der Elektroindustrie steil nach oben. • Behäbiger verhält sich der Trend der Produktion, der sich aber im Jahresverlauf ebenfalls aufrichten dürfte. Branchen-Update | 09.06.2026 11 Maschinenbau: Schwache Inlandsnachfrage belastet die Schlüsselbranche weiterhin Produktion\*, Auftragseingänge\*, Jan. 2022 = 100, sb, geglättet • Die Schlüsselbranche Maschinenbau kann die Produktion im April um 0,8 % gegenüber dem Vormonat ausweiten (-3,1 % gg. Vj.) • Die Auftragseingänge geben um 7,4 % nach, was die Gegenbewegung zu dem überraschend starken März darstellt (+7,3 %). • Im Maschinenbau wird die schwache Inlandsnach- frage – trotz eines geringen Anteils am Gesamt- ergebnis – ein immer größeres Laster. Das zeigt ein Blick auf die Umsatzzahlen: die preisbereinigten Inlandsumsätze lagen zuletzt rund 15 % unter dem Stand von 2021, während sich die Auslandsumsätze etwa auf dem gleichen Niveau befinden. Branchen-Update | 09.06.2026 12 Automobil: Rückläufige Verbrennerfertigung und Auslandsgeschäft belasten Produktion\*, Auftragseingänge\*, Jan. 2022 = 100, sb, geglättet • Die Automobilindustrie verzeichnet im April einen Produktionsrückgang von 4,7 % gegenüber dem Vormonat (-9,1 % gg. Vj.). Die drei Zuwächse der Vormonate sind damit ausgeglichen und der Produktionstrend zeigt wieder nach unten. • Die Auftragseingänge machen es nicht besser: Sie geben im April um 5,3 % gegenüber März nach (-1,1 % gg. Vj.). • Laut Branchenverband VDA belastet vor allem der Rückgang der Verbrenner-Pkw um 2 % – die Sprit- preise lassen grüßen. • Dass es sich bei den schwachen Aprilzahlen eher um krisenbedingte Kaufentscheidungen der Verbraucher als um strukturelle Probleme der Anbieter handelt, zeigt auch die Herstellung von reinen E-Autos, die um 1 % stieg. Branchen-Update | 09.06.2026 Helaba Neue Mainzer Straße 52 – 58 60311 Frankfurt am Main T +49 69 / 91 32-01 F +49 69 / 29 15-17 Bonifaciusstraße 16 99084 Erfurt T +49 3 61 / 2 17-71 00 F +49 3 61 / 2 17-71 01 www.helaba.com 13 Die Publikation ist mit größter Sorgfalt bearbeitet worden. Sie enthält jedoch lediglich unverbindliche Analysen und Prognosen zu den gegenwärtigen und zukünftigen Marktverhältnissen. Die Angaben beruhen auf Quellen, die wir für zuverlässig halten, für deren Richtigkeit, Vollständigkeit oder Aktualität wir aber keine Gewähr übernehmen können. Sämtliche in dieser Publikation getroffenen Angaben dienen der Information. Sie dürfen nicht als Angebot oder Empfehlung für Anlageentscheidungen verstanden werden. Ansprechpartner Adrian Keppler Senior Economist Branchenanalyse Helaba Research Tel.: 069 / 91 32-41 83 adrian.keppler@helaba.de Redaktion: Dr. Stefan Mitropoulos

Die Industrieproduktion wächst im April um 0,4 %, was einem Plus im Bau von 2,4 % zu verdanken ist. Produktion des Verarbeitenden Gewerbes stagniert. Überraschender Outperformer ist die chemische Industrie, die den vierten Monat in Folge ihre Produktion ausweitet. Insgesamt ist der April verhalten. Positiv hervorzuheben ist die Auslandsnachfrage, während die Inlandsnachfrage Sorgen macht.
