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title: "Im Fokus Geopolitik: UN-Sicherheitsrat – die längst vergessene „Macht“?"
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updated: 2026-09-28
keywords: Geopolitik
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# Im Fokus Geopolitik: UN-Sicherheitsrat – die längst vergessene „Macht“?

Im Fokus: Geopolitik 23. April 2025 © Helaba | Research &amp; Advisory | 23. April 2025 1 von 2 Research &amp; Advisory UN-Sicherheitsrat – die längst vergessene „Macht“? Die Aktienmärkte drehten nach der Ankündigung Trumps, dass die Zölle auf chinesische Waren substanziell reduziert werden könnten, ins Plus. Im Kontext erschien es, als sei der US-Präsident – von der Warnung des IWF beeindruckt – um Schadensbegrenzung bemüht. Ein Blick in den Tagungskalender des Sicherheitsrates der Vereinten Nationen bietet eine andere Erklärung. Am Mittwoch reagierten die Aktienmärkte mit Erleichterung über den konzilianteren Ton des US-Präsidenten. Augenscheinlich hatte sich dieser von der Reduzierung des Wachstum- sausblicks des Internationalen Währungsfonds (IWF) beeindrucken lassen. Der IWF hatte auf die schweren ökonomischen Konsequenzen des US-amerikanischen Handelskrieges verwie- sen und seine Wachstumsprognosen nach unten angepasst. Substanziell fiel dabei die Revi- sion des US-Wirtschaftswachstums für 2025 auf 1,8 % von zuvor 2,7 % aus. Gedämpftere Aussichten wurden auch für China, Indien und die G7 verkündet. Ist dies der Beginn einer Kurskorrektur des US-Präsidenten, der sich bislang nicht von den negativen Konsequenzen seiner Zollpolitik und des begonnenen Handelskrieges beeindru- cken ließ? Man kann zumindest Zweifel daran hegen. Wo liegt der Hebel des IWF, über den andere Mahner wie die Fed und weitere Wirtschaftsteilnehmer nicht verfügen? Eine andere Erklärung bietet ein Blick in den Tagungskalender des Sicherheitsrates der Vereinten Nationen. Dort steht unter dem 23. April ein „Private Meeting (closed)“. Dabei handelt es sich um informelle private Treffen der Ratsmitglieder unter Ausschluss der Öffentlichkeit. Die Verfahrensordnung sieht vor, dass diese situations- spezifisch einberufen werden können. Sie bieten Gelegenheit für einen Meinungs- und Informationsaustausch, der nicht protokolliert wird. Die heute stattfindende informelle und nicht-öffentliche Sitzung wurde vom Ratsmitglied China einberufen. Chinas Diplomaten wollen im UN-Sicherheitsrat die einseitige und aus ihrer Sicht schikanöse Machtpolitik der USA diskutieren. Dazu sind alle 193 Mitglieder der Vereinten Nationen eingeladen worden und erhalten die Mög- lichkeit, sich vor dem Gremium zu äußern. Dabei bedient sich China der Institutionen der internationalen Ord- nung, um einen multilateralen Austausch zu ermöglichen. Die US-Regierung war dagegen bislang bemüht, bilate- rale Verhandlungen mit den betroffenen Staaten zu führen. In den letzten Tagen wurde dabei immer klarer, dass ein Teil der Verhandlungen auch die Eindämmung der Wirtschaftsbeziehungen der jeweiligen Länder mit China betraf – ein klarer Versuch, die wirtschaftliche und technologische Entwicklung des Reichs der Mitte einzuhe- gen. Die bilateralen Verhandlungen der USA fußten dabei auch auf dem Faktor Unsicherheit. Die betroffenen Länder agierten im eigenen Interesse und es wurde ihnen seitens der US-Administration immer wieder signalisiert, dass es vorteilhaft wäre, schnell an den Verhandlungstisch zu kommen. Eine Blockbildung der betroffenen Länder gilt es aus US-amerikanischer Sicht zu vermeiden. Das könnte sich durch den Vorstoß Chinas im UN-Sicherheitsrat ändern. Obwohl die Sitzung nicht protokolliert wird, dürfte sie für die Vertreter der US-Regierung nicht angenehm werden. Es ist davon auszugehen, dass sich der Großteil der beteiligten Staaten kritisch zur US-amerikanischen Handelspolitik äußert. Ralf Schuster Geopolitischer Experte T 069/91 32-28 88 Im Fokus: Geopolitik © Helaba | Research &amp; Advisory | 23. April 2025 2 von 2 Aus geopolitischer Sicht dürfte es daher für die USA im Vorfeld der nicht-öffentlichen Sitzung angezeigt gewesen sein, die Situation – zumindest vorerst – zu deeskalieren. Ob sich daraus ein Kurswechsel der US-Administration ergibt, steht hingegen zu bezweifeln. Falls unsere Vermutung stimmt, zeigt es jedoch, dass die US-Administra- tion sich auch von nicht-öffentlichen Diskussionen im Sicherheitsrat zu einem Taktikwechsel animieren lässt. Das Überraschungsmoment für die Finanzmärkte dürfte aber auch nach der Sitzung wieder in den Händen des US-Prä- sidenten liegen. Herausgeber und Redaktion Helaba Research &amp; Advisory Redaktion: Dr. Stefan Mitropoulos Verantwortlich: Dr. Gertrud R. Traud Chefvolkswirtin/ Head of Research &amp; Advisory Neue Mainzer Str. 52-58 60311 Frankfurt am Main T +49 69 / 91 32 – 20 24 Internet: www.helaba.com Disclaimer Die Publikation ist mit größter Sorgfalt be- arbeitet worden. Sie enthält jedoch lediglich unverbindliche Analysen und Prognosen zu den gegenwärtigen und zukünftigen Markt- verhältnissen. Die Angaben beruhen auf Quellen, die wir für zuverlässig halten, für deren Richtigkeit, Vollständigkeit oder Ak- tualität wir aber keine Gewähr übernehmen können. 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Die Ankündigung Trumps, dass die Zölle auf chinesische Waren gesenkt werden könnten, scheint im Zusammenhang mit der Wachstumsrevision des IWF erfolgt zu sein. Hintergrund könnte auch eine von China einberufene Sitzung des UN-Sicherheitsrats hinter verschlossenen Türen sein, die eine Plattform für Kritik am US-Vorgehen bietet. Dies widerspricht dem Interesse der USA, eine Blockbildung zu vermeiden und auf bilaterale Verhandlungen zu setzen.
