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title: "Im Fokus Schweizer Franken: Solider Anlagehafen"
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updated: 2026-09-28
keywords: Länder & Regionen, Länderfokus
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# Im Fokus Schweizer Franken: Solider Anlagehafen

Im Fokus: Devisen 4. September 2025 © Helaba | Research &amp; Advisory | 4. September 2025 1 von 3 Research &amp; Advisory Schweizer Franken: Solider Anlagehafen Die Schweizer Währung trotzte erneut einem nicht einfachen Umfeld und notiert stabil gegenüber dem Euro. Künftige Verluste des Frankens sind zwar möglich, bleiben aber vermutlich begrenzt. Der Schweizer Franken zeigt sich im laufenden Jahr recht solide. Der Euro-Franken-Kurs no- tierte weitgehend zwischen 0,92 und 0,94. Gegenüber dem US-Dollar hingegen legte die Schweizer Währung kräftig zu, der Dollar-Franken-Kurs lag in der Historie mit 0,80 nur ganz selten niedriger. Bemerkenswert ist aber auch der stabile Euro-Franken-Kurs: einerseits kann die Schweizer Fluchtwährung von den politischen Unsicherheiten in den USA nicht stärker als der Euro profitieren. Andererseits verlor auch der Franken in der Vergangenheit häufig in Pha- sen eines steigenden Euro-Dol- lar-Kurses, diesmal aber nicht. Trotz aller Trump-Unsicherheiten war an den Finanzmärkten die Nachfrage nach siche- ren Anlagehäfen nur kurzzeitig erhöht. Trumps Ver- kündung der „reziproken“ Zölle bereitete zunächst Sorgen. Nach deren temporärer Aussetzung ent- spannte sich die Situation wieder schnell. Die führen- den Aktienindizes notieren nahe ihrer Allzeithochs. Bis heute hat die erhöhte Risikoneigung an den Fi- nanzmärkten der Schweizer Fluchtwährung allerdings auch nicht geschadet. Der Zusammenhang zwischen Risikoneigung und dem Euro-Franken-Kurs war in der Vergangenheit schon stärker ausgeprägt. Allerdings droht Ungemach für den Franken von ande- rer Seite. Im Gegensatz zur EU konnte die Schweiz keinen Handelsdeal mit der US-Regierung abschließen. Schweizer Exporte in die USA sollen – vorbehaltlich juristischer Eingriffe – mit einem Strafzoll von 39 % belegt werden. Nur wenige Länder werden härter getroffen. Dass diese Zölle für Gold und Pharmaprodukte zu- nächst nicht gelten, ist nur ein begrenzter Trost, ob- wohl diese Warengruppen in den letzten zwölf Mona- ten gut 70 % der Exporte in die USA ausmachten. Die hohen Goldausfuhren waren eine zollbedingte Sonder- konjunktur. Auf Arzneimittel drohen neue US- Strafzölle. Die Schweizer Wirtschaft dürfte daher Ein- bußen erleiden, wobei ein späterer Zolldeal bei Donald Trump nicht auszuschließen ist. Aktuell scheint die Tür für Nachverhandlungen jedoch geschlossen. Im laufenden Jahr werden die Wachstumszahlen ver- mutlich noch solide ausfallen. Zum Jahresauftakt legte das BIP kräftig zu, selbst im zweiten Quartal konnte Christian Apelt, CFA Devisenstratege T 069/91 32-47 26 Höhere Risikoneigung belastete Franken kaum Index, invertiert CHF \* errechnet aus VIX, High-Yield Spreads, Gold-Kupfer-Verhältnis Quellen: Macrobond, Helaba Research &amp; Advisory Pharma und Gold zuletzt wichtigste Exporte %, Anteil an den Schweizer Exporten in die USA inkl. Gold\* \* 12-Monats-Durchschnitt Quellen: Macrobond, Helaba Research &amp; Advisory Im Fokus: Devisen – Schweizer Franken © Helaba | Research &amp; Advisory | 4. September 2025 2 von 3 ein Minus vermieden werden. Trotz eines zu erwartenden schwierigen zweiten Halbjahrs dürfte die Wirtschaft 2025 insgesamt um etwa 1,5 % wachsen. 2026 sollte die Schweiz von einer freundlicheren Konjunktur in Europa profitieren, schließlich sind die Ausfuhren in die Eurozone mit einem Anteil von gut 50 % deutlich höher als in den USA mit knapp 20 % (2024). Mit rund 1 % wird der BIP-Zuwachs dann aber verhaltener ausfallen. Die Schweizer Geldpolitik hatte ohnehin schon rea- giert. Die Nationalbank (SNB) senkte ihren Leitzins im Juni wieder auf null. Hauptgrund hierfür war aller- dings die sehr niedrige Inflation um die Nullmarke. Nun kommen Konjunktursorgen hinzu. Erneute Nega- tivzinsen sind daher möglich, aber noch nicht ausge- macht. Für die Wiederaufnahme einer Negativzinspoli- tik existiert wohl eine gewisse Hemmschwelle. Eine moderate Konjunkturabschwächung könnte die SNB tolerieren, ohne den Leitzins weiter zu senken. Außer- dem wird sich die Inflation spätestens im kommenden Jahr wieder etwas von der Nulllinie entfernen, zumal die Kernteuerung ohnehin etwas höher liegt. Dennoch dürfte die Inflation 2026 mit 0,5 % auf niedrigem Ni- veau bleiben. Statt Zinssenkungen könnte die SNB wie in der Vergangenheit auch am Devisenmarkt intervenieren. Diese Markteingriffe nutzte die Notenbank in der jüngeren Vergangenheit vermutlich kaum. Ganz eindeutig ist die Da- tenlage hier nicht, der leichte Anstieg der Devisenreserven resultierte eher aus Bewertungseffekten als aus Zukäu- fen. Hemmungen gegenüber Interventionen bestehen womöglich auch wegen der USA. Das US-Finanzministerium hat die Schweiz wieder auf die Beobachtungsliste für sogenannte „Devisenmanipulateure“ gesetzt, wobei das Land derzeit nicht alle Kriterien hierfür erfüllt. Vor dem Hintergrund der gegenwärtig schon geltenden Strafzölle sollte die Angst vor US-Sanktionen jedoch kaum aus- schlaggebend sein. Zumindest verbal könnte die SNB die Sorge vor einem zu starken Franken mehr betonen. Selbst ohne signifikante Devisenmarktinterventionen dürfte die Geldpolitik kein positiver Faktor für den Franken sein. Gewöhnlich belasten sinkende EZB-Zinsen den Euro- Franken-Kurs. Dies war vor allem 2024 der Fall. Mitt- lerweile hat die EZB jedoch ihren Lockerungskurs ver- mutlich beendet. Die Zinsdifferenzen zwischen Euro und der Schweiz weiteten sich wieder zu Gunsten des Euro aus. Dies spiegelte sich bislang nicht im Euro- Franken-Kurs wider, was ein gewisses Abwertungsri- siko für die Schweizer Währung bedeutet. Langfristig gilt der Franken u.a. gemäß Kaufkraftparität zwar nach wie vor als teuer. Allerdings reduziert der im Vergleich zur Eurozone geringere Preisanstieg die Überbewertung. Euro-Franken-Kurse oberhalb der Parität sind deshalb auch in fernerer Zukunft unwahrscheinlich. Zeitweise könnte der Franken sogar von Unsicherheiten bzw. Phasen mit höherer Risikoaversion an Finanzmärkten profitieren. Neben Trump-Kapriolen wäre auch die politische Situation in Frankreich so ein Auslöser. Wahrscheinlich bliebe ein solcher Schub für den Franken aber zeitlich be- grenzt. Das Ende der EZB-Lockerungen und der Schweizer Zinsnachteil gegenüber dem Euro sowie 2026 auch der Wachstumsnachteil bergen jedoch zumindest leichtes Abwertungspotenzial. Spätestens 2026 dürfte der Euro- Franken-Kurs etwas höher notieren. Senkt die SNB wieder in den Negativbereich? % bzw. % gg. Vj. Quellen: Macrobond, Helaba Research &amp; Advisory Schweizer Renditenachteil zuletzt gestiegen %-Punkte CHF Quellen: Macrobond, Helaba Research &amp; Advisory aktuell\* Q3/25 Q4/25 Q1/26 Q2/26 Schweizer Franken/ Euro 0,94 0,94 0,94 0,95 0,95 Schw. Franken/ US-Dollar 0,80 0,82 0,82 0,83 0,79 \* 03.09.2025 Quellen: Bloomberg, Helaba Research &amp; Advisory Im Fokus: Devisen – Schweizer Franken © Helaba | Research &amp; Advisory | 4. September 2025 3 von 3 Herausgeber und Redaktion Helaba Research &amp; Advisory Redaktion: Dr. Stefan Mitropoulos Verantwortlich: Dr. Gertrud Rosa Traud Chefvolkswirtin/ Head of Research &amp; Advisory Neue Mainzer Str. 52-58 60311 Frankfurt am Main T +49 69 / 91 32 – 20 24 Internet: www.helaba.com Disclaimer Die Publikation ist mit größter Sorgfalt be- arbeitet worden. 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Schweizer Franken trotzte einem schwierigen Umfeld und notiert stabil gegenüber Euro. Ende der EZB-Zinssenkungen könnte Euro-Franken-Kurs etwas stärken. Künftige Verluste des Frankens möglich, aber vermutlich begrenzt.
