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title: "Im Fokus Indien: Auf Wachstumskurs trotz Zoll-Unsicherheit"
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updated: 2026-09-28
keywords: Länder & Regionen, Länderfokus
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# Im Fokus Indien: Auf Wachstumskurs trotz Zoll-Unsicherheit

Im Fokus: Länder 8. Dezember 2025 © Helaba | Research &amp; Advisory | 8. Dezember 2025 1 von 3 Research &amp; Advisory Indien: Auf Wachstumskurs trotz Zoll-Unsicherheit Indiens Wirtschaft zeigt sich außerordentlich widerstandsfähig. Das dynamische Wirtschafts- wachstum dürfte sich fortsetzen, vor allem wenn eine Zoll-Einigung mit den USA gelingt. Die jüngsten Daten zum indischen Bruttoinlandsprodukt zeigen eindrucksvoll, dass das Land seinem Ruf als Wachstumslokomotive einmal mehr gerecht werden konnte. Für die Monate Juli bis September – dem zweiten Quartal des indischen Fiskaljahres – meldete die nationale Statistikbehörde ein BIP-Wachstum von 8,2 % im Vergleich zum Vorjahreszeit- raum. Dies lag deutlich über den Markterwartungen und stellt sogar eine Wachstumszu- nahme gegenüber dem 1. Quartal dar, als das BIP um 7,8 % gg. Vj. zulegte. In einer Zeit glo- baler Unsicherheiten beweist Indien damit eine bemerkenswerte Widerstandsfähigkeit. Risiken ergaben sich zuletzt vor allem durch den Handels- konflikt mit den USA. Neben China stand Indien im Fokus von Donald Trumps Zollpolitik. Der US-Prä- sident kritisierte wiederholt das hohe bilaterale Handelsdefizit, welches sich im vergangenen Jahr auf 40 Mrd. US-Dollar ausweitete. In der Folge wurden US-Im- porte aus Indien ab August mit reziproken Zöllen in Höhe von 25 % belegt. Ende August folgte darüber hinaus ein zusätzlicher Strafzoll in gleicher Höhe, um Indien für seine anhaltend hohen Ölimporte aus Russland zu sanktio- nieren. Mit dem daraus resultierenden Zollaufschlag von insgesamt 50 % auf Exporte in die USA gehört Indien zu den am stärksten betroffenen Ländern. Dies hatte erwartungsgemäß Auswirkungen auf Indiens Han- del mit den USA, dem wichtigs- ten Exportpartner des Landes, für den etwa ein Fünftel der Aus- fuhren bestimmt ist. Produktion und Exporte zeigten sich im letzten Quartal stark – vermut- lich wegen Vorzieheffekten vor Inkrafttreten der Zölle. Im Sep- tember und Oktober, den ersten vollen Monaten mit 50 % Zoll- belastung, ließen sich jedoch deutliche Rückgänge der Exporte in die USA von 12 % bzw. 9 % gg. Vj. beobachten. Auch mit anderen Ländern schwächelten die Exporte zuletzt, sodass selbst die starken Ausfuhren nach China die negativen Auswirkungen nicht vollständig abfedern konnten. Während bei den Gesamtexporten im September noch ein Plus von 7 % zu Buche stand, gaben sie im Oktober um 12 % nach. Viola Julien Länderrating/-analyse Tel. 069/91 32-20 32 Zollhammer trifft US-Exporte – China-Plus nicht ausreichend Indische Exporte, % gg. Vj. Quellen: Macrobond, Helaba Research &amp; Advisory 2024 2025s 2026p 2027p BIP, real % gg. Vj. 6,5 6,7 6,1 6,3 Inflationsrate % gg. Vj. 4,9 3,0 3,7 4,0 Arbeitslosenquote % 8,0 7,1 7,5 7,4 Budgetsaldo % des BIP -4,8 -4,4 -4,0 -3,7 Quellen: EIU, Helaba Research &amp; Advisory Im Fokus: Länder – Indien © Helaba | Research &amp; Advisory | 8. Dezember 2025 2 von 3 Die Aussichten für die indische Wirtschaft bleiben dennoch positiv, denn das Land ist deutlich weniger vom Au- ßenhandel abhängig als seine regionalen Pendants. Mit mehr als 1,4 Mrd. Einwohnern und einer wachsenden Mit- telschicht ist es vor allem der Binnenkonsum, der das indische Wachstum antreibt. Einen Impuls erhält die Kauf- laune der privaten Haushalte aktuell durch das mode- rate Preisniveau. Die Inflation könnte sich im laufenden Kalenderjahr bei für Indien rekordniedrigen 3 % ein- pendeln. Der günstige Inflationsausblick ermöglichte eine stärkere geldpolitische Lockerung: Seit Februar hat die indische Zentralbank den Leitzins viermal auf aktuell 5,25 % gesenkt, was ebenfalls konsum- und wachstumsfördernd wirkt. Auch die jüngste Steuerreform stärkt die Kaufkraft der Inder: Seit September gilt eine vereinfachte und teilweise deutlich reduzierte Umsatzsteuer (GST). Viele Grundnahrungsmittel sind seitdem steuerfrei. Für an- dere Güter (vor allem langlebige Konsumgüter) und Dienstleistungen wurden die Sätze verringert, während Luxusprodukte nun höher versteuert werden. Damit sollen der Konsum gesteigert und Haushalte mit niedrigen und mittleren Einkommen entlastet werden. Der Zeit- punkt für die Umsetzung ist äußerst günstig: Die Diwali-Feierlichkeiten im Oktober markierten den Beginn der mehrmonatigen Festsaison, in der die Inder typischerweise große Anschaffungen tätigen. Der Konsum könnte da- her in der zweiten Hälfte des indischen Fiskaljahres einen deutlichen Aufschwung erfahren. Gleichzeitig scheinen die Handelsspannungen mit den USA nach monatelanger Unsicherheit allmählich nachzulas- sen. Gespräche über ein bilaterales Abkommen schreiten offenbar voran. Unter anderem teilten indische Regie- rungsvertreter mit, dass man künftig 10 % des Flüssiggas-Bedarfs aus den USA beziehen werde – ein wichtiger Punkt für die USA, die Delhi drängen, den Kauf von US-Energieprodukten zu erhöhen und so die Abhängigkeit von russischem Öl zu verringern. Zudem dürfte Indien von der Mitte November getroffenen Entscheidung der USA pro- fitieren, Gegenzölle auf bestimmte Agrarprodukte zurückzunehmen. Dies gilt zwar für alle Handelspartner der USA, schafft aber gleiche Wettbewerbsbedingungen für die bisher besonders betroffenen indischen Export- eure. Das indische Handelsministerium schätzt, dass dieser Schritt Agrarexporte im Wert von rund einer Mrd. US-Dollar effektiv von der Zollpflicht befreit. Wichtige Wachstumsimpulse jenseits des Außenhan- dels liefern weiterhin die unter Premierminister Modi angestoßenen Infrastrukturprogramme und Industri- alisierungsoffensiven. Sie sollen Indien wirtschaftlich unabhängiger machen und als attraktiven Standort für internationale Investoren positionieren. Die Einkaufsmanagerindizes unterstützen den positi- ven Wachstumsausblick sowohl für den Industrie- als auch den Dienstleistungssektor mit Werten deutlich oberhalb der Expansionsschwelle von 50. Insgesamt rechnen wir für 2025/26 mit einem BIP-Zuwachs in Höhe von 6,5 % gg. Vj. wobei die „Risiken“ nach dem äußerst starken 2. Quartal hier klar auf der Oberseite liegen. Im kommenden Fiskaljahr halten wir ein Plus von 6,1 % für möglich – vor allem wenn ein Handelsabkommen mit den USA zustande kommt. Indien bleibt damit eine der dynamischsten Volkswirtschaften weltweit. Indisches Wachstum weiterhin kräftig % gg. Vj. \*ab 2025 Prognose Quellen: Macrobond, Helaba Research &amp; Advisory Günstige Aussichten für Privatkonsum % gg. Vj. % gg. Vj.\* (invers) \*2025 Prognosewert Quellen: Macrobond, Helaba Research &amp; Advisory Im Fokus: Länder – Indien © Helaba | Research &amp; Advisory | 8. Dezember 2025 3 von 3 Herausgeber und Redaktion Helaba Research &amp; Advisory Redaktion: Dr. Stefan Mitropoulos Verantwortlich: Dr. Gertrud Rosa Traud Chefvolkswirtin / Head of Research &amp; Advisory Neue Mainzer Str. 52-58 60311 Frankfurt am Main Tel. 069/91 32-20 24 Internet: http://www.helaba.de Disclaimer Die Publikation ist mit größter Sorgfalt bearbeitet worden. Sie enthält jedoch le- diglich unverbindliche Analysen und Prognosen zu den gegenwärtigen und zu- künftigen Marktverhältnissen. Die Anga- ben beruhen auf Quellen, die wir für zu- verlässig halten, für deren Richtigkeit, Vollständigkeit oder Aktualität wir aber keine Gewähr übernehmen können. Sämt- liche in dieser Publikation getroffenen Angaben dienen der Information. Sie dür- fen nicht als Angebot oder Empfehlung für Anlageentscheidungen verstanden werden. 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Beeindruckend hohes Wachstum im zweiten Quartal. Auswirkungen der US-Zollpolitik bislang begrenzt – wann kommt der Trade Deal? Gute Aussichten für den Wachstumstreiber Privatkonsum.
