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title: "Im Fokus Schweden: Fiskalpolitik – der Joker vor der Wahl "
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updated: 2026-09-28
keywords: Länder & Regionen, Länderfokus
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# Im Fokus Schweden: Fiskalpolitik – der Joker vor der Wahl 

Im Fokus: Länder 10. Dezember 2025 © Helaba | Research &amp; Advisory | 10.12.2025 1 von 3 Research &amp; Advisory Schweden: Fiskalpolitik – der Joker vor der Wahl Die Konjunktur gewinnt mit Unterstützung der Fiskalpolitik an Schwung. Der Wohnungsmarkt profitiert von der Geldpolitik. Die Parlamentswahl im September 2026 rückt näher. In der schwedischen Volkswirtschaft setzt sich 2026 der Aufschwung fort, sodass mit einem deutlichen Plus beim Bruttoinlandsprodukt (BIP) gerechnet werden kann. Das BIP wird vo- raussichtlich um 2,5 % zulegen, beinahe doppelt so stark wie im Durchschnitt der Eurozone (1,4 %). Einen wichtigen Part haben dabei der private Verbrauch und die Investitionen. Der Joker ist die Fiskalpolitik, die beiden Impulse gibt. Staatliche Investitionsausgaben werden vor allem in die verteidigungsrelevante Infra- struktur, in Digitalisierung und Nachhaltigkeit sowie in neue Kernenergieprojekte fließen, denn Schweden hat sich gesetzlich verpflichtet, die Klimagasemissionen bis 2045 auf null zu bringen. Die privaten Haushalte dürfen sich über die Einkommensteuersenkung ab 1. Januar sowie den von April 2026 bis Ende 2027 auf 6 % halbierten Mehrwertsteuersatz auf Nahrungsmittel freuen. Zusätzlich werden Unternehmenssteuern gesenkt. Die gesamten Maßnahmen (inklusive der Hilfe für die Ukraine) beziffert die Regie- rung auf fast 80 Mrd. Kronen (umgerechnet gut 7 Mrd. Euro bzw. gut 1 % des BIP). Die Konsumenten rechnen da- mit, dass sich sowohl ihre fi- nanzielle Situation als auch die gesamtwirtschaftliche Lage ver- bessert. Dies zeigt das Ver- brauchervertrauen, das sich in den letzten Monaten kräftig aufgehellt hat. Insbesondere die Preis- und die Arbeitsmarkt- entwicklung werden positiver eingeschätzt. Auch die Industrie wird optimistischer, wenngleich die internationale (Handels-)Politik noch manche Unwägbar- keit mit sich bringt. Zwar gibt es noch kein formales Handelsabkommen der USA mit der EU und die Zölle auf viele Güter sind gegenüber 2024 gestiegen. Der Exportanteil in die USA liegt immerhin bei gut 8 %. Die schlimmsten Befürchtungen in Bezug auf die Höhe der Zölle haben sich jedoch nicht bewahrheitet und der Löwenanteil der Ex- porte (73 %) geht in europäische Länder, wo sich die Konjunkturaussichten z.T. deutlich verbessern. Inflation moderat, Krone seitwärts Die Inflation wird im neuen Jahr trotz des Auf- schwungs nur wenig zulegen. Dazu tragen günstigere Kreditzinsen sowie die niedrigere Mehrwertsteuer auf Lebensmittel ab April bei. Die Schwedische Marion Dezenter Senior Country Analyst Tel. 069/91 32-28 41 Klimaindikatoren hellen sich auf Eurostat Industrie- und Verbrauchervertrauen, Salden, saisonbereinigt Quellen: Macrobond, Helaba Research &amp; Advisory 2024 2025s 2026p 2027p BIP, real\* % gg. Vj. 0,8 1,8 2,5 2,2 Inflationsrate (CPI) % gg. Vj. 2,8 0,7 1,0 1,5 Arbeitslosenquote % 8,4 9,0 8,5 8,0 Budgetsaldo % des BIP -1,6 -1,7 -2,3 -2,0 \*kalenderbereinigt; Quellen: EU, Eurostat, Macrobond, Helaba Research &amp; Advisory Im Fokus: Länder - Schweden © Helaba | Research &amp; Advisory | 10.12.2025 2 von 3 Krone dürfte gegenüber dem Euro in den nächsten Monaten weiter um den Wert von 11 Kronen je Euro tendieren. Damit sind auch von der Währungsseite keine größeren Inflationsimpulse zu erwarten. Im Jahresdurchschnitt wird der Preisauftrieb (CPI) daher mit voraussichtlich 1 % moderat bleiben. Der für die Riksbank maßgebliche CPIF (ohne bremsenden Zinseffekt) wird durch die Mehrwertsteuersenkung zurückgehen. Die Notenbank hat den Leitzins seit Mai 2024 um 225 Basispunkte auf 1,75 % gesenkt und signalisierte bereits mehrfach Konstanz auf diesem Niveau. Die günstigeren Rahmenbedingungen für Finanzierungen erfreuen sowohl Investoren als auch private Haushalte. Über 80 % der Kredite an Haushalte sind Hypothekendarlehen, rund drei Viertel davon variabel verzinst. Zusätzlich zu den avisierten Steuersenkungen entlasten die niedrigeren Zinsen die privaten Haushalte, so dass die gute Laune der Verbraucher nachvollziehbar ist. Knappheit am Wohnungsmarkt stützt Hauspreise In der Korrekturphase nach dem Peak 2022 drückten hohe Inflationsraten und rasch steigende Zinsen auf die ver- fügbaren Einkommen und die Hauspreise. Diese Einflussfaktoren haben sich mittlerweile normalisiert. Die Haus- preise sind zuletzt wieder leicht gestiegen. Gleichzeitig werden zu den Baugenehmigungen und den Fertigstel- lungen weiter schwache Zahlen gemeldet. Beide sind auf den niedrigsten Stand seit Jahren gesunken, was ange- sichts zuvor gestiegener Baukosten und Zinsen nicht verwundert. Die fortgesetzte Knappheit auf der Angebotsseite sowie höhere verfügbare Einkommen, gesunkene Zinsen und Erleichterungen bei den Hypothekenvorgaben auf der Nachfrageseite bilden einen Mix, der 2026 eine moderate Erholung der Hauspreise bewirken dürfte. Nach einem Plus von 1 bis 1 ½ % im zurückliegenden Jahr sollte dann wieder eine Steigerung von mehr als 2 % möglich sein. Geldpolitik stärkt Verbraucher und Investoren Riksbank mit EZB weitgehend im Gleichklang % gg. Vj. Leitzinsen, % Quellen: Macrobond, Helaba Research &amp; Advisory Quellen: Macrobond, Helaba Research &amp; Advisory Hauspreise: Aufwärtstrend zögerlich Wohnraum bleibt vorerst knapp Eurostat Hauspreisindex, 01.2015 = 100 saisonbereinigt Quellen: Macrobond, Helaba Research &amp; Advisory Quellen: Macrobond, Helaba Research &amp; Advisory Im Fokus: Länder - Schweden © Helaba | Research &amp; Advisory | 10.12.2025 3 von 3 Fiskalische Spielräume geschickt nutzen Die seit Jahren umsichtige Haushaltsführung und das lange Zeit gesetzlich verankerte Ziel, einen Budgetüber- schuss zu erwirtschaften, haben die schwedischen Finanzen in eine komfortable Ausgangslage für die geplante expansive Fiskalpolitik gebracht. Sie erlaubt es, Spielräume zu nutzen, die andere Länder längst nicht mehr haben. Die Verschuldung wird absehbar unter 40 % des BIP liegen, während der Durchschnitt der Eurozone bereits rund 90 % erreicht. Das schwedische Defizit wird 2026 aller Voraussicht nach die 3 %-Grenze der EU-Stabilitätskrite- rien trotz der avisierten Mehrausgaben einhalten. Die Rendite der zehnjährigen Staatsanleihen ist ent- sprechend niedrig. Zuletzt sorgten u.a. die Erwartung nicht weiter fallender Leitzinsen und die Aussicht auf deutlich höhere Staatsschulden für einen Renditean- stieg. Das solide wirtschaftliche Umfeld mit verbesser- ten Wachstumsaussichten, die NATO-Mitgliedschaft und die Zukunftsorientierung bei den Themen Energie und Digitalisierung sprechen aber dafür, dass die In- vestoren am Kapitalmarkt relativ entspannt bleiben. Parlamentswahl im September Die Mitte-Rechts-Minderheitsregierung von Minister- präsident Kristersson aus Moderaten, Christdemokra- ten und Liberalen regiert unter Mitwirkung der rechten Schwedendemokraten, die mit 73 Sitzen im Parlament für eine knappe Mehrheit sorgen. Gegenüber der Wahl im Herbst 2022 haben die Sozialdemokraten leicht zuge- legt und sind laut Umfragen für die Parlamentswahl im September 2026 mit derzeit 34 % am besten positioniert. An zweiter Stelle stehen die Schwedendemokraten mit 21 %, gefolgt von den regierenden Moderaten (18 %). De- ren Koalitionspartner liegen aktuell beide unterhalb der 5 %-Schwelle. Sollte sich dies bei der Wahl bestätigen, würden die Karten neu gemischt. Der Joker in Form des expansiven Budgets, den die Regierung nun ins Spiel bringt, muss seine Wirkung allerdings noch unter Beweis stellen. Herausgeber und Redaktion Helaba Research &amp; Advisory Redaktion: Dr. Stefan Mitropoulos Verantwortlich: Dr. Gertrud Rosa Traud Chefvolkswirtin/ Head of Research &amp; Advisory Neue Mainzer Str. 52-58 60311 Frankfurt am Main T +49 69 / 91 32 – 20 24 Internet: www.helaba.com Disclaimer Die Publikation ist mit größter Sorgfalt be- arbeitet worden. Sie enthält jedoch lediglich unverbindliche Analysen und Prognosen zu den gegenwärtigen und zukünftigen Markt- verhältnissen. Die Angaben beruhen auf Quellen, die wir für zuverlässig halten, für deren Richtigkeit, Vollständigkeit oder Ak- tualität wir aber keine Gewähr übernehmen können. Sämtliche in dieser Publikation ge- troffenen Angaben dienen der Information. Sie dürfen nicht als Angebot oder Empfeh- lung für Anlageentscheidungen verstanden werden. Staatsanleihen: Rendite auf deutschem Niveau Rendite 10-jähriger Staatsanleihen, % Quellen: Macrobond, Helaba Research &amp; Advisory Hier können Sie sich für unsere Newsletter anmelden: https://news.helaba.de/research/

Regierung setzt vor der Parlamentswahl im September 2026 auf expansive Fiskalpolitik. Wirtschaft wächst 2026 um 2,5 %, Inflation bleibt mit 1 % moderat. Riksbank ohne weitere Lockerungspläne, Krone tendiert seitwärts.
