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title: "Im Fokus China: „One-trick pony“ im Jahr des Pferdes"
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updated: 2026-09-28
keywords: Länder & Regionen, Länderfokus
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# Im Fokus China: „One-trick pony“ im Jahr des Pferdes

Im Fokus: Länder &amp; Devisen 5. Mai 2026 © Helaba | Research | 5. Mai 2026 1 von 4 Helaba Research China: „One-trick pony“ im Jahr des Pferdes Die chinesische Wirtschaft läuft weiter besser als erwartet, aber dies wird nur von der Exportdy- namik getragen. Das unterstützt den Chinesischen Yuan, der seit Monaten aufwertet. Geopoli- tisch profitiert man von Fehlern der USA. Gut zwei Monate sind vergangen, seitdem die USA und Israel Ende Februar den Iran ange- griffen haben. Geopolitische Beobachter sehen China meist als Gewinner des Irankriegs – hauptsächlich in dem Sinn, dass es weniger als andere unter den Konsequenzen leidet. Die USA stehen bestenfalls als Supermacht ohne klare Strategie da, schlimmstenfalls als ver- längerter Arm der israelischen Regierung. Die NATO ist weiter beschädigt worden. Zwar sind die Auswirkungen der Nahostkrise auf den globalen Energiemarkt auch für den Rohstoffimporteuer China teuer und unterstreichen die Abhängigkeit des Landes vom Ausland in dieser Hinsicht. Die Regierung hat aber in den vergangenen Jahren für genau so einen Fall eine erhebliche Ölreserve angelegt. Im Inland produzierte Kohle und erneuer- bare Energien spielen eine überdurchschnittlich wichtige Rolle in der Energieversorgung. Auch ersetzt wohl zum Teil nun russisches Öl jenes aus dem Persischen Golf, denn China hat im Gegensatz zu ärmeren Ländern wie Bang- ladesch die finanziellen Mittel, sich auch zu deutlich höheren Preisen am Weltmarkt einzudecken. Sorgen über die Versorgungssicherheit mit fossilen Brennstoffen verbessern zudem weltweit die Absatzchancen für erneuerbare Energien und Elektroautos – Märkte, auf denen China eine starke Stellung hat. Konjunkturell zeigt sich China aber unverändert als das, was man im Englischen treffend als „one-trick pony“ bezeichnet: Eine Wirtschaft, die nur einen Trick wirklich beherrscht. Dies ist der Export, der aktuell boomt. Der Rückgang der Aus- fuhren in die USA ist von höhe- ren Exporten in den Rest der Welt mehr als kompensiert wor- den. Welche genaue Rolle dabei Handelsumlenkung (Lieferung in die USA über Drittmärkte) spielt, und welche Rolle stei- gende Marktanteile in manchen Drittmärkten haben, ist schwer zu beurteilen. Aber die derzeitigen Wachstums- raten der globalen Exporte (also inkl. der USA) – in den ersten drei Monaten 2026 fast 15 % gegenüber Vorjahr – zeigen, dass hier nicht nur Ersatzabsatzmärkte für die USA erschlossen werden. Beobachter gehen allgemein davon aus, dass das bevorstehende Treffen der Präsidenten Xi und Trump Mitte Mai den bisherigen „Waffenstillstand“ im Handelskrieg verlängert. An den Finanzmärkten hat sich die Überzeugung breit gemacht, dass eine neuerliche Eskalation des Handelsstreits zwischen China und den USA nicht ansteht. Hier besteht also ein gewisses Abwärtsrisiko, sollten sich die Dinge nicht wie erwartet entwickeln. Derzeit sind die Patrick Franke Internationale Konjunktur T 069/91 32-47 38 Es brummt: US-Handelspolitik bremst Chinas Exportflut nur wenig Chinesische Warenexporte, % gg. Vj.\* \*nominale USD-Werte Quellen: Macrobond, Helaba Research -20 -10 0 10 20 30 40 Asien Afrika Europa Lateinamerika Nordamerika Ozeanien Insgesamt 2025 2026 (Januar bis März) Im Fokus: Länder &amp; Devisen – China © Helaba | Research | 5. Mai 2026 2 von 4 Durchschnittszölle auf Chinas Exporte in die USA mit geschätzten rund 20 % praktisch wieder so niedrig wie vor der neuen Runde des Handelskriegs 2025. Bis Juli muss Trump eine Nachfolgeregelung für den aktuellen globalen 10 % Zoll-„surcharge“ auf Warenimporte finden. Hier ist damit zu rechnen, dass Chinas Exporte wieder stärker belastet werden – mit dem Potenzial von Gegenmaßnahmen. Die Wachstumszahlen zum ersten Quartal 2026 kamen vor allem dank des Außenhandels am oberen Rand der Erwartungen herein. Zusammen mit leichten Aufwärtsrevisionen der Vorquartale führt das Plus von 1,3 % gg. Vq. zu einem offiziellen Vorjahresanstieg des realen Bruttoinlandsproduktes (BIP) von 5 %. Auch mit der Ankündigung eines schwächeren zweiten Quartals durch die Regierung ist China im Frühjahr also auf Kurs, das Wachstumsziel für 2026 von 4,5 % bis 5 % zu erreichen. Keine weiteren „Tricks“: Binnennachfrage bleibt schwach Die Inlandsnachfrage ist unverändert eine Bremse für die Konjunktur. So sind die Anlageinvestitionen, über Jahr- zehnte der Haupttreiber des chinesischen Wachstums, weiter eher eine Schwachstelle: Die mittlerweile auch von der Regierung anerkannten erheblichen Überkapazitäten in vielen Sektoren lassen Erweiterungsinvestitionen konjunkturpolitisch als kontraproduktiv erscheinen. Gleichzeitig ist der Wohnimmobilienmarkt noch im- mer in einer Konsolidierungsphase, was den Bausek- tor nach wie vor belastet. Die Lage am Immobilienmarkt belastet schließlich auch die letzte große Komponente der Binnennach- frage, den privaten Konsum. Die Verbraucherstim- mung in China hat sich von ihrem Einbruch im Früh- jahr 2022, dessen Umfang und Dauer immer noch Rät- sel aufgeben, nie erholt. Die schlechte Stimmung der Haushalte konnte selbst das abrupte Ende der „Null- Covid-Politik“ im Dezember 2022 nicht verbessern. Alles in allem gehen wir unverändert davon aus, dass die chinesische Wirtschaft im laufenden Jahr dank schwacher Binnennachfrage, der Zurückhaltung der Regierung, den Stimulus hochzufahren und Belastungen aus dem Irankrieg trotz solider Exportperformance nur am unteren Rand des Wachstumsziels liegen wird. Nach 4,5 % für 2026 erwarten wir für 2027 einen noch mal leicht niedrigeren Zuwachs beim realen BIP. Preisdruck bleibt gering – trotz höherer Energiepreise Verglichen mit vielen Industriestaaten ist der Inflati- onseffekt des Irankriegs in China wirtschaftspolitisch weniger problematisch. Teilweise greifen hier Preis- kontrollen. Aber China hatte vorher das zuletzt inter- national seltene Problem, dass die Teuerung eher zu niedrig als zu hoch war. Wir haben unsere Inflati- onsprognose wegen des Energiepreisschocks für 2026 und 2027 nach oben angepasst. Für das laufende Jahr rechnen wir nun mit einer Teuerung von 1,2 % (vorher: 0,9 %). 2027 dürfte der Preisanstieg eine ähnliche Größen- ordnung erreichen. Seitens der Inflation spricht daher nichts gegen eine expansivere Geldpolitik in China. Da die Notenbank aber nicht wie EZB oder Fed einer geldpolitischen „Zielfunktion“ folgt, sondern ihre Instruktionen von der Regierung erhält, bleibt ihr zukünftiger Kurs unklar. Verbraucherstimmung unverändert im Keller Verbrauchervertrauen, Index\* \*Bandbreite 0 bis 200. Werte unter 100 signalisieren „fehlendes Vertrauen“. Quellen: Macrobond, Helaba Research 50 60 70 80 90 100 110 120 130 140 150 50 60 70 80 90 100 110 120 130 140 150 2016 2018 2020 2022 2024 2026 2024 2025 2026p 2027p BIP, real % gg. Vj. 5,1 5,0 4,5 4,0 Inflationsrate % gg. Vj. 0,2 0,0 1,2 1,3 Arbeitslosenquote\* % 5,1 5,2 5,3 5,1 Budgetsaldo % des BIP -7,1 -7,9 -8,2 -8,5 \*"Surveyed". Quellen: Macrobond, Helaba Research Im Fokus: Länder &amp; Devisen – China © Helaba | Research | 5. Mai 2026 3 von 4 Chinesischer Yuan erfährt Unterstützung durch Außenhandel Der chinesische Yuan wird durch strukturelle Faktoren gestützt. Eine veränderte währungs- politische Zielsetzung und ein anhaltender Leistungsbilanzüberschuss in Verbindung mit den guten Exportzahlen sprechen für eine moderate weitere Aufwertung. Die Kommunistische Partei Chinas verfolgt die Politik eines grundsätzlich stabilen, aber fle- xibel gesteuerten Yuan. Der Wechselkurs wird durch die Zentralbank im Rahmen der tägli- chen Fixings beeinflusst. Die chinesische Regierung signalisierte zuletzt zunehmende Tole- ranz für eine weitere graduelle Aufwertung des Yuan. Das steht in Verbindung mit dem stra- tegischen Ziel der Regierung, den Yuan stärker im internationalen Warenhandel zu veran- kern und seine Rolle im internationalen Währungssystem auszubauen. Anfang 2026 betonte Präsident Xi Jinping in einem Artikel1 ex- plizit sowohl die Bedeutung des Yuan im Außenhandel als auch die langfristige Perspek- tive als internationale Reserve- währung. Die Rolle im Außen- handel nahm in den letzten zwei Jahrzehnten zu. Während 2010 nahezu keine Transaktio- nen des chinesischen Außen- handels in Yuan abgewickelt wurden, sind es mittlerweile über 50 %. Zudem wurde der Yuan 2016 als offizielle Reservewährung vom Internationalen Währungsfonds anerkannt, so- dass die formale Voraussetzung erfüllt ist. Dennoch halten Zentralbanken weltweit bislang nur einen sehr gerin- gen Anteil ihrer Währungsreserven in Yuan – mit unter 2 % bleibt die Bedeutung begrenzt. Ein weiterer Ausbau der Rolle des Yuan als Reservewährung würde substanzielle Lockerungen der Kapitalverkehrskontrollen voraus- setzen. Diese stehen derzeit jedoch nicht auf der Agenda der chinesischen Führung, sodass die Internationalisie- rung des Yuan mittelfristig begrenzt bleibt. Seit dem Liberation Day befindet sich der Yuan gegenüber dem US-Dollar im Aufwärtstrend. Auch gegenüber anderen Währungen hat er seit Mitte letzten Jahres aufgewertet. Dies läuft allerdings ohne deutliche Veränderun- gen des Zinsvorteils von US-Treasuries gegenüber chinesischen Staatsanleihen. Die Währung wird hingegen strukturell durch robuste Exporte und einen anhaltenden Leistungsbilanzüberschuss gestützt. Die Wachstums- differenz gegenüber den USA wird 2026 zwischen 2 und 3 Prozentpunkten liegen und auch in Zukunft wird das Wachstum in China höher bleiben. Das bietet Raum für eine weitere moderate Aufwertung der chinesischen Wäh- rung. Insgesamt ist unser Bild zum Yuan moderat positiv. Die realwirtschaftliche Yuan-Nachfrage in Verbindung mit einer Regierung, die die Aufwertung toleriert, wirken stüt- zend. Wir gehen von einer fortgesetzten leichten Aufwertung aus. Zum Jahresende erwarten wir einen Dollar- Yuan Kurs von 6,60 und auch darüber hinaus gehen wir von einer leichten Aufwertung aus. 1 Auszug einer Rede Xi Jinpings vom 16.1.2024, veröffentlicht am 31.1.2026 in Qiushi, einer Zeitschrift der Kommunistischen Partei Samuel Will Devisenstratege T 069/91 32-74 88 Zunehmende Relevanz des Yuan im Außenhandel Bio. Yuan CNY Quellen: Macrobond, Helaba Research aktuell\* Q2/26 Q3/26 Q4/26 Q1/27 Chinesischer Yuan/ Euro 8,01 8,09 8,17 8,25 8,25 Chines. Yuan/ US-Dollar 6,82 6,80 6,70 6,60 6,60 \* 01.05.2026 Quellen: Bloomberg, Helaba Research Im Fokus: Länder &amp; Devisen – China © Helaba | Research | 5. Mai 2026 4 von 4 Herausgeber und Redaktion Helaba Research Redaktion: Dr. Stefan Mitropoulos Verantwortlich: Dr. Gertrud Rosa Traud Chefvolkswirtin / Head of Research Neue Mainzer Str. 52-58 60311 Frankfurt am Main Tel. 069/91 32-20 24 Internet: http://www.helaba.de Disclaimer Die Publikation ist mit größter Sorgfalt bearbeitet worden. 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Chinesische Wirtschaft läuft weiter besser als erwartet, aber dies wird nur von der Exportdynamik getragen. Geopolitisch profitiert man von Fehlern der USA. Yuan wertet auf - dank starker Ausfuhren und Unterstützung durch die Regierung.
