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title: "Aktienmarkt Aktuell: Immun gegen Coronavirus?"
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updated: 2026-09-28
keywords: Aktien
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# Aktienmarkt Aktuell: Immun gegen Coronavirus?

Helaba Volkswirtschaft/Research AKTIENMARKT AKTUELL HELABA VOLKSWIRTSCHAFT/RESEARCH · 7. FEBRUAR 2020 · © H EL A B A 1 7. Februar 2020 Die Publikation ist mit größter Sorgfalt bearbeitet worden. Sie enthält jedoch lediglich unverbindliche Analysen und Prognosen zu den gegen- wärtigen und zukünftigen Marktverhältnissen. Die An- gaben beruhen auf Quellen, die wir für zuverlässig halten, für deren Richtigkeit, Voll- ständigkeit oder Aktualität wir aber keine Gewähr überneh- men können. Sämtliche in dieser Publikation getroffe- nen Angaben dienen der In- formation. Sie dürfen nicht als Angebot oder Empfeh- lung für Anlageentscheidun- gen verstanden werden. AUTOR Markus Reinwand, CFA Telefon: 0 69/91 32-47 23 research@helaba.de REDAKTION Claudia Windt HERAUSGEBER Dr. Gertrud R. Traud Chefvolkswirt/ Leitung Research Helaba Landesbank Hessen-Thüringen MAIN TOWER Neue Mainzer Str. 52-58 60311 Frankfurt am Main Telefon: 0 69/91 32-20 24 Telefax: 0 69/91 32-22 44 Immun gegen Coronavirus? Seit einigen Jahren kommt es immer wieder zu Virusepidemien mit globalem Bedrohungspo- tenzial. Derzeit sorgt das Coronavirus für gewisse Verunsicherung. Nachhaltig negative Auswir- kungen auf Aktien lassen sich aus der Historie allerdings nicht ableiten. Bewertung und Stimmung im Überblick Kurs-Gewinn-Verhältnis\*: aktuell (rot), Mittelwert (blau), 10-Jahres-Spanne (hellblau) Dividendenrendite\* (%):aktuell (rot), Mittelwert (blau), 10-Jahres-Spanne (hellblau) Implizite Aktienvolatilität\*\* (%):aktuell (rot), Mittelwert (blau), 10-Jahres-Spanne (hellblau) \* auf Basis der Konsensschätzungen für die kommenden 12 Monate \*\* niedriger Wert: Sorglosigkeit; hoher Wert: Panik Quellen: Bloomberg, Helaba Volkswirtschaft/Research Nikkei 225 S&amp;P 500 Dow Jones EURO STOXX 50 DAX 17,3 18,8 18,2 14,6 14,4 0 5 10 15 20 25 30 Nikkei 225 S&amp;P 500 Dow Jones EURO STOXX 50 DAX 2,0 2,0 2,3 3,5 3,1 0 1 2 3 4 5 6 7 8 17,7 15,0 14,6 13,0 13,9 -20 0 20 40 60 80 100 DAX EURO STOXX 50 S&amp;P 500 Nikkei 225 Dow Jones AKTIENMARKT AKTUELL HELABA VOLKSWIRTSCHAFT/RESEARCH · 7. FEBRUAR 2020 · © H EL A B A 2 Nach einem positiven Jahresauftakt hat der Ausbruch des Coronavirus den Risikoappetit der Anle- ger gebremst. Insbesondere in Hongkong und China kamen die Notierungen zwischenzeitlich unter Druck. Gegenwärtig lassen sich allerdings weder das tatsächliche Ausmaß der Bedrohung noch mögliche ökonomische Folgen genau quantifizieren. Eine grobe Orientierungshilfe über mög- liche Auswirkungen auf Aktien liefern Vergleiche mit vergangenen Pandemien. Aktienmärkte reagieren besonnen auf Coronavirus SARS-Abschlag 2003 rasch wieder aufgeholt %-Veränderung seit 31.12.2019 Veränderung gegenüber Vorwoche Verhältnis, indexiert: 1.1.2003 =100 Weißes Feld = Ausbruch des Coronavirus Quellen: Datastream, Helaba Volkswirtschaft/Research Quellen: WHO, Datastream, Helaba Volkswirtschaft/Research Die mit Abstand schlimmste Pandemie in der jüngeren Geschichte war die Spanische Grippe, die in den Jahren 1918 und 1919 rund um den Globus wütete und Schätzungen zufolge bis zu 50 Millionen Todesopfer forderte. Der Dow Jones Industrials verlor in diesem Zeitfenster in der Spitze gut 10 %. Die Kursverluste wurden allerdings binnen weniger Monate wieder aufgeholt. Die nächs- te Grippepandemie brach 1957 in Hongkong und Singapur aus (Asiatische Grippe). Von dort ge- langte sie in die USA und nach Europa. Anders als bei der Spanischen Grippe gelang es allerdings relativ rasch, den Erreger zu identifizieren. Dennoch starben weltweit ein bis zwei Millionen Men- schen an den Folgen der Infektion. Um den Höhepunkt dieser Grippewelle verloren US-Aktien rund 20 %. Da sich die US-Wirtschaft zwischen August 1957 und April 1958 in einer Rezession befand, ist dieser Kursrückgang allerdings nur teilweise auf die Asiatische Grippe zurückzuführen. Die letzte große Grippepandemie des zwanzigsten Jahrhunderts, die so genannte Hongkong-Grippe, brach 1968 aus und forderte ca. eine Million Opfer. Dow Jones Industrials und DAX gaben zwi- schenzeitlich rund 10 % nach. Heute sind die Volkswirtschaften allerdings viel stärker miteinander vernetzt als damals. Am ehes- ten lässt sich ein Vergleich zu SARS im Frühjahr 2003 ziehen. Die meisten Aktienindizes hatten bei Ausbruch von SARS Mitte März bereits ihr Tief ausgelotet. Schließlich befanden sich Aktien schon seit dem Platzen der New Economy Blase im Jahre 2000 in einer Baisse. Um auch den Einfluss anderer Ereignisse wie den Irakkrieg zu eliminieren, haben wir daher den Hang Seng Index relativ zur globalen Aktienmarktentwicklung untersucht (siehe Chart rechts). Dabei zeigt sich, dass mit zunehmender Zahl von Neuerkrankungen das Hongkonger Börsenbarometer unter Druck geriet. Das Tief, absolut wie relativ, wurde jedoch markiert, als die Zahl der Neuerkrankungen ihren Höhepunkt erreicht hatte. Die historischen Vergleiche zeigen, dass sich die Auswirkungen auf die Aktienmärkte in Grenzen hielten bzw. zwischenzeitliche Kursverluste rasch aufgeholt wurden. Dies ist zwar keine Garantie, dass es diesmal genauso laufen wird. So birgt die inzwischen hohe Bewertung an den Aktienmärk- ten eine größere Korrekturanfälligkeit als 2003. Insofern könnte die derzeitige Gelassenheit der Marktteilnehmer noch auf die Probe gestellt werden. Unterstellt, dass ein Großteil der Produkti- onsausfälle wieder aufgeholt wird, besteht derzeit kein Anlass, die Aktienprognosen zu revidieren. JFMAMJJASOND 85 90 95 100 105 110 0 200 400 600 800 1000 1200 1400 1600 Neue SARS-Fälle (linke Skala) 2003 Hang Seng vs. Aktien Welt (rechte Skala) Historische Vergleiche stimmen zuversichtlich Aktienmarktszenario intakt AKTIENMARKT AKTUELL HELABA VOLKSWIRTSCHAFT/RESEARCH · 7. FEBRUAR 2020 · © H EL A B A 3 aktueller Jahresultimo Vormonat Stand\* Q1/2020 Q2/2020 Q3/2020 Q4/2020 (Index) DAX 2,5 1,9 13.575 13.800 14.000 13.800 13.500 Euro Stoxx 50 1,6 0,9 3.806 3.850 3.900 3.850 3.750 Dow Jones 2,9 2,2 29.380 28.500 28.800 28.500 28.000 S&amp;P 500 3,6 2,9 3.346 3.180 3.200 3.180 3.140 Nikkei 225 0,9 2,9 23.874 24.300 24.700 24.300 23.800 \* 06.02.2020 Quellen: Bloomberg, Helaba Volkswirtschaft/Research Veränderung seit ... (in Landeswährung, %) Helaba-Prognosen Basisszenario AKTIENMARKT AKTUELL HELABA VOLKSWIRTSCHAFT/RESEARCH · 7. FEBRUAR 2020 · © H EL A B A 4 DAX-Monitor Aktueller Kurs in Relation zur 52-Wochen Hoch-Tief-Spanne Schlusskurse 06.02.2020 Quellen: Bloomberg, Helaba Volkswirtschaft/Research 0% 25% 50% 75% 100% DAX PRICE INDEX COVESTRO AG ADIDAS AG ALLIANZ SE-VINK BASF SE BAYER AG-REG BEIERSDORF AG BMW AG CONTINENTAL AG DAIMLER AG DEUTSCHE BOERSE DEUTSCHE BANK-RG DEUTSCHE POST-RG DEUTSCHE TELEKOM E.ON SE FRESENIUS MEDICA FRESENIUS SE &amp; C HEIDELBERGCEMENT HENKEL AG -PFD INFINEON TECH DEUTSCHE LUFT-RG LINDE PLC MERCK KGAA MTU AERO ENGINES MUENCHENER RUE-R RWE AG SAP SE SIEMENS AG-REG VONOVIA SE VOLKSWAGEN-PREF WIRECARD AG Tief Hoch AKTIENMARKT AKTUELL HELABA VOLKSWIRTSCHAFT/RESEARCH · 7. FEBRUAR 2020 · © H EL A B A 5 EURO STOXX 50-Monitor Aktueller Kurs in Relation zur 52-Wochen Hoch-Tief-Spanne Schlusskurse 06.02.2020 Quellen: Bloomberg, Helaba Volkswirtschaft/Research 0% 25% 50% 75% 100% Euro Stoxx 50 Pr ANHEUSER-BUSCH I KONINKLIJKE AHOL ADIDAS AG AIR LIQUIDE SA AIRBUS SE ALLIANZ SE-VINK AMADEUS IT GROUP ASML HOLDING NV BASF SE BAYER AG-REG BBVA BMW AG DANONE BNP PARIBAS CRH PLC AXA DAIMLER AG DEUTSCHE BOERSE VINCI SA DEUTSCHE POST-RG DEUTSCHE TELEKOM ESSILORLUXOTTICA ENEL SPA ENGIE ENI SPA TOTAL SA FRESENIUS SE &amp; C SOC GENERALE SA IBERDROLA SA ING GROEP NV INTESA SANPAOLO INDITEX KERING LINDE PLC LVMH MOET HENNE MUENCHENER RUE-R NOKIA OYJ L'OREAL ORANGE KONINKLIJKE PHIL SAFRAN SA SANOFI BANCO SANTANDER SAP SE SIEMENS AG-REG SCHNEIDER ELECTR TELEFONICA UNILEVER NV VIVENDI VOLKSWAGEN-PREF Tief Hoch AKTIENMARKT AKTUELL HELABA VOLKSWIRTSCHAFT/RESEARCH · 7. FEBRUAR 2020 · © H EL A B A 6 Dow Jones Industrials-Monitor Aktueller Kurs in Relation zur 52-Wochen Hoch-Tief-Spanne Schlusskurse 06.02.2020 Quellen: Bloomberg, Helaba Volkswirtschaft/Research  0% 25% 50% 75% 100% DOW JONES INDUS. AVG APPLE INC AMERICAN EXPRESS BOEING CO/THE CATERPILLAR INC CISCO SYSTEMS CHEVRON CORP WALT DISNEY CO DOW INC GOLDMAN SACHS GP HOME DEPOT INC IBM INTEL CORP JOHNSON&amp;JOHNSON JPMORGAN CHASE COCA-COLA CO/THE MCDONALDS CORP 3M CO MERCK &amp; CO MICROSOFT CORP NIKE INC -CL B PFIZER INC PROCTER &amp; GAMBLE TRAVELERS COS IN UNITEDHEALTH GRP UNITED TECH CORP VISA INC-CLASS A VERIZON COMMUNIC WALGREENS BOOTS WALMART INC EXXON MOBIL CORP Tief Hoch

Seit einigen Jahren kommt es immer wieder zu Virusepidemien mit globalem Bedrohungspotenzial. Derzeit sorgt das Coronavirus für gewisse Verunsicherung. Nachhaltig negative Auswirkungen auf Aktien lassen sich aus der Historie allerdings nicht ableiten.
