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title: "Im Fokus Aktien: US-Wahlen als potenzieller Unruhestifter?"
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updated: 2026-09-28
keywords: Aktien
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# Im Fokus Aktien: US-Wahlen als potenzieller Unruhestifter?

Im Fokus: Aktien 22. März 2024 © Helaba | Research &amp; Advisory | 22.03.2024 1 von 5 Research &amp; Advisory US-Wahlen als potenzieller Unruhestifter? Viele Anleger fragen sich, welche Konsequenzen der Ausgang der US-Wahlen für Aktien hätte. Wir haben uns in einem ersten Schritt daher die längere und die jüngere Historie angeschaut. Vermutlich sind die gesell- schafts- und geopolitischen Auswirkungen größer als die unmittelbaren Konsequenzen für den Aktienmarkt. US-Wahlkampf nimmt Fahrt auf Am 5. November 2024 stehen in den USA Präsidentschaftswahlen an und inzwischen ist klar, dass es eine Neuauflage des Duells von 2020 geben wird. Aus „Wahlwetten“ abgelei- tete Wahrscheinlichkeiten sehen Donald Trump derzeit leicht im Vorteil. Gerade vor dem Hintergrund der angespann- ten geopolitischen Lage und eines eher nach Deglobalisie- rung strebenden Zeitgeistes wird auch hierzulande bereits sehr viel über die möglichen Konsequenzen des Wahlaus- ganges diskutiert. Bei aller mit diesem Thema ver- bundenen Emotionalität möchten wir mit dieser Stu- die den Blick auf mögliche Konsequenzen für die Ak- tienmärkte richten. Dabei suchen wir zunächst in der Historie nach generellen Unterschieden zwischen Demokraten und Republikanern im Allgemeinen und zwischen Biden und Trump im Speziellen. Demokraten oder Republikaner – wer ist besser für die Börse? Ist der Ausgang der Präsidentschaftswahl für Aktien überhaupt relevant oder gilt die alte Börsenweisheit „Politi- sche Börsen haben kurze Beine“? Die weit verbreitete Vorstellung, Aktien würden sich unter republikanischen Präsidenten besser entwickeln, wird durch die historische Kursentwicklung des US-amerikanischen Aktienmarktes – gemessen am S&amp;P 500 – nicht bestätigt. Vielmehr waren im Betrachtungszeitraum von 1928 bis heute gleich vier Vierjahreszeiträume mit negativer Kursentwicklung während republikanischer Präsidentschaft zu beobachten. US-Wahlkampf nimmt Fahrt auf ...................................................................................................... 1 Demokraten oder Republikaner – wer ist besser für die Börse? ................................................... 1 2.1 Aktienkursentwicklung unter verschiedenen US-Präsidenten ......................................................................... 2 2.2 Trump oder Biden – was sagt die Historie? ......................................................................................................... 2 2.3 Was beschäftigt Wähler und Unternehmer? ....................................................................................................... 3 Wahlausgang nicht überbewerten ................................................................................................. 4 Markus Reinwand, CFA Aktienmarktstratege T 069/91 32-47 23 Leichter Vorsprung für Trump Aus Durchschnitt der Wettquoten abgeleitete Wahrscheinlichkeit, % Quellen: RCP, Bloomberg, Helaba Research &amp; Advisory 10 15 20 25 30 35 40 45 50 10 15 20 25 30 35 40 45 50 JFMAMJJASONDJFM Joe Biden Donald Trump Gewinner Präsidentschaftswahl 2024 Im Fokus: Aktien © Helaba | Research &amp; Advisory | 22.03.2024 2 von 5 Unter demokratischen Präsidenten kam es dagegen lediglich einmal zu einer negativen Vierjahresphase (siehe folgende Tabelle). 2.1 Aktienkursentwicklung unter verschiedenen US-Präsidenten Sicher würde es zu weit führen, die zu beobachtenden Performanceunterschiede alleine den politischen Machtver- hältnissen zuzuschreiben. So fiel auf Seiten der Republikaner die große Depression in die Amtszeit von Hoover, Nixon hatte mit den Auswirkungen eines massiven Ölpreisschocks zu kämpfen und G. W. Bushs erste Amtszeit wurde durch das Platzen der New Economy Blase, die Anschläge auf das World Trade Center sowie durch spekta- kuläre Bilanzierungsskandale (Enron, Worldcom etc.) überschattet. Auch seine zweite Amtszeit stand unter keinem guten Stern. Das Platzen der Immobilienblase führte zu massiven Verwerfungen im Finanzsektor (Subprime-Krise), die rasch auf die Realwirtschaft übersprangen und die schwerste Rezession seit Jahrzehnten auslösten. Quellen: Bloomberg, Helaba Research &amp; Advisory Auf demokratischer Seite konnte Truman in seiner zweiten Amtszeit dagegen vom sogenannten Korea-Boom, der Wiederaufrüstung für den Korea-Krieg, profitieren, Kennedy vom dynamischen Wachstum der 60er Jahre und Clinton strich nach dem Fall des Eisernen Vorhangs die Friedensdividende ein. Auch die deutliche Erholung der Aktiennotierungen während der Präsidentschaft Obamas war zu nicht geringen Teilen eine zyklische Gegenbewe- gung auf den Kurseinbruch von 2008 und wurde unterstützt durch eine extrem lockere Geldpolitik in den meisten Industrieländern. 2.2 Trump oder Biden – was sagt die Historie? Sowohl Trump als auch Biden hatten während ihrer Amtszeit mit Krisen zu kämpfen, die zeitweilig deutliche Spu- ren am Aktienmarkt hinterließen. Bei Trump war es gegen Ende seiner Amtszeit 2020 die Corona-Pandemie, die zeitweilig zu Einbrüchen bei Wirtschaftswachstum und Beschäftigung führte. Dennoch konnte der S&amp;P 500 die massiven Kursrückgänge rasch aufholen. Seit seiner Wahl bis zur Wahl Bidens konnte der S&amp;P 500 auf das Jahr umgerechnet rund 12 % zulegen. Das ist durchaus beachtlich, betrug der durchschnittliche jährliche Kurszuwachs Republikaner Demokraten Wahltag bis Vortag des nächsten Wahltages Präsident S&amp;P 500, % annualisiert Wahltag bis Vortag des nächsten Wahltages Präsident S&amp;P 500, % annualisiert 6.11.1928 - 7.11.1932 Hoover -24,7 8.11.1932 - 2.11.1936 Roosevelt 24,2 4.11.1952 - 5.11.1956 Eisenhow er 17,9 3.11.1936 - 4.11.1940 Roosevelt -10,2 6.11.1956 - 7.11.1960 Eisenhow er 3,7 5.11.1940 - 6.11.1944 Roosevelt 3,8 5.11.1968 - 6.11.1972 Nixon 2,5 7.11.1944 - 1.11.1948 Roosevelt/Truman 6,6 7.11.1972 - 1.11.1976 Nixon/Ford -2,5 2.11.1948 - 3.11.1952 Truman 10,2 4.11.1980 - 5.11.1984 Reagan 6,9 8.11.1960 - 2.11.1964 Kennedy/Johnson 11,5 6.11.1984 - 7.11.1988 Reagan 12,6 3.11.1964 - 4.11.1968 Johnson 4,9 8.11.1988 - 2.11.1992 Bush 11,4 2.11.1976 - 3.11.1980 Carter 5,8 7.11.2000 - 1.11.2004 Bush, G.W. -5,8 3.11.1992 - 4.11.1996 Clinton 13,9 2.11.2004 - 3.11.2008 Bush, G.W. -3,8 5.11.1996 - 6.11.2000 Clinton 19,0 8.11.2016 - 2.11.2020 Donald Trump 11,6 4.11.2008 - 5.11.2012 Obama 8,9 6.11.2012 - 7.11.2016 Obama 10,5 03.11.2020 - aktuell\* Biden 14,0 Mittelw ert 1928 - 2016 2,7 9,1 Mittelw ert 1944 - 2020 5,5 10,1 \* 21.03.2024 Im Fokus: Aktien © Helaba | Research &amp; Advisory | 22.03.2024 3 von 5 unter republikanischen Präsidenten seit dem zweiten Weltkrieg lediglich knapp 6 %, der unter Demokraten rund 10 %. Allerdings ist dies sicherlich nicht allein auf Trumps Politik zurückzuführen. In Bidens Amtszeit fällt u.a. der Ukraine-Krieg und die Eskala- tion im Nahen Osten. Dennoch ist auch seine „Aktienmarkt- bilanz“ überdurchschnittlich gut. Seit seinem Wahlsieg konnte der S&amp;P 500 bislang um annualisiert 14 % zulegen. Angesichts der ausgesprochen positiven Aktienmarktentwick- lung bestünde somit kein Grund, die Pferde zu wechseln. 2.3 Was beschäftigt Wähler und Unternehmer? In den USA herrscht zwar eine ausgeprägte Aktienkultur. Dies dürfte jedoch nicht das einzige wahlrelevante Thema sein. Trotz einer insgesamt robusten Konjunktur und Arbeitsmarktentwicklung ist seit Ende 2020 die Konsumentenstimmung im republikanischen Lager deutlich schlechter als unter den Anhängern der Demokraten. Zudem scheint die Angst vor Inflation unter Republikanern stärker ausgeprägt zu sein. Die deutlich lauteren pro- tektionistischen Töne Trumps wären in diesem Zusammenhang zwar kontraproduktiv. Ob die komplexen Vertei- lungswirkungen von Strafzöllen vom Gros der Wähler richtig antizipiert werden, ist jedoch mit Fragezeichen zu versehen. Auch bei den Unternehmen, zumindest bei den kleinen und mittleren, hat das Thema Inflation den Dauerbren- nern Steuern und Regulierung den Rang abgelaufen. Das beste wirtschaftspolitische Mittel wäre aus gesamtwirt- schaftlicher Perspektive somit eine den Wettbewerb fördernde Politik. Diese ist bei beiden Kandidaten nicht wirk- lich zu erkennen. Aus einzelwirtschaftlicher Sicht kann es gleichwohl Sinn ergeben, den Trend zu mehr staatlichen Eingriffen zu nutzen, um vorteilhafte Regulierungen und/oder Subventionen – heute oft als „Zukunftsinvestitio- nen“ bezeichnet – zu erwirken. Die größten Unterschiede zwischen Trump und Biden dürften dabei rund um den Themenkomplex Klimawandel und grüne Transformation existieren. Republikaner-Wähler recht pessimistisch… … und inflationsskeptisch Index % gg. Vj. Quellen: Bloomberg, Helaba Research &amp; Advisory Quellen: Bloomberg, Helaba Research &amp; Advisory 30 50 70 90 110 130 150 30 50 70 90 110 130 150 16 17 18 19 20 21 22 23 US-Konsumentenvertrauen nach Parteipräferenz Republikaner Demokraten 0 1 2 3 4 5 6 7 8 9 10 0 1 2 3 4 5 6 7 8 9 10 20 21 22 23 US-Inflationserwartungen (1 Jahr) nach Parteipräferenz Republikaner Demokraten Trump oder Biden: Kaum Unterschiede in der Performance Indexiert: Wahltag = 100 Quellen: Bloomberg, Helaba Research &amp; Advisory 80 100 120 140 160 180 80 100 120 140 160 180 S&amp;P 500 im Wahlzyklus (Wahltag bis Wahltag) Wahltag +1J +2J +3J +4J Dem. Trump Rep. Biden Im Fokus: Aktien © Helaba | Research &amp; Advisory | 22.03.2024 4 von 5 Wahlausgang nicht überbewerten Das klassische Saisonmuster in Wahljahren lässt sich wie folgt beschreiben: Langweiliges erstes Halbjahr, Som- merrally, Korrektur im Herbst und Jahresendrally. Die recht ansehnliche Performance spricht somit nicht gerade dafür, dass 2024 dem für Wahljahre typischen Muster folgt. Ähnlich „unzuverlässig“ als Entscheidungsgrundlage für Kapitalanlagen scheint die Frage nach der Parteizugehörigkeit des Präsidenten zu sein. Ein nicht zu vernach- lässigender Teil der Aktienperformance dürfte auf übergeordnete, vom Zeitgeist geprägte wirtschaftspolitische Weichenstellungen zurückzuführen sein. Zudem sind ohnehin auch die Mehrheitsverhältnisse im Kongress zu beachten, die hier nicht berücksichtigt sind. Beide Kandidaten sind nicht gerade glühende Ver- fechter des Freihandels, wobei Trump in seinem Vor- gehen lauter und radikaler ist. Generell scheinen sich die Wähler zwischen dem vermeintlich kleineren Übel entscheiden zu müssen. Eine klare Vorteilhaftigkeit des einen oder des anderen Bewerbers mit Blick auf den Aktienmarkt lässt sich zum jetzigen Zeitpunkt kaum ausmachen. Für Anlageentscheidungen sollte man sich daher eher auf die klassischen Einflussfaktoren konzentrieren. Eine sich verbessernde Weltkonjunktur und gleichzei- tige Zinssenkungen der Notenbanken, voraussichtlich ab Juni, stellen ein ausgesprochen aktienfreundliches Um- feld dar. Allerdings haben gerade US-Titel bereits sehr viel Positives vorweggenommen. Dies zeigt sich an einer inzwischen schon recht hohen Bewertung von US-Titeln. Zwar kann von einer Blase noch keine Rede sein. Aller- dings sind angesichts der gestiegenen Erwartungsniveaus negative Überraschungen wahrscheinlicher als posi- tive. Daher kann es durchaus zu zwischenzeitlichen Kursrücksetzern kommen. Dies dürfte auch beim deutlich gün- stiger bewerteten DAX für eine künftig etwas höhere Schwankungsanfälligkeit sorgen. US-Mittelständler sehen Inflation als Hauptproblem Index \*Umfrage bei kleinen und mittleren US-Unternehmen Quellen: Bloomberg, Helaba Research &amp; Advisory Wahljahre haben ihr eigenes Saisonmuster Indexiert: 1.1. = 100 Quellen: Bloomberg, Helaba Research &amp; Advisory 96 98 100 102 104 106 108 110 96 98 100 102 104 106 108 110 JFMAMJJASOND S&amp;P 500, durchschnittlicher Jahresverlauf seit 1928 alle Jahre Wahljahre Im Fokus: Aktien © Helaba | Research &amp; Advisory | 22.03.2024 5 von 5 Herausgeber und Redaktion Helaba Research &amp; Advisory Redaktion: Dr. Stefan Mitropoulos Verantwortlich: Dr. Gertrud R. Traud Chefvolkswirtin/ Head of Research &amp; Advisory Neue Mainzer Str. 52-58 60311 Frankfurt am Main T +49 69 / 91 32 - 20 Internet: www.helaba.com Disclaimer Die Publikation ist mit größter Sorgfalt be- arbeitet worden. Sie enthält jedoch lediglich unverbindliche Analysen und Prognosen zu den gegenwärtigen und zukünftigen Markt- verhältnissen. 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Viele Anleger fragen sich, welche Konsequenzen der Ausgang der US-Wahlen für Aktien hätte. Historisch können Demokraten auf eine deutlich bessere Aktienmarktentwicklung verweisen. Die Performance-Unterschiede zwischen Trump und Biden waren allerdings gering. Vermutlich sind die gesellschafts- und geopolitischen Auswirkungen größer als die unmittelbaren Konsequenzen für den Aktienmarkt.
