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title: "Im Fokus Credits: Europäische Banken - Mit Zuversicht ins Jahr 2023"
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updated: 2026-09-28
keywords: Renten, Marktanalysen, Im Fokus: Credits & Covered Bonds
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# Im Fokus Credits: Europäische Banken - Mit Zuversicht ins Jahr 2023

Im Fokus: Credits 11. Januar 2023 © Helaba | Research &amp; Advisory | 11. Januar 2023 1 von 11 Research &amp; Advisory Europäische Banken: Mit Zuversicht ins Jahr 2023 Für 2023 gehen wir von einem weiter stabilen Bonitätstrend für den europäischen Ban- kensektor aus. Zum einen dürfte sich die Ausweitung der Zinsgewinne im Umfeld stei- gender Zinsen fortsetzen – dass die Branche zu den Gewinnern dieses Umfeldes gehört, hat sich in der zweiten Jahreshälfte 2022 bereits eindrucksvoll bestätigt. Zum anderen ist die Branche nach den umfangreichen Regulierungsreformen seit der Finanzmarkt- krise nicht zuletzt dank hoher Eigenkapitalpuffer krisensicher aufgestellt. Das Ge- schäftsumfeld ist allerdings durch zahlreiche Belastungsfaktoren geprägt, so dass ein Anstieg der Problemkreditquoten absehbar ist. Insgesamt raten wir daher, auf Emitten- ten mit soliden Bonitätskennzahlen zu setzen. Rückblick 2022: Steigende Zinsgewinne bei stabiler Qualität der Aktiva Vor einem Jahr haben wir unseren Bankenausblick für das Jahr 2022 unter die Überschrift „Der Blick richtet sich aufs Zinsumfeld“ gestellt. Im Rückblick hat sich unsere Prognose bewahrheitet: Inflation und Zinserhöhungen der Notenbanken erwiesen sich 2022 als dominierende Faktoren innerhalb des Geschäftsumfeldes der Banken – seit Mitte des Jahres stiegen die Zinsgewinne der Häuser rasant, und die Branche konnte ihrem Ruf, zu den Ge- winnern steigender Zinsen zu gehören, voll gerecht werden. Darüber hinaus mussten die Institute die in der Coronakrise gebildete Vorsorgerückstellungen für Kreditrisiken wie von uns erwartet weitgehend nicht in An- spruch nehmen – die massiven staatlichen Stützungsmaßnahmen für Private und Unternehmen trugen dazu bei, dass die Problemkreditquoten auf historisch niedrigem Niveau verharrten. Ferner gaben die Banken nach den Ausschüttungssperren der Krisenmonate angehäuftes Überschusskapital teilweise in Form von Dividenden und/ oder Aktienrückkäufen an ihre Aktionäre zurück. Rückblick 2022: Steigende Zinsgewinne bei stabiler Qualität der Aktiva .................................... 1 Ausblick 2023: Erneut positive Überraschungen? ....................................................................... 2 2.1 Überblick – EZB setzt den Rahmen .............................................................................................................................. 2 2.2 Anstieg der Zinsgewinne gestützt durch Ausweitung der Margen ...................................................................... 3 2.3 Kommt der lang antizipierte Anstieg der Problemkreditquoten?........................................................................ 5 2.4 Private Verschuldung stimmt zuversichtlich, Staatsverschuldung auf Rekordniveau .................................... 7 2.5 Hohe Eigenkapitalquoten als guter Risikopuffer ..................................................................................................... 8 2.6 TLTRO-Rückzahlungen mit Implikationen für Liquiditätskennziffern ................................................................. 8 Primärmarktausblick 2023: Hohe Fälligkeiten sorgen für reichlich Emissionsbedarf ................. 9 Auswahl erschienener Publikationen ................................................................................................... 11 Dr. Susanne Knips Senior Credit Analyst T 0 69/91 32-32 11 Im Fokus: Europäische Banken 2023 © Helaba | Research &amp; Advisory | 11. Januar 2023 2 von 11 Nicht erwartet hatten wir hingegen den Krieg in der Ukraine, der der einsetzenden Inflation mit hohen Energiepreisen und gestörten Lieferketten nochmals einen Schub versetzte. Während wir das direkte Enga- gement des Sektors in Russland, der Ukraine und Bela- rus für relativ überschaubar halten, ist der Krieg vor al- lem indirekt ein Belastungsfaktor – insbesondere über die Konsequenzen für die kreditnehmenden Unterneh- men. Insgesamt blieb die Bonität des Sektors stabil. Ähnlich wie schon in den beiden Jahren zuvor konnten die Häu- ser mit ihren Gewinnen im Jahresverlauf erfreulich po- sitiv überraschen. Noch zu Beginn des Jahres hatten viele Marktteilnehmer Gewinnrückgänge für die Bran- che einkalkuliert. Stattdessen vermeldeten die Banken dank steigender Zinsüberschüsse und niedriger Kre- ditrisikokosten Ergebnissteigerungen, so dass Investo- ren und Analysten ihre Gewinnerwartungen kontinuierlich nach oben anpassten. Ausblick 2023: Erneut positive Überraschungen? 2.1 Überblick – EZB setzt den Rahmen Von den kletternden Zinsen beflügelte Zinsergebnisse dürften gemäß unserer Einschätzung auch 2023 ein zent- rales Thema für die Branche bleiben. Gemäß der Erwartungen unserer Volkswirte sollte der Zinserhöhungszyklus im laufenden Jahr seinen Höhepunkt erreichen. Hinzu kommt, dass die EZB im März mit dem Abbau ihrer aufge- blähten Bilanz beginnen will. Inflation und steigende Zinsen belasten gleichzeitig Unternehmen und Private. Un- sere Volkswirte erwarten für das Gesamtjahr 2023 für die Eurozone immerhin ein Wachstum des Bruttoinlandspro- dukts von 0,6 % gg. Vorjahr, für Deutschland prognostizieren sie eine Stagnation. 2024 könnte jedoch bereits auch hierzulande eine Erholung mit einem Wachstum von 1,4 % gg. Vorjahr einsetzen. Bei den Banken wird sich der Anstieg der Zinsüberschüsse folglich wohl fortsetzen. Zwar ist aufgrund der einge- trübten wirtschaftlichen Aussichten auch mit zunehmenden Kreditausfällen zu rechnen, allerdings können Pri- vate und Unternehmen vorerst auf hohe Spar- und Eigenkapitalpuffer zurückgreifen, und die Verschuldung der privaten Haushalte ist im Großen und Ganzen stabil geblieben. Die Ausfälle sollten somit zumindest 2023 noch- mals vergleichsweise moderat ausfallen – wenn auch die Risiken bei anhaltend hohen Preisen und Zinsen spätes- tens 2024 zunehmen. Hinzu kommen inflationsbedingt steigende Kosten. Wir gehen davon aus, dass 2023 die positiven Effekte (insbesondere Zinserträge) erneut überwiegen. Eine ähnlich zuversichtliche Einschätzung ver- tritt gemäß unserem Verständnis auch die EZB-Aufsicht in ihrem Blog, gemäß dem sich die Banken in verschiede- nen makroökonomischen Szenarien widerstandsfähig gegenüber den Auswirkungen steigender Zinsen zeigten. Insgesamt zeigt sich der Sektor in guter Verfassung und ist daher auf krisenbedingte Belastungen vorbereitet. Vor allem große, am Kapitalmarkt aktive Banken verfügen noch immer über in der Coronakrise aufgebautes Über- schusskapital und Management-Overlays bei der Kreditrisikovorsorge. Gegenüber der Situation zu Beginn der Fi- nanzmarktkrise haben sie rund doppelt so hohe Eigenkapitalquoten, während sie Problembereiche abgebaut – und somit Risiken zurückgeführt – sowie ihr Risikomanagement verbessert haben. Das geänderte Zinsumfeld könnte nun auch wieder zu auskömmlichen Kernerträgen führen. Hinzu kommt der in den letzten 10 Jahren mit den Regulierungsreformen etablierte institutionelle Rahmen zu Krisenprävention und -management, der Anleihe- gläubiger vor Ausfällen schützt. Gewinne auf Rekordniveau Mrd. EUR % \*Auswahl europäischer Banken (ABN AMRO, Banco Santander, BBVA, BNP Paribas, Commerzbank, Deutsche Bank, ING Group, Nordea, Unicredit, SEB, Société Gé- nérale, Swedbank) Quellen: Bloomberg, Helaba Research &amp; Advisory -8 -4 0 4 8 12 -10 -5 0 5 10 15 20 Q1/20 Q2/20 Q3/20 Q4/20 Q1/21 Q2/21 Q3/21 Q4/21 Q1/22 Q2/22 Q3/22 Gewinn\* (l.A.) Eigenkapital- rendite\* (r.A.) Im Fokus: Europäische Banken 2023 © Helaba | Research &amp; Advisory | 11. Januar 2023 3 von 11 Inhaber von erstrangig unbesicherten Bankanleihen können demnach zuversichtlich in das Jahr 2023 gehen, zu- mal die Papiere teils wieder attraktive Renditen aufweisen. Das Umfeld bleibt jedoch hoch volatil, wir raten daher, auf Emittenten mit soliden Bonitätskennzahlen zu setzen und eher zu mittleren und kurzen Laufzeiten greifen. 2.2 Anstieg der Zinsgewinne gestützt durch Ausweitung der Margen Grundsätzlich gilt bei steigenden Zinsen, dass sich die im Umfeld negativer Zinsen zu beobachtenden Trends der letzten Jahre umkehren: Während sich die Kredit- und Einlagenmargen wieder ausweiten, leidet die Kreditnach- frage, und Kreditausfälle nehmen zu. Andererseits ziehen sich Zentralbanken langsam aus der Bereitstellung von Mitteln zurück (QT), so dass die Kreditnachfrage von Unternehmen und öffentlichen Haushalte strukturell wieder mehr durch Banken bedient wird. Spätestens nach Ende der Rezession kommt zu den auskömmlicheren Margen vermehrt Kreditwachstum. Doch zunächst zum kurzfristigen Ausblick für 2023: Das seit Mitte 2022 einsetzende überraschend starke Wachs- tum der von den Banken veröffentlichten Zinsergebnisse war gemäß unserer Beobachtung vor allem durch eine Ausweitung der Margen bei den Kundeneinlagen getragen. Die an den Geldmärkten derzeit zu beobachtenden Zinssteigerungen geben die Banken erst sehr verzögert – und dann auch nur teilweise – an ihre Sichteinlagen wei- ter. Während sie in den vergangenen Jahren negative Geldmarksätze i.d.R. nicht oder nur zu geringen Teilen an Privatkunden weitergeben konnten und damit Verluste in diesem Geschäft hinnahmen, erzielen sie hier inzwi- schen also wieder deutlich positive Margen. Die Commerzbank etwa will ihren Zinsüberschuss von rund 4,9 Mrd. EUR im Jahr 2021 auf über 6 Mrd. EUR im Jahr 2022 steigern, was u.E. basierend auf den in den ersten 9 Monaten 2022 bereits erzielten 4,5 Mrd. EUR plau- sibel scheint. Dabei profitiert sie aufgrund ihres hohen Bestandes an Einlagen von Unternehmens- und Privatkun- den (zusammen 250 Mrd. EUR) besonders vom Zinsanstieg: Für 2022 kommt sie in diesem Ge- schäft nach eigenen Angaben auf Zusatzerträge aufgrund des Zinsanstiegs von rund 450 Mio. EUR. Diese Zusatzerträge sollen gemäß der Bank 2023 sogar auf 750 Mio. EUR und 2024 auf 950 Mio. EUR zulegen. Zu be- rücksichtigen ist, dass sie für diese Planung Annahmen dar- über treffen musste, in wel- chem Umfang der Zinsanstieg an die Kunden weiterzugeben ist. Ferner sind keine Effekte bei Kundenkrediten und -margen berücksichtigt. Die Nachfrage nach Hypothekenkrediten lässt bereits merklich nach, was den Margen-Wettbewerb antreibt. Dem steht ein starker Anstieg bei der Kreditvergabe an Unternehmen gegenüber, die im krisenbestimm- ten Geschäftsumfeld ihr Working Capital erhöhen und Liquiditätslinien ziehen. Die Zinssensitivität des Zinsüberschusses beläuft sich bei den von uns beobachteten Banken häufig auf ein Plus von etwa 8 bis 10 % bei einer parallelen Verschiebung der Zinskurve von 100 Bp. (ohne Berücksichtigung weiterer Effekte, insbesondere Volumen- und Margeneffekten). Kreditwachstum zuletzt mit unterschiedlichen Geschwindigkeiten Kreditwachstum gg. Vj., in % Quellen: Refinitiv, Helaba Research &amp; Advisory -6 -4 -2 0 2 4 6 8 10 -6 -4 -2 0 2 4 6 8 10 12/12 12/13 12/14 12/15 12/16 12/17 12/18 12/19 12/20 12/21 Priv. Immobilienkredite Privathaushalte Konsumentenkredite Unternehmen Im Fokus: Europäische Banken 2023 © Helaba | Research &amp; Advisory | 11. Januar 2023 4 von 11 Dem positiven Margeneffekt steht allerdings das absehbar niedrigere Neugeschäft bei Unternehmens- und pri- vaten Immobilienkrediten gegenüber, zum einen wegen der durch das schwächere wirtschaftliche Umfeld und hö- here Zinsen belasteten Kreditnachfrage, zum anderen, weil die Banken ihre Kreditvergabestandards verschärfen. Eine weitere Steigerung des Zinsergebnisses in der Größenordnung von 10–12 % gg. Vj. dürfte im Jahr 2023 für viele Häuser erreichbar sein. Dabei profitie- ren besonders die Institute mit hohen Einlagenüber- hängen. Mittelfristig können die Institute ihre fällig werden- den Kredite und Vermögenswerte zu höheren Ren- diten neu vergeben bzw. anlegen. Der positive Effekt hieraus hängt allerdings auch von der jeweiligen Absi- cherungsstrategie und den damit verbundenen Kos- ten ab. Die EZB-Aufsicht hat kürzlich in ihrem Blog auf Mängel bei der Überwachung von Risiken aus sol- chen Derivategeschäften hingewiesen. Die Umsetzung richtet sich ferner nach mittlerer Duration und dem Anteil fest verzinster Forderungen. So gaben etwa 40 % der von der europäischen Bankenaufsichtsbehörde EBA befragten Banken an, dass bei weniger als 20 % ihrer Wohnimmobilienkre- dite in den nächsten 12 Mona- ten eine Zinsanpassung ansteht. Ein ähnlicher Prozentsatz der Banken meldete für dieses Kre- ditportfolio Zinsbindungsfristen von mehr als 10 Jahren zum Zeitpunkt der Vergabe. Im Ge- gensatz dazu melden die Ban- ken für Portfolios wie gewerbli- che Immobilienkredite und Un- ternehmenskredite einen ver- gleichsweise hohen Anteil an Krediten, die in den nächsten 12 Monaten neu verzinst wer- den, und relativ niedrige Zins- bindungsfristen bei der Vergabe. An dieser Stelle sei auch darauf hingewiesen, dass je nach Absicherungsstrategie die zusätzlichen Zinsüber- schüsse mit flacherer Zinskurve geringer werden. So schreibt die EZB-Aufsicht in ihrem jüngsten Blog, dass ei- nige – immerhin wenige – Banken in einem Abflachungsszenario mit einem erheblichen Anstieg ihrer Refinanzie- rungskosten konfrontiert seien, der sogar größer wäre als der prognostizierte Anstieg ihrer Erträge, da ihre Ver- bindlichkeiten im Vergleich zu ihren Vermögenswerten eine kürzere Laufzeit hätten. Zinsanpassungen beim Kreditengagement erfolgen nach und nach Zinsbindungsfrist für Kredite bei Neuvergabe, Anteil in % Quellen: EBA, Helaba Research &amp; Advisory 0% 5% 10% 15% 20% 25% 30% 35% 40% 45% Gewerbliche Immobilienfinanzierung Mittelstand Hypothekenkredite Konsumentenkredite Großunternehmen &lt; 1 Jahr 1-3 Jahre 3-5 Jahre 5-10 Jahre &gt; 10 Jahre Zinsbindung macht den Unterschied Kreditkosten und Anteil der neuen Kredite mit Zinsbindung von mehr als fünf Jahren, in % Quellen: EZB Financial Stability Report, Helaba Research &amp; Advisory Im Fokus: Europäische Banken 2023 © Helaba | Research &amp; Advisory | 11. Januar 2023 5 von 11 Trotz des unsicheren makro- ökonomischen Umfelds planen die meisten Banken, ihre En- gagements bei Unterneh- menskrediten und privaten Hypothekenkrediten zu erhö- hen. Dies deutet darauf hin, dass für sie die günstigen Zins- margen stärker ins Gewicht fal- len, als die Bedenken hinsicht- lich der makroökonomischen Unsicherheit. Dennoch war der Anteil der Banken, die eine Er- höhung der Volumina planten, bei der EBA-Befragung im Herbst geringer als in früheren Umfragen. Dies verstehen wir als Hinweis auf die Sorge über Ab- wärtsrisiken. Erwähnt sei auch, dass die Banken in den letzten Jahren mehrheitlich große Anstrengungen gemacht haben, um ihre Provisionsüberschüsse zu steigern und damit auch Erfolg hatten. Dieser vergleichsweise volatile Ertragsbe- standteil wird somit nun zum Stabilitätsfaktor. 2.3 Kommt der lang antizipierte Anstieg der Problemkreditquoten? Entgegen aller Unkenrufe blieb eine spürbare Verschlechterung der Qualität der Kredite in den Büchern der Ban- ken in der Coronakrise bisher aus – ganz im Gegenteil: Der Anteil notleidender Engagements am gesamten Kre- ditvolumen der Branche befindet sich bei zuletzt weiter rückläufiger Tendenz auf historisch niedrigem Niveau. 2022 konnten viele Banken in der Coronakrise gebildete zusätzliche Rücklagen für Kredite auflösen, i.d.R. widme- ten sie entsprechende Positionen in Rückstellungen aufgrund gestiegener Rezessionsrisiken um. Damit bereiten sich die Häuser auf einen Anstieg der Kreditausfälle im Jahr 2023 vor. Erste Anzeichen für letzteres sind bereits zu beobachten; so ist die Quote der Kredite, bei denen im Rahmen der Kreditprüfung bereits Anzeichen für erhöhte Ausfallrisiken zu bescheinigen waren (nach IFRS sogenannte Stage 2-Kredite) schon merklich gestiegen. Neugeschäftserwartungen rückläufig Engagements, bei denen die Banken in den nächsten 12 Monaten mit einem Anstieg des Volumens rechnen, Anteil in % Quellen: EBA, Helaba Research &amp; Advisory 0,0% 10,0% 20,0% 30,0% 40,0% 50,0% 60,0% 70,0% 80,0% 90,0% 0% 10% 20% 30% 40% 50% 60% 70% 80% 90% Gewerbliche Immobilien- finanzierung Mittel- stand Hypotheken- kredite Konsumenten- kredite Großunter- nehmen Q3 20 Q1 21 Q3 21 Q1 22 Q3 22 Volumen notleidender Kredite bisher rückläufig ... Mrd. EUR % \*Bereits leistungsgestört, \*\*Anteil Volumen notleidender Kredite an Volumen aller Kredite Quellen: EBA, Helaba Research &amp; Advisory … Stage 2-Kredite aber bereits steigend Mrd. EUR % \*Mit signifikant erhöhtem Ausfallrisiko Quellen: EBA, Helaba Research &amp; Advisory Im Fokus: Europäische Banken 2023 © Helaba | Research &amp; Advisory | 11. Januar 2023 6 von 11 Immerhin hat die Branche die Coronakrise sehr gut gemeistert. Die Moratorien sind ohne größere Schäden für die Kreditqualität ausgelaufen. Das Volumen der Kredite, für die die Banken einen entsprechenden Zahlungsauf- schub gewährt haben, summierte sich kurz nach Einführung im Juni 2020 auf 871 Mrd. EUR. Dies waren rund 7,5 % des gesamten Kreditbestandes. Darauf folgte jedoch ein schnelles Auslaufen, die vorübergehenden Maß- nahmen erwiesen sich also als gut geeignet, um kurzfristige Liquiditätsprobleme der Kreditnehmer zu beheben. Den Ergebnissen der EBA-Herbstumfrage 2022 zu- folge erreicht der Anteil der Banken, die für die kom- menden 12 Monate eine Verschlechterung der Kre- ditqualität erwarten, bei KMU 67 %, bei Konsumen- tenkrediten 60 % und bei Großunternehmen 52 %. Et- was zuversichtlicher fällt die Erwartung bei privaten Hypothekenkrediten aus, hier lag der Anteil bei 32 %. In allen Segmenten lagen die Werte somit deutlich hö- her als in den vorangegangenen Umfragen. Weniger als 5 % der Banken rechnen mit einer Verbesserung der Kreditqualität in ihren Portfolien. S&amp;P geht davon aus, dass sich die Kreditausfälle in Europa in diesem Jahr mehr als verdoppeln werden. In unserem Basisszenario gehen wir davon aus, dass es nicht zu Gasrationierungen kommt. Laut Commerzbank könnten im Szenario einer bundesweiten Gasrationierung für sie zusätzliche Kreditrückstellungen von 500 bis 600 Mio. EUR entstehen, rund ein Fünftel des vom Konsens der Analystenschätzungen für 2023 erwarteten Vor- steuergewinns. COVID- Rückstellungen können großteils aufgelöst werden Geplante Behandlung von COVID-19 Overlays in der Risikovorsorge der Banken Quellen: EBA, Helaba Research &amp; Advisory 3% 5% 13% 17% 28% 33% Vollständig oder teilweise für realisierte Verluste verwendet Keinen Management-Overlay aufgrund von COVID-19 gebildet Wollen sie vorerst für noch mögliche COVID-19- Verluste behalten Wollen sie in den nächsten 6 bis 12 Monaten ganz oder teilweise auflösen Haben sie bereits ganz oder teilweise aufgelöst Wollen sie auflösen, jedoch für andere potenzielle Verluste verbuchen Ukrainekrieg und Inflation sind Hauptsorgen Gründe für die Bereitstellung von Overlays aus anderen Gründen als COVID-19 Quellen: EBA, Helaba Research &amp; Advisory 5% 5% 8% 10% 27% 40% 70% ESG-Risiken Datenmängel Politische Unwägbarkeiten methodische Unzulänglichkeiten Andere Inflationsszenario Russlands Einmarsch in der Ukraine Im Fokus: Europäische Banken 2023 © Helaba | Research &amp; Advisory | 11. Januar 2023 7 von 11 2.4 Private Verschuldung stimmt zuversichtlich, Staatsverschuldung auf Rekordniveau Der in Basel ansässige Finanz- stabilitätsrat verwendet den Ab- stand zwischen der Kreditquote im Privatsektor eines Landes und ihrem langfristigen Trend als Richtwert für die Festlegung regulatorischer Vorgaben (ins- besondere antizyklischer Kapi- talpuffer). Je höher dieser Wert, desto höher die sich formieren- den Risiken. In Europa sind hier erfreulicherweise negative oder sehr kleine Werte zu beobach- ten, die Verschuldungsquoten im privaten Sektor weisen also in eine zuversichtlich stim- mende Richtung. Weniger optimistisch stimmt die Entwicklung der Schuldenquoten des öffentlichen Sektors. Die Banken haben weiterhin hohe Bestände an Staatsanleihen, die Verflechtung zwischen Staaten und Banken ist demnach trotz aller Bemühungen seit der Finanzmarktkrise, diese zu reduzieren, sehr ausgeprägt. Die italienische Unicredit Group beispielsweise hat ihren Bestand italienischer Staatsanleihen von nahezu 60 Mrd. EUR Ende 2018 auf zu- letzt rund 39 Mrd. EUR vermindert. Dabei stand nach unserer Einschätzung das Ziel im Vordergrund, die hohe Ab- hängigkeit ihrer Refinanzierungskosten von der Bonität des italienischen Staates zu verringern. Im Juni 2022 meldeten die Banken in der EU Forderun- gen in Höhe von rund 3,3 Bio. EUR gegenüber staatli- chen Gegenparteien. Dies ist ein Anstieg um fast 5,4 % gegenüber Dezember 2021 (3,1 Bio. EUR). Das von den EU/EWR-Banken gehaltene Engagement ge- genüber Staaten belief sich auf 217 % ihres Eigen- kapitals. Allerdings gab es sowohl auf Länderebene als auch auf Ebene der einzelnen Banken eine große Streuung dieses Wertes. Die Banken in Mittel- und Südeuropa hatten allgemein ein relativ zum Eigenka- pital höheres Engagement gegenüber Staaten, wäh- rend die Banken in den nordischen Ländern ein niedri- geres Engagement aufweisen. Verschuldung des privaten Sektors in vielen Ländern im Trend rückläufig Basel Credit-to-GDP gaps\*, in % % \*Kredit-BIP-Lücke ist definiert als die Differenz zwischen der Kredit/BIP-Quote und ihrem langfristigen Trend; in Pro- zentpunkten. Basierend auf der Gesamtkreditvergabe an den privaten Nicht-Finanzsektor, in % des BIP. Quellen: BIZ, Helaba Research &amp; Advisory -60 -50 -40 -30 -20 -10 0 10 20 -60 -50 -40 -30 -20 -10 0 10 20 KR HG DE FR SE AT US CN CZ EU IT CA FI PL UK AU GR ES BE PT DK LU NO Verflechtung zwischen Staaten und Banken hoch Bestand an Staatsanleihen / Eigenkapital, in % Quellen: EBA, Helaba Research &amp; Advisory 0 50 100 150 200 250 300 350 400 0 50 100 150 200 250 300 350 400 Im Fokus: Europäische Banken 2023 © Helaba | Research &amp; Advisory | 11. Januar 2023 8 von 11 2.5 Hohe Eigenkapitalquoten als guter Risikopuffer Die Eigenkapitalquoten als erste Verteidigungslinie für die Verlusttragfähigkeit befinden sich bei den eu- ropäischen Banken auf sehr hohem Niveau und sind somit ein Hauptargument dafür, dass die Branche sehr gut gegen Risiken gewappnet ist. Gegenüber der Situation zu Beginn der Finanzmarktkrise haben sich die Quoten rund verdoppelt. Zu den regulatorischen Reformen infolge der Krise als Hauptursache kamen zuletzt die Ausschüttungssperren während der Coronakrise. Die Deckelung von Dividenden durch die EZB-Aufsicht war Anfang Oktober 2021 entfallen. Seit- her schütteten große börsennotierte Banken umfang- reich angehäuftes Überschusskapital über Aktienrück- kaufprogramme und Dividenden aus. Gemäß unserer Beobachtung dürften viele Häuser ihre Eigenkapital- quoten in Richtung der Niveaus vor der COVID-19- Krise zurückführen; Aktienrückkaufprogramme dürften sich also auch 2023 fortsetzen. 2.6 TLTRO-Rückzahlungen mit Implikationen für Liquiditätskennziffern Die Institute nutzten die Möglichkeit zur vorzeitigen Rückführung ihrer bei der EZB aufgenommenen TLTRO-III- Mittel bisher in deutlich geringerem Maß als vom Konsens der Analystenschätzungen erwartet. Der EZB-Rat hatte auf seiner Sitzung am 27.10.2022 beschlossen, die zuvor äußerst attraktiven Konditionen des Programms zu än- dern; gleichzeitig erhielten die teilnehmenden Institute die Möglichkeit, erstmals zum 23.11.2022 und danach im monatlichen Turnus, ihre aufgenommenen Beträge zurückzugeben. Gemäß der Rückzahlungsanzeigen vom 18.11.2022 (Settlement 23.11.) belief sich der gesamte Rückzahlungsbe- trag auf lediglich 296,3 Mrd. EUR, gegenüber Konsens-Schätzungen von im Mittel rund 600 Mrd. EUR. Am 21.12.2022 folgte eine Rückzahlung von 447,5 Mrd. EUR. Die bisher relativ geringe Nutzung der Rückzahlungs- möglichkeit ist u.E. vor allem darauf zurückzuführen, dass viele Banken ihre Liquiditätsquoten vorerst aufrecht- erhalten wollen. Wir erwarten, dass die Institute von den noch ausste- henden rund 1,3 Bio. EUR in den Monaten Januar bis März (nächste Rückzahlungsanzeige am 13.1.) noch- mals 600 Mrd. EUR zurückführen werden. Bereits seit Jahresende 2022 ist das hohe im Juni 2023 fällige Vo- lumen (rund 0,63 Bio. EUR noch ausstehend) nicht mehr auf die Net Stable Funding Ratio (NSFR) anre- chenbar. Immerhin galt Ende 2022 noch die Anre- chenbarkeit der Juni-Fälligkeiten auf die Liquidity Coverage Ratio (LCR), was einigen Banken – insbeson- dere aus der Peripherie – wohl attraktiv erschien, zu- mal die Verzinsung der Mittel immer noch unterhalb der Geldmarktsätze liegt. Im März 2023 geht dann auch die LCR-Anrechenbarkeit der im Juni 2023 fälli- gen TLTRO-III-Beträge letztmals in die externe Be- richterstattung ein. TLTRO III: Weitere Rückzahlungen absehbar TLTRO-Bestand, in Bio. EUR \*eigene Schätzung Quellen: EZB, Helaba Research &amp; Advisory 0,0 0,5 1,0 1,5 2,0 2,5 0,0 0,5 1,0 1,5 2,0 2,5 22/03 22/06 22/09 22/11 22/12 23/03 (p)\* 23/06 (p)\* Harte Kernkapitalquoten\* sehr solide % % \* europäische Banken Quellen: EBA, Helaba Research &amp; Advisory 8 9 10 11 12 13 14 15 16 8 9 10 11 12 13 14 15 16 12/14 12/15 12/16 12/17 12/18 12/19 12/20 12/21 Im Fokus: Europäische Banken 2023 © Helaba | Research &amp; Advisory | 11. Januar 2023 9 von 11 Wir gehen davon aus, dass die schnell ansteigenden Zinserträge aus dem Kerngeschäft die nun sukzessive wegfal- lenden Zusatzerträge, die das TLTRO-III-Programm der EZB beschert hatte, mehr als kompensieren. Die LCR-Quo- ten werden durch die TLTRO-Rückzahlungen sinken, jedoch von sehr hohem Niveau. Dies wurde von den Banken bereits eskomptiert. Primärmarktausblick 2023: Hohe Fälligkeiten sorgen für reichlich Emissionsbedarf Das Primärmarktvolumen bei erstrangig unbesicher- ten Bankanleihen im EUR Benchmark-Format mit fi- xem Kupon hat sich im Gesamtjahr 2022 auf gut 180 Mrd. EUR summiert, davon 60 % im Non-prefer- red Rang. Mit einem Plus von 30 % gg. Vj. war es ein Rekordjahr, getrieben v.a. durch hohe Fälligkeiten, re- gulatorische Anforderungen an das Bail-in-Kapital und Vorfinanzierungen im Umfeld sich ausweitender Credit Spreads. (siehe „Primärmarkt Update EUR Benchmark Bankanleihen“ vom 5.1.2023) Für das Jahr 2023 erwarten wir eine ähnlich lebhafte Primärmarktaktivität in diesem Bereich: Wir schätzen das Emissionsvolumen auf rund 180 Mrd. EUR. Wäh- rend wir bei den Senior-preferred Emissionen von ei- ner leichten Steigerung um 10 % gg. 2022 auf 80 Mrd. EUR ausgehen, erwarten wir für Emissionen im Non-prefer- red Rang einen leichten Rückgang um 6 % auf 100 Mrd. EUR. Die Aktivität im Jahr 2023 wird gemäß unserer Erwartung insbesondere gestützt durch erneut hohe Fälligkei- ten. Für Refinanzierungen im Senior-preferred Rang sprechen darüber hinaus TLTRO-Rückzahlungen und ver- gleichsweise engere Spreads. Regulatorische Anforderungen bleiben gleichzeitig treibend für Senior Non-prefer- red Emissionen. Ein gegenläufiger Faktor sind bereits erfolgte Vorfinanzierungen aus dem Jahr 2022. Ferner spricht das schwächere wirtschaftliche Umfeld für geringeres Kreditneugeschäft, insbesondere bei Unterneh- mensfinanzierungen, gleichzeitig könnten aber Kundeneinlagen aufgrund hoher Lebenshaltungskosten abfließen. Im weiterhin krisenbelasteten volatilen Marktumfeld bleibt das richtige Timing herausfordernd, wie schon 2022 werden offene Marktfenster auch bei erhöhten Spread-Niveaus rege genutzt. Ausblick 2023: Fälligkeiten bleiben sehr hoch Fälligkeiten nach Ländern, Mrd. EUR Quellen: Bloomberg, Helaba Research &amp; Advisory 0 5 10 15 20 25 30 0 5 10 15 20 25 30 GB FR DE US IT NL ES Fälligkeiten 2022 Fälligkeiten 2023 Preferred-Anleihen stehen bei Emittenten hoch im Kurs Funding-Instrumente in den nächsten 12 Monaten, Anteil an allen Antworten\* \* EBA-Umfrage unter Banken Quellen: EBA, Helaba Research &amp; Advisory 0% 10% 20% 30% 40% 50% 60% 0% 10% 20% 30% 40% 50% 60% Senior Preferred Senior Non- preferred Subordinated debt Secured Einlagen Unternehmen Einlagen Private Zentralbanken Q3 20 Q1 21 Q3 21 Q1 22 Q3 22 Im Fokus: Europäische Banken 2023 © Helaba | Research &amp; Advisory | 11. Januar 2023 10 von 11 Einige Banken müssen noch MREL-anrechenbare Schuldtitel ausgeben, um die Lücken bei den erforder- lichen anrechenbaren Beträgen bis zum 1. Januar 2024 zu schließen, der allgemeinen Frist für die Erfüllung der MREL-Anforderungen gemäß der Richtlinie über die Sanierung und Abwicklung von Kreditinstituten (Bank Recovery and Resolution Directive 2, BRRD). Un- seres Erachtens dürfte dies jedoch für die zu erwar- tende eh schon sehr umfangreiche Emissionstätigkeit eine nur untergeordnete Rolle spielen, da insbeson- dere große am Kapitalmarkt aktive Häuser ihre An- forderungen längst – i.d.R. sehr komfortabel – erfül- len. Einige kleinere Banken dürften aber hier noch Nachholbedarf haben. (siehe auch „Regulatorische Kündigungsoption bei Non-preferred Anleihen wird Standard“ vom 29.7.2021) Bail-in Kapital reichlich vorhanden Volumen von Banken\* begebener Anleihen mit niedrigem Rang, in Mrd. EUR\*\* \* Euroraum \*\* Kumulierte Emissionen in Mrd. EUR. Die vertikalen Linien zeigen den Zeitpunkt der regulatorischen Änderungen für die MREL-Anforderungen im Mai 2016 bzw. der TLAC-Anforderungen im November 2016. Quellen: EZB, Helaba Research &amp; Advisory Im Fokus: Europäische Banken 2023 © Helaba | Research &amp; Advisory | 11. Januar 2023 11 von 11 Auswahl erschienener Publikationen  PRIMÄRMARKT UPDATE EUR BENCHMARK BANKANLEIHEN  SINGAPURISCHE COVERED BONDS: TOP BONITÄT MADE IN ASIA  EUROPÄISCHE BANKEN: Q3-ERGEBNISSE STIMMEN ZUVERSICHTLICH  EUROPÄISCHE BANKEN: EU-RAT EINIGT SICH AUF GEMEINSAME POSITION ZUM BASEL III BANKENPAKET Herausgeber und Redaktion Helaba Research &amp; Advisory Redaktion: Stefan Rausch Head of Corporate Research &amp; Advisory Verantwortlich: Dr. Gertrud R. Traud Chefvolkswirtin/ Head of Research &amp; Advisory Neue Mainzer Str. 52-58 60311 Frankfurt am Main T +49 69 / 91 32 – 20 24 Internet: www.helaba.com Disclaimer Die Publikation ist mit größter Sorgfalt be- arbeitet worden. Sie enthält jedoch lediglich unverbindliche Analysen und Prognosen zu den gegenwärtigen und zukünftigen Markt- verhältnissen. Die Angaben beruhen auf Quellen, die wir für zuverlässig halten, für deren Richtigkeit, Vollständigkeit oder Ak- tualität wir aber keine Gewähr übernehmen können. Sämtliche in dieser Publikation ge- troffenen Angaben dienen der Information. Sie dürfen nicht als Angebot oder Empfeh- lung für Anlageentscheidungen verstanden werden. Hier können Sie sich für unsere Newsletter anmelden: https://news.helaba.de/research/

Banken könnten 2023 nicht zuletzt dank weiter steigender Zinsgewinne erneut zu den Outperformern gehören. Robuste Bilanzqualität mit hohen Eigenkapitalquoten. TLTRO-Rückzahlungen mit Implikationen für Liquiditätskennziffern.
