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title: "Im Fokus Credits: Corporate Schuldschein  - Wachsende Vielfalt schafft neue Handlungsoptionen"
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type: dd_research
language: de
updated: 2026-09-28
keywords: Renten, Marktanalysen, Im Fokus: Credits & Covered Bonds
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# Im Fokus Credits: Corporate Schuldschein  - Wachsende Vielfalt schafft neue Handlungsoptionen

Im Fokus: Credits 1. Februar 2023 © Helaba | Research &amp; Advisory | 1. Februar 2023 1 von 4 Research &amp; Advisory Corporate Schuldschein: Wachsende Vielfalt schafft neue Handlungsoptionen Die dynamische Entwicklung des Schuldscheinmarktes wird weiterhin von einer hohen Anzahl an Debut-Emittenten befeuert. Noch nie hatten Investoren so viele Möglichkei- ten, ihre Anlagen weiter zu diversifizieren und ihre Portfolien zu optimieren. Wir erwar- ten, dass der Emittentenkreis und die Gesamtvolumina auch in Zukunft weiter wachsen werden. So interessieren sich nicht zuletzt auch immer mehr Corporates aus dem Aus- land für das Segment. Unsere Analyse zeigt, dass bereits im SSD-Markt vertretene Fir- men das Segment unterschiedlich oft nutzen. Eine wichtige Rolle scheint dabei die Branchenzugehörigkeit zu spielen. Zudem neigen größere, börsennotierte Emittenten mit mehr Finanzverbindlichkeiten häufiger dazu, erneut am Schuldscheinmarkt aktiv zu sein, während sich kleinere Akteure mit niedrigen Finanzverbindlichkeiten in privater Hand tendenziell eher selten zeigen. Auswahlkriterien, die angesichts der steigenden Vielfalt an Investitionsmöglichkeiten bei der Anlageentscheidung unterstützen können, dürften unseres Erachtens daher immer wichtiger werden. Die Gesamtzahl der am Schuldscheinmarkt aktiven Emittenten hat sich auch 2022 weiter erhöht. Nicht zuletzt das rege Interesse aus dem Ausland führt unverändert dazu, dass jedes Jahr eine beachtliche Anzahl neuer Unterneh- men an den Markt kommt. Im abgelaufenen Jahr lag die Newcomer-Quote immerhin bei knapp 25 %. In Summe ist das Emittenten-Universum seit 2008 gerechnet von rund 70 auf über 700 Adressen angeschwollen, wenngleich einige Unternehmen bis dato nur eine, manchmal lange zurückliegende Transaktion begeben haben und daher nicht unbedingt als aktive Emittenten bezeichnet werden können. Dennoch erleichtert die inzwischen erreichte Breite des Universums Investoren eine Optimierung ihrer Portfolien. So kann unter anderem die relative Häufig- keit einer Transaktion als eines der Selektionskriterien für die Anlageentscheidung herangezogen werden. Wir haben daher die Schuldschein-Emittenten der letzten 15 Jahre anhand der Faktoren Sektorzugehörigkeit, Umsatz- größe, Niveau der Verschuldung sowie Börsennotiz kategorisiert. Die Analyse zeigt deutliche Unterschiede in der Marktaktivität in den einzelnen Clustern. Stetig gewachsenens Universum bietet Auswahl Immerhin jeder vierte Deal von Debut-Emittenten Corporate SSD: Anzahl der Emittenten kumuliert Corporate SSD: Anzahl der Emittenten Quellen: Bloomberg, Helaba Research &amp; Advisory Quellen: Bloomberg, Helaba Research &amp; Advisory 73 130 166 212 264 317 375 424 484 551 612 651 676 718 761 2008 2009 2010 2011 2012 2013 2014 2015 2016 2017 2018 2019 2020 2021 2022 Emittenten-Universum 53 58 49 60 67 61 39 25 42 43 29 61 76 60 80 84 89 99 99 132 0 20 40 60 80 100 120 140 160 180 200 Newcomer Etablierte Emittenten Ulrich Kirschner, CFA Senior Analyst T 069/91 32-28 39 Im Fokus: Corporate Schuldschein - Wachsende Vielfalt schafft neue Handlungsoptionen © Helaba | Research &amp; Advisory | 1. Februar 2023 2 von 4 Signifikante Branchenunterschiede Bei der Auswertung nach Branchen zeigte sich, dass einige Sektoren überdurchschnittlich häufig vertreten sind. Allein aus den Bereichen industrielle Güter und Dienstleistungen, Versorger, Immobilien, Automotive und Handel stammt die Hälfte aller Emittenten. Dagegen waren Firmen aus den Branchen Erneuerbare Energie, Haushaltspro- dukte und Öl &amp; Gas eher selten zu Gast am Schuldschein-Markt. Bei der durchschnittlichen Anzahl der durchge- führten Platzierungen pro Emittent nehmen die Sektoren Gesundheit, Handel, industrielle Dienstleistungen und Telekommunikation die Spitzenplätze ein. Gleichzeitig liegt in diesen Branchen der Anteil der Einmal-Emittenten unter der 50%-Marke – ein Beleg dafür, dass die höheren Durchschnittswerte nicht nur auf einzelne Frequent Bor- rower zurückzuführen sind. Dies könnte etwa für Investoren von Interessen sein, die ihre begrenzten Analysekapa- zitäten auf Unternehmensgruppen fokussieren müssen, die mit höherer Wahrscheinlichkeit häufiger am Markt auftreten. Dagegen waren Adressen aus kleineren Branchen mit weniger Emittenten in der Vergangenheit tenden- ziell auch seltener am Markt. So liegt die Emissionsrate der zehn Schuldschein-Emittenten im Bereich erneuerba- rer Energie bei nur 1,2x verglichen mit einem Gesamtdurchschnitt von 2,1x. Somit eignet sich diese Gruppe be- sonders gut dazu, den Diversifizierungsgrad von Portfolien weiter zu verbessern. Wahrscheinlichkeit für neuerliche Schuldschein-Emission steigt mit Umsatz und Verschuldung Auch die Unternehmensgröße sowie die Summe der Finanzverbindlichkeiten können Einfluss auf die Häufigkeit des Kapitalmarktgangs haben. Günstige Eigenschaften, wie die geringeren Mindestvolumina, die schlanke Doku- mentation und die Möglichkeiten, eine Platzierung auch ohne Emittentenrating durchzuführen, machen den Schuldschein zwar vor allem für Midcaps interessant. In der Tat wies mehr als jeder dritte Emittent1 bei seinem Schuldschein-Debut nur ein Umsatzvolumen von unter einer Mrd. EUR auf. Allerdings hält sich der Refinanzie- rungsbedarf in diesem Segment häufig in Grenzen. Die Unternehmen zeigen sich daher weniger oft am Markt. Erst bei Umsätzen von mehr als 1 Mrd. EUR steigt die Wahrscheinlichkeit für mehrfache Gänge an den Schuldschein- markt deutlich. Bei den Finanzverbindlichkeiten lässt sich ein ähnlicher Zusammenhang feststellen: Wer mehr als 500 Mio. EUR Schulden aufweist, wird den Markt mit höherer Wahrscheinlichkeit erneut nutzen. Auch im Segment der großen Frequent Borrower, die in der Regel über einen recht guten Zugang zu anderen Kapitalmarktsegmenten verfügen und daher opportunistisch agieren können, ist der Schuldschein in der Regel keine Eintagsfliege. Firmen, die hin- gegen nur einen geringen Gesamtfinanzierungsbedarf haben, bleiben auch am Schuldscheinmarkt eine tendenzi- ell seltenere Erscheinung. 1Basis unserer Analyse sind die Emittenten der nicht-finanziellen Branchen, die die entsprechende GuV und Bilanz-Informationen öf- fentlich zur Verfügung stellen. Höchste durchschnittliche Emissionsraten bei Health Care, Handel, Telco und Industriellen Dienstleistungen Corporate Schuldscheine: Anzahl der Deals pro Emittent im Sektor-Durchschnitt \*Verpackungen, Holz, Stahl, Metalle &amp; Bergbau Quellen: Unternehmensangaben, Bloomberg, Helaba Research &amp; Advisory 2,5 2,0 1,5 2,2 1,9 2,7 2,1 3,0 2,4 2,2 1,6 2,2 1,9 1,7 1,8 2,4 2,0 2,2 1,2 1,6 2,0 Emittenten- Anzahl 83 78 58 57 50 49 43 42 40 39 37 36 28 21 19 14 13 13 10 8 3 Schuldscheine Ø-Anzahl pro Emittent seit 2008 Im Fokus: Corporate Schuldschein - Wachsende Vielfalt schafft neue Handlungsoptionen © Helaba | Research &amp; Advisory | 1. Februar 2023 3 von 4 Die Kombination der bisherigen Ergebnisse erlaubt noch tiefergehende Einblicke in die DNA des Schuldschein- marktes. So sind insbesondere große Emittenten mit höherer Verschuldung aus den Sektoren mit einer Emissi- onsrate von &gt; 2,1 im Schnitt deutlich häufiger am Markt aktiv. Unternehmen mit relativ niedrigem Umsatzvolumen oder begrenztem Verschuldungsniveau aus den unteren Quartilen sind dagegen in der Regel weniger präsent. Durchschnittliche SSD-Zahl steigt mit Umsatz … … und der Verschuldung Corporate SSD: Ø-Zahl an SSD-Emissionen pro Emittent in unter- schiedlichen Umsatzklassen Corporate SSD: Ø-Zahl an SSD-Emissionen pro Emittent in unterschied- lichen Verschuldungskategorien \*umfasst 541 nicht-finanzielle Unternehmen mit öffentlich verfügbaren Informati- onen über den Umsatz. \*\*im Jahr der Debut-Emission Quellen: Unternehmensangaben, Bloomberg, Helaba Research &amp; Advisory \*umfasst 500 nicht-finanzielle Unternehmen mit öffentlich verfügbaren Informatio- nen über die Finanzverbindlichkeiten. \*\*im Jahr der Debut-Emission Quellen: Unternehmensangaben, Bloomberg, Helaba Research &amp; Advisory Weniger ausdifferenziert sind die Unterschiede in der Platzierungshäufigkeit dagegen, wenn man bei der Analyse auf den Leverage-Grad (Finanzverbindlichkeiten/EBITDA) anstatt des absoluten Schuldenniveaus abstellt. Auch Emittenten, die im Vergleich zu ihrer Ertragskraft nur moderate Finanzverbindlichkeiten aufweisen, kommen im Schnitt mindestens ein zweites Mal an den Markt. Nichtsdestotrotz sind Unternehmen mit einer investmentgrade adäquaten Verschuldungsquote in der Spanne von 2,0x bis 3,0x im Mittel immer noch am häufigsten am Schuld- scheinmarkt aktiv. Dieses Phänomen ist wohl vor allem dadurch zu erklären, dass viele Anleger ihren Fokus auf Emittenten mit soliden Bonitätsprofilen legen. Öffentlich gelistete Unternehmen bleiben dem Schuldschein eher treu – mehr Exklusivität bei den Privaten Signifikante Unterschiede im Emissionsverhalten zeigen sich hingegen bei der Einbeziehung der Eigentü- merstruktur. So weisen Unternehmen, die über eine Börsennotierung verfügen, höhere Platzierungsraten auf. Im Schnitt sind diese 2,5-mal am Schuldscheinmarkt aktiv, Unternehmen in privater Hand dagegen nur 2,1-mal. Unse- res Erachtens dürfte hierbei die höhere Kapitalmarkt-Affinität notierter Firmen eine Rolle spielen. Zudem stellen gelistete Corporates in der Regel eine größere Menge an öffentlich zugänglichen Finanzinformationen zur Verfü- gung. Dies erleichtert Investoren sowohl die Erstanalyse als auch das dauerhafte Monitoring. Allerdings sind pri- vate Unternehmen nicht nur weniger häufig am Schuldscheinmarkt präsent, sondern begeben in vielen Fällen auch keine Corporate Bonds. Sie bieten somit den Investoren die Möglichkeit, ihre Portefeuilles mit sonst nicht investierbaren Adressen zu diversifizieren. Legt man diese Beobachtungen über die bereits vorgestellten Verteilungsmuster, ergeben sich weitere Erkennt- nisgewinne. Wird ein Unternehmen an der Börse gehandelt, das im Jahr der Debut-Emission mindestens 1 Mrd. EUR Umsatz erwirtschaftet oder bei den Bruttoschulden die Schwelle von 300 Mio. EUR überschreitet, kann mit deutlich höherer Wahrscheinlichkeit davon ausgegangen werden, dass der Emittent nach der Erstemission erneut Geld am Schuldscheinmarkt aufnehmen wird. Kleinere, weniger verschuldetet privat geführte Unternehmen sind dagegen mit einer geringeren Wahrscheinlichkeit erneut am Schuldscheinmarkt aktiv. 0,0 0,5 1,0 1,5 2,0 2,5 3,0 3,5 &lt; 0,5 0,5 - 1 1 - 2 2 - 5 &gt; 5 Gesamt Umsatz in Mrd. €\*\* Sektoren mit Ø-SSD &gt; 2,1 Alle\* Sektoren mit Ø-SSD &lt; 2,1 0,0 0,5 1,0 1,5 2,0 2,5 3,0 3,5 &lt; 0,15 0,15 - 0,3 0,3 - 0,5 0,5 - 2 &gt; 2 Gesamt Schulden in Mrd. €\*\* Sektoren mit Ø-SSD &gt; 2,1 Alle\* Sektoren mit Ø-SSD &lt; 2,1 Im Fokus: Corporate Schuldschein - Wachsende Vielfalt schafft neue Handlungsoptionen © Helaba | Research &amp; Advisory | 1. Februar 2023 4 von 4 Mehr Emissionen bei großen, gelisteten Firmen … … mit mehr Finanzverbindlichkeiten Corporate SSD: Ø-Zahl an SSD-Emissionen pro Emittent in unter- schiedlichen Umsatzklassen Corporate SSD: Ø-Zahl an SSD-Emissionen pro Emittent in unter- schiedlichen Verschuldungskategorien \*im Jahr der Debut-Emission Quellen: Unternehmensangaben, Bloomberg, Helaba Research &amp; Advisory \*im Jahr der Debut-Emission Quellen: Unternehmensangaben, Bloomberg, Helaba Research &amp; Advisory Auch wenn unsere Analyse nur eine allgemeine Durchschnittsbetrachtung darstellt und Emittenten tausendund- eins individuelle Gründe für die Nutzung bestimmter Fremdkapitalinstrumente haben. Den Investoren steht mit den Variablen Sektorzugehörigkeit, Umsatz, Verschuldung und Börsennotierung also eine Auswahl von Kriterien zur Verfügung, die sie bei Anlageentscheidungen heranziehen können, um ihre Depots weiter zu diversifizieren oder den Arbeitsaufwand für ihre Portfolien zu optimieren. Die Antwort auf die Frage, welchem Ziel der Vorzug ein- zuräumen ist, kann aber grundsätzlich nur der Anleger selbst geben und dürfte im Zeitablauf unterschiedlich aus- fallen. „Neue Besen kehren gut“, lautet eine alte Weisheit, „Schuster bleib‘ bei Deinen Leisten!“, eine andere. Herausgeber und Redaktion Helaba Research &amp; Advisory Redaktion: Stefan Rausch Verantwortlich: Dr. Gertrud R. Traud Chefvolkswirtin/ Head of Research &amp; Advisory Neue Mainzer Str. 52-58 60311 Frankfurt am Main T +49 69 / 91 32 - 2024 Internet: www.helaba.com Disclaimer Die Publikation ist mit größter Sorgfalt bearbeitet worden. Sie enthält jedoch lediglich unverbindliche Analysen und Prognosen zu den gegenwärtigen und zukünftigen Marktverhältnissen. Die Angaben beru- hen auf Quellen, die wir für zuverlässig halten, für deren Richtigkeit, Vollständigkeit oder Aktualität wir aber keine Gewähr übernehmen können. Sämtliche in dieser Publikation getroffenen Angaben dienen der Information. Sie dürfen nicht als Angebot oder Empfehlung für Anlageentscheidungen verstanden werden. 0,0 0,5 1,0 1,5 2,0 2,5 3,0 0 - 0,5 0,5 - 1 1 - 2 2 - 5 &gt; 5 Gesamt Umsatz in Mrd. € Privat Öffentlich gelistet 0,0 0,5 1,0 1,5 2,0 2,5 3,0 3,5 0 - 0,15 0,15 - 0,3 0,3 - 0,5 0,5 - 2 &gt; 2 Gesamt Schulden in Mrd. € Privat Öffentlich gelistet Hier können Sie sich für unsere Newsletter anmelden: https://news.helaba.de/research/

Anhaltend hohe Zahl an Debutemittenten. Wachsendes Unternehmensuniversum bietet neue Diversifikationsmöglichkeiten. Große börsennotierte Unternehmen mit höheren Verschuldungen regelmäßiger präsent.
