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title: "Im Fokus Credit: Sustainable Finance - Klimaschutz in der Telekombranche"
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updated: 2026-09-28
keywords: Renten, Marktanalysen, Im Fokus: Credits & Covered Bonds
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# Im Fokus Credit: Sustainable Finance - Klimaschutz in der Telekombranche

Im Fokus: Sustainable Finance 10. Dezember 2024 © Helaba | Research &amp; Advisory | 10. Dezember 2024 1 von 7 Research &amp; Advisory Telekomunternehmen nehmen den Klimaschutz in den Fokus ihrer Nachhaltigkeitsstrategie und Sustainable Finance Aktivi- täten Klimaschutz ist ein zentrales Thema der Nachhaltigkeitsstrategien vieler Unternehmen, ge- rade auch in der Telekombranche. Künftiges Wachstum und die Senkung von Treibhaus- gasemissionen müssen in Einklang gebracht werden, um langfristig erfolgreich zu bleiben. So haben alle großen Telekomanbieter mittlerweile eine detaillierte Klimastrategie und ent- sprechende CO2-Reduktionszielwerte entwickelt. Diese umfassen nicht nur die im eigenen Unternehmen verursachten Emissionen (Scope 1 &amp; 2), sondern auch die gesamte Wert- schöpfungskette vom Lieferanten bis hin zum Endkunden (Scope 3). Zahlreiche Telekomun- ternehmen haben die angestrebte Dekarbonisierung bereits mit ihrer Finanzierung durch Sustainability-Linked Strukturen, bei denen Zinskosten an CO2-Reduktionsziele gekoppelt sind, oder zweckgebundene Green Bonds verbunden. Durch die Corporate Sustainability Reporting Directive (CSRD) werden die Nachhaltigkeitsberichtserstattungspflichten noch einmal geschärft und erweitert. Somit werden die Unterschiede in der Entwicklung des CO2-Fußabdrucks einzelner Unternehmen noch besser sichtbar und gleichzeitig die Verbindung von Klimaschutz- und Finanzierungsmaßnah- men deutlich erleichtert. Treibhausgas-Emissionen im Fokus der Nachhaltigkeitsstrategie Die Corporate Social Responsibility Directive (CSRD) fordert von berichtspflichtigen Unternehmen, eine Wesent- lichkeitsanalyse durchzuführen. Durch eine Befragung relevanter Stakeholder, wie Kunden, Mitarbeiter, Lieferan- ten oder Banken und Investoren, werden hierbei die wichtigsten Wechselwirkungen zwischen Unternehmen, Um- welt und Gesellschaft identifiziert. Unsere Analyse von Nachhaltigkeitsberichten großer europäischer Telekomun- ternehmen zeigt, dass das Thema „Klimaschutz“ für die Branche einen zentralen Erfolgsfaktor bildet. Hier finden sich die Unternehmen jedoch in einem Spannungsfeld wieder. Einerseits ist es unerlässlich, die verursachten Treibhausgasemissionen zügig zu senken. Anderseits sind Wachstumschancen, die durch Entwicklungen auf dem Gebiet der künstlichen Intelligenz und die zunehmende Digitalisierung befeuert werden, mit einem weiteren An- stieg des Datenvolumens und Energieverbrauchs verknüpft. Es gilt somit Wachstum und Emissionen zu entkop- peln. Dank des Greenhouse Gas Protocols können die Fortschritte auf diesem Weg anhand eines international an- erkannten Standards für die Berechnung von Treibhausgasemissionen verfolgt werden. Indirekte Emissionen stellen den wesentlichen Hebel für die Reduktion dar Das Greenhouse Gas Protocol unterteilt Emissionen in drei Kategorien: Scope 1 umfasst die direkten Emissionen innerhalb des Unternehmens, welche von diesem kontrolliert werden. Hierzu zählen beispielsweise der Treibstoff- verbrauch für Fahrzeuge, der Verbrauch fossiler Energieträger für das Heizen oder Kältemittel für Kühlsysteme. Bei Telekomunternehmen beläuft sich Scope 1 im Durchschnitt auf einen Anteil von ca. 3 % an den gesamten Emissionen. Scope 2 umfasst die indirekten Emissionen, welche durch die Herstellung erworbener Energie entste- hen. Hierbei handelt es sich hauptsächlich um bezogenen Strom, insbesondere für Fest- und Mobilfunknetze, Re- chenzentren und Gebäude. Es ist möglich, Scope 2 anhand der standortbasierten („location based“) oder marktba- sierten („market based“) Methode zu berechnen. Während bei der standortbasierten Methode dem verbrauchten Dr. Haiko Stefan Sustainable Finance Advisory T: 069 / 91 32 - 79 63 Im Fokus: Sustainable Finance © Helaba | Research &amp; Advisory | 10. Dezember 2024 2 von 7 Strom die durchschnittliche Emissionsintensität des jeweiligen Stromnetzes zugewiesen wird, rechnet die markt- basierte Methode mit vom Stromlieferanten bereitgestellten vertragsspezifischen Emissionsfaktoren. Die meisten Unternehmen berichten Scope 2 nach beiden Methoden und liefern somit auch Informationen über das durch den bewussten Einkauf von klimaneutralem Strom eingesparte Volumen an Emissionen. So berichtete die Deutsche Telekom für das Jahr 2023 insgesamt 3.979 Kilotonnen CO2 nach der standortbasierten Methode. Da der Konzern seinen Strom bereits seit 2021 ausschließlich aus Erneuerbaren Energien bezieht, lagen die marktbasierten Emis- sionen bei nur 18 Kilotonnen und sind auf die indirekten Emissionen der Fernwärme zurückzuführen. Durch- schnittlich beläuft sich Scope 2 (standortbasiert) und Scope 2 (marktbasiert) auf einen Anteil von jeweils ca. 19 % und ca. 7 %. Scope 3 bildet mit einem durchschnittlichen Anteil von ca. 78 % den größten Teil des CO2-Fußabdrucks der Bran- che und umfasst alle indirekten Emissionen aus der Wertschöpfungskette. Aufgrund zahlreicher Aktivitäten in der Wertschöpfungskette wird Scope 3 nach dem Greenhouse Gas Protocol in 15 Kategorien unterteilt. Die wichtigs- ten sind „Eingekaufte Waren und Dienstleistungen“, „Kapitalgüter“ und „Verwendung der verkauften Produkte“.1 Während die ersten beiden teilweise aggregiert ausgewiesen werden und sich im Mittel auf ca. 76 % an den Ge- samtemissionen belaufen, liegt der Anteil der letzten Kategorie bei ca. 12 %. „Eingekaufte Waren und Dienstleis- tungen“ werden beispielsweise der Beschaffung von WLAN-Routern und Mobiltelefonen zugeordnet. Der Erwerb von Mobilfunkmästen, Gebäuden, Fahrzeugen oder Equipment für Datenzentren, fällt hingegen in die Kategorie „Kapitalgüter“. Die „Verwendung der verkauften Produkte“ umfasst die Emissionen von Produkten während der Nutzungsphase. Beispielsweise entstehen diese beim Endkunden durch den Stromverbrauch von WLAN-Routern, Mobiltelefonen, Set-Top-Boxen und anderen Geräten.  1 Die Unternehmen A1, Proximus und TDC Net weisen kein Volumen für die Kategorie „Kapitalgüter“ aus, da dieses der Kategorie „Ein- gekaufte Waren und Dienstleistungen“ hinzugerechnet wird. 199 260 372 90 122 104 24 9 21 27 13 1 4 8 18 660 716 439 215 232 205 0 97 0 0 0 2 25 10.477 7.804 7.095 2.379 1.971 1.929 1.211 759 584 524 307 273 269 84 10.694 8.724 8.184 2.908 2.308 2.265 1.441 768 702 551 320 275 275 117 0% 10% 20% 30% 40% 50% 60% 70% 80% 90% 100% Ausgestoßene Scope 1, 2 und 3 Emissionen Emissionen in kT für 2023 Scope 3 Scope 2 (marktbasiert) Scope 1 Quellen: Unternehmen, Helaba Research &amp; Advisory Im Fokus: Sustainable Finance © Helaba | Research &amp; Advisory | 10. Dezember 2024 3 von 7 Reduktionspfade von der Science Based Targets initiative (SBTi) bereits überprüft Mittlerweile haben alle großen europäischen Telekomunternehmen ihre eigenen Klimaschutzstrategien entwickelt und entsprechende Zielwerte formuliert. Um die Kredibilität dieser Reduktionspfade zu untermauern und die eige- nen Bemühungen transparent zu machen, schlossen sich die meisten zudem der Science Based Targets initiative (SBTi) an, die Klimaschutzziele wissenschaftsbasiert und unabhängig auf Übereinstimmung mit dem 1,5°C-Ziel des Pariser Klimaabkommens überprüft. Die kurzfristigen Ziele bis 2030 zeigen, dass sowohl für Scope 1 und 2 als auch für Scope 3 oftmals separate Zielwerte angestrebt werden und sich diese meist auf eine Senkung der absolu- ten CO2-Emissionen beziehen. Vereinzelt werden Zielwerte nur aggregiert für Scope 1, 2 und 3 zusammen ausge- geben. 2,3 Scope 1 &amp; 2 | Kurzfristige Zielwerte Unternehmen Datum der Ver- öffentlichung Basisjahr Zieljahr Reduktion Reduktion p.a. Absolut / Intensität KPN 2024 Sep 2015 2030 84 % 5,6 % Absolut Telenor 2024 Jun 2019 2030 64 % 5,8 % Absolut Orange 2024 Jun 2021 2030 45 % 5,0 % Absolut iliad 2024 Mär 2022 2030 60 % 7,5 % Absolut Deutsche Telekom 2024 Feb 2020 2030 94 % 9,4 % Absolut Swisscom 2024 Feb 2018 2030 80 % 6,7 % Absolut Vodafone 2023 Okt 2020 2030 90 % 9,0 % Absolut Elisa 2023 Mär 2021 2030 42 % 4,7 % Absolut Proximus 2022 Sep 2020 2030 95 % 9,5 % Absolut TDC Net 2022 Aug 2020 2028 60 % 7,5 % Absolut Tele2 2022 Aug 2019 2025 90 % 15,0 % Absolut Telefonica 2022 Aug 2015 2030 80 % 5,3 % Absolut TIM 2022 Jun 2019 2030 75 % 6,8 % Absolut A1 2020 Sep 2019 2030 50 % 4,5 % Absolut Durchschnitt 72,1 % 6,7 % Quellen: Science Based Targets initiative, Unternehmen, Helaba Research &amp; Advisory  2 Die dargestellten Werte in der Tabelle „Scope 1 &amp; 2 | Kurzfristige Zielwerte“ für Elisa, TDC Net und Orange beziehen sich auf Scope 1, 2 und 3. Die dargestellten Werte für KPN beziehen sich hingegen auf Scope 1. 3 Die dargestellten Werte in der Tabelle „Scope 3 | Kurzfristige Zielwerte“ für Elisa und TDC Net beziehen sich auf Scope 1, 2 und 3. 4.129 1.428 2.989 1.301 1.027 1.304 273 378 405 450 224 165 147 71 2.150 825 2.316 462 227 548 493 209 3 79 36 1.362 1.128 193 81 579 76 307 20 145 2 34 21 50 3 2.836 4.423 1.598 535 138 138 153 34 72 46 9 37 10 0% 10% 20% 30% 40% 50% 60% 70% 80% 90% 100% Ausgestoßene Scope 3 Emissionen Emissionen in Kilotonnen für 2023 Eingekaufte Waren und Dienstleistungen Kapitalgüter Verwendung der verkauften Produkte Sonstige Kategorien Quellen: Unternehmen, Helaba Research &amp; Advisory Im Fokus: Sustainable Finance © Helaba | Research &amp; Advisory | 10. Dezember 2024 4 von 7 Auch die Zielwerte für Scope 3 beziehen sich überwiegend auf die Reduktion der absoluten Emissionen und nur selten auf die Emissionsintensität (z. B. gemessen an der Zahl der Kunden). Allerdings wird der Umfang von Scope 3 bei der Zielsetzung vereinzelt auf die wichtigsten Kategorien eingeschränkt. So liegen beispielsweise dem Ziel von Telecom Italia Mobile (TIM) lediglich „Eingekaufte Güter und Dienstleistungen“, „Kapitalgüter“ und „Verwen- dung der verkauften Produkte“ zugrunde. Scope 3 | Kurzfristige Zielwerte Unternehmen Datum der Ver- öffentlichung Basisjahr Zieljahr Reduktion Reduktion p.a. Absolut / Intensität Einschränkung der Kategorien KPN 2024 Sep 2015 2033 75,6 % 4,2 % Absolut Nein Telenor n. a. n. a. n. a. n. a. n. a. n. a. n. a. Orange 2024 Jun 2021 2030 74 % 8,2 % Intensität Ja Iliad 2024 Mär 2022 2030 46 % 5,8 % Absolut Nein Deutsche Telekom 2024 Feb 2020 2030 47 % 4,7 % Absolut Nein Swisscom 2024 Feb 2018 2030 60 % 5,0 % Absolut Nein Vodafone 2023 Okt 2020 2030 50 % 5,0 % Absolut Nein Elisa 2023 Mär 2021 2030 42 % 4,7 % Absolut Nein Proximus 2022 Sep 2020 2030 60 % 6,0 % Absolut Nein TDC Net 2022 Aug 2020 2028 60 % 7,5 % Absolut Nein Tele2 2022 Aug 2019 2029 60 % 6,0 % Intensität Nein Telefonica 2022 Aug 2016 2030 56 % 4,0 % Absolut Nein TIM 2022 Jun 2019 2030 47 % 4,3 % Absolut Ja A1 2020 Sep 2019 2030 50 % 4,5 % Absolut Ja Durchschnitt 56,0 % 5,0 % Quellen: Science Based Targets initiative, Unternehmen, Helaba Research &amp; Advisory Maßnahmen für die Reduktion von Scope 1 und 2 sind facettenreich Telekomunternehmen ergreifen für die Reduktion der Emissionen oftmals ähnliche Maßnahmen. Bei Scope 1 stellt vorwiegend die Umstellung des Fuhrparks auf Elektrofahrzeuge und die Modernisierung von Gebäuden, wie bei- spielsweise die Elektrifizierung des Heizungsbereichs durch Wärmepumpen, einen Schwerpunkt dar. Die Maßnah- men für Scope 2 verfolgen in der Regel zwei Ansätze, welche sich beide auf den verbrauchten Strom des Unterneh- mens beziehen. Der erste Ansatz zielt darauf ab, den Stromverbrauch zu senken, indem bestehende Netzwerke und technische Anlagen erneuert und optimiert werden. Eine bedeutende Maßnahme ist in diesem Zusammen- hang der Austausch von Kupfer- gegen Glasfaserkabel. Außerdem optimieren Unternehmen den Stromverbrauch der Kühlsysteme in Datencentern und erneuern deren IT-Infrastruktur, um die Energieeffizienz zu steigern. Zur Messung der Fortschritte wird hierbei die Stromverbrauchseffektivität (engl. Power Usage Effectiveness, PUE) als Kennzahl herangezogen. Darüber hinaus werden auch ungenutzte Frequenzen bei Fest- und Mobilfunknetzen in einen Standby-Modus gesetzt, solange sich der Datenverkehr auf einem niedrigen Niveau befindet. Der zweite Ansatz stellt auf die Herkunft des bezogenen Stroms ab und setzt auf den Einkauf möglichst emissionsfreier Elekt- rizität. Eine wichtige Rolle spielen dabei sogenannte Power Purchase Agreements (PPAs) mit Anbietern, die Strom durch erneuerbare Energien, wie beispielsweise Solar-Parks oder Windräder, erzeugen und diesen direkt an das Unternehmen liefern. Um dem aktuell noch knappen Angebot an PPAs zu begegnen, werden häufig auch Her- kunftsnachweise für eine bestimmte Menge an Strom erworben (Guarantees of Origin), die die Erzeugung einer MWh Strom aus erneuerbaren Energien belegen. Solche Herkunftsnachweise sind im Gegensatz zu PPAs nicht an die physische Stromlieferung gebunden und können daher separat gehandelt werden. Im Fokus: Sustainable Finance © Helaba | Research &amp; Advisory | 10. Dezember 2024 5 von 7 Zulieferer stehen im Fokus für die Reduktion von Scope 3 Scope 3 bezieht sich auf die Aktivitäten entlang der Wertschöpfungskette, weshalb die Maßnahmen entweder vor- oder nachgelagert vom Unternehmen umgesetzt werden. Telekomunternehmen setzen dabei auf eine Zusammen- arbeit mit den Zulieferern, um deren Herstellungsprozesse, Logistik und Beschaffung zu verbessern. Beispiels- weise werden häufig WLAN-Router mit recycelten und recyclingfähigen Komponenten ausgestattet, um die Le- benserwartung zu erhöhen und den Materialeinsatz zu reduzieren. Außerdem werden Zulieferer incentiviert, Strom aus erneuerbaren Energien zu beziehen und nachhaltige Beschaffungsprozesse zu etablieren. Eine verbrei- tete Maßnahme stellt außerdem die Mitgliedschaft in Initiativen wie dem Carbon Disclosure Project (CDP) oder der Joint Alliance for Corporate Social Responsibility (JAC) dar. Entlang der nachgelagerten Wertschöpfungskette set- zen die Telekomunternehmen hauptsächlich auf eine Reduzierung des Stromverbrauchs der WLAN-Router, Mobil- telefone, Set-Top-Boxen und anderen Geräten beim Endkunden. Hierfür werden bereits im Herstellungsprozess entsprechende technische Anpassungen vorgenommen. Außerdem erhalten Kunden passende Apps, mit denen Endgeräte zu festgelegten Zeiten ausgeschaltet oder in einen Standby-Modus gesetzte werden können. Zahlreiche Telekomanbieter verbinden Dekarbonisierungsziele mit Finanzierung Mehrere Telekomunternehmen haben bereits ihre Klimaschutz- mit der Finanzierungsstrategie verknüpft. In die- sem Zusammenhang wurden beispielsweise bei Sustainability-Linked Finanzierungen die Zinskosten an die Errei- chung von CO2-Reduktionszielen gekoppelt. Hierfür wurden häufig die Zielwerte der SBTi herangezogen, um deren Bedeutung zu unterstreichen. Diese Sustainability-Linked Finanzierungen sind vor allem im Kreditbereich anzu- treffen, werden aber im Anleihebereich nur noch selten verwendet. Dort kommen hauptsächlich zweckgebundene Strukturen zum Einsatz, bei denen die Verwendung der Emissionserlöse auf Projekte mit einem klaren Umwelt- oder Klimanutzen eingegrenzt ist. Vereinzelt werden mit den Emissionserlösen zusätzlich zu den ökologischen auch soziale Projekte finanziert. Die einzelnen Projekte werden in Kategorien eingeteilt, die von den Green und Social Bond Principles der International Capital Market Organisation (ICMA) vorgegeben werden. Beschränkt sich eine zweckgebundene Finanzierung ausschließlich auf ökologische Projekte, wird diese als „Green“ bezeichnet. Werden zusätzlich soziale Projekte eingebunden, ändert sich die Klassifizierung zu „Sustainability“. Die Kategorie „Energieeffizienz“ findet dabei regelmäßig Verwendung, wobei diese unter anderem den Austausch von Kupfer- gegen Glasfaserkabel und die Verbesserung der Energieeffizienz von Datencentern beinhaltet. Eine Einbindung der EU-Taxonomie in zweckgebundene Finanzierungen ist allerdings kaum möglich, da diese bislang nur wenige Aktivitäten der Telekombranche erfasst. Ob dies in Zukunft so bleiben wird, ist abzuwarten. Im Fokus: Sustainable Finance © Helaba | Research &amp; Advisory | 10. Dezember 2024 6 von 7 Nachhaltige Finanzierungen von Telekomunternehmen in 2024 Unternehmen Datum Instrument Volumen (in Millionen) Struktur Informationen iliad 2024 Okt Anleihe 500 EUR Green Kategorien | i) Energieeffizienz, ii) Kreislauf- wirtschaft, iii) Sauberer Transport, iv) Erneu- erbare Energie iliad 2024 Aug Kredit 3 000 EUR Sustainability-Linked KPIs | i) CO2 (Scope 1 &amp; 2), ii) CO2 (Scope 3) Swisscom 2024 Aug Anleihe 100 CHF Green Kategorien | i) Energieeffizienz, ii) Erneuer- bare Energie, iii) Sauberer Transport Telefonica 2024 Sep Anleihe 200 EUR Sustainability Kategorien | i) Energieeffizienz, ii) Erneuer- bare Energie, iii) Datengesteuerte Lösungen, iv) Digitale Inklusion KPN 2024 Jun Anleihe 500 EUR Green Kategorien | i) Energieeffizienz, ii) Kreislauf- wirtschaft, iii) Sauberer Transport TDC Net 2024 Apr Anleihe 500 EUR Sustainability-Linked KPIs | i) CO2 (Scope 1 &amp; 2), ii) CO2 (Scope 3) Elisa 2024 Apr Kredit 100 EUR Sustainability-Linked KPIs | i) CO2 (Scope 1 &amp; 2), ii) CO2 (Scope 3), iii) Digitale Inklusion Telefonica 2024 Mär Anleihe 1 100 EUR Sustainability Kategorien | i) Energieeffizienz, ii) Erneuer- bare Energie, iii) Datengesteuerte Lösungen, iv) Digitale Inklusion Telus 2024 Feb Anleihe 500 CAD Sustainability-Linked KPIs | i) CO2 (Scope 1 &amp; 2) Vodafone 2024 Feb Revolvieren- der Kredit 4 050 EUR Sustainability-Linked KPIs | i) CO2 (Scope 1 &amp; 2), ii) CO2 (Scope 3), (…) Telefonica 2024 Jan Anleihe 1 750 EUR Sustainability Kategorien | i) Energieeffizienz, ii) Erneuer- bare Energie, iii) Datengesteuerte Lösungen, iv) Digitale Inklusion Quellen: Unternehmen, Bloomberg, Helaba Research &amp; Advisory Abgeschlossene CSRD Umsetzung dürfte Sustainable Finance Aktivitäten neuen Schub verleihen Auch wenn sich hierzulande die Umsetzung der CSRD in nationales Recht aufgrund der im Februar 2025 stattfin- denden Neuwahlen verzögern sollte, befinden sich alle am Kapitalmarkt aktiven Unternehmen aktuell in der hei- ßen Phase der entsprechenden Vorbereitung.4 Neben der Erhebung und Aufbereitung zusätzlicher Datenpunkte werden in diesem Zuge häufig auch bestehende Berichtssysteme und -prozesse überprüft und gegebenenfalls optimiert. Dies ist für die betroffenen Unternehmen in aller Regel mit einem hohen Aufwand verbunden, der ins- besondere in den Nachhaltigkeitsabteilungen massiv personelle Kapazitäten bindet. Daher stehen diese Ressour- cen aktuell nicht für die Vorbereitung von Finanzierungstransaktionen zur Verfügung. Dieser Engpass dürfte sich aber lösen, sobald die betroffenen Unternehmen erstmalig gemäß der CSRD ihre Nachhaltigkeitsberichte veröf- fentlichen. Gleichzeitig werden Informationslücken geschlossen, indem homogene und qualitativ hochwertige Da- ten berichtet werden. Unterschiede in der ESG-Performance werden somit für Kapitalgeber sichtbarer und dürften auch stärker in Entscheidungsprozesse einfließen. Insbesondere für Unternehmen mit einer überdurchschnittli- chen ESG-Performance stellen nachhaltige Finanzierungen daher ein probates Mittel dar, um diese Leistungen herauszustellen. Beispielsweise ermöglichen Sustainability-Linked Strukturen, den Ambitionsgrad von Redukti- onszielen im Banken- oder Investorenkreis besser zu erläutern und im Falle einer Zielerreichung auch von einer finanziellen Vergünstigung zu profitieren. Zweckgebundene Finanzierungen wie Green Bonds helfen hingegen,  4 Information zu den Umsetzungsmaßnahmen von EU-Mitgliedsstaaten Im Fokus: Sustainable Finance © Helaba | Research &amp; Advisory | 10. Dezember 2024 7 von 7 den Fokus auf zukunftsgerichtete Investitionen in Klimaschutz und Energieeffizienz zu lenken und entsprechend ausgerichtete Investorengruppen anzusprechen. Gleichzeitig dürfte bei Finanzinstituten der Appetit nach Anlagen mit einem möglichst geringen CO2-Fussabdruck steigen, da auch sie die von ihnen finanzierten Emissionen in zu- nehmendem Maße offenlegen müssen. Da die meisten Telekomunternehmen bereits über detaillierte Dekarboni- sierungsstrategien verfügen, sollte dies den Sustainable Finance Aktivitäten in der Branche weiter Auftrieb geben. Herausgeber und Redaktion Helaba Research &amp; Advisory Redaktion: Stefan Rausch Verantwortlich: Dr. Gertrud R. Traud Chefvolkswirtin/ Head of Research &amp; Advisory Neue Mainzer Str. 52-58 60311 Frankfurt am Main T +49 69 / 91 32 - 79 63 Internet: www.helaba.com Disclaimer Die Publikation ist mit größter Sorgfalt bear- beitet worden. Sie enthält jedoch lediglich unverbindliche Analysen und Prognosen zu den gegenwärtigen und zukünftigen Markt- verhältnissen. Die Angaben beruhen auf Quellen, die wir für zuverlässig halten, für de- ren Richtigkeit, Vollständigkeit oder Aktuali- tät wir aber keine Gewähr übernehmen kön- nen. Sämtliche in dieser Publikation ge- troffenen Angaben dienen der Information. Sie dürfen nicht als Angebot oder Empfeh- lung für Anlageentscheidungen verstanden werden. 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Klimaschutz bildet Schwerpunkt in Nachhaltigkeitsstrategien großer Telekomunternehmen. Detaillierte Dekarbonisierungsstrategien bereits in der Umsetzung. Sustainable Finance-Aktivitäten fokussieren sich auf CO2-Reduktion.
