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title: "Vertraudlich: Logistik als Brennglas der Wirtschaft"
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updated: 2026-09-28
keywords: Vertrau(d)lich
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# Vertraudlich: Logistik als Brennglas der Wirtschaft

Vertraudlich 27. September 2023 © Helaba | Research &amp; Advisory | 27. September 2023 1 von 2 Research &amp; Advisory Logistik als Brennglas der Wirtschaft Der Megatrend Digitalisierung ist in aller Munde und verändert die Welt. Besonders deutlich war dies während der Corona-Restriktionen zu spüren. Homeoffice wurde zum neuen Standard. Auch nach dem Auslaufen der Corona-Restriktionen wird weniger Zeit im Büro und beim Pendeln verbracht, aber nicht zwingend weniger vor dem „Rechner“. Für manche findet das Leben buchstäblich nur noch dort statt. Das Risiko mangelnder Bewegung und der Verlust der sozialen Interaktion soll an dieser Stelle jedoch nicht dis- kutiert werden. Je weniger sich die Menschen aus dem Haus bewegen, desto wichtiger wird, dass alles zu ihnen gelangt: Zwar wurde in der Anfangszeit von Corona mehr gekocht, aber gleichzeitig erlebten Fertigspeisenlieferanten einen Auf- schwung. Der bereits seit Jahren laufende Megatrend des E-Commerce, also Bestellung und Lieferung insbeson- dere von Gütern, erhielt durch die Lockdowns noch einmal einen Schub. Seit Restaurants wieder geöffnet sind und Büros zumindest hin und wieder aufgesucht werden, sind die Steigerungsraten in diesem Segment zurückgegan- gen. Da aber der Megatrend Digitalisierung längst noch nicht am Ende ist und online kaufen vermutlich in vielen Segmenten noch gar nicht angekommen ist, wird die Frage wie die Produkte zum Konsumenten kommen, intensiv diskutiert werden müssen. Kurz gefasst: Wie verändert die Digitalisierung den Logistiksektor? Dass nicht jeder dauerhaft vor dem Rechner sitzen möchte, zeigt die Fluggaststatistik. In der Coronaphase kam es zu ei- nem Einbruch am Frankfurter Flughafen, jedoch nicht nur dort. Weltweit war der Flugver- kehr massiv eingeschränkt. Die Fluggastzahlen am Frankfurter Flughafen steigen seit Auslau- fen der Einschränkungen wie- der, die Höchstwerte aus dem Jahr 2019 konnten aber bislang noch nicht erreicht werden. Bei der Luftfracht gestaltet sich die Entwicklung etwas anders. Bereits in den zwei Jahren von Corona war der Frachtverkehr wenig dynamisch, also auch schon vor den Lieferkettenproblemen. Mit dem weltweiten Aufschwung 2021 setzte das Frachtaufkommen zu neuen Höhen an. Ein gigantischer Nachholbedarf nach Gütern war dafür ver- antwortlich und trieb nicht nur das Volumen, sondern – wie mittlerweile hinlänglich bekannt – die Preise in die Höhe. Im Folgejahr ließ die Dynamik aufgrund des Energiepreisschocks aber wieder nach und konnte sich bis heute noch nicht erholen. Hier sollte sich die konjunkturelle Schwäche in Deutschland, aber auch in anderen Teilen der Welt, niedergeschlagen haben. Nichtsdestotrotz bleibt der Flughafen Frankfurt im Frachtbereich Nr. 1 in Europa. Erholung beim Passagieraufkommen, Fracht neigt zur Schwäche Frachtaufkommen am Frankfurter Flughafen in Mio. t bzw. Passagiere in Mio., 2019 = 100 Quellen: Fraport, Helaba Research &amp; Advisory 0 20 40 60 80 100 120 0 20 40 60 80 100 120 16 17 18 19 20 21 22 23 Fracht Passagiere Vertraudlich © Helaba | Research &amp; Advisory | 27. September 2023 2 von 2 Die Logistikbranche ist offensichtlich sowohl von konjunkturellen Schwankungen als auch von strukturellen Ver- änderungen bzw. Megatrends stark betroffen. Politische Entscheidungen, die sowohl die Bewegungsfreiheit als auch den Gütertransport und Konsum beeinträchtigen, hinterlassen massive Spuren. Die hohe Volatilität ist eine große Herausforderung für diese Branche. Ein weiterer Megatrend wird jedoch ebenfalls diese Branche herausfordern: Die Demografie! In vielen Bereichen hat zwar die Automatisierung die hohe Personalintensität bereits reduziert, allerdings gilt dies nicht überall. So werden Paket- und Lkw-Fahrer gesucht - zumindest solange wie autonomes Fahren noch nicht zu unserem Alltag gehört. Die „letzte Meile“ bleibt somit eine personelle Herausforderung. Dies zeigt auch die Entwicklung der Be- schäftigung am Flughafen Frankfurt, wo der Bedarf an Personal weiterhin hoch ist. Mit annähernd 81.000 Arbeits- plätzen ist der Flughafen Frankfurt die größte Arbeitsstätte Deutschlands und mittlerweile auch größer als der Bankensektor, dessen Beschäftigung zwar im zweiten Halbjahr 2022 stark gestiegen ist, aber zum Jahresultimo mit rund 68.500 deutlich unter der Flughafenbeschäftigung liegt. Herausgeber und Redaktion Helaba Research &amp; Advisory Redaktion: Dr. Stefan Mitropoulos Verantwortlich: Dr. Gertrud R. Traud Chefvolkswirtin/ Head of Research &amp; Advisory Neue Mainzer Str. 52-58 60311 Frankfurt am Main Tel. 0 69/91 32-20 24 Internet: http://www.helaba.de Disclaimer Die Publikation ist mit größter Sorgfalt bearbeitet worden. Sie enthält jedoch le- diglich unverbindliche Analysen und Prognosen zu den gegenwärtigen und zu- künftigen Marktverhältnissen. Die Anga- ben beruhen auf Quellen, die wir für zu- verlässig halten, für deren Richtigkeit, Vollständigkeit oder Aktualität wir aber keine Gewähr übernehmen können. Sämt- liche in dieser Publikation getroffenen Angaben dienen der Information. Sie dür- fen nicht als Angebot oder Empfehlung für Anlageentscheidungen verstanden werden. Hier können Sie sich für unsere Newsletter anmelden: https://news.helaba.de/research/

Logistikbranche sowohl von konjunkturellen Schwankungen als auch von strukturellen Veränderungen betroffen. Fluggastzahlen am Frankfurter Flughafen wieder deutlich gestiegen, aber Frachtverkehr wenig dynamisch. Megatrend Demografie: „Letzte Meile“ als personelle Herausforderung in Zeiten des Fachkräftemangels.
