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title: "Vertraudlich: Zinssenkungen geben 2024 konjunkturellen Impuls"
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updated: 2026-09-28
keywords: Vertrau(d)lich
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# Vertraudlich: Zinssenkungen geben 2024 konjunkturellen Impuls

Vertraudlich 8. Februar 2024 © Helaba | Research &amp; Advisory | 8. Februar 2024 1 von 2 Research &amp; Advisory Zinssenkungen geben 2024 konjunkturellen Impuls Der Anstieg der Zinsen in den letzten beiden Jahren hat die wirtschaftliche Entwicklung ausgebremst. Dies ist der allseits bekannte Nebeneffekt der Inflationsbekämpfung. Im Gegensatz zu früheren Zinserhöhungszyklen hielt sich die rezessive Wirkung jedoch in Grenzen. So ist die Eurozone trotz des Leitzinsanstiegs 2023 von Null auf 4,5 % immer- hin noch um schätzungsweise 0,5 % gewachsen. Nur Deutschland konnte nicht mithal- ten und verzeichnete eine leichte Rezession von kalenderbereinigt -0,1 %. Die USA hat- ten sogar einen Anstieg des Leitzinses um 5,25 Prozentpunkte und schlossen das Jahr 2023 immerhin mit einer Wachstumsrate von 2,6 % ab. Noch beeindruckender ist die Entwicklung der Arbeitslosenquoten, die sich in dieser Schwächephase sehr stabil hiel- ten – im Gegensatz zu früheren Zinserhöhungsphasen. Es scheint, als ob die Notenbanken das Kunststück hinbe- kommen, zu bremsen ohne die Konjunktur abzuwürgen. Trotzdem ist die Stimmung weltweit im Keller. Negativ fällt dabei derzeit Deutschland auf. Aber nicht nur die Kon- junktur verhagelt die Stimmung. Vielmehr belasten die strukturellen Schwächen: überbordende Bürokratie, schlechte Infrastruktur, hohe Steuern und Energiepreise. Hier gilt es, die Angebotsseite zu stärken. Dies ist in den letzten Jahren etwas aus der Mode gekommen. So hat sich der Glaube an Konjunkturprogramme als Wundermittel manifestiert. Bei strukturellen Problemen helfen diese aber nicht und selbst bei konjunkturellen Schwächen gibt es hier allerhand Risiken und Nebenwirkungen. Die Versuchung für eine Konjunkturpolitik ist am Tiefpunkt am stärksten. Allerdings wirken solche Maßnahmen üblicherweise mit Verzögerung. Erkenntnis-, Entscheidungs- und Durchführungsverzögerungen sind maßgeblich für die prozyklische Wirkung diskretionärer Maßnahmen. Damit wird der Konjunkturzyklus nicht geglättet, sondern noch verstärkt. Auch die Geldpolitik unterliegt den genannten „Lags“, so dass sie zumeist ebenso prozyklisch wirkt. Man erinnere sich nur an den sehr späten Beginn des Zinserhöhungszyklus der Fed und der EZB. Während beispielsweise Polen, Tschechien und Ungarn bereits im Sommer 2021 ihren damaligen Zinserhöhungszyklus begannen, zögerte die US-Notenbank bis März 2022 und die EZB sogar bis Juli 2022. Da waren die Inflationsraten diesseits und jenseits des Atlantiks bereits auf 8,9 und 8,4 % gestiegen. Während die Inflationsraten seit Ende 2022 zurückgehen, haben die Notenbanken die Leitzinsen noch bis September 2023 angehoben. Die Lags sind somit offensichtlich. Nach vorne gerichtet bleibt nun zu hoffen, dass die Notenbanken etwas schneller reagieren. Die Rhetorik scheint sich zumin- dest in den letzten Wochen ge- ändert zu haben. Die EZB-Präsi- dentin Christine Lagarde hat Deutsche Reallöhne steigen wieder Quartalswerte, % gg. Vj. \*Bruttomonatsverdienste einschließlich Sonderzahlungen aller abhängig Beschäftigten Quellen: Macrobond, Helaba Research &amp; Advisory Dr. Gertrud R. Traud Chefvolkswirtin/Head of Research &amp; Advisory T 0 69/91 32-20 24 Vertraudlich © Helaba | Research &amp; Advisory | 8. Februar 2024 2 von 2 zwar darauf hingewiesen, dass die Zinssenkungserwartung der Finanzmärkte für das Frühjahr zu ambitioniert seien, aber im Sommer ist wohl mit ersten Schritten zu rechnen. Die von Lagarde angesprochenen Markterwartungen haben von Oktober bis Dezember zu einem massiven Rück- gang der Kapitalmarktzinsen geführt und in dessen Folge der Kosten für Hypothekenkredite. Auch wenn sich der Rückgang der Zinsen am langen Ende nicht mit der gleichen Geschwindigkeit fortsetzen wird, ist damit doch ein starker konjunktureller Impuls verbunden. In Kombination mit den niedrigeren Inflationsraten und starken Lohn- steigerungen wird es zu einem Anstieg der Reallöhne kommen. Da diese Effekte für viele Länder in der Welt zu beobachten sind, wird sich die Weltkonjunktur ebenfalls erholen, so dass der internationale Handel wieder an Dy- namik zulegen kann. In diesem Umfeld wird auch Deutschland wieder Wachstum aufweisen. Von der aktuell schlechten Stimmung sollte man nicht auf die Entwicklung im gesamten Jahr 2024 schließen: Vor dem Morgengrauen ist die Nacht am dun- kelsten. Herausgeber und Redaktion Helaba Research &amp; Advisory Redaktion: Dr. Stefan Mitropoulos Verantwortlich: Dr. Gertrud R. Traud Chefvolkswirtin/ Head of Research &amp; Advisory Neue Mainzer Str. 52-58 60311 Frankfurt am Main Tel. 0 69/91 32-20 24 Internet: http://www.helaba.de Disclaimer Die Publikation ist mit größter Sorgfalt bearbeitet worden. Sie enthält jedoch le- diglich unverbindliche Analysen und Prognosen zu den gegenwärtigen und zu- künftigen Marktverhältnissen. Die Anga- ben beruhen auf Quellen, die wir für zu- verlässig halten, für deren Richtigkeit, Vollständigkeit oder Aktualität wir aber keine Gewähr übernehmen können. Sämt- liche in dieser Publikation getroffenen Angaben dienen der Information. Sie dür- fen nicht als Angebot oder Empfehlung für Anlageentscheidungen verstanden werden. Hier können Sie sich für unsere Newsletter anmelden: https://news.helaba.de/research/

Die deutsche Wirtschaft leidet unter höheren Zinsen, vor allem aber unter strukturellen Problemen. Dagegen helfen keine Konjunkturprogramme, sondern Maßnahmen auf der Angebotsseite. Die am Kapitalmarkt bereits eingepreisten Zinssenkungen werden 2024 für mehr wirtschaftliche Dynamik sorgen.
