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title: "Vertraudlich: Sektorale Vielfalt macht Hessen stark"
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updated: 2026-09-28
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# Vertraudlich: Sektorale Vielfalt macht Hessen stark

Vertraudlich 27. November 2024 © Helaba | Research &amp; Advisory | 27. November 2024 1 von 2 Research &amp; Advisory Sektorale Vielfalt macht Hessen stark Die deutsche Wirtschaft kommt nicht von der Stelle. Der Einbruch des Sozialprodukts in der Corona-Zeit konnte mittlerweile zwar ausgeglichen werden, aber mehr auch nicht. Seit 2021 befindet sich Deutschland in der Stagnation – also drei Jahre schon ohne Wachstum. Manche mögen sich jetzt fragen: Wo ist das Problem? Die Beschäftigung steigt doch noch und der Anstieg der Arbeitslosenquoten sei lediglich auf Immigranten zurückzuführen, die bislang noch nicht in den Arbeitsmarkt integriert werden konnten. Die Daten zeigen jedoch etwas anderes: Die Beschäftigung nimmt seit geraumer Zeit fast nur noch im öffentlichen Sektor zu, während im produzierenden Gewerbe seit 2019 Stellen abgebaut werden. Dies spiegelt die Entwicklung der Komponenten des Bruttoinlandsprodukts wider. Nur der Staatskonsum steigt, also insbesondere Sozialleistungen und Gehälter im Staatssektor, während privater Konsum und Investitionen zurückgehen. Die deutsche Wirtschaft ist somit bereits seit mehreren Jahren in einer Rezession – gemessen an den privaten Aktivitäten. Insbesondere die Investitionstätigkeit lässt zu wünschen übrig. Fragt man nach den Gründen, wird immer deutlicher, dass hohe Steuern, überbordende Bürokratie und Regulierung sowie hohe Energiepreise Investionen in Deutschland zunehmend unattraktiv machen. Diese hemmenden Faktoren spielen in Hessen zwar auch eine Rolle, aufgrund der hiesigen Wirtschaftsstruktur fallen sie aber nicht so stark aus. Ganz im Gegenteil weist Hessen in den letzten Jahren sogar Dynamik auf. Seit der Jahrtausendwende waren die Rückgänge des Wachstums in Hessen ausgeprägter als im Bundesdurchschnitt und in den Erholungsphasen hinkte das Bundesland hinterher. Dies hat sich geändert. Während das deutsche So- zialprodukt 2023 leicht schrumpfte, konnte Hessen ein Wachstum von 1,2 % verzeichnen. Auch für 2024 ist im Bundesdurchschnitt bestenfalls eine Stagnation zu erwarten. Für Hessen sollte jedoch abermals ein Plus drin sein. Dr. Gertrud R. Traud Chefvolkswirtin/Head of Research &amp; Advisory T 0 69/91 32-20 24 Hessen wieder Outperformer Quellen: Arbeitskreis VGR der Länder, Helaba Research &amp; Advisory – 7,0 – 6,0 – 5,0 – 4,0 – 3,0 – 2,0 – 1,0 0,0 1,0 2,0 3,0 4,0 5,0 – 8,0 – 7,0 – 6,0 – 5,0 – 4,0 – 3,0 – 2,0 – 1,0 0,0 1,0 2,0 3,0 4,0 5,0 1993 1995 1997 1999 2001 2003 2005 2007 2009 2011 2013 2015 2017 2019 2021 2023 2025 Hessen Deutschland Vertraudlich © Helaba | Research &amp; Advisory | 27. November 2024 2 von 2 Woran liegt das? Die Antwort ist einfach. Mit einem bedeutenden Finanzzentrum, einem internationalen Flughafen und dem namhaften Messestandort ist die hessische Wirtschaftsstruktur diversifizierter als im Rest der Republik. Außerdem ist Hessen weniger stark von der schwächelnden Industrie betroffen. Dies konnte jedoch auch unser Bundesland in den letzten Quartalen nicht vor einem Rückgang der Beschäftigung im Verarbeitenden Gewerbe schützen. Die Branchenstruktur der Industrie gibt jedoch etwas Halt: Gemessen am Industrieumsatz ist Chemie und Pharma mit einem Anteil von 30 % der größte Sektor. Der Automobilsektor, der derzeit besonders unter der Transformation leidet, ist in Hessen mit einem Anteil von 15 % deutlich weniger ausgeprägt als im Bundesdurchschnitt (25 %). So überrascht es auch nicht, dass das Damokleschwert der Unsicherheit derzeit noch schwer über unserer Republik schwebt und sich viele fragen, ob Deutschland überhaupt je mal wieder Wachstum verzeichnen kann. Hessen hat bewiesen, dass es sich von diesem Trend absetzen kann. Mit Blick nach vorne ist jedoch auch für Deutschland nicht alles düster: Steigende Reallöhne werden insbesondere dem Konsum und so auch Handel und Dienstleistungen wieder Schwung verleihen. Mit einem Einpendeln der Inflationsraten um die 2 % kann die Europäische Zentralbank den im Sommer begonnenen Zinssenkungszyklus weiterführen, so dass auch der Bausektor den Abwärtstrend beenden kann. Die sektorale Vieltfalt Hessens eröffnet darüber hinaus die Chance, dass unser Bundesland 2025 ein weiteres Mal stärker wachsen wird als der Bundesdurchschnitt. Damit jedoch dauerhaft Wachstumsraten von bis zu 2 % zu verzeichnen sind, bedarf es signifikanter Strukturreformen, die den Standort Deutschland beziehungsweise Hessen wieder attraktiv und die deutschen Unternehmen wettbewerbsfähig machen. Herausgeber und Redaktion Helaba Research &amp; Advisory Redaktion: Paul Richter Verantwortlich: Dr. Gertrud R. Traud Chefvolkswirtin/ Head of Research &amp; Advisory Neue Mainzer Str. 52-58 60311 Frankfurt am Main Tel. 0 69/91 32-20 24 Internet: http://www.helaba.de Disclaimer Die Publikation ist mit größter Sorgfalt bearbeitet worden. Sie enthält jedoch le- diglich unverbindliche Analysen und Pro- gnosen zu den gegenwärtigen und zu- künftigen Marktverhältnissen. Die Anga- ben beruhen auf Quellen, die wir für zu- verlässig halten, für deren Richtigkeit, Vollständigkeit oder Aktualität wir aber keine Gewähr übernehmen können. Sämt- liche in dieser Publikation getroffenen Angaben dienen der Information. Sie dür- fen nicht als Angebot oder Empfehlung für Anlageentscheidungen verstanden werden. Hier können Sie sich für unsere Newsletter anmelden: https://news.helaba.de/research/

Deutschlands Wirtschaft stagniert, während Hessen dank seines besonderen Branchenmix weiter wächst. Steigende Reallöhne und zunehmende private Konsumausgaben verleihen Hoffnung. Um dauerhaft Wachstum zu generieren, bedarf es signifikanter Strukturreformen.
