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title: "Vertraudlich: Trumps Strategie - Angriff ist die beste Verteidigung"
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updated: 2026-09-28
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# Vertraudlich: Trumps Strategie - Angriff ist die beste Verteidigung

Vertraudlich 5. Februar 2025 © Helaba | Research &amp; Advisory | 5. Februar 2025 1 von 2 Research &amp; Advisory Trumps Strategie: Angriff ist die beste Verteidigung Mein Doktorvater Prof. Klaus Rose war nicht nur ein ausgezeichneter Wissenschaftler, sondern auch ein begnadeter Lehrer. Er konnte komplizierte Sachverhalte – und davon gab es in seinem Fachgebiet Außenwirtschaftstheorie mehr als genug – so erklären, dass selbst Erstsemester sie verstehen konnten und dabei auch noch Spaß hatten. Eine Erklä- rung ist mir besonders in Erinnerung geblieben. Sie bezog sich auf das chronische Lei- stungsbilanzdefizit der USA. Während es in Deutschland üblich ist, stolz auf unsere Handelsbilanzbilanzüberschüsse zu sein, wurden wir bereits in der Vergangenheit von der EU-Kommission dafür kritisiert – lange bevor Donald Trump Deutschland und andere Länder wegen ihrer Exporttätigkeit in die USA der „Unfairness“ bezichtigt hat. Da- bei wird jedoch häufig vergessen, dass ein Leistungsbilanzdefizit saldenmechanisch für das betreffende Land ei- nen Kapitalimport in entsprechender Höhe darstellt. Hier setzt die schlüssige Sichtweise meines Doktorvaters an. Er bezeichnete das dauerhafte Defizit in der Leistungs- bzw. Handelsbilanz der USA als cleveres Geschäftsmodell und nicht, wie Trump und andere uns weis- machen wollen, als Zeichen von unfairen Handelspraktiken. Die USA importieren mehr Güter als sie exportieren. Sie lassen also andere Länder für sich arbeiten. Dafür „bezah- len“ die USA mit einem „Zettel“, auf dem steht „ich habe einen Wert“. Dieser Wert ist der US-Dollar. Aufgrund des- sen Rolle als Leit- und Reservewährung haben die USA das Privileg, über ihren Verhältnissen leben zu können. Umgekehrt geben wir mit dem Exportüberschuss der deutschen Volkswirtschaft den USA einen Kredit und müssen hoffen, dass unsere Forderungen auch dauerhaft einen Wert haben. Dr. Gertrud R. Traud Chefvolkswirtin/Head of Research &amp; Advisory T 0 69/91 32-20 24 Donald Trumps unfaire Handelspartner Defizit in der US-Warenhandelsbilanz, 2023, Mrd. Dollar Quellen: Macrobond, Helaba Research &amp; Advisory 0 50 100 150 200 250 300 0 50 100 150 200 250 300 China EU Mexiko Vietnam Deutschland Japan Irland Kanada Südkorea Taiwan Italien Vertraudlich © Helaba | Research &amp; Advisory | 5. Februar 2025 2 von 2 Wer hat somit das cleverere Geschäftsmodell? Die Antwort ist einfach: Die USA! Da ein Defizit aber fortlaufend auf Kapitalimporte angewiesen ist, steht das Land unter dem Druck, eine Politik zu betreiben, die den Standort inter- national attraktiv hält. Genau das tun die Amerikaner seit Jahrzehnten – indem sie tendenziell höhere Renditen anbieten (müssen). Diese Strategie verfolgt Donald Trump mit MAGA (Make America Great Again). Neben höheren Zöllen, weniger Migration und weniger Bürokratie plant er auch Steuersenkungen. Darüber hinaus möchte er, dass ausländischen Unternehmen stärker in den USA investieren und produzieren. Seine Logik lautet: je höher die Zölle, desto mehr stellen die Unternehmen in den USA her. Zusätzliche ausländische Investitionen vergrößern je- doch erst einmal den Kapitalimport und damit kann das Leistungsbilanzdefizit sogar noch steigen. Solange ein hohes Vertrauen in das Land und ein attraktives Ertragspotenzial besteht, stellen internationale Inve- storen gerne Kapital zur Verfügung. Problematisch wird es erst, wenn eine Volkswirtschaft dauerhaft über ihren Verhältnissen lebt und das Vertrauen verloren geht. Der jüngste Anstieg der US-Zinsen reflektiert diesen von den Kapitalanlegern geforderten Risikoaufschlag, da die geplanten Trumpschen Maßnahmen voraussichtlich die Staatsverschuldung weiter in die Höhe treiben. Im schlimmsten Fall endet das in Zahlungsbilanzkrisen. Uns Deutsche und andere Länder wegen erfolgreicher Exporttätigkeit zu rügen, ist somit der falsche Ansatz. Ei- gentlich müsste der neuer US-Präsident dankbar sein, dass die anderen Länder bereit sind, für die Konsumwün- sche der Amerikaner zu arbeiten. Aber Dankbarkeit scheint nicht die vornehmliche Gefühlsregung von Donald Trump zu sein. Er präferiert die Strategie: Angriff ist die beste Verteidigung. Herausgeber und Redaktion Helaba Research &amp; Advisory Redaktion: Christian Apelt, CFA Verantwortlich: Dr. Gertrud R. Traud Chefvolkswirtin/ Head of Research &amp; Advisory Neue Mainzer Str. 52-58 60311 Frankfurt am Main Tel. 0 69/91 32-20 24 Internet: http://www.helaba.de Disclaimer Die Publikation ist mit größter Sorgfalt bearbeitet worden. Sie enthält jedoch le- diglich unverbindliche Analysen und Pro- gnosen zu den gegenwärtigen und zu- künftigen Marktverhältnissen. Die Anga- ben beruhen auf Quellen, die wir für zu- verlässig halten, für deren Richtigkeit, Vollständigkeit oder Aktualität wir aber keine Gewähr übernehmen können. 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Donald Trump fühlt sich im Außenhandel über den Tisch gezogen und droht der Welt mit Strafzöllen. Aber ist die bisherige Handelsstrategie der USA wirklich so verkehrt?
