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title: "Vertraudlich: Hessens Tor zur Welt"
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updated: 2026-10-09
keywords: Vertrau(d)lich
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# Vertraudlich: Hessens Tor zur Welt

Vertraudlich 7. April 2026 © Helaba | Helaba Research | 7. April 1 von 2 Helaba Research Hessens Tor zur Welt Mit dem Sondervermögen für Infrastruktur und Klimaneutralität startet die Bundesregie- rung eine Investitionsoffensive, um Deutschland zukunftsfähig zu machen. Der ökonomi- sche Gedanke, dass Infrastruktur die Wirtschaftskraft verbessert, ist altbekannt. Es gilt, dass Infrastrukturen in Krisen- wie in Friedenszeiten zentrale Funktionen im öffentlichen Leben einnehmen und so wirtschaftlich, gesellschaftlich und zunehmend auch sicher- heitspolitisch sehr relevant sind. In Form des Frankfurter Flughafens verfügt Hessen über ein herausragendes Beispiel er- folgreicher Infrastruktur, die auf einer engen Kooperation zwischen öffentlichem und pri- vatem Sektor basiert. Mit rund 81.000 Arbeitsplätzen ist er die größte Arbeitsstätte Deutschlands und einer der stärksten Wirtschaftsmotoren der Region. Gleichzeitig genießt er weltweite Promi- nenz als größtes Drehkreuz des deutschen Luftverkehrs. Die am 23. April anstehende operative Eröffnung des Terminal 3 demonstriert, dass – entgegen dem Muster vieler öffentlicher Vorhaben – diese termingerecht, aus eigener finanzieller Kraft und ohne Kostenexplosion realisiert werden können. Doch das ist noch nicht das Ende: Mit dem Umbau des Terminal 2 wird am Standort kräftig weiter investiert. Die Inbetriebnahme des neuen Terminals erfolgt in einer völlig anderen Weltlage als zu Beginn der Planungen. Ein unaufhaltsam expandierender globaler Handel war damals eine selbstverständliche Annahme. Inzwischen steht diese durch pandemiebedingte Lockdowns, gestörte Lieferketten, geopolitische Konflikte und Handelsstrei- tigkeiten vielerorts auf dem Prüfstand. Flughäfen als Knotenpunkte einer exportorientierten Wirtschaft spüren diese Turbulenzen besonders stark. Das zeigt sich in den Verkehrszahlen: Passagier- und Frachtaufkommen lagen am Frankfurter Flughafen auch 2025 unter dem Rekordjahr 2019. Die Passagierzahlen sanken um rund 10 %, die Frachtmengen um knapp 3 %. Besonders der transatlantische Verkehr ist rückläufig. Zwar waren die USA 2025 mit 4,5 Millionen Reisenden aus Deutschland weiterhin das beliebteste interkontinentale Ziel, doch sank das Passagieraufkommen im Vergleich zum Vorjahr um 1 %. Gleichzeitig nahm der übrige außereuropäische Verkehr um 4 % zu. Auch bei den Übernachtungsgästen aus den USA zeigt sich ein Minus. Von Januar bis August 2025 wurden knapp 2 Millionen Ankünfte registriert, rund 3 % weniger als im Vorjahreszeitraum. Insgesamt stieg die Zahl der Gäste aus dem In- und Ausland leicht um fast 1 % auf 128 Millionen. In Hessen buchten unter den ausländischen Gästen US-Amerikaner die meisten Übernachtungen. Hessen ist eng im Außenhandel mit den USA verflochten. 2024 entfielen rund 12 % der hessischen Exporte auf die Vereinigten Staaten. Damit sind die USA der größte ausländische Abnehmer hessischer Waren und Dienstleistun- gen. Mit einem Anteil von 55 % ist nur der Handel mit der EU bedeutender. Der politisch belastete Welthandel ist dennoch kein Grund zum Schwarzmalen. Trotz der Rückschläge steht der Frankfurter Flughafen solide da. Mit der Eröffnung von Terminal 3 und der bevorstehenden Sanierung von Termi- nal 2 drohen dennoch keine Überkapazitäten, da sich die Nachfrage im Luftverkehr allmählich erholt. Dr. Gertrud Rosa Traud Chefvolkswirtin / Head of Research T 0 69/91 32-20 24 Vertraudlich © Helaba | Helaba Research | 7. April 2 von 2 Trotz der aktuell erhöhten Inflationsraten infolge des Irankrieges stehen die Chancen nicht schlecht, dass es im Laufe des Jahres zu einer Verbesserung der deutschen Kaufkraft kommen dürfte und damit zusätzliche Urlaubs- reisen begünstigt werden. Auch der Frachtumschlag könnte wieder wachsen, sobald die deutsche Konjunktur an Dynamik gewinnt. Ein baldiges Ende des Irankrieges ist dafür jedoch eine Voraussetzung. Strukturell, also mittel- fristig eröffnen neue Handelsabkommen u.a. zwischen Indien, den lateinamerikanischen Mercosur-Ländern und der EU zusätzliche Chancen, neue Flugrouten in bevölkerungsreiche Märkte auszubauen. Herausgeber und Redaktion Helaba Research Redaktion: Dr. Stephan Brand Verantwortlich: Dr. Gertrud Rosa Traud Chefvolkswirtin/ Head of Research Neue Mainzer Str. 52-58 60311 Frankfurt am Main Tel. 0 69/91 32-20 24 Internet: http://www.helaba.de Disclaimer Die Publikation ist mit größter Sorgfalt bearbeitet worden. Sie enthält jedoch le- diglich unverbindliche Analysen und Prognosen zu den gegenwärtigen und zu- künftigen Marktverhältnissen. Die Anga- ben beruhen auf Quellen, die wir für zu- verlässig halten, für deren Richtigkeit, Vollständigkeit oder Aktualität wir aber keine Gewähr übernehmen können. Sämt- liche in dieser Publikation getroffenen Angaben dienen der Information. Sie dür- fen nicht als Angebot oder Empfehlung für Anlageentscheidungen verstanden werden. Hier können Sie sich für unsere Newsletter anmelden: https://news.helaba.de/research/ Flughafenbetrieb noch unter Vorkrisenniveau Jeweiliger Monat, 2019=100 Quellen: Fraport, Helaba Research 0 20 40 60 80 100 120 0 20 40 60 80 100 120 20 21 22 23 24 25 26 Fracht Passagiere

Frankfurter Flughafen bleibt wichtiger, überregionaler Wirtschaftsmotor. Fertigstellung des Terminal 3 Erfolgsbeispiel für große Infrastrukturvorhaben. Mittelfristig gute Aussichten für weiteres Wachstum am Standort FRA.
