#Story
#Nachhaltigkeit
#Investoren

Effizient, nach­haltig – und digital

Die Welt­neu­heit digitaler grüner Schuld­schein

Der österreichische Übertragungs­netz­betreiber Austrian Power Grid AG (APG), 100-prozentige Tochter der Verbund AG, baut eine 110 Kilometer lange Hoch­spannungs­leitung. Dabei hilft eine Welt­neu­heit auf dem Kapital­markt: ein grüner Schuld­schein, der erstmals durch­gängig digital abge­wickelt wird. Wir haben die Bau­stelle in Ober­­öster­reich besucht.

Download

Auf den Strom­masten, die auf den ver­schneiten Hügeln einige Kilo­meter außer­halb von Aschach an der Donau stehen, ist heute Be­wegung. Gut gesicherte Männer klet­tern an den 40, 50 Meter hohen Stahl­bauten hinauf, postieren sich direkt an der Spitze. Dann wird es plötzlich laut. Aus der Ferne erfüllt ein Knattern die Luft. Ein knall­roter Hub­schrauber fliegt heran. Er zieht ein endlos wirkendes gelbes Seil hinter sich her, das er jeweils so über den Masten platziert, dass die Arbeiter es packen und in große Stahl­rollen ein­fädeln können. In den kommenden Tagen wird das zwei Zenti­meter dicke Kunst­stoff­tau dafür benutzt, die Strom­leitungen aus Stahl an den richtigen Platz zu ziehen.

Kapital­märkte

Den Bereich Kapital­märkte kennenlernen

Das Projekt Donau­schiene

Das minutiös geplante Schau­spiel ist ein wichtiger Meilen­stein des Projekts „Donau­schiene“. Der Über­tragungs­netz­betreiber Austrian Power Grid AG (APG) baut hier in Ober­öster­reich eine 110 Kilometer lange Hoch­spannungs­leitung zwischen den Ge­meinden St. Peter am Hart und Ernst­hofen. Die Leitung nimmt Ener­gie aus dem Donau­kraft­werk Aschach auf und speist diese über Um­spann­werke in das Ver­teiler­netz in Ober­öster­reich ein. So werden rund 250.000 Menschen sowie 50.000 kleine und große Unter­nehmen mit Strom versorgt. „Nach fast 80 Jahren war die alte Leitung nicht mehr auf dem Stand der Technik. Wir haben uns ent­schieden, sie durch eine neue, moderne Anlage zu ersetzen. Diese hat eine höhere Leistungs­fähigkeit und verbessert die Ver­sorgungs­sicher­heit“, sagt Gerhard Christiner, Tech­nischer Vorstands­direktor der APG. Ein Vorteil dabei ist, dass die Masten auf der alten Trasse gebaut werden können und sich damit kaum Aus­wirkungen auf das Land­schafts­bild ergeben, ergänzt er. 

Gleich­zeitig erfolgt der Bau im laufenden Betrieb, sodass der Strom­fluss zu keinem Zeit­punkt unter­brochen wird. Die neue Leitung wird aus bestän­digeren Mater­ialien und mit einem besseren Wirkungs­grad konstruiert und sorgt so für mehr Ver­sorgungs­sicher­heit, Netz­stabili­tät und Effizienz. Die Netzverluste werden um rund 70 Prozent reduziert und die er­neuer­baren Energien können besser in das System inte­griert werden. 2021 soll das Projekt fertig­gestellt sein.

„Mit dem grünen Schuld­schein legen wir das Haupt­augen­merk auf die Nach­haltig­keit des finan­zierten Projekts – und das passt hervor­ragend zu unserer Firmen­kultur.“

Dr. Peter Kollmann, 
CFO Verbund AG

110 km

lang ist die Hoch­spannungs­leitung, die die Verbund AG im Projekt Donau­schiene erneuert.

Dr. Peter Kollmann, CFO Verbund AG
Dr. Peter Kollmann, CFO Verbund AG

Ein maß­geschnei­dertes Produkt

Für das besondere Projekt hat die Verbund AG – die Mutter­gesell­schaft der APG – auch eine besondere Finan­zierung ausge­wählt: einen „grünen“ Schuld­schein in Höhe von 100 Mio. Euro, der zehn Jahre läuft und – das ist die eigentliche Revolution – erstmals über eine digitale Plattform abgewickelt wird.

Der Schuld­schein ist für einen nach­haltigen Ver­wendungs­zweck ausge­schrieben, der von speziellen Rating-Agenturen testiert wird. „Die Investitions­maßnahme wird ein­gehend geprüft, bevor sie ein Nach­haltig­keits-Testat erhält und sich damit für eine Finan­zierung durch einen grünen Schuld­schein quali­fiziert“, sagt Klaus Schuler, Bereichs­leiter Ziel­kunden­mana­gement für Groß­unter­nehmen der Helaba. „Wir haben viele vor allem institu­tionelle Investoren, die in ihren Anlage­richt­linien einen be­stim­mten Pro­zent­satz nach­haltiger Invest­ments fest­ge­schrieben haben. Für sie können wir mit einem solchen Schuld­schein ein geeig­netes Produkt anbieten.“ Nicht zu vernach­lässigen sei auch der Image­gewinn für Emittent und Investoren, sagt der Manager. 

Die Verbund AG, Öster­reichs größtes Unter­nehmen, das noch zu 51 Prozent in Staats­besitz ist und eine Markt­kapital­isierung von rund 15 Mrd. Euro hat, versteht sich schon lange als grün. Der Energie­ver­sorger arbeitet vor allem mit Wasser­kraft. „Wir sind ein nach­haltiges Techno­logie-Unter­nehmen“, sagt Dr. Peter Kollmann, der im Jahr 2014 die erste grüne Anleihe im deutsch­sprachigen Raum – den Green Bond – auf den Markt brachte. Der Finanz­vorstand der Verbund AG zeigt sich be­geistert von der wieder­holten Zusammen­arbeit mit der Helaba. „Die Helaba hat ein verläss­liches, schnelles Team, mit dem wir seit vielen Jahren gerne zusammen­arbeiten“, und er führt aus: „Sie kommen immer wieder mit neuen, maßge­schneiderten Ideen: Dass der Schuld­schein grün ist, betont natürlich die Nach­haltig­keit des finanzierten Projekts. Dass er aber durch die digitale Ab­wicklung einen Meilenstein am Kapital­markt bedeutet, unter­streicht unsere Digi­talisierungs­strategie.“

„Viele Investoren haben in ihren Anlage­richt­linien einen be­stimmten Prozent­satz nach­haltiger Investments festge­schrieben.“

Klaus Schuler,
Bereichs­leiter Ziel­kunden­mana­gement für Groß­unter­nehmen der Helaba

Bilder­galerie

Große Chancen für Spar­kassen

Kollmann sieht aber auch weitere Vorteile, zum Beispiel konnte die Verbund AG ihre Investoren­basis ent­scheidend verbreitern. Dass es mit der Helaba dabei nur eine einzige Ansprech­partnerin gibt, verein­facht die Ab­wicklung deutlich. Gleich­zeitig kann er auf eine extrem günstige Liqui­dität zurückgreifen. Das bestätigt auch Klaus Schuler: „Durch die Platzierung bei Spar­kassen profitiert der Schuld­schein indirekt von der exzel­lenten Re­finan­zierungs­basis, über die der Spar­kassen­sektor durch seine führende Markt­position im Geschäft mit Privat­kundinnen und -kunden verfügt.“ Im Gegen­zug haben Spar­kassen die Chance, an größeren Projekten zu partizi­pieren. Das wieder­um ist ein wichtiger Punkt für die Helaba, betont Schuler: „Über Schuld­scheine können wir Spar­kassen mit einem Kredit­geschäft versorgen, an das sie aufgrund ihrer begrenzten Markt­gebiete normaler­weise nicht heran­kommen würden. Damit erfüllen wir als Landes­bank einen wichtigen Teil unserer Aufgaben­stellung innerhalb der Spar­kassen­organisation.“

Klaus Schuler, Bereichsleiter Zielkundenmanagement für Großunternehmen der Helaba
Klaus Schuler, Bereichsleiter Zielkundenmanagement für Großunternehmen der Helaba

Weitere Storys

Um unsere Website fortlaufend verbessern zu können, verwenden wir Cookies. Wenn Sie Ihren Besuch fortsetzen, stimmen Sie der Verwendung von Cookies zu. Weitere Informationen finden Sie unter Datenschutz