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Rentenkommentar aus dem Handel

Rentenkommentar Handel | 07.12.2018

Marktkommentar Renten

Guten Morgen!

Trading Range:

162.82 - 163.88

Tendenz

fest

Im Oktober sind bei der Industrie in Deutschland mehr Aufträge (+0.3 %) eingegangen als ursprünglich angenommen.  Im Jahresverlauf belief sich der Rückgang auf 2.7 % statt der erwarteten 3.1 %.  Für die heute anstehenden Produktionszahlen sind dies nicht die schlechtesten Voraussetzungen.

An den internationalen Finanzmärkten blieb die Stimmung aber angespannt.  Die erneute Eskalation im Handelsstreit zwischen USA und China, angefacht durch die Verhaftung der Tochter des Huawei- Gründers Ren Zhengfei, ließ die Verkaufswelle aus Asien auf die europäischen Aktienbörsen überschwappen.

Öl ins Feuer goss zudem die OPEC, die sich angesichts einer Abkühlung der Weltkonjunktur über Förderkürzungen berieten  und den Ölpreis deutlich nach unten drückte. Über allem schweben Befürchtungen, die Brexit-Abstimmung im britischen Unterhaus am kommenden Dienstag könne in einem Desaster enden.  Heute geht es auf dem CDU- Parteitag um die Nachfolge von Angela Merkel als Parteivorsitzende.

In dem von hoher Risikoaversion dominierten Umfeld blieben Bundesanleihen  erste Wahl.  Die Verluste des Vortages wurden angeführt von langen und ultralangen Laufzeiten mehr als wettgemacht und in satte Gewinne umgemünzt.  Die Bundesbank  behielt ihre hohe Schlagzahl im Rahmen ihrer Ankaufprogramme  bei. Der Abstand zwischen 10- und 30-jährigen Papieren verringerte sich auf 64 BP.  10-jährige Bonds aus Frankreich (0.66 %) verloren gegen vergleichbare  Belgier  (0.72 %)  trotz einer erfolgreichen Versteigerung von OATs  mittlerer Laufzeiten knapp einen BP.  Dank lebhafter Nachfrage konnte das angestrebte  Volumen von  4 Mrd. Euro problemlos erreicht werden.

Anleihen der EU- Peripherie verloren  angeführt von italienischen BTPs gegen ihre Pendants aus den Kernländern deutlich  an Boden. Der Rückkauf  von kurzlaufenden Floatern und Staatsanleihen  bei gleichzeitiger Aufstockung 3-jähriger BTPs  stieß im Markt auf wenig Verständnis.  Zwischen Ankauf am Morgen und der Platzierung am Nachmittag lagen satte 20 BP.  Der Renditeaufschlag 10-jähriger italienischer Staatsanleihen (3.20 %) weitete  sich gegenüber vergleichbaren Bundesanleihen  um  20 auf 296.5 BP aus.  Spanische (1.46 %) und portugiesische Bonds (1.805 %) verloren bei feiertags bedingt ruhigem Geschäft 4 bzw. 5 BP gegen Bunds.

Am US- Bondmarkt waren am Ende  nur noch kurze Laufzeiten  als sicherer Hafen gefragt. Längere Fälligkeiten legen nach dem beeindruckenden Renditerückgang der jüngsten Vergangenheit eine Verschnaufpause ein.  Mit  der Aufholjagd  an den Aktienbörsen,   die der Hoffnung auf Zurückhaltung der US-Notenbank mit weiteren Zinserhöhungen geschuldet war,  konnten  Kursgewinne  nicht gehalten werden.  10-jährige Notes rentierten im Tief 7 BP niedriger unter 2.825 %. Konjunkturdaten fielen durchwachsen aus und spielten kaum eine Rolle.  Der Stellenaufbau in der Privatwirtschaft   (179K) verfehlte die Erwartungen nur knapp und dürfte die Prognosen für einen robusten  Arbeitsmarktbericht nicht in Frage stellen.  Der ISM- Index für den Servicesektor (60.7 nach 60.3) steigt entgegen der Erwartungen und untermauert das intakte Wachstumsszenario.  Das Handelsbilanzdefizit stieg im Oktober (-55.5 Mrd. USD) auf den höchsten Stand seit zehn Jahren,  die Auftragseingänge der Industrie (-2.1 %) sind weniger stark gesunken.  Der Abstand zwischen 5- und 30-jährigen Treasuries weitet sich auf  40 BP aus. In Fernost tendieren US- Treasuries trotz überwiegend freundlicher Vorgaben von den asiatischen Aktienbörsen gut behauptet.

Der Bund (163.55) legte 70 Stellen zu, Bobl- (132.54) und Schatz-Kontrakt (111.955) gingen 24 bzw. 4 Ticks höher aus dem Markt. Die Rendite der 10-jährigen Bundesanleihe  fiel auf 0.24  %,  der Renditeabstand zwischen 2-und 10-jährigen Bundesanleihen ermäßigte sich auf  86 BP . 10-jährige  US- Treasuries rentieren einen  BP höher bei 2.89 %. Der Euro klettert auf 1.137 Dollar, der Preis für das Barrel Öl fällt auf 51.1 Dollar.

Die bessere Auftragslage lässt darauf hoffen, dass auch die Industrieproduktion in Deutschland  im Oktober (0.3 %/2.1 %)  wieder Fuß gefasst hat. Das Hauptaugenmerk liegt aber auf dem US- Arbeitsmarktbericht.

Die Zahl der offenen Stellen außerhalb der Landwirtschaft (200K), Arbeitslosenquote (3.7 %) und durchschnittliche Stundenlöhne (0.3 %/3.1 %) dürften allerdings bei der allgemeinen Gemengelage kaum das Anlegerverhalten beeinflussen. Die Umfragen der University of Michigan zum Verbrauchervertrauen liefern einen vorläufigen Blick auf die Stimmung in der Vorweihnachtszeit.

Am Primärmarkt  stehen heute keine Transaktionen staatlicher europäischer Schuldner auf der Agenda.  Kommende Woche stockt einzig die Finanzagentur des Bundes  2-jährige Bundesschatzanweisungen um 3 Mrd. Euro auf.

Technik:

Der Bund-Future setzte nach Beendigung der Roll-Aktivitäten den Aufwärtstrend mit hoher Intensität fort, markierte ein neues  Kontrakthochs  bei 163.61  und schloss (163.55)  70 Stellen über Vortagsniveau.  Der Ausblick im Tageschart bleibt konstruktiv, das überkaufte Niveau mahnt jedoch zur Vorsicht.  Im Wochenchart ist der kurzfristige Aufwärtstrend intakt, der langfristige Abwärtstrend wurde verlassen.

Widerstände sehen wir bei 163.61 (Hoch v. 06.12.) ,163.88 (Hoch v. 17.08.cont.), 164.15 (Hoch v. 29.05.con.), 164.39 (Trendkanal), 164.52 (Tief v. 01.09.17 cont.) und 165.18 (Tief v. 07.09.17.cont.).

Unterstützungen liegen bei 163.34 (Hoch v. 05.12.), 163.16 (Wochentrend),  162.82 (Tief v. 05.12.), 162.50 (Tief v. 04.12.), 162.35 (Trend) und 161.85  (Trendkanal).

Unterstützungen 163.16 162.82 162.50
Widerstände 163.61 163.88

164.15

Thomas Weidmann

Rentenhandel


Tel.: 069/9132 1800


Disclaimer
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