Tagesausblick Renten/Devisen

Unsere tägliche Einschätzung zu relevanten Wirtschaftsdaten sowie den Renten- und Devisenmärkten 


Monetisierung der Verschuldung?

Bund-Future: Technik belastet

Euro: Warten auf Impulse

Ausgewählte Inhalte

Die im Rahmen der Pandemiefolgenbekämpfung ergriffenen Maßnahmen der öffentlichen Haushalte und der Notenbanken haben das Potenzial, nicht nur die konjunkturelle Erholung zu ermöglichen und zu verstärken, sondern auch zukünftig die Inflation nach oben zu treiben. Dazu bedarf es unseres Erachtens auch einer anhaltenden Monetisierung der Verschuldung, d.h. einer Ausweitung der Bankbilanzen (inklusive der Zentralbankbilanzen). Die heutigen Geldmengendaten geben einen Hinweis auf die Entwicklungen. Bereits im März ist die Wachstumsrate der Geldmenge M3 sprunghaft angestiegen. Zum einen ist dies darauf zurückzuführen, dass Kreditlinien in der Zuspitzung der Pandemie gezogen wurden, zum anderen waren Umschichtungen im Geldvermögen zugunsten liquidier Geldmengenbestandteile zu beobachten. Kurzfristig könnte das Geldmengenwachstum erhöht bleiben, denn auch im April dürfte ein erhöhter Finanzbedarf vor allem bei Unternehmen bestanden haben. Noch ist die Inflation aber gedrückt, weil die in den letzten Monaten eingebrochenen Ölpreise einen dominierenden, dämpfenden Einfluss haben. Dies haben spanische und deutsche Preiszahlen gestern bereits angedeutet.

In den USA werden die eingehenden Konjunkturdaten unverändert von der Pandemie geprägt und so ist weder bei Konsumausgaben noch bei der Einkommensentwicklung ein Ende der Talfahrt in Sicht. Dies gilt auch für den Preisdruck, wie auch in Europa dominiert die Energiepreisentwicklung und so wird sich die PCE-Inflation nochmals verlangsamen. Marktteilnehmer werden daher verstärkt auf neue Hinweise achten, die eine konjunkturelle Trendwende andeuten. Zu nennen ist vor allem der Chicago-PMI. Kann sich die Unternehmensstimmung vom bisherigen zyklischen Tief bei 35,4 Punkten erholen? ...

Bund-Future

Fallende Inflationsraten in Deutschland stellten für den richtungsweisenden Bund-Future gestern eine Unterstützung dar. Das Geldmengenwachstum in der Eurozone dürfte heute zwar an die starke Dynamik im Vormonat anschließen, insgesamt bleibt der Inflationsdruck wohl aber auch in den kommenden Monaten noch gedrückt. Das Chartbild ist unverändert als getrübt zu beurteilen, denn die Indikatoren sind unisono gen Süden gerichtet. Weitere Verluste sollten somit aus technischer Sicht ins Kalkül gezogen werden. Eine erste Haltemarke für den Future lokalisieren wir am Tagestief vom Mittwoch bei 171,50. Darunter drohen Verluste bis 171,29 oder sogar bis in die Zone um 170,00. Hürden sind bei 172,53 und 172,80 zu finden. Darüber könnten Gewinne bis 173,32 folgen. Trading-Range: 171,29 – 172,53.

EUR-USD

Der Euro konnte weiter von der geplanten Hilfsfondsinitiative der EU-Kommission profitieren und so ist der Sprung über die 200-Tagelinie nachhaltig gelungen. Das technische Bild ist zwar mit den intakten Kaufsignalen von MACD und DMI freundlich. Letztlich brauchte es aber einen neuen Impuls, um das positive Umfeld für Kursgewinne zu nutzen. Datenseitig sehen wir diese heute nicht. Potenzial bestünde dabei bis zum signifikanten Widerstand bei 1,1146, hergeleitet vom markanten Hoch von Ende März. Unterstützungen lokalisieren wir bei 1,0939 und um 1,0895 USD. Letztere Marke resultiert aus den dort verlaufenden 21- und 55-Tagelinien. Trading-Range: 1,1000 – 1,1146.


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