Tagesausblick Renten/Devisen

Unsere tägliche Einschätzung zu relevanten Wirtschaftsdaten sowie den Renten- und Devisenmärkten 


Inflation rückt mehr in den Vordergrund

Bund-Future: Gefahr nicht gebannt

Euro: Perspektive hellt sich auf

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In der letzten Woche hat sich an den Finanzmärkten einiges getan. Zwar notieren die Aktienkurse weiterhin auf hohen Niveaus und die Peripheriespreads sind vergleichsweise niedrig, allerdings ist bei den ITARXX-Indizes auffällig, dass sich der Senior Financial besser entwickelt als der Main-Index. Ist dies der Erwartung sehr langer sehr expansiver Geldpolitik geschuldet? Nachvollziehbar wäre es, denn mit der verkündeten Neuorientierung der Fed an einem durchschnittlichen Inflationsziel und die Hervorhebung der Beseitigung etwaiger Unterauslastungen des Arbeitsmarktes im Gegensatz zur Verhinderung von Überauslastungen in der Zielvorgabe hat die Fed ein Bekenntnis zu lockerer Geldpolitik auf Sicht von Jahren abgegeben. Folgerichtig sind die Inflationserwartungen weiter gestiegen und dies hat Spuren am Rentenmarkt hinterlassen. In der vergangenen Woche wurde zudem ein überraschend starkes Geldmengenwachstum in der Eurozone bekannt gegeben, sodass sich die Aufmerksamkeit der Akteure in näherer Zukunft und nicht nur in der neuen Woche wohl auf die preislichen Entwicklungen in Europa und den USA richten wird. Dies gilt umso mehr, als dass auch im Hinblick auf die EZB einem symmetrischen Inflationsziel das Wort geredet wird. Zuletzt waren es Äußerungen von Villeroy de Galhau, die in diese Richtung wiesen. Zum Beginn der Woche stehen einige nationale Verbraucherpreisindizes im Kalender, u.a. die deutschen, während die Schnellschätzung der EWU-Teuerung am Dienstag ansteht. Die anhaltende Seitwärtsbewegung der Ölpreise hat sich inzwischen auch an deutschen Tankstellen bemerkbar gemacht, sodass von dieser Seite kein Impuls für das hiesige Preisniveau zu erwarten ist. Per saldo sollte die Teuerung wegen eines Basiseffektes aber leicht zulegen. In der Nähe der Nulllinie werden die Inflationserwartungen dadurch jedoch nicht zusätzlich angeheizt. Im weiteren Verlauf der Woche rücken der ISM-Index und der US-Arbeitsmarktbericht in den Fokus.


Bund-Future

Der Bund-Future hat sich zum Ende letzter Woche zunächst weiter abgeschwächt und mit Unterschreiten der Marke von 175,25 die untere Begrenzung einer seit Wochen zu beobachtenden Konsolidierungsspanne zeitweise unterschritten. Das technische Bild ist damit getrübt und sollte nun noch das 61,8 %-Retracement des Aufwärtsimpulses von Juni bis August bei 174,65 durchbrochen werden, entstünde Potenzial bis 172,57. Von technischer Seite kann trotz der kleinen Erholung noch keine Entwarnung gegeben werden, allerdings könnten die anhaltend niedrig zu erwartenden Verbraucherpreise in Italien, Spanien und Deutschland den Rentenmarkt tendenziell stützen. Trading-Range: 175,00 – 176,00.


EUR-USD

Der Euro setzt seine Konsolidierung unterhalb des Mitte August markierten Impulshochs (1,1965) fort. Es gilt aber zu berücksichtigen, dass der seit Mai bestehende Aufwärtstrend intakt ist. Die Unterstützungslinie verläuft heute bei 1,1705. Sie stellt zusammen mit den Tiefs von Anfang und Mitte August bei 1,1694 bzw. 1,1709 eine wichtige Unterstützung dar. Die Indikatoren im Tageschart zeigen Stabilisierungstendenzen. Das Kursmomentum ist in positives Terrain vorgedrungen und der MACD steigt, wenngleich er sein Kaufsignal noch schuldig ist. Insofern haben sich die Perspektiven etwas aufgehellt. Sollten die Hürde bei 1,1965 und die Marke von 1,2000 USD überwunden werden, wäre ein Test des langfristigen, seit Juli 2008 bestehenden Abwärtstrends möglich. Die Widerstandslinie verläuft heute bei 1,2065 USD. Trading-Range: 1,1830 – 1,1970.

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