Tagesausblick Renten/Devisen

Der nächste Tagesausblick erscheint am Freitag, dem 28. Juni 2019




Unsere tägliche Einschätzung zu relevanten Wirtschaftsdaten sowie den Renten- und Devisenmärkte


Boeing belastet Durable Goods Orders

Bund-Future: Ausblick nicht ungetrübt

EUR-USD: Powell sorgt für eine Korrektur

  

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Zahlreiche Einträge finden sich heute im Datenkalender, doch dürfte die größte Aufmerksamkeit dem Auftragseingang langlebiger Wirtschaftsgüter in den USA zukommen. Dieser steht wie sooft unter dem Einfluss der oftmals volatilen Flugzeugbestellungen. Wobei der Ordereingang bei Boeing aktuell nicht so volatil ist wie sonst, denn die Probleme mit dem Typ 737 Max belasten weiterhin. Nachdem im April bereits nur vier Flugzeuge bestellt wurden, wies der Hersteller im Mai gar keinen Auftragseingang mehr auf. Vor diesem Hintergrund wird der Fokus auch auf den Bestellungen ohne den Transportsektor liegen. Hier wird nur ein kleines Plus erwartet. Per saldo werden die - wenngleich hohen - Zinssenkungserwartungen wohl nicht gedämpft. Mit Interesse verfolgen wir den Vorausbericht zum US-Außenhandel, der sich auf den Warenverkehr konzentriert. Dieser ist für die Schwankungen des Handelsbilanzdefizits maßgeblich und dient der Schätzung des Außenbeitrags zum BIP. Aktuell liegt der Saldo etwa auf dem Niveau des ersten Quartals und es wird ein nur wenig veränderter Wert erwartet. Somit ergibt sich weder ein positiver noch ein negativer Impuls für das BIP des zweiten Quartals. Die endgültige US-BIP-Wachstumsrate des ersten Quartals wird morgen die bisherigen soliden Zuwächse mit mehr als drei Prozent bestätigen, insgesamt aber keine größeren Impulse für das Marktgeschehen erzeugen. Ab morgen richtet sich der Blick zudem auf die ersten Verbraucherpreisdaten der Eurozone im Monat Juni. Deutschland und Spanien geben ihre Zahlen bekannt, bevor am Freitag die Schnellschätzung der EWU-Teuerungsrate ansteht. Den Preisauftrieb gedämpft haben die bis weit in den Monat hinein rückläufigen Öl- und Benzinpreise, sodass es nicht zu einem Anstieg der Jahresteuerungsrate kommt. In Spanien wird sogar ein Rückgang erwartet. Mithin wird sich die Europäische Zentralbank bestätigt sehen, allen voran ihr Präsident Draghi, grundsätzliche Zinssenkungsbereitschaft signalisiert zu haben.

 

Bund-Future

Anhaltende Spekulationen auf sinkende Leitzinsen auf beiden Seiten des Atlantiks sowie der sich zuspitzende Konflikt zwischen den USA und dem Iran haben das Interesse an Bundesanleihen hochgehalten und die Rendite der 10-jährigen Bundesanleihe hat bei -0,33 % ein neues Allzeittief markiert. Mit fundamentalem Gegenwind ist heute nicht zu rechnen, denn die Vorgaben für den US-Auftragseingang sind negativ. Allerdings haben Fed-Chef Powell und Bullard, der sich bislang für eine ultralockere Geldpolitik eingesetzt hat, die Zinssenkungserwartungen etwas gedämpft. Zunehmend kritisch ist auch das technische Umfeld zu beurteilen. Zwar ist der Mai-Aufwärtstrend intakt, die Indikatoren lassen aber Schwächetendenzen erkennen und es kommt zur Ausbildung negativer Divergenzen. Unterstützungen liegen im Bereich um 172 und in der Zone 171,32/42. Der erste Widerstand zeigt sich am Allzeithoch bei 172,88. Trading-Range: 172,10 – 172,90. 

 

EUR-USD

Der Euro hat die Marke von 1,14 nicht dauerhaft überwinden können. Vielmehr ist es zu einer Korrektur gekommen. Dafür verantwortlich sind Aussagen vom Fed-Chef Powell und vom Präsidenten der Fed von St. Louis, Bullard. Beide haben Spekulationen auf deutliche Zinssenkungen den Wind aus den Segeln genommen. Die Zinssenkungsfantasien sind korrekturbedürftig. Bis Ende nächsten Jahres werden vier Schritte eskomptiert, was von den Leitzinsprojektionen der einzelnen FOMC-Mitglieder nicht angezeigt wird. Der Median per Ende 2020 liegt lediglich bei 2,13 %, was einer einzigen Zinssenkung entspräche. Tendenziell USD-belastend ist die anhaltende Kritik von US-Präsident Trump an die Geldpolitik der Fed. Immerhin hat sich Powell dazu geäußert. Die Notenbanker seien immun gegen kurzfristigen politischen Druck. Der heute anstehende Auftragseingang langlebiger Wirtschaftsgüter dürfte die Zinsfantasie aber nicht weiter dämpfen, denn die Erwartungen sollten aufgrund der schwachen Boeing-Bestellungen nicht zu hoch gesteckt werden. Die nächste Unterstützung des Euros ist bei 1,1281 zu finden, Widerstände lokalisieren wir bei 1,1412 und am markanten Hoch vom 20. März bei 1,1448. Trading-Range: 1,1320 – 1,1410. 

 

Ihr Helaba-Research-Team

 

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