Tagesausblick Renten/Devisen

Unsere tägliche Einschätzung zu relevanten Wirtschaftsdaten sowie den Renten- und Devisenmärkten 


Stimmungstests: Bodenbildung?

Bund-Future: Hohe Gewinne im Wochenverlauf

EUR-USD: Jahrestief im Blick 

 

Ausgewählte Inhalte

In der abgelaufenen Handelswoche sind die Rezessionsängste ins Kraut geschossen und vor allem die Rentenmärkte dies- und jenseits des Atlantiks konnten davon profitieren. Die europäische Minuszinswelt nimmt immer dramatischere Ausmaße an. Angeheizt wurde dies von EZB-Kommentaren, wonach die Geldpolitik mit einem neuen Stimulus lieber „überschießen“ sollte als zu „unterschießen“. Aus einer Chance-Risiko-Betrachtung heraus ist dies nachzuvollziehen, denn extreme Geldpolitik kann schnell zurückgeführt werden, falls Inflationstendenzen aufkommen sollten. Bremsen kann die Notenbank theoretisch immer und wirkungsvoll, beim Stimulieren der gesamtwirtschaftlichen Aktivität ist sie dagegen auf das Zusammenwirken verschiedenster Akteure angewiesen. „Man kann die Pferde zur Tränke führen, saufen müssen sie aber selbst.“

Gründe für die konjunkturelle Skepsis gab es zuletzt genügend. Nicht nur die polit-ökonomischen Risiken wie der „Brexit“ und der Handelsstreit sind präsent, auch die tatsächlichen Wirtschaftsdaten waren zumindest in Europa enttäuschend ausgefallen. Dass sich die Stimmung gerade jetzt und unter dem Eindruck der schwachen Aktienmärkte aufhellt, ist wenig wahrscheinlich. Die in dieser Woche anstehenden vorläufigenEinkaufsmanagerindizes in Deutschland, Frankreich und der Eurozone werden daher unseres Erachtens um die Vormonatsniveaus schwanken. In Deutschland heißt das, dass das Verarbeitende Gewerbe wohl tief im Schrumpfungsbereich verharren wird. Die zuletzt gesunkenen Stimmungsumfragen von sentix und ZEW unterstützen diese pessimistische Einschätzung. An dieser Stelle von einer Bodenbildung zu sprechen, erscheint denn auch verfrüht. Gleichwohl gibt es vorsichtige Anzeichen dafür, dass dies in den kommenden Monaten der Fall sein könnte. So hat die reale Wachstumsrate der Geldmenge M1 nach dem Tief im Frühling zuletzt wieder etwas Schwung nach oben bekommen. Noch ist dies wenig ausgeprägt, aber einen Hoffnungsschimmer stellt es dar. Sollten die fallenden Kapitalmarktzinsen und die erneute monetäre Lockerung Wirkung entfalten, könnte über eine Expansion der Kreditmenge auch die Geldmenge M1 weiter zulegen und damit einer wirtschaftlichen Stabilisierung den Weg bereiten.

 

Bund-Future

Zum Wochenschluss schwächte sich der Bund-Future unterhalb des jüngsten Allzeithochs bei 179,66 ab. Solange sich die geopolitische Gemengelage aus Handelskonflikt und ohne Austrittsvereinbarung drohendem „Brexit“ nicht aufhellt, dürften vermeintlich sichere Staatsanleihen aus EU-Kernländern aber gefragt bleiben. Zudem wird die insgesamt freundliche Tendenz des Futures durch das Chartbild auf Tagesbasis gestützt. So ist der steile Aufwärtstrend von Juli intakt und wird von einem hohen und ansteigenden ADX untermauert. Der RSI und der Stochastic weisen jedoch auf die Möglichkeit von Gewinnmitnahmen hin. Eine erste Haltemarke lokalisieren wir am Juli-Aufwärtstrend bei 177,80. Darunter bieten die Bereiche um 176,96 und 175,93 weiteren Halt. Trading-Range: 178,00– 179,00. 

 

EUR-USD

Der Euro hat sich abgeschwächt und Kurs auf das Jahrestief genommen, das Anfang August bei 1,1025 USD markiert wurde. Verantwortlich dafür sind Spekulationen auf umfassende EZB-Lockerungsmaßnahmen und US-Daten, die zuletzt vergleichsweise robust ausgefallen sind. In dieser Woche stehen nur wenige Einträge im Kalender. Interessant wird es erst am Donnerstag mit der Veröffentlichung der vorläufigen Einkaufsmanagerindizes in Deutschland, Frankreich und der Eurozone. Eine Erholung der Stimmungsindikatoren zeichnet sich kurzfristig nicht ab, sodass die Lockerungsabsicht der EZB wohl bestätigt wird. Vor diesem Hintergrund sollte der Euro in der Defensive bleiben, zumal auch der seit Ende Juni bestehende Abwärtstrend intakt ist. Kurse unterhalb von 1,1025 würden Potenzial bis 1,0920 eröffnen. Erste Widerstände lokalisieren wir an der 21-Tagelinie bei 1,1148 und an der Widerstandslinie des Abwärtstrends bei 1,1201. Trading-Range: 1,1025 – 1,1150. 

 

Ihr Helaba-Research-Team

 

Disclaimer

Die Publikationen sind mit größter Sorgfalt bearbeitet worden. Sie enthalten jedoch lediglich unverbindliche Analysen und Prognosen zu den gegenwärtigen und zukünftigen Marktverhältnissen. Die Angaben beruhen auf Quellen, die wir für zuverlässig halten, für deren Richtigkeit, Vollständigkeit oder Aktualität wir aber keine Gewähr übernehmen können. Sämtliche in diesen Publikationen getroffenen Angaben dienen der Information. Sie dürfen nicht als Angebot oder Empfehlung für Anlageentscheidungen verstanden werden.

Um unsere Website fortlaufend verbessern zu können, verwenden wir Cookies. Wenn Sie Ihren Besuch fortsetzen, stimmen Sie der Verwendung von Cookies zu. Weitere Informationen finden Sie unter Datenschutz