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DAX: Schwer nachvollziehbare Kursausschläge

Risk on, risk off, risk on…


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Als Goethe das Gedicht „seltsam ist Propheten Lied, doppelt seltsam, was geschieht“ formulierte, hatte er wohl kaum vor, die Entwicklung am Aktienmarkt zu beschreiben. Aktuell fällt es tatsächlich nicht immer leicht, die Kursausschläge des DAX nachzuvollziehen. Zumal die Gefühlsschwankungen der Marktteilnehmer zunehmen und gleichzeitig Nachrichten und Entwicklungen, welche an einem Tag für Kursrückgänge sorgen, am nächsten Tag scheinbar keine Rolle mehr spielen. Das gilt für die Entwicklungen rund um die Corona-Pandemie ebenso wie für die laufende Quartalsberichtssaison. Hierzulande wird über eine mögliche zweite Welle diskutiert, welche laut dem Marburger Bund Deutschland bereits erfasst habe. Der WHO erscheint die Bezeichnung „zweite Welle“ nicht ausreichend. Vielmehr hält man die Beschreibung „Dauerwelle“ für zutreffend, während man in Hongkong bereits von einer dritten Welle ausgeht. Gestern hatte man das Gefühl, dass die vielen warnenden Worte verschiedener Unternehmen ausgeblendet und dafür diejenigen mit positiverem Inhalt übergewichtet wurden. Die bessere Stimmung bei den Einkaufsmanagern sorgte zudem für Rückenwind, ebenso wie die größer gewordene Chance, dass sich die politischen Kräfte in den USA bis Freitag auf ein neues Corona-Hilfspaket einigen wollen. Unternehmensseitig stand gestern BMW im Fokus. Der Autobauer musste im zurückliegenden Vierteljahr einen historischen, operativen Verlust in Höhe von 1,5 Milliarden Euro hinnehmen. Ausblickend rechnet der Autobauer damit, dass der Markt für Oberklassefahrzeuge in diesem Jahr um 20 Prozent einbrechen wird. Auch am Arbeitsmarkt machen sich die Corona-Auswirkungen bemerkbar. Laut dem Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) ging die Zahl der offenen Stellen im zweiten Quartal um fast eine halbe Million oder 36 Prozent im Vergleich mit dem Vorjahr zurück. Auch die Stellenstreichungen halten an. MediaMarktSaturn gab bekannt, dass 4.000 Arbeitsplätze abgebaut werden sollen. Heute stehen weitere Quartalsberichte zur Veröffentlichung an. Unter anderem wird dies bei Brenntag, Merck, Lufthansa, Jenoptik, Rheinmetall, Siemens, Patrizia Immobilien, Rhön Klinikum, Beiersdorf, Munich Re, Symrise und Henkel der Fall sein.


Charttechnik

Gestern war der DAX einmal mehr nicht in der Lage, den Widerstand bei 12.768 Zählern herauszunehmen. Klassischerweise ist davon auszugehen, dass ein Ausbruch mit zunehmender Dauer unwahrscheinlicher wird. Der an der Tageskerze ausgebildete, lange Docht unterstreicht zudem den Eindruck, dass aktuell das Momentum verloren geht. Spannend ist es auch zu sehen, wie sich der deutsche Leitindex an der auf das Tief vom 30. Juli zurückgehenden 45-Grad Gann-Linie entlanghangelt. Diese verläuft heute bei 12.725 Zählern. Bei der Markt-Beurteilung sollte nicht vergessen werden, dass in der abgelaufenen Woche die Komplettierung einer Wendeformation erfolgte. Unterstützungen in Form von Value-Zonen finden sich bei 12.542, 12.477, 12.412, 12.348 und 12.283 Punkten.


Ihr Helaba-Research-Team


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