Gold

Politisch behütet

2020 war ein Rekordjahr für Gold. Der Ausbruch von Covid-19 hat die klassische Krisen­währung auf Höchst­marken befördert. 2021 wird das Edelmetall politisch unterstützt bleiben, sodass eine Gegen­bewegung trotz Überwindung der Pandemie ausbleibt.

Das Edelmetall kletterte von einem Hoch zum nächsten, bis es schließlich im August die psychologisch wichtige Marke von 2.000 US-Dollar je Feinunze überwunden und mit 2.075 ein neues Allzeithoch erreicht hat. In Euro war die Entwicklung bis zum Rekord von knapp 1.750 je Feinunze sogar noch aus­geprägter. Im Anschluss setzte eine Konso­lidierung ein. Das Edelmetall dürfte bald wieder die 2.000er-Marke reißen und 2021 zumindest temporär bis auf 2.300 US-Dollar je Feinunze anziehen.

Grafik Gold - Märkte und Trends 2021

Gold ist dabei seinem Ruf als „Krisenwährung“ gerecht geworden. Aufgrund der hohen Marktunsicherheit hat es den Anlegern als sicherer Hafen gedient. Mit Überwindung der Pandemie im  Jahresverlauf 2021 wird es deshalb keine vergleich­baren Preissprünge mehr geben. Allerdings sollte eine markante Abwärtskorrektur – wie nach solchen Rekordjahren üblich – ausbleiben. Dazu tragen 2021 drei Anlagethemen bei, die zu einer stabilen Nachfrage nach Gold führen dürften: Geldpolitik, Fiskalpolitik und Dollarschwäche.

Negative Realzinsen

Fed, EZB und viele andere Zentral­banken haben ihre Leitzinsen im Zuge der Krisen­be­kämpf­ung bei null oder darunter verankert. Mit einer baldigen Abkehr dieser Nullzins­politik ist nicht zu rechnen, vielmehr signalisieren die Geld­politiker, dass sie ihre Zins­sätze noch sehr lange Zeit auf diesem niedrigen Niveau halten werden. Dies hat die Nominal­zinsen sowohl in den USA als auch in Deutschland nicht nur kräftig nach unten gedrückt, sondern zu einer negativen Realverzinsung in beiden Währungs­räumen geführt. Damit hat das Halten von Gold im Vergleich zu anderen sicheren Anlage­alternativen keine Opportunitäts­kosten mehr, sondern bringt sogar einen Nutzen, da Negativ zinsen ver­mieden werden. 2021 wird sich daran in realer Rechnung nichts ändern.

„Sie haben die Wahl zwischen der natürlichen Stabilität von Gold und der Ehrlichkeit und Intelligenz der Regierungs­mitglieder. Und mit allem notwendigen Respekt für diese Gentlemen, ich rate Ihnen, …, entscheiden Sie sich für Gold.“

George Bernard Shaw (1856 – 1950)

Bleibende Schuldenberge

Weltweit sind die Staatsschulden im Zuge der Krisenbekämpfung kräftig gestiegen. Nun erholen sich die Volkswirtschaften von ihrem Konjunktur einbruch, aber es wird dauern, bis das wirtschaftliche Ausgangsniveau wieder erreicht ist. Von einem baldigen Abbau der Staatverschuldung ist nicht aus zugehen, vielmehr scheint politisch die Strategie verfolgt zu werden, aus den Schulden „heraus­zuwachsen“. Das aber wiederum schürt die Erwartung, dass die Staaten langfristig Inflation generieren werden, um diese zu entwerten. Sollte sich diese Haltung unter Anlegern und Sparern etablieren, würde die Funktion von Papier­währungen als und im Gegenzug die Attraktivität von Gold als Alternativwährung steigen.

Schwacher Dollar = starkes Gold

Gold profitiert immer dann, wenn die Weltleitwährung US-Dollar schwächelt. Dies war 2020 aufgrund der Geldpolitik der Fed sowie des Corona-Krisen­managements von US-Präsident Trump der Fall. 2021 wird der Greenback auch unter einem neuen Präsidenten nicht zu alter Stärke zurückfinden. Insgesamt wird das Edelmetall politisch unterstützt um die 2.000er-Marke schwanken, in einer Bandbreite zwischen 1.800 und 2.300 US-Dollar pro Feinunze.

Neuster Stand - Märkte und Trends 2021

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