Schweden

Auf eigene Faust

Bei der Pandemie-Bekämpfung hat Schweden bislang einen ganz eigenen Weg eingeschlagen. Dies prägt auch die wirt­schaftliche Entwicklung 2021.

Die Minderheitsregierung aus Sozialdemokraten und Grünen folgte den Empfehlungen ihres Chef-Epidemiologen und führte weder einen Corona-Lockdown noch eine Maskenpflicht ein. Läden und Cafés blieben geöffnet. Da außerdem das BIP besser als im EU-Durchschnitt ins Jahr gestartet war, fällt die Rezession 2020 mit voraussichtlich – 4,1% vergleichsweise mild aus (EU: – 6,8 %). Allerdings wurde im In- und Ausland aufgrund der über­proportional hohen Anzahl an Todesfällen auch heftige Kritik am „schwedischen Weg“ geübt.

Der konjunkturelle Aufholbedarf ist 2021 geringer als in anderen Ländern. Die Angst vor Ansteckung wird die Binnenwirtschaft und den Tourismus noch bremsen, solange kein Impfstoff verfügbar ist. Auch die Dynamik des Aufschwungs bei den Handelspartnern Schweden wird angesichts von Waren­exporten in Höhe von rund einem Drittel des BIP eine wichtige Rolle spielen. Insgesamt kann mit einem Wachstum von 3,2 % gerechnet werden. Sein Vorkrisenniveau dürfte das BIP aber nicht vor 2022 erreichen.

Großzügige Hilfen

Unterstützung kommt von einem breiten Maßnahmen-Spektrum: Die Riksbank hat den Reposatz nicht erneut gesenkt, reduzierte aber den Zins für kurzfristige Refinanzierungs­geschäfte auf das Allzeittief von 0,1 %. Durch Anleihekäufe von bis zu 10 % des BIP sowie zusätzliche Kredit­möglich­keiten für Unternehmen und Banken ist die Geldpolitik stark expansiv ausgerichtet. Die Zentralbank hat bereits eine Fortführung dieses Kurses signalisiert. Mit einer weiteren Lockerung ist 2021 zu rechnen, wenn die Notenbank etwa die schwedische Wett­bewerbs­fähigkeit durch Wechselkursentwicklungen gefährdet sieht.

Auch die Regierung hat großzügige fiskalische Hilfen bereitgestellt: Für 2020 sind Zuschüsse, Liquiditätshilfen und Garantien verfügbar, die sich bei voller Nutzung auf bis zu 17 % des BIP belaufen. Für die beiden Folgejahre sind konjunktur­stützende Maßnahmen in Höhe von je rund 2 % des BIP vorgesehen.

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