Gold

Strukturell aufgewertet

Audio

Der Artikel zum Hören

Download

Gold glänzt im Rampenlicht. Sowohl Geld- als auch Fiskalpolitik sind die maßgeblichen Akteure, die dem Edelmetall zu einem  Revival verholfen haben. Daran wird sich 2020 wenig ändern.

Die geldpolitische Kehrtwende wichtiger Notenbanken zum Jahreswechsel 2018/2019 ließ Gold aus der Seitwärtsspanne von gut 1.200 und 1.400 US-Dollar je Feinunze ausbrechen. Im Sommer 2019 wurde mit mehr als 1.500 US-Dollar der höchste Goldpreis seit 2013 erreicht. Seitdem schwankt er um diesen Wert.

Mit dem Abschied der Fed und der EZB von einem Normalisierungskurs vollzog sich ein beträchtlicher Renditerutsch. Inzwischen wird gut ein Viertel der weltweit ausstehenden Anleihen zu negativen Renditen gehandelt. Mit einem Schlag erhöhten sich die Opportunitätskosten für die sichere Alternative „Staatsanleihen“. Im Gegenzug rückte Gold ins Rampenlicht. Das zinslose Gold ist ein sicherer Hafen in einer zinslosen Welt.

„Nach Golde drängt, am Golde hängt doch alles. Ach wir Armen!“

Johann Wolfgang von Goethe (1749 – 1832), „Faust“

Mit dem Sprung über die 1.500-Marke vollzog sich ein Paradigmenwechsel. Gold als Inflationsabsicherung ist nicht mehr gefragt, aber sehr wohl als Absicherung gegen politische Risiken. Diese resultieren aus einer strukturell zu expansiven Ausrichtung der Geldpolitik. Im Euroraum muss darüber hinaus die EZB der zögerlichen Fiskalpolitik den Rücken freihalten.

Insgesamt hat die Geldpolitik einen Teil ihrer Unabhängigkeit eingebüßt, was Gold strukturell aufwertet. Davon profitiert es auch 2020. Im Jahresverlauf dürfte das Edelmetall weitere Erfolge feiern und bis auf 1.700 US-Dollar je Unze steigen. In Euro kommt es aufgrund des Wechselkurses zu einer Seitwärtsbewegung entlang des diesjährigen Spitzenpreises von 1.400 Euro je Unze.

Immer auf dem neusten Stand!

Mit den Newslettern und Publikationen von Volkswirtschaft/Research

Verwandte Themen:

Um unsere Website fortlaufend verbessern zu können, verwenden wir Cookies. Wenn Sie Ihren Besuch fortsetzen, stimmen Sie der Verwendung von Cookies zu. Weitere Informationen finden Sie unter Datenschutz