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Keine Trendwende in Sicht

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Die Finanzschulden europäischer Unternehmen dürften auch 2020 nur moderat steigen. Daher sollten die Refinanzierungskosten sehr niedrig bleiben. Bei Bankanleihen empfehlen wir, auf Emittenten mit hoher Bonität zu setzen, hier aber den Renditeaufschlag bei Non-Preferred-Senior-Anleihen zu nutzen.

Corporates: Weiterhin solide Bilanzen

Die Aussicht auf eine Stabilisierung der konjunkturellen Lage hat zuletzt zu einem leichten Rückgang der Euro-Corporates-Spreads geführt. 2020 dürften diese aufgrund der erneuten EZB-Ankäufe zunächst weiter sinken. Mit dem Nachlassen dieses Effektes zum Jahresende prognostizieren wir für den iBoxx EUR Non-Financials einen etwas höheren Spread von ca. 70 Basispunkten. Aufgrund der weiterhin sehr niedrigen Basiszinsen werden die Refinanzierungskosten für die Unternehmen  gleichwohl auf absehbare Zeit gering bleiben und auch im kommenden Jahr für einen munteren Primärmarkt für Euro-Corporate Bonds sorgen.

Eine strukturelle Verschlechterung der Bonitäten ist derzeit nicht erkennbar.

Die Schulden europäischer Corporates werden aller Voraussicht nach weiter steigen. So lassen sich die für den fortschreitenden technologischen Wandel (Stichwort Industrie 4.0) notwendigen Investitionen nur bedingt weiter in die Zukunft verschieben. Allerdings hat die Mehrzahl der  Unternehmen ihre Liquiditätsposition und Innenfinanzierungskraft in den letzten Jahren merklich verbessert. In der Summe sollte der Anstieg der Fremdmittel bei europäischen Firmen daher moderat ausfallen. Die Kreditprofile der allermeisten Gesellschaften dürften somit auch 2020 in solider Verfassung bleiben.

Banken: Hohe Qualität gefragt

Das stabile Kreditgeschäft wird die Bilanzqualität der Banken gemäß unserer Erwartung stützen. Angesichts der seit der Finanzmarktkrise merklich gestiegenen Eigenkapitalquoten werden Gewinne zwar vermehrt für Ausschüttungen und Wachstum genutzt. Weiter verschärfte regulatorische  Anforderungen sorgen jedoch für eine fortgesetzte Stärkung der Eigenkapitalausstattung. Die Kreditausfälle dürften zwar steigen, jedoch unter ihrem historischen Durchschnitt bleiben.

Die Niedrigzinsen belasten allerdings weiter die Erträge. Der Margenwettbewerb wird wohl noch härter, so dass die Gewinne unter Druck bleiben. Für den gesamten Sektor sind die Digitalisierungs- und Regulierungskosten enorm, so dass Kostensenkungsprogramme weiter auf der Tagesordnung stehen. Ferner zeigen sich regional immer stärkere Qualitätsunterschiede: Die skandinavischen Länder beispielsweise haben mit den Folgen der Geldwäscheskandale zu kämpfen; in Deutschland leiden die Institute unter der strukturell niedrigen Profitabilität.

Im insgesamt recht volatilen Umfeld empfehlen wir daher unverändert, auf Emittenten mit hoher Bonität zu setzen, hier aber den Renditeaufschlag bei Non-Preferred-Senior-Anleihen zu nutzen.

Dr. Susanne E. Knips
Ulrich Kirschner, CFA

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