Russland

Kraftlose Performance

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Die russische Wirtschaft wird 2020 mit 1,7% etwas stärker wachsen als im Vorjahr, was nicht darüber hinwegtäuschen soll, dass die Wachstumsraten seit 2013 insgesamt enttäuschend sind. Wuchs die russische Wirtschaft doch im ersten Jahrzehnt dieses Jahrtausends mit durchschnittlich 5,5% pro Jahr. Der private Konsum leidet noch unter der Mehrwertsteuererhöhung Anfang 2019, die die Inflation auf fast 5% steigen ließ. Für 2020 erwarten wir einen Rückgang des Verbraucher­preisanstiegs auf 4,2%, was etwa dem Inflationsziel von 4% entspricht. Angesichts der nach wie vor bestehenden Sanktionen und der niedrigen Ölpreise ist auch von den Exporten wenig Unterstützung zu erwarten.

Die Regierung versucht, die schwache wirtschaftliche Entwicklung zu verbessern. Bereits im Wahlkampf 2018 hatte Staatspräsident Putin die Marschroute für die nächsten sechs Jahre vorgegeben: Steigerung des Wirtschaftswachstums über den globalen Durchschnitt, Reduzierung der Armut um die Hälfte, Erhöhung der Lebenserwartung. 13 „Nationale Entwicklungsprojekte“ mit dem Schwerpunkt auf Infrastruktur, Gesundheit und Bildung wurden auf den Weg gebracht, um diese Ziele zu erreichen.

Gleichzeitig soll der Staatshaushalt nicht überstrapaziert werden. Insgesamt sind weiterhin Haushalts­überschüsse zu erwarten, die in Zukunft jedoch leicht rückläufig sind. Mit etwa 10% des BIP ist die Staatsverschuldung ausgesprochen niedrig. Die Regierung verfügt über einen Wohlfahrtsfonds, in den die Einnahmen aus dem Öl- und Gasgeschäft fließen. Dieser hat ein Volumen von über 120 Mrd. US-Dollar (ca. 7% des BIP) erreicht.

Das schwierige Geschäftsklima beeinträchtigt die Investitionen.

Neben der Fiskalpolitik ist auch die Geldpolitik expansiv. Nachdem die Zentralbank 2019 ihren Leitzins in vier Schritten auf 6,5% reduziert hatte, erwarten wir für 2020 noch eine weitere Zinssenkung. Den Investitionen konnte das bisher aber keinen nennenswerten Schub verschaffen. Dafür wäre vor allem eine Verbesserung des schwierigen Geschäftsumfelds (u. a. Korruption, hohe Importzölle) notwendig.

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