Japan

Temporär schwächer

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Japan durchlebt 2020 eine Wachstumsdelle. Der Arbeitsmarkt bleibt angespannt, ohne dass Inflationsdruck aufkommt.

Die drittgrößte Volkswirtschaft der Welt ist 2020 mit Sondereffekten konfrontiert:  Konsum­zurückhaltung infolge der Mehrwertsteueranhebung vom Herbst 2019 und Handelsstreitigkeiten mit Südkorea. Ohnehin reagiert Japan als industrielastige Volkswirtschaft mit schwacher Binnenwirtschaft sensibel auf globale Handelsstreitigkeiten, gerade wenn sich diese zwischen seinen beiden größten Auslandsmärkten USA und China voll ziehen. Der mit gut 20% des BIP hohe Anteil der Industrie­produktion zeigt die externe Verwundbarkeit Japans.

Als industrielastige Volkswirtschaft reagiert Japan sensibel auf globale Handelsstreitigkeiten.

Dass Japan dennoch nicht in eine Rezession abgleiten dürfte, ist auf fiskalpolitische Maßnahmen und die Olympischen Spiele in Tokio zurückzuführen. Positiv sollten sich auch der Transpazifische Handelspakt und das umfassende Außenhandelsabkommen mit der EU von Anfang 2019 auswirken sowie die zumindest vorerst beigelegten Streitigkeiten mit den USA. Hier kam es im Spätsommer 2019 zu einem bilateralen Handelsabkommen für Landwirtschaft und Digitales, während der wichtige Automobilsektor jedoch ausgeklammert wurde.

Niedrige Arbeitslosigkeit

Ausgehend vom niedrigen Niveau des japanischen BIP Anfang 2020 ist für das Gesamtjahr nur ein Wachstum von 0,3% zu erwarten. Trotz dieser Wachstumsdelle und gezielter Strukturmaßnahmen, die sogar eine vorsichtige Öffnung für ausländische Arbeitskräfte einschließen, sollte der Arbeitsmarkt angespannt bleiben. Schließlich schrumpft die japanische Bevölkerung weiter.

Allerdings macht sich die Arbeitsmarktlage nur bedingt in der Gehaltsentwicklung bemerkbar, da sich ein beträchtlicher Teil der Erwerbstätigen in nichtregulären Beschäftigungsverhältnissen mit niedrigerer Entlohnung befindet. So dürfte die Inflation weiter gering sein und nur durch die Mehrwert­steueranhebung temporär auf höherem Niveau verlaufen.

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