Frankreich

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Frankreich expandiert seit 2018 schneller als Deutschland. 2019 dürfte mit 1,3% gut das Doppelte des hiesigen Wachstums erreicht werden. 2020 kann mit 1,5% gerechnet werden (Deutschland: 1,0%). Ein nicht unerheblicher fiskalischer Impuls und die positiven Effekte der Macron’schen Reformpolitik tragen hierzu bei. Auf die Gelbwesten-Proteste hat die Regierung reagiert. Steuern und Abgaben wurden gesenkt und ein staatlicher Lohnzuschuss erhöht. Die Gesamtkosten belaufen sich auf etwa 17 Mrd. Euro. Im Budgetentwurf 2020 sind nochmals Steuerentlastungen von 10 Mrd. Euro enthalten, u. a. Senkungen bei der Wohn- und der Einkommensteuer. Die Körperschaftsteuer wird erneut reduziert.

Reformen zahlen sich aus

Erste Reformschritte hatte es bereits während der Präsidentschaft François Hollandes mit der Liberalisierung von Dienstleistungsbranchen und der Senkung von Steuern gegeben. Unter Emmanuel Macron wurden bislang Erleichterungen im französischen Arbeitsrecht durchgesetzt. In der Berufsausbildung wird den Unternehmen nun mehr Raum gewährt. Zusätzlich sind Überstunden von Steuern und Sozialabgaben für die Arbeitnehmer befreit worden.

Unternehmenssteuern und Sozialabgaben wurden gesenkt und die Vermögensteuer auf eine reine Immobiliensteuer reduziert. Bürokratische Hürden sind verringert worden. Die französischen Lohnsätze nehmen seit Jahren  langsamer zu als in Deutschland, was den Anstieg der Lohnstückkosten dort bremst. Insgesamt hat sich die Wettbewerbsfähigkeit der französischen Wirtschaft durch die Maßnahmen verbessert. Frankreichs positive Entwicklung resultiert aktuell allerdings auch aus der geringen Bedeutung des Verarbeitenden Gewerbes.

Die fiskalischen Maßnahmen und ein steuerlicher Sondereffekt tragen dazu bei, dass Frankreich die europäische Defizitgrenze von 3% des BIP 2019 nicht einhält, nachdem dies in den beiden Vorjahren gelungen war. Im Folgejahr soll der Fehlbetrag bei 2,2% liegen. Immerhin stützen die Fiskalpolitik sowie moderat steigende Tariflöhne und Beschäftigung die privaten Konsumausgaben. Diese dürften auch 2020 wie das Bruttoinlandsprodukt zulegen. Die Unternehmensinvestitionen expandieren  moderat und der Außenhandel sollte 2020 nicht mehr bremsen. Denn aufgrund der Belebung des  Welthandels kann das Exportwachstum dann an die Importsteigerungen heranreichen.

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