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Finanzplatz Frankfurt

Brexit-Banken packen ihre Sachen für Frankfurt

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Viele Finanzinstitute treffen Vorbereitungen für Geschäfts­verlagerungen weg von London. Mit Abstand die meisten Brexit-Banken haben sich für den Finanzplatz Frankfurt entschieden.

Der Brexit rückt näher und bei immer mehr Instituten konkretisieren sich die Geschäftsverlagerungen von London an andere Standorte. Frankfurt ist dabei der Favorit – die Liste von Entscheidungen für das deutsche Bankenzentrum ist zusehends länger geworden. Erst mit Abstand folgen Paris und dahinter andere europäische Städte. Zahlreiche Banken, darunter namhafte Institute, haben die Main-Metropole als ihren in Zukunft wichtigsten EU-Hub benannt und damit eine strategische Grundsatzentscheidung pro Frank­furt getroffen. Darüber hinaus befinden sich noch Institute im Dialog mit den hiesigen Aufsichtsbehörden.

Personalaufstockung über mehrere Jahre

Bereits 2016 hatten wir eine Prognose über den Umstruk­turierungsprozess im europäischen Finanzplatzgefüge abgegeben. Diese Schätzung, die auf einer Einigung bei den Brexit-Verhandlungen basiert, gilt weiterhin: Von den Brexit-bedingt an anderen Finanzstandorten entstehenden Jobs dürfte Frankfurt dank seiner Favoritenrolle rund die Hälfte auf sich ziehen. Dieser mehrjährige Auf- und Ausbau von mindestens 8.000 Finanzjobs in der Main-Metropole ist diesen Sommer angelaufen. Teilweise wird es Jobver­lagerungen von der Themse an den Main geben, die bei den betroffenen Mitarbeitern entweder mit einem privaten Umzug oder einem Pendeln zwischen beiden Finanzmetro­polen einhergehen. Teilweise werden Rekrutierungen hier stattfinden oder Deutsche, die jahrelang bei Banken im Ausland tätig waren, für die neuen Jobs in Frankfurt gewonnen. Die Sichtweise von London auf Frankfurt hat sich seit dem Referendum positiv verändert.

Zitat

Im Laufe mehrerer Jahre dürften in ­Frankfurt durch den Brexit mindestens 8.000 neue Finanzjobs entstehen.

Schon bald sollte sich der Brexit-Effekt deutlich positiv in der hiesigen Beschäftigung bemerkbar machen. Gleichzeitig sorgen vermehrte Digitalisierungs- und Regulierungsanforderungen für ein erhöhtes Arbeitsvolumen in den Kreditinstituten und Aufsichtsbehörden hierzulande. Allerdings dürfte sich auch die Konsolidierung im deutschen Bankwesen fort­setzen. Allein bis Ende 2020 rechnen wir für Frankfurt mit einem Brexit-bedingten Zuwachs von rund 4.000 Bankern, von denen mehr als die Hälfte von ausländischen Instituten generiert werden dürfte. Abzüglich der durch Konsolidierung wegfallenden Jobs lässt dies dann einen Stand von insgesamt 65.000 Bankbeschäftigten in der Main-Metropole erwarten. Mittelfristig ist von einem weiteren Beschäftigungs­aufbau der Brexit-Banken in Frankfurt auszugehen.

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