#Investoren

23.03.2017

Helaba mit dem Geschäfts­jahr 2016 zufrieden

Die Helaba Landesbank Hessen-Thüringen hat im Geschäftsjahr 2016 ein Konzernergebnis vor Steuern in Höhe von 549 Mio. Euro erzielt.

  • Dynamisches Kunden­geschäft belegt starke Markt­position
  • Provi­sions­über­schuss legt erneut zu
  • Außer­gewöhn­liches Zins­umfeld belastet den Zins­­über­schuss
  • Aufsichts­rechtliche Kennziffern weiter verbessert
  • Betriebs­wirt­schaftliche Kenn­ziffern innerhalb der gesetzten Ziele
  • Hohe Zukunfts­investition in IT und Digitali­sierung

Es liegt um knapp 8 Prozent unter dem Vor­jahres­wert. Nach Steuern erreichte das Konzern­ergebnis 340 Mio. Euro. Herbert Hans Grüntker, der Vorsitzende des Vorstands, zeigte sich mit dem Ergebnis zufrieden. „Das operative Kunden­geschäft hat sich erneut positiv entwickelt. Dies schlägt sich in dem hohen Neu­geschäfts­volumen und dem erfreulichen Zuwachs der Provi­sions­erträge nieder. Der prog­nostizierte Ergebnis­rückgang aufgrund des Nullzins­niveaus ist nicht so spürbar ausge­fallen wie von uns erwartet. Insgesamt gehört das Ergebnis zu den drei besten in der Historie der Bank. Grund­lage hierfür ist unser solides, ausgewogenes und bewährtes Geschäfts­modell.“

  • Die Bewertung des Ergebnisses als „zufrieden­stellend“ macht Grüntker an sechs Gründen fest:
    Im Null- und Negativ­zins­umfeld sank der Zins­über­schuss nicht so stark wie erwartet. Der Provisions­überschuss wurde erneut gesteigert, wozu insbe­sondere der Zahlungs­verkehr und die Asset Management-Akti­vi­täten der Helaba Invest beitrugen.
  • Aufgrund des positiven wirt­schaft­lichen Umfeldes und dank der hohen Qualität des Geschäfts­portfolios fiel der Aufwand für die Risiko­vorsorge spürbar geringer aus als im Vorjahr. Und dies, obwohl die Bank im Schiffs­kreditport­folio nach 2015 auch 2016 noch einmal hohe Wert­kor­rekturen vorge­nommen hat.
  • Das Konzern­ergebnis erlaubt wiederum die Bedienung aller Nachrang­mittel, Genuss­rechte und stillen Einlagen, eine Ausschüttung an die Träger sowie die Dotierung der Gewinn­rücklage zur Stärkung des Kern­kapitals.
  • Die aufsichts­rechtlichen Kenn­ziffern haben sich weiter verbessert. Der Helaba-Konzern verfügt über aufsichts­rechtliche Eigenmittel in Höhe von 10,8 Mrd. Euro. Die CET1-Quote stieg auf 14,3 Prozent („phased in“) bzw. 13,8 Prozent („fully loaded“). Die Gesamt­kapital­quote erreichte erstmals mehr als 20 Prozent (20,5 %).
  • Die Entwicklung der betriebs­wirtschaftlichen Kennziffern ist ebenfalls zufrieden­stellend. Die Cost Income Ratio liegt mit 63,7 Prozent auf dem Niveau der Jahre 2012 – 2014. Die Eigen­kapital­rendite (vor Steuern) bewegt sich mit 7,2 Prozent innerhalb des Ziel­korridors. Die Leverage Ratio konnte seit 2013 von 3,4 auf 4,7 Prozent verbessert werden. Die Rating­ein­stufungen der Helaba befinden sich weiterhin in der Spitzen­gruppe der deutschen Kredit­institute.
  • Auch im euro­päischen Vergleich zeigt sich die Helaba als belastbares und sehr sicheres Kreditinstitut. Im EBA-Stress­test hat die Helaba im nationalen Vergleich Rang zwei und im europäischen Vergleich einen Platz im oberen Mittelfeld belegt. Und in der EU-weit durchge­führten Trans­parency Exercise hat sich die Helaba als Institut mit komfortabler Kapital­ausstattung und einem qualitativ hochwertigen Kredit­portfolio erwiesen.

Bilanz

Die Bilanz­summe des Helaba-Konzerns ist weiter rückläufig. Sie nahm insbe­sondere durch den gezielten Abbau der Handels­aktiva um 7,1 Mrd. Euro auf 165,2 Mrd. Euro ab. Das Geschäfts­volumen reduzierte sich um 5,7 Mrd. Euro auf 195,0 Mrd. Euro.

Die Kunden­forderungen bewegen sich mit 93,1 Mrd. Euro auf Vorjahres­niveau. Hiervon entfallen 73 Prozent auf Firmen­kunden und gewerbliche Kunden, 21 Prozent auf Öffentliche Stellen und 6 Prozent auf Privatkunden. Der Anteil des Kunden­geschäftes an der Bilanz­summe bewegte sich unter Einschluss des Verbund­geschäftes bei 60 Prozent und lag damit über dem Vorjahres­niveau.

Trotz etlicher Turbulenzen an den Kapital­märkten konnte die Helaba das lebhafte Neuge­schäft reibungslos refinan­zieren. Die Bank profitierte dabei erneut von ihrem sehr guten Emissionsstanding. Das mittel- und langfristige Refinan­zierungs­volumen erreichte 17,2 Mrd. Euro. 49 Prozent der Mittel wurden direkt oder indirekt über Sparkassen aufge­nommen. Nach Produkten lag der Schwerpunkt der Refinan­zierung mit 14,2 Mrd. Euro (83 Prozent) im unge­deckten Bereich, was das gute Emissions­standing der Bank unter­streicht. Auf Pfandbriefe entfiel ein Volumen von 3 Mrd. Euro (17 Prozent); darunter 1,8 Mrd. Euro an Hypo­theken-Pfand­briefen.

Gewinn- und Verlustr­echnung

Der Zinsüber­schuss reduzierte sich in Folge des Null- und Negativ­zins­um­feldes um 6,2 Prozent auf 1,2 Mrd. Euro. Der Rückgang lag damit unter den Erwartungen.

Aufgrund des positiven wirt­schaft­lichen Umfeldes und dank der hohen Qualität des Geschäfts­port­folios fiel der Aufwand für die Risiko­vorsorge im Kredit­geschäft mit 154 Mio. Euro (2015: 237 Mio. Euro) spürbar geringer aus als im Vorjahr. Enthalten ist hier eine hohe Wertbe­richtigung auf das Schiffs­portfolio in Höhe von 262 Mio. Euro. „Abzüglich der zu Liquidations­werten bewerteten Sicherheiten ist das Problem­kredit­portfolio Schiffe zu 100 Prozent mit Risiko­vor­sorge abgedeckt,“ erläutert Dr. Detlef Hosemann, der CFO der Helaba.

Getragen vom guten Kunden­geschäft legte der Provisions­überschuss um 2,1 Prozent auf 340 Mio. Euro zu. Wesentliche Beiträge hierzu lieferten die Asset Mana­gement-Aktivi­täten der Helaba Invest und der Zahlungs­verkehr.

Das Handels­ergebnis ging um 44 Mio. Euro auf 146 Mio. Euro zurück. Der Rückgang resultiert im Wesent­lichen aus dem Abbau von Handels­buch­beständen und der Veränderung von Bewertungs­anpas­sungen bei Derivaten.

Das Ergebnis aus Sicherungs­zusammen­hängen und Nicht­handels­derivaten verbesserte sich um 21 Mio. Euro auf 46 Mio. Euro. Getragen wird diese Entwicklung insbe­sondere von dem Ergebnis aus Finanz­instrumenten konsoli­dierter Spezialfonds, das neben nicht realisierten Bewertungs­effekten auch realisierte Verkaufs­erlöse umfasst.

Das Ergebnis aus Finanz­anlagen verzeichnet einen Swing von minus 10 Mio. Euro auf plus 53 Mio. Euro in 2016. Diese Veränderung ist wesentlich durch die Bewertung und Veräußerung einer Anleihe der HETA Asset Resolution AG geprägt: Während die Anleihe im Vorjahr wertge­mindert wurde, erfolgte 2016 eine Zuschreibung in Höhe von 28 Mio. Euro.

Das Sonstige betriebliche Ergebnis ver­ringerte sich um 54 Mio. Euro auf 119 Mio. Euro. Getragen wird dieses Ergebnis insbesondere von den Ergebnis­beiträgen aus Immo­bilien­be­ständen, die von der GWH-Gruppe erwirtschaftet werden. Die deutliche Ver­ringerung dieser Position ist unter anderem auf die Zuführung zu Rück­stellungen für Kaufpreis­risiken im Zusammen­hang mit dem Verkauf der HANNOVER LEASING zurück­zuführen.

Der Ver­waltungs­aufwand legte um 3,5 Prozent auf 1,2 Mrd. Euro zu. Während sich der Personal­aufwand auf Vorjahres­niveau bewegte, stiegen insbe­sondere die IT- und Beratungs­aufwendungen im Zusammen­hang mit der Umsetzung regula­torischer Vorgaben und geschäfts­getriebener Anfor­derungen.

Hosemann zeigt sich insge­samt zufrieden mit dem Ergebnis: „Bei einer moderaten Reduzierung der Bilanz­summe durch den gezielten Abbau von Handels­aktiva und einer ausge­wogenen Refinan­zierungs­struktur fokussiert sich die Helaba weiter auf das Kunden­geschäft. Die Belastungen durch das extreme Niedrig­zins­umfeld können durch den Ausbau des Dienstleistungs­geschäfts nicht vollständig kompensiert werden. Die Risiko­situation im Kredit­geschäft ist hervor­ragend. Für das Schiffs­portfolio wurde eine umfang­reiche Vorsorge getroffen. Die Helaba hat die Investitionen in leistungs­fähigere IT-Systeme ausge­weitet, auch um zukunfts­fähig zu bleiben und sich im intensiven Wett­bewerb gut zu behaupten.“

Entwicklung der Segmente

Im Segment Immo­bilien, das im Wesentlichen das Immo­bilien­kredit­geschäft und das Immo­bilien­mana­gement umfasst, ist das Ergebnis um 7 Prozent auf 407 Mio. Euro gestiegen und liegt damit deutlich über den Erwartungen. Das Abschluss­volumen im mittel- und lang­fristigen Neuge­schäft erhöhte sich um 6 Prozent auf 10,4 Mrd. Euro.

Das Segment Corporate Finance weist im Berichts­zeitraum ein Ergebnis von minus 42 Mio. Euro aus. Grund für den Ergebnis­rückgang ist insbe­sondere die deutlich gestiegene Risiko­vorsorge im Kredit­geschäft. Diese war geprägt durch Wert­berichtig­ungen für das Schiffs­port­folio. Das operative Kunden­geschäft im Segment entwickelte sich positiv. Das Abschluss­volumen im mittel- und lang­fristigen Neuge­schäft betrug 4,3 Mrd. Euro.

Das Ergebnis des Segments Financial Markets liegt mit 126 Mio. Euro auf Vorjahres­niveau.

Das Segment Verbund-, Privatkunden- und Mittel­stands­geschäft umfasst die Verbundbank, die Landes­bauspar­kasse Hessen-Thüringen (LBS), die Frankfurter Sparkasse sowie die Gruppe Frankfurter Bank­gesell­schaft (FBG). Das Segment­ergebnis ging auf 101 Mio. Euro zurück. Belastend wirken hier insbe­sondere die sinkenden Zins­über­schüsse aus dem Privat­kunden­geschäft der Frankfurter Sparkasse und der LBS sowie die niedrigeren Zinserträge aus dem Verbund­bank­geschäft.

Der Ergebnis­beitrag aus dem Öffentlichen Förder- und Infrastruktur­geschäft (WIBank) liegt mit 22 Mio. Euro um 5 Mio. Euro unter dem Vor­jahres­wert. Der Rückgang ist wesentlich bedingt durch das rückläufige Zinsniveau.

Agenda 2017 und Ausblick

Die Helaba verfügt über ein ausge­wogenes und solides Geschäfts­modell, das sich auch unter schwierigen Marktbe­dingungen bewährt hat. Gleichwohl ist es aufgrund der anhaltend herausfordernden Rahmen­bedingungen notwendig, das Geschäfts­modell regelmäßig zu überprüfen und anzupassen. Erste Maßnahmen wurden bereits umgesetzt.

  • Die Helaba hat ihre Anteile an der Hannover Leasing an die Corestate Capital Group veräußert. Der Erwerber hat gleichzeitig auch die Anteile der Beteiligungs­gesellschaft der hessischen und thüringischen Sparkassen an der Hannover Leasing übernommen. Die Helaba bleibt mit 5,1 Prozent als Minder­heits­gesell­schafter beteiligt.
  • Nord­rhein-West­falen (NRW) ist einer der wichtigsten Kern­märkte, in dem die Helaba weiter wachsen will. Die Bank generiert dort aktuell mehr als 30 Prozent ihrer Erträge im Firmen­kunden­geschäft. Die Erträge stiegen seit 2013 um mehr als 20 Prozent. Im Geschäft mit öffentlichen Kunden liegt der Anteil an den Erträgen sogar bei über 50 Prozent. Bis 2020 soll das NRW-Geschäft weiter deutlich ausgebaut werden. Der für das Firmen­kunden­geschäft zuständige Vorstand Dr. Norbert Schraad hat seit August einen Zweitsitz in der größten Helaba-Nieder­lassung.
  • Aus dem „Strategie­projekt Digitali­sierung“ sind erste Anwen­dungen entstanden, die 2017 zum Einsatz kommen. Darüber hinaus investiert die Bank in den Austausch mit FinTechs, um Inno­vations­themen schneller aufgreifen und evtl. auch gemeinsam weiter entwickeln zu können. Hier profitiert die Helaba davon, dass sie bei dem von der WIBank mitge­gründeten FinTech Hub TechQuartier als Platinum-Partner mit an Bord ist. Grüntker: „Mit unserer digitalen Agenda werden wir aber nicht nur neue Produkte und Prozesse erstellen. Wir werden die Helaba weiter­ent­wickeln, um sie durch kontinuierliche markt­gerechte Inno­vationen für unsere Kunden attraktiv zu halten und damit unsere Wett­bewerbs­fähigkeit weiter zu steigern.“
  • Die Erneuerung des Kern­banken­systems der Helaba ist deshalb die wesentliche IT-strategische Maßnahme der nächsten Jahre. Künftige Heraus­forderungen können über die gewählte Standard­software deutlich schneller und besser umgesetzt werden als bisher.

2016 war für die Helaba ein zufrieden­stellendes Geschäftsjahr. Das Konzern­ergebnis vor Steuern gehört zu den drei besten Ergeb­nissen in der Historie der Bank. Dank intensiver Marktbe­arbeitung konnte der Provisions­überschuss erneut gesteigert werden. Das Abschluss­volumen im Neuge­schäft bewegte sich auf sehr hohem Niveau.

Mit Blick auf das Jahr 2017 geht die Helaba von ausgesprochen heraus­fordernden politischen und wirt­schaft­lichen Rahmen­bedingungen aus. Aufgrund des ausgewogenen Geschäfts­modells wird die Helaba diese Belastungen abfedern können.

Betriebs­wirt­schaftlich werden die Aus­wirkungen des im März 2016 von der EZB auf minus 0,40% gesenkten Einlagen­satzes sowie das im Juni 2016 gestartete Kaufpro­gramm von Corporate Bonds erstmals ganzjährig zu spüren sein. Dies wird sich insbe­sondere in den zinssen­sitiven Bereichen des Retail­geschäfts – hierzu gehören LBS und Frankfurter Sparkasse – und im Zahlungs­verkehr sowie in der Eigen­anlage auswirken.

„Vor diesem Hinter­grund wiederhole ich die Ergebnis­prognose des Vorjahres, wonach der Vorstand mit einem spürbaren Ergebnis­rückgang rechnet“, so Grüntker mit Blick auf das laufende Geschäftsjahr.

Der Blick auf die Zinsent­wicklung in den USA macht aus Sicht der Helaba allerdings mittel­fristig Hoffnung, dass auch im Euro-Raum der Zins­tief­punkt durch­schritten sein dürfte. „Auf Basis dieser Annahme besteht eine gewisse Zuver­sicht, dass wir im operativen Geschäft in diesem oder dem nächsten Jahr die Talsohle erreichen werden“, äußert sich der Vorstands­vorsitzende mit Blick auf die nächsten Jahre verhalten optimistisch.


Mike Peter Schweitzer
Leiter Kommunikation und Pressesprecher
Ursula-Brita Krück
stv. Pressesprecherin
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