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17. Mär 2016

Helaba erreicht Konzernergebnis vor Steuern in Höhe von 596 Mio. Euro

Die Helaba Landesbank Hessen-Thüringen hat im Geschäftsjahr 2015 ein Ergebnis vor Steuern von 596 Mio. Euro erzielt.

  • Hohe Dynamik im Kundenneugeschäft
  • Alle operativen Ergebniskomponenten im Plus
  • Zins- und Provisionsüberschüsse erneut auf hohem Niveau
  • Positive Entwicklung der betriebswirtschaftlichen und aufsichtsrechtlichen Kennziffern
  • Helaba sieht die Branche unter Anpassungsdruck

Es liegt knapp 2 Prozent unter dem bisherigen Höchstwert aus dem Vorjahr von 607 Mio. Euro. Nach Steuern nahm das Ergebnis um 5,5 Prozent auf 419 Mio. Euro zu. Herbert Hans Grüntker, der Vorsitzende des Vorstandes der Helaba, zeigte sich zufrieden: „Getragen von einem dynamischen Kundengeschäft erzielte die Helaba in 2015 wieder ein sehr gutes Ergebnis.“

In seiner Bewertung des Geschäftsjahres hob Grüntker fünf Punkte hervor:

  • Die Basis dieses Erfolges ist das gute Kundengeschäft. Alle operativen Ergebniskomponenten – Zins- und Provisionsüberschuss, Handelsergebnis und sonstiges betriebliches Ergebnis – weisen gegenüber dem Vorjahr Zuwächse auf, während der Verwaltungsaufwand stabil gehalten wurde. Zins- und Provisionsüberschuss erreichten mit 1,3 Mrd. Euro bzw. 0,3 Mrd. Euro neue Höchststände.
  • Die Risikovorsorge im Kreditgeschäft liegt mit 237 Mio. Euro auf dem Durchschnittsniveau der letzten fünf Jahre. Sie ist von Portfoliowertberichtigungen geprägt. Der niedrige Ausweis im Jahr 2014 (80 Mio. Euro) war durch die Erstanwendung neuer Vorschriften zur Konsolidierung problembehafteter Engagements beeinflusst. Grüntker: „Wir haben das gute Ergebnis 2015 aktiv genutzt, um intensiv Vorsorge für die Zukunft zu betreiben. Sie sehen, dass die schon traditionell zu nennende konservative Vorsorgepolitik meiner Amtsvorgänger konsequent fortgeführt wird.“
  • Das sehr gute Konzernergebnis erlaubt die Bedienung aller Nachrangmittel, Genussrechte und stillen Einlagen, die Dotierung der Gewinnrücklage zur Stärkung des Kernkapitals sowie eine Ausschüttung an die Kapitalgeber.
  • Die Finanzkennziffern haben sich weiter verbessert. Die CET1-Quote erhöhte sich auf 13,8 Prozent, „fully loaded“ auf 13,1 Prozent. Die Gesamtkennziffer verbesserte sich auf 19,8 Prozent. Die EZB hat im Rahmen ihres SREP-Bescheides für 2016 der Bank eine jederzeit einzuhaltende CET1-Qote von 9,25 Prozent vorgegeben. Die BaFin hat der Helaba als anderweitig national systemrelevantes Institut aufgegeben, in drei Schritten ab 2017 bis zum 1. Januar 2019 einen zusätzlichen CET1-Puffer in Höhe von 1,0 Prozentpunkt aufzubauen.
  • Die Cost Income Ratio liegt 58,8 Prozent. Die Eigenkapitalrendite (vor Steuern) beträgt 8,1 Prozent. Beide Werte liegen im Zielkorridor.

Bilanz

Die Konzernbilanzsumme sank um 7,2 Mrd. Euro auf rund 172 Mrd. Euro. Der Rückgang ist im Wesentlichen auf den gezielten Abbau der Handelsbestände zurückzuführen. Das Geschäftsvolumen, in dem sich im Wesentlichen zusätzlich zur Bilanzsumme die Kreditzusagen niederschlagen, verringerte sich um 4,3 Mrd. Euro auf 201 Mrd. Euro.

Das Kundengeschäft der Helaba entwickelte sich dank der positiven wirtschaftlichen Rahmenbedingungen erfreulich. Die Kundenforderungen stiegen um 2,1 Mrd. Euro auf über 93 Mrd. Euro. Hier wirkte sich der Anstieg des mittel- und langfristigen Neugeschäfts um rund 1 Mrd. Euro auf 19,2 Mrd. Euro aus. Vom Neugeschäft des Jahres 2015 entfallen 51 Prozent auf das Immobilienkreditgeschäft, 29 Prozent auf Corporate Finance, 12 Prozent auf das Verbundgeschäft sowie 5 Prozent auf das Geschäft mit öffentlichen Gebietskörperschaften. Der Anteil der Kundenforderungen inklusive der Forderungen an Sparkassen bewegt sich mit 58 Prozent an der Bilanzsumme auf hohem Niveau. Kennzeichnend für die Passivseite war ein deutlicher Rückgang der Handelsbestände, während die Kundenverbindlichkeiten um 2,4 Mrd. Euro stiegen.

Gewinn- und Verlustrechnung

Trotz der Niedrigzinspolitik der EZB liegt der Zinsüberschuss mit 1,3 Mrd. Euro um 19 Mio. Euro über dem Vorjahresniveau.

Die Risikovorsorge im Kreditgeschäft stieg von einem sehr niedrigen Vorjahreswert in Höhe von 80 Mio. Euro auf 237 Mio. Euro und bewegt sich auf dem Durchschnittsniveau der vergangenen fünf Jahre. Zum einen war der Vorjahreswert durch die Einbeziehung von Problemkrediten in den Konsolidierungskreis mit 75 Mio. Euro entlastet. Korrespondierend dazu wurde jedoch das sonstige betriebliche Ergebnis belastet. Zum anderen wurde das bereits komfortable Vorsorgeniveau hinsichtlich der pauschalen Vorsorge für nicht akut ausfallgefährdete Engagements nochmals angehoben, was die traditionell konservative Risikovorsorgepolitik der Helaba unterstreicht.

Das Provisionsergebnis legte im Geschäftsjahr um 16 Mio. Euro auf 333 Mio. Euro weiter zu. Wichtige Ertragsquellen waren die Vermögensverwaltung, das Wertpapier- und Depotgeschäft, der Zahlungsverkehr und das Außenhandelsgeschäft.

Sehr erfreulich entwickelte sich das Handelsergebnis. Es stieg von 126 Mio. Euro im Vorjahr auf 190 Mio. Euro. Wesentlicher Ertragstreiber waren die kundengetriebenen Kapitalmarktaktivitäten.

Das Ergebnis aus Sicherungszusammenhängen und Derivaten des Nichthandels halbierte sich auf 25 Mio. Euro. Das Vorjahresergebnis war durch Wertaufholungseffekte geprägt.

Das Ergebnis aus Finanzanlagen verschlechterte sich von 45 Mio. Euro im Vorjahr auf -10 Mio. Euro. Dazu beigetragen hat die Abschreibung auf eine Anleihe der HETA Asset Resolution AG in Höhe von 37 Mio. Euro.

Deutlich hat sich das sonstige betriebliche Ergebnis von 70 Mio. Euro auf 173 Mio. Euro verbessert. Die starke Erhöhung resultiert im Wesentlichen aus dem Wegfall von Abschreibungen aus konsolidierten Problemkrediten sowie aus geringeren Rückstellungen. Die Ergebnisbeiträge aus Immobilienbeständen, die von der Tochtergesellschaft GWH gehalten werden, wirken sich ebenfalls positiv aus.

Der Verwaltungsaufwand reduzierte sich erneut und zwar um 25 Mio. Euro auf unter 1,2 Mrd. Euro. Während der Personalaufwand hauptsächlich aufgrund von höheren Pensionsrückstellungen stieg, verringerten sich die Sachkosten. Grund dafür war insbesondere der Wegfall der Servicegebühren an die Portigon.

Die Ertragssteuern reduzierten sich auf 177 Mio. Euro (Vorjahr 210 Mio. Euro). Das Ergebnis nach Steuern stieg um 22 Mio. Euro auf 419 Mio. Euro.

Der CFO der Helaba, Dr. Detlef Hosemann, kommentiert das Jahresergebnis: „Das operative Ergebnis konnte auf dem hohen Niveau des Vorjahres gehalten werden. Das ist eine gute Ausgangsbasis, um den im laufenden Jahr anstehenden Herausforderungen durch die Niedrigzinssituation und durch den Wettbewerbsdruck zu begegnen.“

Entwicklung der Segmente

Im Segment Immobilien, das die Ergebnisse des Immobilienkreditgeschäfts und des Immobilienmanagements zusammenfasst, liegt das Ergebnis vor Steuern bei 380 Mio. Euro und damit 29 Mio. Euro über dem Vorjahr. Das erhöhte Abschlussvolumen hat trotz leicht gesunkener Margen zur Steigerung des Zinsüberschusses beigetragen.

Im Segment Corporate Finance liegt das Ergebnis vor Steuern bei 115 Mio. Euro und damit unter dem Vorjahreswert von 162 Mio. Euro. Belastend wirkten erhöhte Vorsorgemaßnahmen.

Das Segment Financial Markets weist aufgrund der guten Ergebnisse des kundengetriebenen Kapitalmarktgeschäfts für 2015 ein Ergebnis von 127 Mio. Euro aus, nach 109 Mio. Euro im Vorjahr.

Im Segment Verbund-, Privatkunden und Mittelstandsgeschäft werden das Retailgeschäft der Frankfurter Sparkasse, das Private Banking, die Verbundbank und die Landesbausparkasse abgebildet. Hier sinkt das Ergebnis gegenüber dem Vorjahr um 34 Mio. Euro auf 140 Mio. Euro. Ursächlich hierfür ist die Niedrigzinsphase, die eine Belastung für die Ergebnisse der Frankfurter Sparkasse und der LBS mit sich bringt.

Im Segment Öffentliches Förder- und Infrastrukturgeschäft wird das Geschäft der WIBank abgebildet. Durch die Ausweitung der Infrastrukturförderung liegt das Ergebnis mit 27 Mio. Euro deutlich über dem Vorjahr.

Aktuelle Herausforderungen

Die aktuellen Rahmenbedingungen für die Helaba werden durch die Stichwörter Niedrig- bzw. Negativzins, Regulierung und Digitalisierung beschrieben. Grüntker: „Alle Akteure stehen unter Anpassungsdruck. Mit Entspannung ist nicht zu rechnen. Wir befinden uns in einer Übergangsphase, in der die Karten in der Kreditwirtschaft neu gemischt und die Geschäftsmodelle auf dem Prüfstand stehen. Dabei agiert die Helaba angesichts ihres bewährten und erfolgreichen Geschäftsmodells aus einer Position der Stärke.“

Gleichwohl kündigte Grüntker für die Helaba eine Schärfung des Geschäftsmodells nach dem Grundsatz „Die Stärken stärken“ an. Angesichts der Notwendigkeit einer effizienten Allokation des Eigenkapitals sind Ressourcenbindung und Rentabilität der einzelnen Geschäftsaktivitäten kritisch zu hinterfragen.

Darüber hinaus sollen die mit der Trägerstruktur und dem Geschäftsmodell verbundenen Wachstumschancen noch besser genutzt werden. Grüntker: „Hier sehe ich zwei Themen im Vordergrund. Unsere Funktion als Verbundbank der Sparkassen und den Markt Nordrhein-Westfalen.“

Die Helaba übt die Verbundbankfunktion für rund 40 Prozent der deutschen Sparkassen aus. Ihr Sparkassen-Trägeranteil von knapp 90 Prozent ist der höchste unter den vier großen Landesbanken. Die mit der Verbundbankfunktion verbundenen Vorteile sollen daher erhalten und ausgebaut werden. „Unser Ziel bleibt daher die immer engere und unumkehrbare Einbindung der Bank in die Sparkassen-Finanzgruppe“, so Grüntker. Auch hier will sich die Bank zukünftig auf ihre Stärken konzentrieren und ertragsorientiert wachsen. Grüntker: „Dazu verfügen wir über vielversprechende Produktfelder – zum Beispiel unser Angebot im Private Banking, unseren Antritt in der Außenhandelsfinanzierung, unsere Angebote für die Eigenanlage und unsere erweiterten Aktivitäten in der Syndizierung von Krediten, sowohl im Unternehmens- als auch im Immobilienkreditgeschäft.“

Weitere Wachstumschancen werden in der Kernregion Nordrhein-Westfalen gesehen. Das Land verfügt über den attraktivsten Firmenkundenmarkt in Deutschland. Grüntker: „Hier haben wir große Wachstumschancen, die wir künftig noch besser nutzen wollen. Dabei legen wir besonderen Wert auf eine enge Abstimmung mit den vor Ort tätigen Sparkassen.“

Ausblick auf 2016

Das Geschäftsjahr 2015 war wiederum ein sehr gutes Jahr für die Helaba: Das operative Kundengeschäft erreichte den bisher zweithöchsten Wert. Das Konzernergebnis vor Steuern blieb nur leicht unter dem bisherigen Höchstwert aus dem Vorjahr. Alle operativen Ergebniskomponenten weisen Steigerungen auf. Die traditionell konservative Bewertung des Portfolios wurde beibehalten.

Die Bank rechnet aber nicht damit, den Ergebnispfad der letzten Jahre in die Zukunft fortzuschreiben. Grüntker: „Das Gegenteil ist vermutlich der Fall. Die aktuelle geopolitische und ökonomische Entwicklung verunsichert die Märkte und führt zu hoher Volatilität. Aufgrund dieses schwierigen Marktumfeldes, der höheren regulatorischen Kosten und der steigenden Kapitalanforderungen müssen wir mit spürbaren Abstrichen beim Konzernergebnis rechnen.“

Mike Peter Schweitzer
Leiter Kommunikation und Pressesprecher
Ursula-Brita Krück
Stv. Pressesprecherin
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